Der erste Tag in Freiheit

Was tun wir nicht alles für unsere Lieben. Da quälen wir uns durch den Alltag, um pekuniäre resp. monetäre Standfestigkeit zu erheischen, nur damit die lieben Kleinen nicht vor Hunger schreien. Aber dann hat man es satt! Ein gefüllter Magen sättigt lange schon nicht unseren Mangel an Freiheit.

Übrigens Angst und Hunger sind Geschwister im Hypothalamus, der ‚unteren Kammer‘ unseres Gehirns. Hier werden Neurotransmitter produziert, so genannte Botenstoffe, die an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf andere Zellen übertragen. So auch Neuropeptid Y, einen Botenstoff auf Aminosäurenbasis, das an der zentralnervösen Steuerung des Hungers und der Angst beteiligt ist, hai capito?

Aber was quatsche ich da von Hunger und Angst! Jetzt findet auch mein Freiheitsbedürfnis, mein Hunger nach Freisein Sättigung. Obwohl: Wer sich ewig (ehelich!) bindet, der ist gebunden! Aber das ist ein anderes Thema …

Vom Franz zum Willi (wie aus Kafka ein Albin wird, wenn auch nur grafisch)
Vom Franz zum Willi (wie aus Kafka ein Albin wird, wenn auch nur grafisch)

Der Freiheitsdrang bzw. das Erreichen von Freiheit löst meist einen Schwall menschlichen Übermutes aus. Man möchte rufen, brüllen … Nur was? FREIHEIT?! Das klingt nach Müller-Westernhagen, muss also nicht sein. Da fällt mir Herr Lothar Frohwein ein. Sein (bzw. Loriots) „Kraweel, Kraweel!“ hat so etwas Besonderes, das nach lauthalsen Verkünden verlangt:

    Kraweel, Kraweel!
    Taubtrüber Ginst am Musenhain!
    Trübtauber Hain am Musenginst!
    Kraweel, Kraweel!


Kraweel, kraweel!

Ach, die Freiheit! Es überkommt einem ein ungesättigte Gefühl wie Fett, das für den Menschen so essentiell ist. Dabei ist Fett nicht gleich Fett, Freiheit nicht gleich Freiheit. Wer faul auf seiner Haut liegt, mag durch Lassen resp. Unterlassen befreit sein vom Tun. Aber was zu tun ist, sollte getan werden, auch wenn man sich dazu aufraffen muss. Freiheit ist die Freiheit, tun zu können, was man will. Und wie gesagt: frei von Angst und Hunger!

[Just habe ich einen Bärenhunger bekommen – von dem ganzen Geschreibe!]

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.