Werder Bremen: Schulterschluss zwischen Team und Fans

Letzte Woche nach dem Katastrophenspiel gegen den VfL Wolfsburg skandierte das verehrte Publikum noch „Wir haben die Schnauze voll“. Am Samstagnachmittag nach dem wieder einmal verlorenen Spiel in Leverkusen, dem 10. Spiel ohne Sieg in Folge, fanden Trainer, Mannschaft und die 3000 mitgereisten Fans wieder zusammen in einem ungewöhnlichen Schulterschluss. Was bleibt denen auch anderes übrig?

Werder Bremen: ein sinkendes Schiff?

Will man weiterhin in der ersten Liga des deutschen Fußball verweilen, dann kann man nur ‚gemeinsam’. Nach den Siegen der Augsburger und der Hoffenheimer droht mehr denn je der Abstieg in die Zweitklassigkeit. Nur noch zwei Punkte trennen den SV Werder Bremen vom 16. Platz, dem Abstiegsrelegationsplatz – immerhin noch fünf Punkte vom direkten Abstiegsplatz, den weiterhin 1899 Hoffenheim innehat. Am nächsten Samstag geht es zu Hause gegen Hoffenheim. Ein Endspiel! Es geht um die Wurst!

Sicherlich gab es in Leverkusen eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den letzten Spielen. Besonders die Abwehr zeigte sich gestärkt. Aber, auch das muss gesagt werden, im Angriff war man wieder einfach zu harmlos.

Und dann noch das: Arnautovic und Elia waren in der Nacht zum letzten Freitag um ca. 3 Uhr morgens vor dem Bremer Kreuz auf der Autobahn A1 aus Richtung Osnabrück kommend einer Polizeistreife aufgefallen. Der Grund: Eine deutliche Geschwindigkeitsüberschreitung bei Arnautovic. Als Arnautovic gestoppt wurde, hielt ebenfalls der Wagen von Eljero Elia. Zurecht wurden beide Spieler vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Wer zwei Tage vor einem wichtigen Spiel um drei Uhr nachts noch auf der Autobahn unterwegs ist, hat kaum die richtige professionelle Einstellung. Ich halte beide für ausgemachte Pappnasen. Aber das ist jetzt doch der Gipfel der Dummheit.

Also nun muss doch gegen den Abstieg gespielt werden. Und was keiner gewollt hat, das ist der Blick auf die Spiele der Gegner wie Düsseldorf, Augsburg und Hoffenheim. Immerhin hat Werder als einzigste Mannschaft von den drei Spielen zwei Heimspiele. Aber ob das wirklich ein Vorteil ist? Der Knack-, der Dreh- und Angelpunkt ist das Spiel gegen Hoffenheim. Verliert man dieses Spiel, dann dürfte das bisschen Moral, die sich die Mannschaft jetzt angeeignet hat, völlig dahin sein. Schlimmstenfalls droht sogar noch der direkte Abstieg (Platz 17.). Undenkbar! Undenkbar?

Hier die letzten Spiele der Abstiegskontrahenten:

SV Werder Bremen
(H) 1899 Hoffenheim
(H) Eintracht Frankfurt
(A) 1. FC Nürnberg

Fortuna Düsseldorf
(A) Eintracht Frankfurt
(H) 1. FC Nürnberg
(A) Hannover 96

FC Augsburg
(A) FC Freiburg
(A) Bayern München
(H) Greuther Fürth

1899 Hoffenheim
(A) SV Werder Bremen
(H) HSV
(A) Borussia Dortmund

Also ich wage keinen Tipp abzugeben. Zum Saisonende ist so ziemlich alles möglich (sogar ein Pünktchen für Augsburg in München, die wahrscheinlich nur noch das Champions League Endspiel vor Augen haben werden). Aber ich tippe zumindest, dass es Werder schaffen wird, wenn auch mit Ach und Krach …!

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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