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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Weihnachten von A bis Z: E wie Engel

Was bei uns der Glühwein ist, das ist in den USA Egg Nogg. Dieser wird aus frischen Eiern, braunem Zucker, Whisky und braunem Rum gemixt. Das Getränk wird heiß serviert und mit einer Prise Muskatnuss versehen.

Weihnachten von A bis Z

Der Einlegebrauch ist eine heute nahezu unbekannte Bezeichnung für das Aufstellen von Schuhen und Aufhängen von Strümpfen und Körbchen der Kinder, damit der Nikolaus diese mit Gaben füllt. Belegt ist dieser Brauch bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Werden die Tage kürzer, dann heißt es in Bayern: „Es geht wieder einwärts“. Wenn’s auswärts geht, dann werden die Tage wieder länger.

Im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein kommt natürlich der Engels-Begriff nicht zu kurz. Von Engel selbst über Engelsbrot bis hin zu Engelsworte – Der Engelschor ist in Norddeutschland ein schöner Adventsbrauch für die Kinder. Vom 1. Dezember an gesellt sich an einem zentralen Ort jeden Tag zu dem allein stehenden ersten Sänger ein weiterer dazu, bis schließlich am 24. Dezember singende und musizierende Engel das Weihnachtsfest mit den Kindern feiern können.

Weihnachten von A bis Z: D wie Dreikönigslegende

Im Jahr 1164 brachte Rainald von Dassel, Kanzler von Kaiser Friedrich Barbarossa (1125 – 1190), die vermeintlichen Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln, wo sie im kunstvoll angefertigten „Dreikönigsschrein“ aufbewahrt wurden. Über diesem Schrein soll dann angeblich der Kölner Dom errichtet worden sein. Genaueres erfahren wir bei Umberto Eco in seinem Roman: Baudolino. Zu den Heiligen Drei Königen gibt es eine Unmenge von Stichwörtern im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein.

Weihnachten von A bis Z

Nennenswert finde ich den Begriff des Döppchestages: In der Rhön wurde der Tag nach Heilige Drei Könige auch „Döppchestag“ genannt. An diesem Tag mussten die Dienstboten bis in die Nacht hinein arbeiten, um die während des Jahres zerbrochenen Töpfe abzuarbeiten.

Weihnachten von A bis Z: C wie Christkind

Stichwörter mit Christ beginnend gibt es viele in dem Weihnachtslexikon von Theo Herrlein: Von Christabend über Christbaum bis hin zu Christfest, Christkind und Christrose. Der Monat Dezember wurde früher in Deutschland (etwa 15. – 18. Jahrhundert) auch Christmonat oder noch etwas früher Christmond genannt. Da die Norddeutschen überwiegend evangelisch sind, so feiert man hier das Weihnachtsfest mit der Geburt Christi als Christvesper am frühen Abend des Heiligen Abends. Dabei wird auch oft ein Krippen- oder Verkündigungsspiel aufgeführt.

Weihnachten von A bis Z

Interessant finde ich noch das Stichwort mit den Buchstaben C + M + B: Diese drei Buchstaben und die Jahreszahl werden am 6. Januar mit Kreide über die Haustüre geschrieben, was Glück und Segen für das Haus bringen soll. Diese Buchstaben stehen aber nicht, wie man meinen könnte, für die Namen der Heiligen Drei Könige, die als die Schutzpatrone von Haus und Hof gelten, sondern sie bedeuten „Christus Mansionem Benedicat“, also „Christus segne dieses Haus“.

Weihnachten von A bis Z: B wie Barbarazweige

Stellst Du am Tag der heiligen Barbara (4. Dezember) Zweige von Obstbäumen in eine Vase, so werden diese mit ziemlicher Sicherheit an Weihnachten erblühen: Barbarazweige.

