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Ein turbulentes Jahr geht dem Ende entgegen. Sowohl auf der Arbeit als auch ‚in deutschen Landen’ hat sich einiges getan. Nicht umgedingt zum Guten, leider. Aber jetzt zu Weihnachten wollen wir nicht klagen. Wer halbwegs gesund ist, wer im Kreis seiner Lieben Halt und die ‚Wärme’ findet, die uns sonst im Alltagsleben immer mehr verloren zu gehen scheint, kann sich glücklich schätzen. Die Weihnachtszeit bietet sich dazu an, uns all der ‚positiven’ Dinge unseres Lebens bewusst zu werden – und dafür den Menschen zu danken, die maßgeblich ihren Beitrag hierzu geleistet haben. Nun, denn … Ich wünsche Euch allen ein geruhsames, friedvolles Weihnachtsfest und danke für Euren Besuch meines Blog. Und ich wünsche Euch ein gutes Neues Jahr 2010, in dem alles für Euch in Erfüllung gehen möge, das Ihr Euch wünscht. Man liest voneinander! |
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Alle Artikel von WilliZ
Weihnachten von A bis Z: Z wie Zwischen den Jahren
Mit dem Buchstaben Z kommen wir heute am Heiligen Abend zum Ende des Weihnachtslexikons von Theo Herrlein. Zimt ist ein wichtiges Weihnachtsgewürz in vielerlei Backwaren, aber auch beim Bratapfel unverzichtbar. Sri Lanka ist die Heimat des Zimtbaumes, der strauchartig kultiviert wird. Von den zweijährigen Trieben schält man die Rinde ab und trocknet sie. Diese ergeben die bekannten Zimtstangen.
Übrigens: Der zweite Weihnachtsfeiertag wird fast nur in Deutschland gefeiert und geht auf die Sozialgesetzgebung Bismarcks zurück, der ihn zusammen mit dem Ostermontag als gesetzliche Feiertage einführte.
Zwischen den Jahren ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bzw. Heilige Drei Könige. Dies war früher eine Zeit der Arbeitsruhe. In einigen Gegenden nannte man früher diese Tage auch Zwischen den Zeiten.

Zuletzt noch zwei Gedichte. Zum 24. Dezember ist ein Gedicht von Theodor Fontane (1819-1898):
Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte –
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch ein richtig Leben heraus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

Und in ganzen acht Zeilen bringt Wilhelm Busch (1832-1908) in seinem Gedicht Zu Neujahr seine Wünsche zum Neujahr trefflich zum Ausdruck.
Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen
das, worum du dich bemühst
möge dir gelingen.
Weihnachten von A bis Z: Y wie Yule
Auch zum Buchstaben Y gibt es im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein nur sehr wenige Begriffe. Der arabische Staat Yemen (auch Jemen) ist neben dem Emirat Oman die Heimat des Weihrauchbaumes, von dem das kostbare Aromaharz Weihrauch gewonnen wird.

Im Norden von England und in Schottland hat sich das alte Yule als Bezeichnung für das Weihnachtsfest erhalten und ist die englische Variante des skandinavischen „Jul“.
Weihnachten von A bis Z: X wie Xmas
Im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein sind die Begriffe mit dem Buchstaben X sehr spärlich gesät. Das Zeichen X steht für den griechischen Buchstaben Chi und ist die Abkürzung für „Christus“.

Die englisch sprechenden Menschen nennen Weihnachten verkürzt Xmas, wobei das X (das griechische Ch) für das Christusmonogramm steht – wie die Buchstaben XP.
Weihnachten von A bis Z: W wie Weihnachten
Das Wangerooger Nikolausspiel hat eine lange Tradition. Vor der Eröffnung des Nikolausmarktes findet in der Kirche traditionell das Nikolausspiel statt. In das Spiel werden hier auch die „Furcht einflößenden Piraten“ mit eingebunden, die in den vorhergehenden Jahrhunderten auf den friesischen Inseln ihr Unwesen trieben. Im Wangerooger Nikolausspiel werden die Piraten natürlich bekehrt.
Das Stichwort Weihnacht nimmt im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein verständlicherweise viel Raum ein. So beginnt es mit dem Hinweis auf Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) und seiner Erzählung Weihnacht, die seine erste abgeschlossene literarische Arbeit darstellt. Weihnachten ist abgeleitet aus dem Mittelhochdeutschen „Ze den wihen nahten“ und bedeutet „in den Heiligen Nächten“. Der Begriff taucht im Deutschen erstmals 1190 beim bayerischen Dichter Spervogel auf.

