Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Interne Festplatten extern über USB anschließen

Wer sich heute einen neuen Rechner kauft, wird feststellen, dass er mit seinen alten internen Festplatten nichts mehr anfangen kann. Seit 2002 werden Festplatten fast nur noch mit einer Serial ATA (S-ATA oder SATA)-Schnittstelle statt mit ATA (Advanced Technology Attachment with Packet Interface – ein Software-Protokoll zum Datentransfer zwischen Massenspeichern bzw. Laufwerken und Computern mit IDE- bzw. EIDE-Schnittstelle) angeboten. Die Vorteile gegenüber ATA/IDE sind der höhere mögliche Datendurchsatz und die vereinfachte Kabelführung.

Will man die alten Festplatten weiter nutzen – oder Daten von diesen auf seinen neuen Rechner überspielen, dann gibt es die Möglichkeit, diese mit einem Adapter wie externe Festplatten über USB anzuschließen: USB Highspeed to SATA/IDE Adapter Cable Set von Digitus für knapp 16 €. SATA-Festplatten kann man damit natürlich auch anschließen.

Digitus USB Adapter
Digitus USB Adapter in kompletter Montur mit Stromversorgung und Anschluss am PC am Beispiel einer 3,5″ IDE Festplatte

Man sollte dabei beachten, dass zunächst der Stecker für die Stromversorgung an die Festplatte geklemmt wird; erst dann den Stromstecker des mitgelieferten Netzteils in die Steckdose stecken. Ab Windows 2000 wird die ‚neue’ Hardware (der Anschluss über USB) erkannt. Ein Treiber muss also nicht installiert werden. Die so angeschlossene Festplatte wird dann auch vom System als neues Laufwerk (mit Laufwerksbuchstaben) erkannt. Sollte das Letzte nicht geschehen, so sollte man über Einstellungen – Systemsteuerung – Verwaltung – Computerverwaltung – Datenspeicher (Datenträgerverwaltung) nachschauen, ob die auf diesem Wege extern angeschlossene Festplatte gefunden wurde. Ist dem so, dann müsste jetzt auch der Windows Explorer die Festplatte finden.

Neben solchen USB-Adaptern, mit denen man solche Festplatten extern weiter nutzen kann, gibt es inzwischen auch Docking Stations, in die man die Festplatten nur noch einstecken muss. Hier eine Auswahl an Möglichkeiten: USB2-Adapter für interne Festplatten

Digitales Fernsehen – Kabelanschluss

Da wir uns im digitalen Zeitalter befinden, so sehen wir auch TV zunehmend digital. Im Wesentlichen unterscheiden wir da heute die Empfangsarten, wie diese bereits fürs analoge Fernsehen galten bzw. noch gelten: Empfang über Antenne (terrestrisch), Kabelanschluss oder über Satellit. Zunehmend wird der TV-Empfang übers Internet hinzukommen (IPTV).

Den Empfang von TV-Bildern in digitaler Form nennt man DVB, also auf Neudeutsch: Digital Video Broadcasting. Und so gibt es entsprechend der Empfangsart DVB-T (terrestrisch über Antenne), DVB-C (über Kabel) und DVB-S (über Satellit). Außerdem gibt es den Empfang über mobile Endgeräte.

Die Einspeisung der Fernsehprogramme über Antenne (terrestrisch) wird seit Ende 2002 gebietsweise auf digitale Technik umgestellt und ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Für einige Regionen bedeutet die Umstellung, dass der analoge Empfang abgeschaltet wurde und das digital ausgestrahlte Bild auf alten, analoge Fernsehgeräte mit entsprechenden Geräten (Digital-Receiver, Set-Top-Boxen) wieder in analoge Signale zurückverwandelt werden muss. Der Gebrauch von Digitalreceiver wird natürlich auch beim Empfang von digitalem Fernsehen über Satellit oder Kabel notwendig, wenn man analoge Endgeräte benutzt.

Leider lassen sich terrestrisch übertragende Sender nicht immer optimal empfangen, wenn man z.B. im Randbereich eines Ausstrahlungsgebietes wohnt. Zimmerantennen reichen dann meist nicht mehr aus. So kann man auf DVB über Satellit oder Kabelanschluss ausweichen, zumal diese Übertragungswege eine höhere Anzahl an Sendern gewährleisten.