Der „Berliner Pfannkuchen“, kurz Berliner genannt, gehört im norddeutschen Raum traditionell zu jeder Silvesterfeier. Aber Vorsicht – manche Berliner sind nicht mit Marmelade sondern mit Senf gefüllt. Und da wir gerade bei Speis sind, sollte der Trank nicht fehlen: Zum festlichen Weihnachtsmahl genehmigen sich die Hamburger und Lübecker gerne einen „Bischof“. Hierzu werden gegarte und eingekerbte Pomeranzen in die typische Bischofsschale, ein Gefäß mit einem Deckel, der einer Bischofsmütze ähnelt, gelegt und mit „Rotspon“ (Rotwein) übergossen. Es wird geröstete Schwarzbrotrinde und Zimt dazugegeben und das Ganze einige Stunden warm gestellt. Danach vor dem Servieren erhitzt und mit Zucker abgeschmeckt.

Weihnachten von A bis Z

Kulinarisches kommt in dem Weihnachtslexikon von Theo Herrlein wirklich nicht zu kurz: Bratäpfel sollte jeder kennen; braune Kuchen stehen in Norddeutschland für Pfeffer- und Lebkuchen. Hier sind es meist flache, viereckige Kekse.

In Bremen gehört auf jeden Fall der Bremer Klaben dazu. Der Hefeteigstollen, mit Mandeln und Rosinen verfeinert, wird von den Bremern gerne dick mit Butter bestrichen. Dazu trinkt man Tee (oft auch mit einem ordentlichen Schuss Rum).

Was ein Bumann ist? Ob nun mit h oder ohne: In Norddeutschland wird der Nikolausbegleiter auch als „Bumann“ bezeichnet. Dieser hat übrigens je nach Region viele Namen in Deutschland.

Weihnachten von A bis Z: A wie Advent

Letztes Jahr schenkte mir meine Frau ein Weihnachtslexikon mit allem Wissenswerten zum Fest der Feste. Gesammelt wurden die Informationen zu den immerhin 3200 Stichwörtern von Theo Herrleinvon Aachener Printen bis Zwölfernächte.

Zum einen mag ich Nachschlagewerke. Und wenn es kuriose Lexika wie dieses Weihnachtslexikon sind, dann um so mehr. Es macht Spaß, in einem solchen Werk zu blättern. Man schlägt es willkürlich irgendwo auf, liest den einen oder anderen Artikel – und ist im Nachhinein um einiges schlauer.

In dieser kleinen Reihe „Weihnachten von A bis Z“ bediene ich mich einwenig aus diesem Lexikon. Die Weihnachtszeit ist auch heute noch für mich eine besondere Zeit. Als meine Söhne klein waren, galt das vor allem. In einer so schnelllebigen Zeit wie der heutigen, ist es angebracht, ab und zu Zeit zur Besinnung zu finden. Die Weihnachtszeit eignet sich hierfür besonders.

Als Schwerpunkt werde ich hier Stichwörter heraussuchen, die einen regionalen Hintergrund haben – aus meiner Sicht: alles Passende zu Norddeutschland. Aber nicht nur. Und den Begriff Weihnachten fasse ich auch nicht allzu eng: Es ist für mich die Zeit ab 11.11., dem Martinstag bis hin zum Dreikönigstag, den 6.1. im neuen Jahr. Es fasst also die Adventszeit, dann die Festtage selbst – und geht über Silvester und den Neujahrstag bis ins neue Jahr hinein.

selbst gebundener Adventskranz bei AlbinZ (Wohnzimmer)

selbst gebundener Adventskranz bei AlbinZ (Küche)

Aber genug der Vorrede: Passend zum heutigen Tag, wir feiern den ersten Advent, so findet sich natürlich zum Stichwort ‚Advent’ vieles in diesem Buch. Das Wort Advent kommt vom lateinischen adventus und bedeutet übersetzt Ankunft. Bereits im 6. Jahrhundert nach Christi Geburt legte Papst Gregor der Große die Grundzüge der Adventsliturgie fest. Diese vier Wochen vor Weihnachten sollen symbolisch auf rund 4000 Jahre hinweisen, die die Menschheit nach kirchlicher Berechnung auf die Ankunft des Herrn und Erlösers warten musste. Mit dem ersten Advent beginnt das Kirchenjahr.

