Heide-Himmel – Baumwipfelpfad Nindorf (Lüneburger Heide)

Am letzten Dienstag (bevor der große Regen kam) hatte ich einen Tag Urlaub genommen und meine Frau und ich waren mit dem Heide-Shuttle (Ring 3 ab Buchholz/Nordheide) nach Nindorf, einem Ortsteil von Hanstedt in der Lüneburger Heide, gefahren. Dort gibt es nicht nur den Wildpark und das Schäferdorf, sondern seit letztem Monat (September 2019) auch den Heide-Himmel Baumwipfelpfad. Dieser ist 700 m lang, steigt auf 20 m Höhe und endet (oder beginnt) in einem 40 m hohen Aussichtsturm, der sowohl zu Fuß über rund 230 Stufen (meine Frau hat gezählt) oder mit einem Fahrstuhl zu erreichen ist.

Baumwipfelpfad Heide-Himmel bei Nindorf/Hanstedt/Lüneburger Heide
Baumwipfelpfad Heide-Himmel bei Nindorf/Hanstedt/Lüneburger Heide

Von diesem Turm aus soll bei klarem Wetter sogar die Hamburger Elbphilharmonie zu sehen sein. Aber auch sonst bietet der Turm (und auch der Pfad) einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Für Personen, die nicht schwindelfrei sind (ich gehöre dazu), bedarf es ein wenig Überwindung, den doch ziemlich schmalen Pfad zu gehen. Der Turm ist – wie geschrieben – auch per Fahrstuhl zu erreichen. Für Rollstuhlfahrer ist die Anlage gut geeignet.

Erwachsene zahlen 9 € Eintritt, Kinder 6 €. Es gibt auch ein verbilligtes Kombiticket für Wildpark und Heide-Himmel. Sicherlich ist dieser Baumgipfelpfad eine zusätzliche Attraktion für die Lüneburger Heide und für viele schon das neue Wahrzeichen des Landkreises. Bei Baukosten in Höhe 6,5 Millionen €, die allerdings zu einem Teil (2,1 Millionen €) auch aus öffentlichen Kassen gezahlt wurden, ist es in Ordnung, wenn Eintritt verlangt wird. Eine solche Konstruktion muss ständig gewartet werden.

Trotzdem frage ich mich, was ein solches Bauwerk mitten in der Natur zu suchen hat. Überall versucht sich die Touristenbranche mit neuen Attraktionen zu überbieten. Da gibt es Hängeseilbrücken (z.B. im Harz oder im Hunsrück) oder so genannte Skywalks wie z.B. die Aussichtsplattform Alpspix am Osterfelderkopf mit Blick u.a. auf die Zugspitze.

Muss sich der Mensch wie hier wirklich auf Sichthöhe mit den Wipfeln von Bäumen bewegen, genügt nicht ein ganz stinknormaler Spaziergang durch den Wald? Muss es immer mit einem gewissen Nervenkitzel verbunden sein, damit wir uns aus den Wohnzimmern hinaus in die freie Natur begeben?

Dank des schönen Wetters, auch weil noch Herbstferien waren und natürlich der Neuheit wegen war auf der Heide-Himmel-Anlage sehr viel los. Das wird sich mit der Zeit beruhigen. Aber trotz der Menschenmassen gab es keine Staus – und eigentlich nur eine lange Schlange im Restaurant (ganz Deutschland muss wohl Punkt 12 Uhr sein Mittagessen einnehmen).

Für Urlauber ist es sicherlich eine Attraktion, die nicht unbesucht sein sollte. Und für die ‚Einheimischen‘ ist es auch interessant, das neue ‚Wahrzeichen‘ des Landkreises gesehen und bestiegen zu haben. Die Kombination aus Wildparkbesuch und Besuch des Waldwipfelpfades (vielleicht sogar mit einigen Übernachtungen im oben genannten Schäferdorf) dürfte besonders für Familien erlebnisreich sein.

Siehe weitere Fotos von dem Heide-Himmel Baumwipfelpfad auf meiner Facebook-Seite.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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