Dabei ist der Empfang über Satellit (DVB-S) der preiswertere, weil man hierfür keine laufende Kosten (außer natürlich Pay-TV) zahlen muss.

Eine weitere Lösung ist das Kabel-Fernsehen. Wir selbst haben Kabel-Anschluss bei Kabel Deutschland und bezahlen hierfür monatlich satte 16,90 € – für den Empfang analoger TV-Bilder wohlbemerkt. Wer DVB-C haben möchte, darf dafür zusätzlich 12,90 € zahlen – bekommt dann allerdings auch eine ganze Reihe neuer TV-Programme (Kabel Digital Home) hinzu. Gegen weiteres Entgelt kann man weitere, z.B. fremdsprachige Sender buchen – und natürlich Sky, vormals Premiere.

Kabel Deutschland

Der Clou an der ganzen Sache (Clou ist gut …): Wer lediglich einen Kabelanschluss hat (für 16,90 €) kann zwar die weiterhin analog ausgestrahlten Sender empfangen, ihm nützt aber die Anschaffung z.B. eines Digital-Receivers ziemlich wenig. Denn: Obwohl es eine Reihe von so genannten frei empfangbaren digitalen Sender gibt, bekommen wir nur ARD und eine Anzahl der Dritten Programme ‚unverschlüsselt’ auf unser Fernsehgerät. Für alle anderen Sender benötigen wir eine Smartcard. Wer also alle über Kabel frei empfangbaren Sender digital sehen will, muss das kostenpflichtige Kabel Digital Home-Paket buchen, ob er all die anderen Digital-Sender sehen will oder nicht.

Und als Dreingabe gibt es dann auch noch ein Abonnement der Programmzeitschrift TV Digital – die ersten beiden Ausgaben kostenlos, dann darf gezahlt oder umständlich das Abo gekündigt werden. Die Möglichkeit, auf das Abo von vornherein zu verzichten, gibt es nicht.

Ja, das sieht alles nach Kostenschneiderei aus –Abzockerei nennt man das wohl auch. Dem aber nicht genug.

Aus den unterschiedlichsten Ecken ist zu vernehmen, dass Kabel Deutschland schon im nächsten Jahr den analogen Zugang zu Radio- und Fernsehsender einstellen will. Ich denke, diese Meldungen werden von Kabel Deutschland lanciert, denn dann können private Fernsehsender nur noch mit Aufpreis pro Gerät über den Kabelanschluss zu sehen sein, da jedes digitale Empfangsgerät eine eigene Smartcard zur Entschlüsselung des Fernsehprogramms benötigt. Die Betonung liegt dabei auf: jedes digitale Empfangsgerät, nicht Kabelanschluss. Außerdem: Für zahlreiche Fernseher mit integriertem digitalen Kabeltuner ist keine Smartcard erhältlich. Die Hersteller der Fernsehgeräte begründen dies mit den hohen Zertifizierungskosten.

Heute benutzen wir den Kabelanschluss auf mehreren Endgeräten: neben dem klassischen Fernsehgerät im Wohnzimmer empfangen wir TV auch auf mehreren Rechnern – neben einem LAN haben wir nämlich unser Haus mit Kabel-TV vernetzt. In Zukunft müssten wir dann für jedes Endgerät Gebühren zahlen.

Fazit: Für mich und meine Familie wird spätestens mit dem Abschalten der Analog-Sender ein Umstieg auf DVB-S – also digitalem Empfang über Satellit – interessant und sehr wahrscheinlich bei den laufenden Kosten, die ein digitaler Kabelanschluss verursacht. Wenn wir bei einem Kabelanschluss bleiben sollten, dann nur, wenn auch Internet und Telefon über diesen Anschluss realisiert werden könnte, was zz. bei uns (wir wohnen in der Provinz) nicht möglich ist.