Nach altem Volksbrauch beginnt die Adventszeit am 30. November, dem Andreastag. Und zum Advent eine kleine Kuriosität schriftlicher Art: Das einzige deutsche Wort mit vier „tz“ ist Atzwentzkrantzkertze – vermutlich rheinischer Herkunft.

Natürlich gibt es zu diesem Stichwort noch viele weitere Einträge – von Advent, einem Drama von August Strindberg – bis zu Advent, einem Gedicht von Rainer Maria Rilke. Aber auch viele weitere Lemmata beginnen mit Advent: Von Advent anblasen bis hin zu Adventszug.

Mit A beginnen auch einige Begriffe mit norddeutschem Hintergrund: Altjahresumritte gibt es noch heute auf den nordfriesischen Inseln. Am Silvesternachmittag reitet eine Gruppe von jungen Männern von Haus zu Haus und wünscht den Bewohnern ein glückliches neues Jahr. Dafür bekommen sie Speise und Trunk. Solche und ähnliche Bräuche finden sich überall in Deutschland. Kinder, Jugendliche aber auch ältere Menschen ziehen aus, um den Mitmenschen Glück zu wünschen – und sich dafür mit Gaben unterschiedlichster Art beschenken zu lassen.

Da es früher auf der Insel Amrum keine Nadelbäume gab, behalfen sich die Insulaner mit hölzernen Weihnachtsbäumen, zuerst aus Besenstielen und angeschwemmten Strandholz. Später entstanden kunstvoll geschnitzte oder geschnittene Bäume, deren Rundbogen mit Weihnachtsgrün verziert wurden: Amrumer Weihnachtsbaum. Auf den Querästen befinden sich die Lebenssymbole, wie Segelschiff, Mühle, Fisch, Hahn, Kuh und Schaf. Auffällig ist, dass sich die Symbole von Amrum und den Halligen deutlich von denen auf dem Festland unterscheiden. Am Fuße des Amrumer Baumes befindet sich als christliches Symbol noch ein kleiner Lebensbaum mit Adam und Eva. Zusätzlich wurde der Baum auch noch mit roten Äpfeln, Backpflaumen oder mit Rosinenketten geschmückt. Der Amrumer Weihnachtsbaum ist bis zu einem halben Meter hoch und hat sich in den letzten Jahren wieder einer verstärkten Beliebtheit erfreut.

Lebendiger Adventskalender in Tostedt

Bald ist es wieder soweit: Tag für Tag dürfen wir wieder ein ‚Türchen’ an unserem Adventskalender öffnen. Und wer keinen hat, dem bietet sich in Tostedt ein ganz besonderer Adventskalender: Der lebendige Adventskalender der Ev.-luth. Johannesgemeinde Tostedt 2009.

