Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Mit 50 zum alten Eisen

Ich muss froh und glücklich sein, ich habe doch einen halbwegs attraktiven Job und verdiene genug, um Frau und Kinder zu ernähren (und ein bisschen mehr). Man bedenke dabei, dass ich ein ‚alter Sack‘ von bereits über 50 Jahren bin.

    Willi, der alte Sack

Denn: Wer in Deutschland mit Mitte 50 seinen Job verliert, hat nur noch geringe Chancen auf eine neue Stelle. Viele Personalchefs leben im Jugendwahn. Sicherlich mögen junge Bewerber meist kostengünstiger erscheinen. Berücksichtigt man aber die Erfahrung, die ein älterer Mitbewerber mitbringt, dann relativiert sich das schnell wieder.

Was für mich dabei ’seltsam‘ ist: Guckt man in die Gänge der Führungsetagen großer Unternehmen, so stolpert man dort ‚komischerweise‘ über viele grauhaarige, männliche Gestalten. Aber die machen in der Regel auch nicht die Drecksarbeit.

mehr siehe unter zdf.de

Blodwyn Pig: Sing Me a Song That I Know

Als nach nur einer Plattenveröffentlichung der Gitarrist Mick Abramhams die Gruppe Jethro Tull verließ – als Grund wurden musikalische Differenzen mit Ian Anderson genannt -, gründete er mit Andy Pyle (Bass), Ron Berg (Schlagzeug) und Jack Lancaster (Saxophon und Flöte – sic!) die Gruppe Blodwyn Pig. Der Name ist wohl eine Verballhornung von Goldwyn (der Filmgesellschaft, die von Herren namens Goldfish & Selwyn gegründet wurde, und heute als Metro-Goldwyn-Mayer, kurz MGM, firmiert – ihr wisst, die mit dem brüllenden Löwen) und „blutendem Schwein“. So ist das Sonnenbrille tragende, mit Kopfhörer ausgestattene Schwein mit der Kippe im Mund und dem Ring durch der Nase auch das Logo der Gruppe.

Metro-Goldwyn-Mayer Blodwyn Pig
MGM: Metro-Goldwyn-Mayer Blodwyn Pig

Nach nur zwei LPs (1969 ‚Ahead Rings Out‘ und 1970 ‚Getting to This‘) war dann aber auch mit Blodwyn Pig wieder Schluss. Mick Abrahams gründete die Mick Abrahams Band, mit der sich aber kein Erfolg einstellte, und versuchte sich zwischenzeitlich als Gitarrenlehrer. Inzwischen hat er sich wohl ganz auf den Blues verlegt und veröffentlicht unter den alten Namen, also mal als Blodwyn Pig, dann als Mick Abrahams Band, im regelmäßigem Abstand neue CDs und tringelt so durch die Lande. Mit seinen alten Kumpeln kommt er dabei wohl auch öfter zusammen (z.B. mit Ian Anderson zur ‚The Class of ’68 Reunion‚ von Jethro Tull).

Der wirkliche Knaller war die erste LP ‚Ahead Rings Out‘ (die mit dem Schwein), die dann auch überraschend erfolgreich wurde. Es ist eine Mischung aus Blues, Rock und Jazz, aus der beim ersten Hören besonders die Saxophonsätze von Jack Lancaster herausragen. Und bei einigen Stücken geht das dann schon hammermäßig ab, wenn der Bass mit den Drums einen Klangteppich ausbreitet, der es für damalige Zeiten in sich hatte. Die verquere Stimme von Mick Abrahams setzt dem Ganzen die Krone auf. Dass Abrahams zudem ein hervorragender Gitarrist war und ist, habe ich wohl noch nicht erwähnt.

Noch etwas zu Jack Lancaster. Er ist später u.a. bekannt geworden durch die rockige Neuinterpretation von Sergei Prokofjews ‚Peter und das Wolf‘, einem Projekt, an dem u.a. auch Manfred Mann und Phil Collins teilnahmen. Neben Flöte und diversen Saxophonen (teilweise spielte er zwei Instrumente gleichzeitig) experimentierte er mit elektronischen Instrumenten, u.a. mit dem so genannten Lyricon. Das LYRICON besteht aus einer Art Klarinette und dem dazugehörigen Synthesizer (siehe auch eine englischsprachige Site mit Klangbeispielen).