P.S. Ich habe bei Kabel Deutschland wir folgt angefragt und bin gespannt auf die Antwort (die ich aber eigentlich schon kenne):

Ich habe einen Kabelanschluss für 16,90 € und möchte die frei empfangbaren DIGITALEN Sender gucken. Dafür habe ich mir einen Digital-Receiver gekauft. Leider kann ich nur den Sender ARD und eine größere Anzahl der dritten Programme digital empfangen. ZDF und die speziellen Digitalsender (EinsFestival, ZDFTheaterkanal usw.) sind verschlüsselt. An einem Zusatzpaket wie Kabel Digital+ oder Kabel Digital Home (viele zusätzliche Sender) bin ich nicht interessiert. Warum sind die angeblich frei empfangbaren Sender verschlüsselt?

Statt Doppel-Sechs wieder die Raute

Die neue Bundesliga-Saison ist gestartet. Und da die Wechselbörse erst mit dem 31. August schließt, haben sich einige Mannschaften noch ‚Nachschlag’ geholt. Bei Werder Bremen hat man wochenlang um den Spieler Claudio Pizarro verhandelt; er war für die letzte Saison vom FC Chelsea nur ausgeliehen. Für 5 Millionen Euro Ablöse (transfermarkt.de spricht sogar nur von 2 Millionen) kam er jetzt endgültig an die Weser – und hatte gleich in seinem ersten Bundesligaspiel am Samstag gegen die Fohlen aus Mönchengladbach mit zwei Toren einen starken Einstand. Für ihn musste Boubacar Sanogo weichen, der in der letzten Saison an 1899 Hoffenheim ausgeliehen war, jetzt nach Frankreich zum AS St. Etienne wechselte. Pizarro (Marktwert 12 Millionen) kostete also 5 Millionen, für Sanogo (Marktwert 3 Millionen) bekam Werder dagegen 4 Millionen – da haben Klaus Allofs und Co. wirklich kaufmännisches Talent an den Tag gelegt (Daten siehe bei transfermarkt.de). Wenn, dann denkt man bei Werder Bremen nur noch daran, den Kader zu verkleinern.

Der Start der Bremer in die neue Saison war ziemlich „durchwachsen“ und ließ Befürchtungen aufkommen, es könne wie im letzten Jahr weitergehen. Nach einem Sieg im DFB-Pokal bei Union Berlin (zz. überraschend Tabellenerster der 2. Liga) mit 5:0, setzte es im ersten Spiel Zuhause gegen Frankfurt gleich eine 2:3-Klatsche. Aber in München gegen die Bayern konnte man beim 1.1 immerhin punkten – und jetzt mit Pizarro gab es auch den ersten Dreier in der Bundesliga. In der neu geschaffenen UEFA Europa League gewann man das erste Spiel in den Play-Offs gegen den Meister aus Kasachstan FK Aktobe nach anfänglichen Schwierigkeiten (besonders in der Abwehr) 6:3 im Weserstadion. Im Rückspiel morgen am Donnerstag soll dann alles klargemacht werden für die Gruppenphase der Europa League.

3. Spieltag: Pizarro und Marin beim 3:0 gegen Gladbach

Der Aufwärtstrend bei Werder hängt vielleicht auch damit zusammen, dass man statt der Doppel-Sechs wieder die Raute spielt. Doppel-Sechs? Raute? Die Doppel-Sechs sind zwei defensiv eingestellte Mittelfeldspieler (defensive Mittelfeldspieler tragen traditionell die Trikotnummer 6) vor der Viererabwehrkette und wird z.B. beim 4-2-3-1-System (vor 4 Abwehrspielern agieren 2 defensive und drei eher offensive Mittelfeldspieler – vor denen ein Stürmer) gespielt; die Raute findet sich z.B. beim 4-4-2 (4 Verteidiger – 4 Mittelfeldspieler und zwei Stürmer), wobei ein Mittelfeldspieler defensiv, zwei zentral und einer offensiv operiert. Soviel zu taktischen Fußballsystemen.