Datum Fenster und Ort Teilnehmer
Di 1.12. Todtglüsingen Grundschule Todtglüsingen, Schulstraße Frau Ohrmann
Mi. 2.12. Tostedt Am Jugendzentrum, Frau Brandt
Do. 3.12. Tostedt Buchhandlung Matthies, Himmelsweg
Fr. 4.12. Otter Ilse Warnecke, Hauptstr. 15
Sa. 5.12.    
So 6.12. Langeloh Lütenshof, Karin Plate
Mo 7.12. Tostedt Ev. Kindergarten Im Stocken, Frau Scherl
Di 8.12. Dohren Hof Wentzien, Hollenstedter Str. 2
Mi 9.12. Tostedt Herbergsverein, Bremer Str. 37
Do 10.12. Tostedt Heimatverein, Himmelsweg, Plattdeutsch
Fr 11.12. Otter Hauskreis, Frau Sievert, Tostedter Str. 35
Sa 12.12. Todtglüsingen Karin und Drews Fehrs, Rübworth 18
So 13.12. Dohren Karin Westermann, Wüstenhöfener Str. 12
Mo 14.12. Tostedt Freie Ev. Gemeinde, Freudenthalstr. 21A
Di 15.12. Dohren Antje Hassenpflug, Up’n Saal 7
Mi 16.12. Tostedt Birgit Martens, Alte Kleinbahn 23
Do 17.12. Tostedt Café „kiek in“ in der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, Zinnhütte 16-22
Fr 18.12. Wistedt Gisela Fehling/Hanna Baier, Sittenser Str. 13
Sa 19.12. Dohren Annegret und Jürgen Dallmann, Am Mühlenbach 3A
So 20.12. Todtglüsingen Renate und Anna Callhoff, Lohberger Str. 5
Mo 21.12. Tostedt Feuerwehrgerätehaus Tostedter Str., Frau Annegret Speer
Di 22.12. Tostedt Ev. Kindergarten Im Stocken, Frau Scherl
Mi 23.12. Tostedt Wilfried & Bärbel Kruse, Kirchhofstr. 6A

Treffen ist jeweils um 18 Uhr draußen vor dem jeweiligen Fenster für ca. ½ Stunde. Jeder ist willkommen. Bitte witterungsbedingt anziehen! Und den Trinkbecher nicht vergessen. Weitere Informationen bei Karin Plate, 04182-1243 oder info@luetenshof.de

Christkindlmarkt in Tostedt

Schon am Samstag, dem 7. Dezember 1974 veranstaltete der Werbekreis Tostedt im Himmelsweg einen Christkindlmarkt. Eine der Attraktionen war das „Christkindlpostamt“. Hier konnten die Kinder dem Helfer des Weihnachtsmannes persönlich ihren Wunschzettel zur Weiterleitung abgeben, oder ihre Wünsche aufschreiben lassen. 23 Aussteller beteiligten sich am Markt. Es gab auch Kutschfahrten und Ponyreiten. Obwohl der 1. Christkindlmarkt schon recht erfolgreich war, dauerte es 10 Jahre, bis der Werbekreis wieder einen Weihnachtsmarkt durchführte. Vom 29. Nov. bis zum 1. Dez. 1985 war es soweit. 60 Aussteller beteiligten sich, davon 48 in angemietete Blockhäuser.

Quelle: werbekreis-tostedt.de

Christkindlmarkt Tostedt 2009

So recht weihnachtlich ist uns sicherlich noch nicht zumute angesichts der doch eher hohen Temperaturen und dem vielen Regen der letzten Tage. Aber das soll sich schnell ändern. Auch in diesem Jahr gibt es wieder den Christkindlmarkt in Tostedt. Da kann man sich bestimmt etwas mehr auf Weihnachten einstimmen lassen. Hier die Öffnungszeiten:

Freitag, den 27 November 2009 (15:00 – 19:00)
Samstag, den 28 November 2009 (13:00 – 20:00)
Sonntag, den 29 November 2009 (13:00 – 19:00)

Und noch mehr aus Wolfgangs Schatzkämmerlein (4)

Wieder einmal hat Wolfgangs Schatzkammer eine Reihe von Konzertaufnahmen für uns bereitgestellt, die auch mich interessieren. An langen Winterabenden ist es vielleicht keine schlechte Idee, einmal dem einen oder anderen Konzert zu lauschen.

Wolfgang's Vault

Keine vielen Worte dazu, nur soviel: Viel Spaß beim Hören!