    Lyricon

Hier nun eine ‚Hörprobe‘ von der ersten LP ‚Ahead Rings Out‘ von 1969: Sing Me a Song That I Know. Das vertreibt endgültig den Neujahrskater …

Töpferkurs mit einem Geist

Heute um 20 Uhr 15 läuft auf Kabel Eins zum x-ten Mal der 1990 in den USA gedrehte Film: Ghost – Nachricht von Sam mit Demi Moore, Patrick Swayze und Whoopi Goldberg, die übrigens für ihre Rolle den Oscar 1990 (beste Nebenrolle) erhielt. Regie führte Jerry Zucker, der für seine Komödien bekannt wurde.

Zum Inhalt: Sam und Molly sind ein glückliches Paar. Da schlägt das Schicksal zu – Sam wird erschossen. Er findet sich als Geist wieder, der selbst alles sieht und hört, aber von den Lebenden nicht wahrgenommen werden kann. Bald erkennt er, dass auch Molly in Gefahr schwebt – aber wie soll er sie warnen? Durch Zufall findet er in der Wahrsagerin Oda ein geeignetes Medium.

Es ist ein typischer Hollywood-Film. Etwas für eingefleischte Romatiker. Aber der Film hat eben auch seine witzigen und spannenden Seiten. Gut, am Schluss ertrinkt der Film förmlich in ungehemmter Sentimentalität. Aber vielleicht ist es gerade das, was den Film so erfolgreich machte. Und wer möchte nicht einmal so richtig vor Herz und Schmerz heulen können.

Da ich nun auch einer dieser unbelernbaren Romatiker bin, so zählt der Film (trotz Hollywood-Klischees) nach wie vor zu meinen Lieblingsfilmen. Auch Willi braucht ab und zu etwas fürs Herz.

    Ghost - Nachricht von Sam

Filmgeschichte hat die Liebesszene beim Töpfern geschrieben, die in den folgenden Jahren mehrfach in anderen Filmen kopiert oder parodiert wurde (Die nackte Kanone 2 1/2). Hier der Filmausschnitt:


Video: Ghost – Nachricht von Sam (USA 1990)

Kollektiver Wahnsinn beendet

Die dreiteilige Saison des kollektiven Wahnsinns hat endlich ein Ende gefunden. Nach der Adventszeit, dem 1. Teil des gesellschaftlich ausgetragenen Schwachsinns, dem kollektiven Kaufrausch („Geschenke, Geschenke, Geschenke …“), und dem Abschluss der kooperativen Besinnlichkeit, auch Weihnachtsfest genannt, wurde mit dem gemeinsamen Besäufnis und der gemeinschaftlich begangenen Ruhestörung zur Schlafenszeit (Böller, Silvesterraketen) über den Jahreswechsel hinaus auch der dritte Teil abgeschlossen.

Es dauert gottlob wieder ein Jahr, bis dieser Ritus der Massenhysterie erneut die Menschen ergreift.

Wenn es nach mir ginge (geht es aber nicht), dann würde ich alle diese Feiertage, ob Ostern, Nationalfeiertage oder Weihnachten und Silvester, vom Kalender tilgen und den Menschen dafür eine Woche länger Urlaub zugestehen. Wer dann Weihnachten feiern will, der kann sich dann die passende Gelegenheit dazu suchen. Es muss ja nicht unbedingt im Dezember sein.

Neujahr 2006: Wünsch dir was …

Heute ist Neujahr. Für viele jetzt spätestens der Anlass sich Gedanken zu machen, was man/frau im neuen Jahr anders oder besser machen könnte. So nimmt man/frau sich vor, sich im neuen Jahr bestimmte schlechte Gewohnheiten abzugewöhnen (rauchen, saufen, huren). Dafür will man/frau z.B. endlich mehr für seine Gesundheit tun (Sport treiben, bewußter essen und trinken).

Spätestens nach einer Woche sind diese guten Vorsätze vergessen, denn der Alltag hat einen wieder. Warum eigentlich?