Während Werder Bremen also den Anschluss nach oben sucht, versuchen die Bayern ihre erste Krise zu bewältigen. Aus drei Spielen holte das mit vielen Millionen Euro aufgerüstete Team gerade einmal zwei Punkte. Der neue Besen, der niederländische Zuchtmeister Louis van Gaal, kehrt bisher nicht allzu gut. Verwunderlich auch die skurrilen Ideen des Mynheer van Gaals, Klose, den Stürmer, als Mittelfeldspieler bzw. Schweinsteiger als Sechser (siehe oben) aufzubieten. Die Mannschaft wirkt zz. völlig verunsichert, so als wolle sie ihren gestrengen Herrn nicht enttäuschen. Damit scheint jeglicher Raum für individuelles Handeln und Spontaneität genommen. Ausnahme: der französische Anarchist Franck Ribéry, der aber bei jeder Gelegenheit vom Coach kleingekocht wird (O-Ton Béla Réthy, ZDF). Nach Klinsmann also die nächste Trainerpleite? Oder sind es nicht die Trainer? Sind die Bayern einfach untrainierbar? Wir werden es sehen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich in München eine Anspruchshaltung entwickelt hat, die den jetzigen Fehlstart zu einem Desaster macht. Für alle anderen gibt es dafür jede Menge Schadenfreude.

Neue Saison, neue Spiele und neues Glück! Es ist immer schon einmal ganz gut, wenn die Bayern gleich am Anfang einen auf den Deckel bekommen. Was wohl Uli Hoeneß dazu zu sagen hätte?

Abenteuerreise mit der Bahn

Am letzten Freitag machte ich zeitig Feierabend und wollte zunächst mit der Hamburger S-Bahn von der Station Sternschanze zum Hauptbahnhof fahren. Die Bahn stand bereits da und machte keine Anstalten weiterzufahren – bis die Durchsage kam, dass durch einen Polizeieinsatz der Hauptbahnhof gesperrt und die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verschoben wäre. Dann ging es doch weiter, wenn auch nur bis Dammtor. Da von dort auch die Fernbahnen verkehren, fuhr ich mit.

Am Dammtor-Bahnhof stieg ich dann – unerlaubterweise, da nur mit eine Abonnements-Kundenbahn des HVV ausgestattet – in einen ICE, der mich tatsächlich zum Hauptbahnhof brachte. Vom Gleis 13 gegenüber auf dem gleichen Bahnsteig sollte dann mein Nahverkehrszug, ein Metronom (ME), mich in Richtung Bremen nach Hause bringen. Es fuhr zwar ein Metronom ein; dieser wurde aber am Hamburger Hauptbahnhof ausgesetzt und blockierte noch eine längere Weile das Gleis. Als die planmäßige Abfahrzeit schon überschritten war, kam die Meldung, dass der Metronom nach Bremen heute vom Gleis 11 starten soll.

Also nichts wie hin auf den anderen Bahnsteig – aber Halt: der Bahnsteig mit den Gleisen 11 und 12 wurde durch Flatterband abgesperrt – Polizisten hielten die Passanten davon ab, den Bahnsteig und den weiteren Bahnhofsbereich zu betreten. Nach kurzer Diskussion ließ man dann aber doch die Fahrgäste durch, deren Züge auf den Gleisen 11 und 12 abfahren sollten.

Ich musste noch kurze Zeit warten, dann kam tatsächlich mein Zug – statt der angeschlagenen fünf Minuten, fuhr der Zug dann mit 10 Minuten Verspätung los – und schaffte es, aus welchen Grund auch immer, diese Verspätung noch etwas zu vergrößern – bis ich endlich in Tostedt ankam.

Ja, mit der Bahn kann man so einiges erleben. Es wird nie wirklich langweilig bei einer Bahnfahrt. Immerhin wurde nicht geschossen.

Japanischer Tourist legt Hamburger Hauptbahnhof lahm

Ursache für den Polizeieinsatz und die Sperrung war ein japanischer Tourist, der seinen Koffer auf einem Bahngleis angekettet hatte, um sich noch einmal – ohne Gepäck – in der Stadt umzusehen. Ich hatte schon einmal neben dem Wort Schienenersatzverkehr das Wort herrenloses Gepäckstück als Unwortes des Jahres vorgeschlagen. Der Einsatz der Bundespolizei zur „Bombenentschärfung“ dürfte den guten Japaner noch teuer zu stehen kommen. Nach etwa anderthalb Stunden hoben die Beamten die Sperrungen endlich wieder auf. Inzwischen verspäteten sich 38 Regional- und Fernzüge; zwei Züge fielen aus.