Joan Armatrading – Bottom Line 4/5/1977
Tracy Chapman – Estadio River Plate 10/15/1988
Van Morrison – Bottom Line 11/1/78

The Sex Pistols – Winterland (San Francisco, CA) 1/14/1978

Peter Gabriel – Estadio River Plate 10/15/1988
Peter Gabriel – Bottom Line (New York, NY) 10/4/78
Genesis – Nassau Coliseum 11/29/1981

Bruce Springsteen & the E Street Band – Estadio River Plate 10/15/1988

Bryan Ferry – Bottom Line 6/23/1977
Roxy Music – Arena 8/27/1982

Creedence Clearwater Revival – Fillmore West 3/14/1969
Creedence Clearwater Revival – Fillmore West (San Francisco, CA) 7/4/1971

Hot Tuna – Fillmore West 7/3/1971

Mountain – Capitol Theatre 12/30/1973

Deep Purple – Long Beach Arena 2/27/1976

Johnny Winter – Palace Theatre 11/7/1973
Johnny Winter – BBC 1/1/1978

B.B. King – Fillmore East 6/19/1971

Richie Havens – Bottom Line 9/12/1976
Richie Havens – Bottom Line 2/16/78

Cream – Winterland 3/10/1968
Jack Bruce – Bottom Line 11/16/77

Mahavishnu Orchestra – Berkeley Community Theatre 11/9/1972
Mahavishnu Orchestra – Century Theater (Buffalo, NY) 1/27/1973
Di Meola, McLaughlin and De Lucia – Warfield Theatre 12/6/1980
Santana and McLaughlin – Berkeley Community Theatre 9/5/1973

Jimi Hendrix Experience – Winterland 10/11/1968
Jimi Hendrix Experience – Berkeley Community Theatre (Berkeley, CA) 5/30/1970

Focus – Denver 11/18/1972

Mothers of Invention – Fillmore West 11/5/1970

Bob Marley and the Wailers – Hammersmith Odeon (London, England) 10/6/1976
Bob Marley and the Wailers – Oakland Auditorium (Oakland, CA) 11/30/1979
Peter Tosh – Bayou (Washington, DC) 3/14/1979

Pentangle – Berkeley Community Theatre 5/29/1970

Miles Davis Quintet – Fillmore East 3/6/1970
Miles Davis – Tanglewood (Lenox, MA) 8/18/1970

Bob Dylan & The Band – Los Angeles Forum (Los Angeles, CA) 2/14/1974

Stevie Ray Vaughan – Ripley’s Music Hall (Philadelphia, PA) 10/20/1983
Stevie Ray Vaughan – Austin Opera House 4/15/1984

Leo Kottke – Palace Theater Waterbury 5/19/1973

Taj Mahal – Ash Grove 2/26/1967

King Crimson – Stanley Theatre 5/14/1974

Lou Reed – Bottom Line 5/11/1977

Traffic – Winterland 1/26/1973

James Duncan & The Fancy Toys

Wenn der Vater mit dem Sohne ….? Selbst alten Tull-Fans ist der Name James Duncan nicht unbekannt. Immerhin handelt es sich um den Sohnemann von Ian Anderson, der seinem Dad in der Vergangenheit trommelnderweise bei diversen Plattenproduktionen und Live-Auftritten zur Seite gesprungen ist.

James Duncan sind ja nur seine Vornamen. Auf seinen Nachnamen hat er verzichtet; vielleicht um nicht mit seinem Vater ‚in einen Topf’ geworfen zu werden. Wie auch immer … Seit einiger Zeit geht nun dieser James Duncan seinen eigenen Weg und spielt mit einem gewissen Mickaël Téo (Toys, Bubble Gun, Lead Vocals, Guitar, Glockenspiel, Ukulele, Stylophone…) in einer Gruppe namens The Fancy Toys. Klingt etwas seltsam. Und betrachtet man die Instrumente, die er dort bedient (Toys, Cajon, Drums, Shakers, Guitar, Backing Vocals, Glockenspiel, Melodion and the famous Shoe-Tambo), dann klingt das noch etwas seltsamer. Neben den beiden gibt es dann noch Maurice the Monkey, der aber nur als Maskottchen dient. Dafür gibt es einige Gastmusiker wie Simon Robinson (Double Bass, Trumpet, Keyboards, Backing Vocals), Holly Madge (Percussion, Vibraphone), Sébastien Piasco (Electric Bass, Percussion), Lorris Piasco (Vibraphone, Keyboards), Cedric Lepinasse (Violin, Guitar) und gewissermaßen als Leihgabe seines Vaters Anna Phoebe mit ihrer Geige.

