Anfang vom Ende des Metronom?!

Was ist los beim Metronom? Kaum aus dem Urlaub zurück muss ich erfahren, dass es z.B. auf der Bahnstrecke Bremen-Hamburg seit Montag, den 17.10., vorerst für zwei Wochen ein eingeschränkter Fahrplan gibt: „Um für alle Fahrgäste zuverlässig fahren zu können und überraschende Zugausfälle zu vermeiden, hat sich metronom dazu entschieden, in den nächsten 2 Wochen einzelne Zugfahrten zu streichen.“

Dem Verkehrsunternehmen fehlen qualifizierte Lokführer. Und bei der dünnen Personaldecke kommt es dann bei zusätzlichen Ausfällen wie Krankheit schnell zudem, was jetzt auf längere Dauer ‚planmäßig‘ ist: Zugausfälle! Und auch um den Fuhrpark ist es nicht dicke bestellt: Durch einen Rangierunfall fehlen dem metronom aktuell 2 Zugverbände. Dadurch sind nun auch die Fahrzeugreserven erschöpft, um alle geplanten Zugfahrten leisten zu können.

    der metronom – Verkehrsunternehmen in Niedersachsen

Es scheint, als schlüge die Privatisierung des Bahnverkehrs fehl. Um Personalkosten zu sparen, hätten nach Ansicht des Hamburger Bezirksvorsitzende der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) Hartmut Petersen die Unternehmen Ausbildung und Einstellung seit Jahren vernachlässigt. Not-Bereitschaftsdienst wie früher seien abgebaut worden, um Personalkosten zu sparen. Stattdessen seien Mitarbeiter immer kurzfristiger eingesetzt worden. Oder sie seien wie beim Metronom mit Prämien dazu gelockt worden, auf Ruhetage zu verzichten, um Lücken schnell noch zu füllen. – „Geld ist aber nicht alles, wenn es um die Gesundheit geht“, sagt Petersen. Bei Krankmeldungen finde man deshalb häufiger keinen Ersatz mehr. (Quelle: abendblatt.de)

Nach Einschätzung des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ verschärft sich die Situation beim Metronom zusätzlich durch eine „gewisse Unruhe“ im Unternehmen, wie der Pro-Bahn-Vorsitzende in Hamburg, Birger Wolter, vermutet. Es habe da sehr viele Wechsel im Management gegeben, zudem müsse die Metronom Eisenbahngesellschaft sich gerade heftiger Konkurrenz stellen, was ebenfalls Unsicherheiten schaffe.

So verlor das Unternehmen erst kürzlich die Strecke Cuxhaven-Hamburg an die DB Regio, die den Betrieb im Dezember 2018 übernehmen wird. Und im November werden die Strecken zwischen Göttingen, Hannover, Uelzen, Lüneburg und Hamburg sowie zwischen Hamburg, Buchholz, Rotenburg und Bremen neu ausgeschrieben. Eine Entscheidung über die Neuvergabe soll laut Rainer Peters, Sprecher der federführenden Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). im Sommer 2017 fallen. Der Gewinner werde den Betrieb zum Fahrplanwechsel 2018 für voraussichtlich 15 Jahre übernehmen.

Auch anderen privaten Bahnunternehmen geht so langsam die Luft aus – wie z.B. der Nord-Ostsee-Bahn, die die Regionalverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Sylt (ebenfalls) an die DB Regio verlor, die diese Strecke wieder ab Dezember 2016 bedienen wird.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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