Wenn das Stadion singt

Bei den Olympischen Spielen vor einem Jahr in Peking enttäuschten die deutschen Leichtathleten und holten gerade einmal eine bronzene Medaille. Das sollte natürlich bei der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaft, die vom 15. bis 23. August in Berlin stattfand, anders werden.

Medaillen sind natürlich nicht alles. Und von einer Nationenwertung, die sich lediglich in einem Medaillenspiegel in Gold, Silber und Bronze ausdrückt, wird man den Einsatz der einzelnen Athleten kaum ablesen können.

Gut, nicht alle deutschen Athleten konnten ihre Leistung abrufen. Wenn Disziplinen in der Leichtathletik als deutsche Domäne anzusehen sind, dann die technisch anspruchsvollen Wurfwettbewerbe. Genau hier gab es neben positiven Überraschungen auch ‚bittere’ Enttäuschungen. Wenn etwas nicht läuft, dann läuft es eben nicht. So enttäuschte im Diskuswerfen Franka Dietzsch, die Titelverteidigerin, oder Markus Esser im Hammerwurf bei den Herren. Aber mit insgesamt 9 Medaillen konnten die deutsche Mannschaft ihren Heimvorteil, wenn es denn einer war, halbwegs gut nutzen.

Überflieger dieser Weltmeisterschaft war der Sprinter Usain Bolt aus Jamaika, der nicht nur zwei neue Weltrekorde über 100 m (9,58 sec.) und 200 m (19,19 sec.) aufstellte, sondern insgesamt drei Goldmedaillen (wie in Peking 2008) ‚abräumte’. Zu seinem 23. Geburtstag brachte ihm das ganze Stadion ein Ständchen. Überhaupt Jamaika: die Läufer der kleinen Karibik-Insel, männliche wie weibliche, ersprinteten sich hinter den USA den zweiten Platz in der Nationenwertung.

Usain Bolt mit Bürgermeister Klaus Wowereit: Ein Stück Berliner Mauer
Usain Bolt mit Bürgermeister Klaus Wowereit: Ein Stück Berliner Mauer

Erwähnenswert vielleicht auch noch das Publikum. Dank hoher Preise was das Stadion leider nicht immer voll besetzt. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Und bemerkenswert am Publikum war die große Fairness, z.B. beim Zweikampf der Hochspringerinnen zwischen der Deutschen Ariane Friedrich und der Kroatin Blanka Vlašic unterstützen die Zuschauer beide gleichermaßen.

siehe auch bei zdf.de: Leichtathletik-WM 2009

Zu schnell für eine Frau?

Nachdem die 18-jährige Südafrikanerin Caster Semenya im Endlauf über 800 m den Favoritinnen enteilte und Gold gewann, wurde es publik: Bei den Herren (vielleicht auch Damen) des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF bestehen Bedenken hinsichtlich der Weiblichkeit der Siegerin. So wurde Caster Semenya einem Geschlechtstest unterzogen. Das bestätigte der Verband am Mittwoch. Zweifel, ob die 18-Jährige eine Frau ist, waren wegen ihrer männlichen Erscheinung aufgekommen. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung sollen innerhalb einer Woche vorliegen. Caster Semenya war vor drei Wochen aus dem Nichts kommend mit einer Zeit von 1:56,72 Minuten Weltjahresbestzeit gelaufen. Und nun der Sieg bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin in neuer persönlicher Bestzeit.

Mann oder Frau? Caster Semenya

Bei der üblichen Pressekonferenz der Medaillengewinner erschien Semenya nicht. Der Weltverband sah sich gezwungen, die 18-jährige Südafrikanerin zu schützen. Auf ihrem Platz saß IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss und entschuldigte das Fehlen der Siegerin mit dem Hinweis, dass Semenya „nicht darauf vorbereitet ist, auf ihre Fragen zu antworten“.

800 m Endlauf Leichtathletik WM 2009: Fotofinish

Geschlechtstests wurden bei den Olympischen Spielen 1968 eingeführt, nachdem eine Reihe von osteuropäischen Athleten in Verdacht geraten waren. Vor den Sommerspielen 2000 in Sydney wurde die sogenannte „Gender verification“ jedoch wieder abgeschafft und ist seitdem nur noch in strittigen Fällen vorgesehen.