Bei solch merkwürdiger Ansammlung von Instrumenten fragt man sich natürlich: Was für eine Musik machen die Jungs? Es ist nach eigenen Angaben eine Mischung aus akustischen Titeln mit French Pop, World Music und Jazz. Der Duft frischgebackenen Baguettes liegt in der Luft. Oder von Crème brûlée? Es sind nicht mehr die Fußstapfen des Vaters. Aber wer will es ihm verübeln. Meine Musik ist das zwar nicht, aber die Leichtigkeit kitzelt dann doch das Gehör. Einiges an Material von der Gruppe findet sich bei Myspace, Facebook oder (natürlich) bei YouTube. Hineinhören soll nicht schaden …

Erich Fromm: Haben oder Sein

Im Gemeindeblatt unserer Evangelisch-lutherischen Johannesgemeinde in Tostedt schrieb Pastor Gerald Meier zum Thema: „Geld und Glaube“ einen Beitrag: Haben oder Sein – Der Mensch zwischen zwei Existenzweisen. Grundlage seiner literarische Erkundung war das Buch Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft – Stuttgart – Deutsche Verlags-Anstalt 1979 (1976) von Erich Fromm.

Gerald Meier schreibt: Zunächst war ich überrascht, wie aktuell dieses Buch auch nach über 30 Jahren noch ist, denn schon damals waren die globalen Probleme erkannt, die sich nunmehr dramatisch zugespitzt haben: die zunehmende Aufspaltung der Völker in arm und Reich, der Klimawandel und der drohende Kampf um sich verringernde Rohstoffe. All diese Probleme sieht Erich Fromm letztlich begründet in der Ausrichtung des modernen Menschen auf die Existenzweise des Habens. Dieser gegenüber stellt er die Existenzweise des Seins, die er weitestgehend auch in der christlichen Tradition verkündet sieht.

Die Existenzweise des Habens ist nach Fromm die vorherrschende Form menschlichen Erlebens geworden. Sie beruht auf der Unsicherheit und Unverfügbarkeit allen Lebens und strebt durch die Aneignung materieller Dinge Sicherheit, Überlegenheit und Macht an, um der Unsicherheit zu entgehen. …

Ein Leben nach den Prinzipien des Seins verspricht eine ganz andere innere Ausrichtung. Sich richtet sich nicht lebenszerstörend am Status des Habens und Besitzens aus, sondern vorrangig an lebendigen Beziehungen. „Sein bezieht sich auf Erlebnisse“ und will die „Schranken des Getrenntseins“ überwinden. … Der Mensch … kann zum Wohl anderer handeln, wenn er erkannt hat, dass auch sein individuelles Wohlergehen vom Ergehen der Gemeinschaft abhängt.

Erich Fromm

Mit Erich Fromm habe ich mich selbst ausführlicher beschäftigt. Sein Buch „Haben oder Sein“ las ich vor dreißig Jahren zum ersten Mal. Erich Fromm bekanntestes Buch ist ohne Zweifel Die Kunst des Liebens. Allein die Veröffentlichung dieses kleinen Büchleins 1956 sorgte nicht nur in der Fachwelt für Aufsehen, sondern erreichte bis heute weltweit eine Auflage von über 25 Mio. und war z.B. in Deutschland (in den 80-er Jahren) Monate lang auf der Bestsellerliste.

Sehr aufschlussreich ist auch seine Anatomie der menschlichen Destruktivität. In den 70-er Jahren hatte sich Fromm aus psychoanalytische Sicht mit den Managern des Todes (Hitler und Heinrich Himmler) eingehend beschäftigt (siehe meinen Beitrag: Bestie Mensch).