Als ich mit meinen Lieben im vergangenen Jahr im Schottland weilte, kamen wir bei einer kleineren Wanderung in der Nähe der Stadt Callander an einer Wunschquelle (‚Wishing Well‘) vorbei und machten dort kurz Rast. In der Quelle lagen einige Pennystücke von Wanderern, die sich auf diesem Wege die Erfüllung einiger Wünsche erhofften.

Wishing Well (Wunschquelle) bei Callander/Schottland Wishing Well (Wunschquelle) bei Callander/Schottland
Wishing Well, die Wunschquelle, bei Callander/Schottland 2005

Gute Vorsätze sind Wünsche, deren Erfüllung man von sich selbst erwartet. Zustande kommen können aber nur solche Wünsche, deren Erfüllung auch ernsthaft betrieben wird. Als ich mir vor Jahren vornahm, endlich wieder etwas für meine Gesundheit zu tun, gegann ich mit dem Joggen. Seit nun fünf Jahren begebe ich mich mindestens einmal die Woche auf meine Runde …

In diesem Sinne wünsche ich allen, die sich ‚in‘ mein Weblog verirrt haben (oder auch nicht), einen guten Start im neuen Jahr 2006 und dass alle Wünsche und guten Vorsätze erfüllt werden.

The same procedure as every year, James!

‚Der 90. Geburtstag‘ bzw.’Diner for One‘ – wer kennt diesen Sketch eigentlich noch nicht? Alle Jahre wieder zu Silvester wird dieser rund 20-minütige Auftritt von Miss Sophie und ihrem Butler James in den 3. Programmen des deutschen Fernsehens ausgestrahlt. Und eine Silvesterfeier ist keine, wenn man nicht wenigstens diese wenigen Minuten vor dem Bildschirm verbracht hat, um diese Fernsehsendung zu sehen. Da mag man Englisch können oder nicht – der Sketch ist nun einmal in englischer Sprache: das tut nichts zur Sache, denn man versteht auch so das Geschehen. Gute ‚deutsche‘ Silvestertradition!

    Diner for One

Weitere wissenswerte Informationen zu ‚Diner for One‘

Mein erstes Word-Dokument

Sicher, ob es nun wirklich mein erstes mit MS-Word erstelltes Dokument ist, bin ich mir nicht. Ich denke nicht. Aber es ist mit Sicherheit eines der ersten Dokumente, in denen ich eine Grafik eingebunden habe. Datiert ist die DOC-Datei mit dem 9. August 1995:

    ... ein altes Word-Dokument aus 1995

Cream: White Room

Sie gelten als die erste Supergroup der Rockszene: Cream. Als sich der Bassist Jack Bruce, der Drummer Ginger Baker und Eric Clapton an der Gitarre 1966 zusammentaten, da trafen sich die bis dato weltbesten Musiker ihrer Art. Lange konnte das allerdings nicht gutgehen. Und so trennte man sich bereits 1968 wieder. Nur Eric Clapton konnte sich bis heute an der Weltspitze halten, während die anderen mehr oder weniger in der Versenkung verschwanden. Jack Bruce spielte übrigens u.a. beim Soulmates-Projekt (u.a. mit Ian Anderson von Jethro Tull).

Um so überraschender dann die Reunion, wie man das wohl nennt. Am 2./3./4./6. Mai 2005 trat man nach 37 Jahren wieder gemeinsam in der Royal Albert Hall zu London und dann nochmals vom 24.-26. Okt. im New Yorker Madison Square Garden auf. Gespielt wurden die alten Stücke.

Cream 1966-68 Cream 2005
Cream 1966-68
(Ginger Baker – Jack Bruce – Eric Clapton)
Cream 2005 (Jack Bruce – Ginger Baker – Eric Clapton)

Von einem der Londoner Konzerte eine ‚Hörprobe‘ von Cream: White Room – eines meiner Lieblingsstücke. An weitere gemeinsame Auftritte oder gar Plattenaufnahmen ist wohl nicht gedacht.

Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch

Nach zwei Wochen Urlaub in Schottland im Jahre 1985 verbrachte meine damalige Freundin und heutige Frau Christa mit mir eine knappe Woche im Norden von Wales. In Llandudno hatten wir für diese Tage eine kleine Ferienwohnung angemietet. Mit der Bahn besuchten wir dann auch das kleine Städtchen Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch auf Anglesey in der Grafschaft Gwynedd.

Der Name stammt aus dem Walisischen und bedeutet übersetzt:

Kirche der heiligen Maria in der Senke beim weißen Haselnußstrauch in der Nähe des reißenden Strudels und der roten Höhle des heiligen Tysilio (z.B. Llanfair = heilige Maria bzw. Marienkirche o.ä.; pwll = Senke; LlanTysilio = heiliger Tysilio)

Mit 58 Buchstaben hat die Stadt den längsten Ortsnamen des Vereinigten Königreichs, wenn nicht sogar Europas (Den längsten Ortsnamen der Welt trägt übrigens eine neuseeländische Ortschaft namens Taumatawhakatangihangakoauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu).

Oft wird der Stadtname mit Llanfair P.G. oder Llanfairpwllgwyngyll abgekürzt. Waliser sagen zur Stadt meist nur Llanfairpwll. Als wir Fahrkarten zu dem Ort haben wollten, nannte sie der Schalterbeamte ‚Long named Station‘, also die Bahnstation mit dem langen Namen.

Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch
Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch

St. Marys Church in the Hollow of the White Hazel Near to the Rapid Whirlpool (and the Church) of Llantysilio of the Red Cave

Kirche der heiligen Maria in der Senke beim weißen Haselnußstrauch in der Nähe des reißenden Strudels und der roten Höhle des heiligen Tysilio

Bahnhof von Llanfair P.G. St. Marys Church
Bahnhof von Llanfair P.G. St. Marys Church

Das Gute zahlt sich nicht immer aus

Lieber Weihnachtsmann,

es wird dich sicher verwundern, warum ich dir heute, am 26. Dezember nochmals schreibe.

Ich möchte einfach ein paar Sachen mit dir klären, die auftraten, seit ich dir am Anfang dieses Monats voller Illusionen einen Brief schrieb.

Ich wünschte mir ein Fahrrad, eine elektrische Eisenbahn, ein Paar Inline-Skates und ein Trikot der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Das ganze Jahr habe ich mir richtig Mühe gegeben in der Schule. Ich war nicht nur der Beste in unserer Klasse, nein, ich war der Beste in der ganzen Schule! Und das ist die Wahrheit! Kein anderes Kind in der ganzen Nachbarschaft hat sich so gut benommen wie ich, war nett zu meinen Eltern, meinen Geschwistern und allen anderen. Ich habe sogar älteren Menschen über die Strasse geholfen. Ich kann mir nichts vorstellen, was ich nicht getan habe im Namen der Menschlichkeit.

Du musst echt dicke Eier haben, dass du mir dieses verfickte Jojo, eine dämliche Blockflöte und dieses widerliche Paar Socken unter den Baum gelegt hast!!! Was zur Hölle hast du dir dabei gedacht, du Fettarsch, dass du mich zum Narren gehalten hast, das ganze verfickte Jahr hab ich mir den Arsch aufgerissen, und DAS liegt unter dem Tannenbaum???

Und als ob das noch nicht genug wäre, hast du dem kleinen Drecksack von gegenüber SO VIELE Geschenke gebracht, dass er Probleme hat, sein Haus zu betreten!!!

Eines sage ich dir: Lass dich nächstes Jahr nicht dabei erwischen, wie du versuchst, deinen dicken Arsch durch unseren Kamin zu zwängen! Ich hau dich um!!! Und deine Drecks-Rentiere werde ich mit Steinen beschmeißen, damit sie weglaufen und du ZU FUSS zurück an deinen verkackten Nordpol latschen musst, genau wie ich, weil ich NICHT das Scheiss Fahrrad bekommen habe!!! Und deinen süßen Rudolf werde ich rektal schänden, das rotarschige Rentier!!!

FICK DICH, WEIHNACHTSMANN!!!

Mit freundlichen Grüßen
der kleine Norbert

PS.: Und nächstes Jahr zeige ich dir mal, was BÖSE bedeutet!!!