Da gab es in den 60er Jahren den Fall der Press-Schwestern. Tamara Press, Olympiasiegerin in Kugelstoßen und Diskuswerfen, Irina Press, die jüngere Schwester, Olympiasiegerin im 80-Meter-Hürdenlauf und im Fünfkampf.

Irina und Tamara Press

Den beiden Schwestern wurde nachgesagt, ihr Geschlecht könne nicht festgelegt werden. Sie galten manchen schon bald zumindest als Hermaphroditen, also Zwitterwesen; nach anderer Ansicht waren sie mit männlichen Hormonen gedopt. Spötter nannten die beiden „Press Brothers“. Nachdem die Bestimmung des Geschlechts für alle international auftretenden Sportler 1968 zur Pflicht wurde, verschwanden beide Sportlerinnen von der Sportlerbühne. Die westliche Presse verstand diesen Rückzug als Eingeständnis. Die russischen Zeitungen dementieren dies bis heute.

Der Name ‚Tamara Press’ war lange Zeit ein Synonym für ein ‚gewaltiges’ Mannweib. Ein anderer Fall von Hermaphroditismus (oder genauer Intersexualität) in der Leichtathletik war der Fall der Stella Walsh aka Stanis?awa Walasiewicz. Die als Polin geborene Amerikanerin holte über 100 Meter 1932 in Los Angeles Gold und vier Jahre später in Berlin Silber. Als sie 1980 bei einem Überfall erschossen wurde, stellte sich heraus, dass Walsh männliche Geschlechtsorgane hatte.

Kleine Spielchen in Flash

Flash ist aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Gemeint ist Adobe Flash (ehemals Macromedia Flash), eine Entwicklungsumgebung zur Erstellung multimedialer Inhalte, den so genannten Flash-Filme. Die resultierenden Dateien liegen im SWF-Format vor, einem auf Vektorgrafiken basierenden Grafik- und Animationsformat. Das Kürzel SWF steht dabei für Shockwave Flash.

Da gibt es nun eine kleine Website abowman.com, die u.a. solche Flash-Filme anbietet, die man selbst noch etwas konfigurieren (z.B. mit eigenem Hintergrundbild versehen) kann – und schon hat man ‚eingebetteten Code“, den man dann auf einer Seite der eigenen Website einfügt.


Fette, bunte Spinne wandert über den Bildschirm


Bunte Fische füttern (Hintergrund: Eibsee bei Grainau)

Menschliche Gier

Kam hangeln wir uns aus der Finanzkrise, schon wird wieder kräftig an Börsen und in den Investmentabteilungen gezockt. Haben wir also nichts dazugelernt? Wie für alles (oder doch für vieles), so gibt es immer eine gute Ausrede. Hier sogar eine wissenschaftlich fundierte:

„Das Belohnungszentrum im Hirn verleitet zum Zocken“, sagt Christian Elger, Neurowissenschaftler am Bonner Uni-Klinikum. Will heißen: Der Mensch kann zwar nicht mit Geld umgehen, er kann aber auch nichts dafür. Darauf weisen die Forschungsergebnisse einer relativ jungen Wissenschaftsrichtung hin, der Neuroökonomie. Sie vereint Erkenntnisse aus Psychologie, Ökonomie und Hirnforschung. Die Kernbotschaft: Das Gehirn ist nicht für Geldentscheidungen gebaut – ganz zu schweigen von Finanzkrisen.

Menschliche Gier

Hiernach ist die Gier nach Geld dem Menschen angeboren. Wer an Geld denkt, tut das dummerweise in einem Hirnareal, das auch bei Schokolade, Sex oder Drogen aktiv ist – im Belohnungssystem. Der Mensch reagiert auf Gewinnchancen also wie auf Koks. Klingt nicht eben nach rationaler Entscheidung. Wer es etwas genauer wissen will, dem sei folgendes Buch empfohlen: Jason Zweig: Gier. Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht

Nun Ausreden – wie diese wissenschaftlich untermauerte – führen dazu, phlegmatisch zu reagieren: Was soll man dagegen tun, wenn es nicht geändert werden kann. Aristoteles schon hielt den Phlegmatiker in ethischer Hinsicht für unzulänglich und damit sittlich minderwertig. Dem gebe ich gern Recht. Ich erinnere daher an ein Streben, das wir Sublimierung nennen und unter dem Sigmund Freud eine Umwandlung oder Umlenkung von Triebwünschen in eine geistige Leistung oder kulturell anerkannte Verhaltensweise verstand. Bisher ‚begrenzte’ man die Sublimierung auf Bereiche wie Kultur, Religion oder Wissenschaften. Es wird Zeit, dass diese Verhaltensweise auch im Bereich der Ökonomie, also der Wirtschaft und Finanzen, Einzug hält.

siehe auch zdf.de: Gier – Verstand 1:0

40 Jahre Woodstock

Ohne Zweifel: Es war die Mutter aller Festivals der Rockmusik: das Woodstock Music and Art Festival 1969, das vor genau 40 Jahren vom 15. bis 18.August 1969 auf einer Farm in Bethel im US-amerikanischen Bundesstaat New York stattfand. Auf dem Festival traten 32 Bands und Solisten der Musikrichtungen Folk, Rock, Soul und Blues auf. Dabei herrschten auf dem Festivalgelände chaotische Zustände, da die erwarteten Besucherzahlen um ein Vielfaches übertroffen wurden.

Dieses Foto dürfte bei nicht wenigen als Poster im Schlafzimmer an der Wand gehängt haben. Es verdeutlicht das Motto des Festivals: 3 Tage im Zeichen der Liebe und der Musik – zeigt aber auch, welches Chaos durch Regen und Sturm während der Tage herrschten.

Durch Woodstock haben einige Musiker ihre Karriere zu verdanken, neben Richie Havens, der das Festival am Freitag eröffnete und solange spielte, bis ihm die Lieder ausgingen – der dann eine Version des Spirituals Motherless Child („Kind ohne Mutter“) improvisierte, der er eine Strophe mit dem ständig wiederholten Wort Freedom („Freiheit“) hinzufügte – bis hin zu Joe Cocker, der zuvor eher unbekannt war und der am Sonntag mit einer Coverversion des Beatles-Klassikers „With a Little Help from My Friends“ den ersten großen Durchbruch in seiner Karriere erreichte.


Richie Havens: Freedom – Woodstock 1969


Joe Cocker: With a little help from my friends – Woodstock 1969

Legendär natürlich der Auftritt von Jimi Hendrix am Ende der Festivals. Hendrix spielte unter anderem den Titel The Star-Spangled Banner, seine Interpretation der US-amerikanischen Nationalhymne, als einen Friedensappell vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges, in der er das Geräusch einschlagender Raketen und das Sterben der Soldaten musikalisch wiederzugeben versuchte. Mit Hendrix’ Darbietung von Purple Haze, einer Improvisation und Villanova Junction (gefolgt von Hey Joe als Zugabe) endete das Konzert am Montagmorgen gegen 9:00 Uhr.

Woodstock ging natürlich auch schon deshalb in die Geschichte der Rockmusik ein, weil über 20 Kameraleute auf dem Festival über 100 Stunden Farbfilmmaterial erstellt hatten. Aus diesem Material wurde ein dreistündiger Dokumentarfilm im Breitwandformat geschnitten, der dann auch in unsere Kinos kam. Bemerkenswert ist die Splitscreen-Technik, mit der teilweise bis zu drei Perspektiven nebeneinander montiert wurden.

Nachdem das eigentliche Festival ein finanzielles Desaster gewesen war, spielte der Film die ersten 5 Millionen Dollar innerhalb von nur 18 Wochen ein.

Im Vorfeld war nicht absehbar, dass Woodstock einmal in die Annalen der Rockmusik eingehen würde. Die Veranstalter rechneten mit etwa 60.000 Besuchern. Tatsächlich machten sich rund eine Million Menschen auf den Weg, die Hälfte von ihnen blieb in verstopften Zugangswegen stecken und wurde von der Polizei wieder nach Hause geschickt. Über 400.000 Besucher erreichten dann das Festival.