Haben und Sein ist eine empirische psychologische und soziologische Analyse der Existenzweisen (sowohl individuell als auch gesellschaftlich) des Habens und des Seins und führt Ansätze von Fromms früheren Arbeiten fort. Es ist im humanistischen Geist geschrieben und stellenweise – verfasst ein Jahrzehnt vor Glasnost und Perestroika – vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und insbesondere der Gefahr eines Atomkrieges (Kubakrise etc.) zu verstehen. Ersetzt man die von Fromm verwendeten und für die damalige Zeit aktuellen maschinenfixierten Beispiele durch computerfixierte, so ist das Werk zum größten Teil noch immer hochaktuell.

Die These dieses wichtigen Buches ist, dass zwei Arten der Existenz um die Seele des Menschen streiten: Der Modus des Habens, der sich auf materiellen Besitz konzentriert, auf Gewinnsucht, Macht, Aggression und der Gier, Neid und Gewalt verursacht; und der Modus des Seins, der sich auf Liebe gründet, auf die Lust zu teilen und sich in wesentlicher, nicht verschwenderischer, sondern schöpferischer Tätigkeit ausdrückt. Fromm stellt fest, dass der Habenmodus mit seiner aggressiven, espansionistischen Wachstumsmoral seit dem Mittelalter das Übergewicht hat und jetzt die Welt an den Abgrund des psychologischen und ökonomischen Ruins bringt. In diesem Buch entwirft er das Programm eines gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels, den Gegenkurs zu der Fahrt in die Katastrophe. Seine Hoffnung setzt er darauf, dass viele Züge des Seinsmodus fortleben und die Menschen zunehmend der Leere ihres aufs Haben gerichteten Lebens gewahr werden und eine Welt ersehnen, die sie für kaum erreichbar halten, eine Welt der Liebe und Teilnahme.

Eigentlich sollte man dieses Buch jedem angehenden Banker und Industriemanager zur Pflichtlektüre machen. Auch wenn die meisten von diesen nur ein müdes Lächeln zeigen werden, so wäre es schon als Erfolg zu werten, wenn wenigstens der eine oder andere von ihnen etwas nachdenklicher würde.

Fiktive Stromtarife?!

Jetzt haben wir es ‚amtlich’ – der Strompreis bei uns steigt ab 1. Januar 2010. Ich habe es nicht nachgerechnet – aber es sollen rd. 14 % Preissteigerung sein. Damit liegt unser Anbieter EWE ganz vorn … was den Anstieg betrifft. Irgendwo müssen ja die gefallenen Gaspreise ausgeglichen werden (die Aktionäre erwarten satte Renditen). Immerhin soll der Strompreis bis Ende 2010 konstant bleiben – garantiert (auch bei fallenden Preisen?).

EWE & Tochterunternehmen EWETEL

Die eigentliche Verarschung kommt aber erst mit der Änderung der Tarife. Der bisherige EWE Strom classic, der der gesetzlichen Grundversorgung entspricht, heißt künftig EWE Strom comfort. Dafür bietet man jetzt den Kunden (also auch uns) einen Sondervertrag an, der EWE Strom classic heißt. Bei einem Verbrauch von 3500 KWh/Jahr spart man so rund 21 Euro. Dass man spart, ist in fetten Buchstaben gesetzt. Dass es eine satte Preiserhöhung gibt (von den 14 % kein Wort), folgt erst nach diesem so wahnsinnig attraktiven Sparangebot.

Noch einmal:
EWE Strom classic -> EWE Strom comfort
Neuer Tarif -> EWE Strom classic (irgendwo schon einmal gehört, oder?)

Da alle natürlich den neuen, alten EWE Strom classic-Tarif nehmen werden (wer zahlt schon mehr als es nötig ist), ist der alte, neue EWE Strom comfort für mich nichts anderes als ein fiktiver Stromtarif. Der Witz daran: Man erhöht diesen Tarif um rd. 14 % und vergleicht ihn dann mit dem neuen Tarif, der natürlich ‚so viel günstiger’ ist. Das ist wirklich eine äußerst witzige Verarscherei.