Vor einiger Zeit habe ich erneut den Roman von Miguel de Cervantes gelesen, der unter dem Titel „Der scharfsinnige Ritter Don Quixote von der Mancha“ in drei Bänden mit insgesamt 1365 Seiten und den bekannten Illustrationen von Gustave Doré im Insel-Taschenbuch-Verlag erschienen ist (weitere Ausgaben siehe hier).
Das berühmteste Buch der spanischen Literatur gilt als erster moderner Roman und ist eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur. 2002 wählten es – organisiert vom Osloer Nobelinstitut – hundert bekannte Schriftsteller zum „besten Buch der Welt“. Der vollständige Titel lautet: El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha (deutsch: Der sinnreiche Edelmann Don Quijote von der Mancha). Don Quijote ist zugleich der Name des Protagonisten. Der erste Teil wurde 1605 veröffentlicht, der zweite 1615 unter dem Titel Segunda parte del ingenioso caballero don Quixote de la Mancha.
Don Quijote ist ein seinen Ritterromanen verfallener Leser, der unfähig erscheint, zwischen Dichtung und Wirklichkeit zu unterscheiden. Er hält sich für einen stolzen Ritter auf Âventiure, der seine Angebetete Dulcinea del Toboso für sich gewinnen will. Hierfür steigt er auf sein klappriges Pferd Rosinante und besteht zahlreiche Abenteuer, begleitet von seinem treuen Schildknappen Sancho Panza (auch: Sancho Pansa). Meist enden die Episoden damit, dass Don Quijote durch rohe Gegner verprügelt wird, jedoch gegen Unschuldige wenig ruhmreich als „Ritter von der traurigen Gestalt“ siegt.

Miguel de Cervantes: Don Quijote (Illustration: Gustave Doré)
Auf seiner Flucht vor dem alarmierten Ritterorden sucht er Schutz in der Sierra Morena und trifft auf den liebeskranken Büßer Cardenio, der seine Angebetete Lucinda an seinen besten Freund Fernando verloren hat. Panza gelangt durch einen Botendienst zum Pfarrer und zum Barbier, die einen Plan zur Rettung seines Herrn aushecken; Dorothea wird als Prinzessin Micomicona ausgegeben, die auf Don Quijotes Einsatz angewiesen sei. Dabei gelingt es, die jungen Leute untereinander vollends zu versöhnen. Don Quijote wird schließlich in einem Holzkäfig nach Hause transportiert.
Im 1615 vorgelegten zweiten Teil ist der Landadelige Don Quijote eine literarische Berühmtheit geworden und besteht mit Panza neue Abenteuer, zuerst freiwillig, später als Gast eines Herzogpaares, das sich an der Verrücktheit des vermeintlichen Ritters und seines Knappen erfreut. Don Quijote, der seine Dulcinea vergebens sucht, kehrt nach einem Zweikampf als geschlagener Ritter in sein Dorf zurück. Dort erkennt der Todkranke seinen Irrtum an und stirbt.
(Quelle: de.wikipedia.org)
Miguel de Cervantes (1547-1616): Don Quijote (1605/1615) – Illustrationen von Gustave Doré (1832-1883) – zum Laufen gebracht
Zu den Illustrationen von Gustave Dorè zum Don Quijote
Die Zusammenarbeit zwischen dem spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes und dem französischen Illustrator Gustave Doré (1832-1883) führte zu einer der berühmtesten illustrierten Ausgaben von „Don Quijote“. Dorés dramatische, detaillierte Holzstiche, besonders aus den 1860er Jahren, prägen das visuelle Bild von Don Quijote und Sancho Panza bis heute.
• Die Illustrationen: Doré schuf über 370 Illustrationen für Cervantes‘ Meisterwerk, die oft als die definitiven Darstellungen der Charaktere gelten.
• Stil: Seine Werke zeichnen sich durch starke Licht-Schatten-Kontraste (Chiaroscuro) und eine dynamische Komposition aus.
• Bedeutung: Obwohl Doré im 19. Jahrhundert arbeitete, haben seine Darstellungen des Ritters von der traurigen Gestalt, seines Knappen Sancho Panza und der Abenteuer, wie der Windmühlen, das literarische Werk weltweit visuell definiert.
• Verfügbarkeit: Die Illustrationen sind in zahlreichen Ausgaben des Don Quijote (oft in Übersetzungen des 19. oder 20. Jahrhunderts) enthalten und als hochwertige Kunstdrucke erhältlich.
Dorés Kunst brachte die Fantasiewelt des Cervantes auf einzigartige Weise zum Leben, indem er den schmalen Grat zwischen Wahnsinn und Heldentum eindrucksvoll einfing.
Besonders interessant fand ich den Hinweis, dass Don Quijote gegen Unschuldige siegt, während er von rohen Gegnern verprügelt wird – das macht die Ambivalenz seiner „Ritterlichkeit“ so deutlich. Mir fällt dabei ein, wie oft wir heute noch zwischen Idealismus und Realität hin- und hergerissen sind, nur mit weniger Windmühlen.
Besonders spannend fand ich den Hinweis auf die 1365 Seiten mit Dorés Illustrationen – diese Ausgabe macht die Mischung aus Komik und Tragik noch greifbarer. Die Episode mit Cardenio zeigt für mich am deutlichsten, wie Cervantes hier schon modernes Erzählen mit mehreren Handlungssträngen vorwegnimmt.
Besonders interessant fand ich die Bemerkung, dass Don Quijote zwischen Dichtung und Wirklichkeit nicht unterscheiden kann – genau diese Spannung macht das Buch heute noch so lebendig. Beim Lesen habe ich mich gefragt, ob wir nicht alle manchmal ein bisschen wie er sind, wenn wir unsere eigenen idealisierten Geschichten über die Realität stülpen.
Der Hinweis auf die 2002 erfolgte Wahl zum „besten Buch der Welt“ durch Schriftsteller finde ich besonders spannend, weil es zeigt, wie sehr Cervantes‘ Werk bis heute wirkt. Beim Lesen fiel mir auf, wie aktuell die Verwechslung von Fiktion und Realität bleibt – in Zeiten von Filterblasen wirkt Don Quijote fast wie ein moderner Antiheld.
Besonders spannend finde ich den Hinweis, dass Don Quijote gegen Unschuldige siegt, während er von rohen Gegnern verprügelt wird – das macht die ganze Widersprüchlichkeit seines Heldenbilds aus. Mir fällt dabei ein, wie sehr diese Dynamik auch heute noch in manchen selbsternannten Kämpfern für „das Gute“ mitschwingt.