So war auch ein Auftritt der Gruppe Jethro Tull für den Sonntag vorgesehen. Der Manager der Gruppe, Terry Ellis (u.a. auch Mitbegründer des Plattenlabels Chrysalis), entschied sich aber für einen finanziell lukrativeren Konzerttermin genau für die drei Tage vom 15. – 17. August im „Revolution“ in Monticello, NY. USA, also gar nicht soweit von Woodstock entfernt. Immerhin traten dann Jethro Tull 1970 beim Festival auf der Isle of Wight auf (das mit geschätzten 600.000 Besuchern wahrscheinlich bestbesuchte Festival in der bisherigen Geschichte der Rock-Musik); siehe hierzu mein Beitrag Jethro Tull – Their Fully Authorized Story

1969 war ich 15 Jahre alt, also so alt wie mein jüngster Sohn heute. Woodstock war mir damals gegenwärtig, interessierte mich aber doch nur eher am Rande. Im Kino habe ich den Film nie gesehen, erst sehr viel später habe ich mir den als DVD gekauft. Viele der Auftritte (Hendrix, Joe Cocker, Joan Baez usw.) kannte ich aber natürlich aus Fernsehaufzeichnungen – bei YouTube sind viele zu betrachten.

Die Frage stellte sich mir ein Jahr später – sollte ich zur Insel Fehmarn, um mir das dortige Festival auf einem Acker vor dem Flügger Strand anzuschauen. Das Festival fand vom 4. bis 6. September 1970 statt, und obwohl der Wetterbericht einen sonnigen Spätsommer versprach, regnete und stürmte es drei Tage lang, dass sich jeder nur wunderte, wieso alle trotzdem blieben. Höhepunkt dieses Festivals war wieder einmal Jimi Hendrix, der nur 12 Tage später in London verstarb, so wurde das Fehmarner Festival zu Jimi Hendrix’ letztem Auftritt. Zur Erinnerung daran steht nun auf besagtem Festival-Acker vor dem Flügger Strand ein Gedenkstein. Am 5. September d.J. gibt es übrigens das 15. Jimi Hendrix Hendrix-Revival-Festival am besagten Flügger Strand.

Nun ich bin damals nicht nach Fehmarn gereist und habe auch bis heute keines dieser Open-Air-Festivals besucht, die so oft, wie es scheint, in guter Woodstock-Manier ins Wasser gefallen sind. Sicherlich ist es ein Ereignis, im Matsch zu zelten und mit vielen Gleichgesinnten der Musik zu lauschen. Dass ich durch meine Abwesenheit etwas verpasst habe, möchte ich aber nicht behaupten.

siehe auch ard.de: Drei Tage „Love, Peace and Music“

Fauna im Garten

Neben der Flora, den Blumen, Sträuchern und Bäumen, macht besonders auch die Fauna einen lebendigen Garten aus. Klar, ohne Bienen und den anderen fleißigen Insekten, die die Blüten bestäuben, wäre ein solcher Garten sehr schnell eine Geröllwüste.

Marienkäfer sind in diesem Jahr sehr zahlreich vorhanden, vielleicht zu zahlreich. In Norddeutschland haben wir geradezu eine Invasion. Das gilt besonders für die asiatischen Marienkäfer (ihre Flügel sind orangefarbend statt rot), die unseren einheimischen Käfern das Leben schwer machen.

Obwohl der nächste Teich oder Tümpel eigentlich um einiges von unserem Garten entfernt ist, verirrt sich ab und zu eine Libelle bis zu uns – wie das eine Bild unten zeigt.

Da wir Schmetterlinge mögen, sorgen wir auch dafür, das deren Nachwuchs eine Chance in unserem Garten hat. So lassen wir u.a. auch Brennnesseln stehen, die für einige Schmetterlingsarten als Futterpflanze für deren Raupen dienen. Sollte es sich bei den Raupen in unserem Garten wirklich um die des Tagpfauenauges handeln?

Fauna im Garten: Marienkäfer

Fauna im Garten: Libelle

Fauna im Garten: Marienkäfer

Fauna im Garten: Libelle

Fauna im Garten: Raupen

Fauna im Garten: Raupen

Fauna im Garten: Raupen