Zu den Wurzeln des Blues

Mit einer Exkursion in den Bereich der Weltmusik möchte ich meine Beitragsreihe zu Ry Cooder für heute (vorerst) beenden. Ry Cooder ist für mich nicht nur einer der größten Gitarristen, Bewunderung verdient er besonders dadurch, weil er sich abseits des musikalischen Mainstreams der traditionellen Musik Nordamerikas angenommen hat.

So ist auch das Zusammenspiel zwischen Ry Cooder und Ali Farka Touré aus Mali als eine Rückkehr zu den Wurzeln einer der Richtungen der klassischen Musik Amerikas, dem Blues, zu betrachten. Als sich beide vor Jahren trafen, kristallisierte sich in Gesprächen bei beiden Gitarristen die Idee heraus, die Wurzeln bis zum Ansatz zurück zu verfolgen. Resultat ist ein 1994 erschienenes Album mit zeitlosen Kompositionen, deren Vocal-Parts in vier verschiedenen Sprachen (Tamasheck, Songbau, Bambara und Paul) verfasst wurden. Diese vier afrikanischen Sprachstämme sind zugleich die Muttersprachen der Völker, die von Sklavenhändlern einst in das Land der ‚Freiheiten und unbegrenzten Möglichkeiten‘ verschleppt wurden.

Ali Farka Touré & Ry Cooder: Talking Timbuktu

Das gemeinsame Projekt „Talking Timbuktu“ ist eine gelungene Mischung aus klassischen Black-Blues und den folkloristischen Elementen Malis. Interessant ist dabei die instrumentale Mischung aus Gitarre, Percussion und Njarka (einer Art Fidel), ganz besonders die so typische Stimme von Ali Farka Touré, die den Liedern ein ganz besonderes Flair einhaucht. Daraus ist auch deutlich der für Mali typische starke arabische Einfluss zu hören. 1995 bekam die Scheibe „Talking Timbuktu“ den Grammy als Best World Music Album.

Track listing:

1. Bonde
2. Soukora
3. Gomni
4. Sega
5. Amandrai
6. Lasidan
7. Keito
8. Banga
9. Ai Du
10. Diaraby

Hier einige kleine Ausschnitte aus mehreren Stücken des Albums: 2. Soukora – 3. Gomni – 5. Amandrai – 6. Lasidan – 9. Ai Du (jeweils rd. 30 Sekunden lang):


Ali Farka Touré & Ry Cooder: Ausschnitte aus „Talking Timbuktu“ (1994)

weitere Musiksampler aus: „Talking Timbuktu“

siehe hierzu auch meinen Beitrag: Desert Blues – Musikprojekt aus Mali

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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