Zu früh zu viel gelobt

Oh nein, gerade gegen den HSV muss der SV Werder unter dem neuen Trainer Viktor Skripnik das erste Spiel nach zwei Siegen in der Fußball-Bundesliga verlieren. ‚Kleinigkeiten’ haben das Spiel entschieden und natürlich zwei Tore. Neben einer Reihe von Verletzten werden nun auch noch Fritz (gelb-rote Karte) und Garcia (5. gelbe Karte) im wichtigen Spiel gegen Paderborn ausfallen. Es wird nicht leichter …

Ich denke, Viktor Skripnik ist zu früh schon viel zu sehr gelobt worden. Sicherlich ist es mehr als okay, dass man den Weg zurück zu den grün-weißen Wurzeln gefunden hat. Und Viktor ‚Victory’ (Sieg) in Viktor ‚Defeat’ (Niederlage) umzutaufen ist sicherlich verfrüht. Auch agiert man mit der altbewährten Raute weitaus effektiver in der Abwehr. In Hamburg hat das aber nur 85 Minuten gehalten.

    100 % SV Werder Bremen

Es kommt aber noch um einiges dicker: Heute „wird Klaus Filbry in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße ans Mikrofon treten. Jedes Jahr im November lädt Werder Bremen zur Mitgliederversammlung ein. Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung, verkündet dann die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Zum dritten Mal in Folge muss die Führung am Montag den Anwesenden ein Millionen-Minus erklären. Das ist inzwischen fast schon Routine. Im November 2012 waren es 13,9 Millionen für die Saison 2011/12, im November 2013 7,9 Millionen für die Spielzeit 2012/13, dieses Mal werden es wieder um die acht Millionen sein.“ (Quelle: weser-kurier.de)

Noch ist das zu verkraften: Vor drei Jahren hatte der Klub 40 Millionen an Rücklagen. Die werden aber, wenn man nicht zusätzliche Gelder erwirtschaftet, spätestens im nächsten Sommer aufgebraucht sein. Wirtschaftlicher Erfolg lässt sich nur durch sportlichen Erfolg erzielen (dazu später etwas mehr). Und damit sieht es trotz der zwei Siege zu Beginn von Viktor Skripniks Dienstantritt eher mau aus. Es ist schon kein Teufelskreislauf mehr, in dem sich Werder Bremen befindet, es kommt eher einer Abwärtsspirale gleich … Aber ich will den Teufel nicht an die Wand den Torpfosten malen. Nein, noch ist Werder nicht verloren.

Werder Bremen steht allerdings am Scheideweg. Noch hat der Verein ein überaus gutes Ansehen, das es zu nutzen gilt. Weitere Fehlinvestitionen (z.B. Spielertransfers) darf man sich allerdings nicht mehr erlauben. Vielleicht ist man nach der heutigen Mitgliederversammlung etwas schlauer. Man darf weiterhin gespannt sein …

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.