Weiter geht es über Weihnachtsaltar, Weihnachtsfasten und Weihnachtsglocken hin zu Weihnachtsinseln, Weihnachtsmann und Weihnachtsschinken, der in Norddeutschland und vor allem in den skandinavischen Ländern traditionell im Mittelpunkt des Weihnachtsessens steht.
Der Begriff Weihnachtssinggeld taucht in alten Klosterbüchern auf und war früher eine Abgabelast für den Schulmeister, also ein Entgelt für dessen weihnachtliches Singen von Haus zu Haus (also eine erste Art von GEMA-Gebühr).
In aller Munde ist zz. das Weihnachtswetter. Schnee ist dabei die absolute Wunschvorstellung, die jedoch immer seltener eintrifft. Noch hoffen wir alle, dass diese Weihnachten ‚weiß’ sein wird.
Speziell in Norddeutschland gehören die Weihnachtswichtel zu den Begleitern des Weihnachtsmannes. Dieser Brauch wurde von der skandinavischen Weihnachtsmythologie übernommen. Wienachtsmann ist der volkstümliche, niederdeutsche Name des Weihnachtsmannes.

Der Sage nach haben viele Leute in Schleswig-Holstein und im Herzogtum Lauenburg in den „Zwölften“ (den Raunächten), namentlich am Weihnachtsabend, den Wode auf einem weißen Pferd mit 24 wilden Hunden ziehen sehen. Man tue gut daran, so die Überlieferung, sich in diesen Nächten nicht im Freien aufzuhalten und die Türen gut zu verschließen. Die Wutingnacht ist ein alter deutscher Name für die Nacht auf den 6. Januar. Sie galt einst als die letzte und auch gefährlichste Raunacht.
Weihnachten von A bis Z: V wie Väterchen Frost
Da das Weihnachtsfest der orthodoxen Kirche in Russland erst nach Jahresanfang am 6. Januar gefeiert wird, bringt der Gabenspender „Deduschka Moros“, auch liebevoll Väterchen Frost genannt, den Kindern bereits am 31. Dezember die Geschenke.
Vater Winter ist dagegen eine altdeutsche Bezeichnung für den Weihnachtsmann.
Im Mittelalter gab es den Brauch der Verkehrten Welt. Immer am 28. Dezember hatten die Kinder und Jugendlichen das Sagen, und die Erwachsenen mussten ihnen zu Diensten sein (sind es die Erwachsenen nicht das ganze Jahr über?).

Der erste Montag nach Heilige Drei Könige wurde früher auch als Verlorener Montag bezeichnet. An diesem Tag wurde der Weihnachtsbaum weggeräumt.
Viel Schellische ist ein alter Wunsch zum neuen Jahr auf der Insel Helgoland.
Im Dritten Reich versuchte die nationalsozialistische Partei, zusammen mit dem „Winterhilfswerk“ (WHW), die so genannte Volksweihnacht immer mehr in den Vordergrund zu stellen – raffinierterweise unter Ausnutzung der weihnachtlichen Emotionen, christlicher Elemente, wie auch Besinnlichkeit und Tradition. Nach und nach verschwanden sodann die christlichen Symbole und wurden durch das Sonnenrad und das Julfest ersetzt. Vorweihnachten war der nationalsozialistische Adventskalender in Buchform, der 1942 in München erschien. Darin wurde versucht, die religiösen Weihnachtseinflüsse durch altgermanische Gegenbilder zu ersetzen. Dabei wurde der heilige Nikolaus zu Knecht Ruprecht und erwies sich als wieder auferstandener Schimmelreiter Wotan. Das Christkind verwandelte sich in ein „Lichtkind“, die Weihnachtskrippe unter dem „Julbaum“ wurde zum „Weihnachtsgärtchen“, und der Adventskranz zum „Sonnwendkranz“.
Im norddeutschen Raum wird der Weihnachtsabend, nicht ohne Grund, auch Vullbucksavend, also Vollbauchabend, genannt, denn das Essen spielt an diesem Abend eine besonders große Rolle.
Weihnachten von A bis Z: U wie „Unter dem Tannenbaum“
Zum Buchstaben U gibt es im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein nicht allzu viele Begriffe. Unter dem Tannenbaum ist eine Weihnachtsnovelle von Theodor Storm (1817-1888), in der ausführlich vom Auspacken, Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaumes erzählt wird. In dieser 1865 zum ersten Mal erschienenen Erzählung ist das berühmte Gedicht „Von drauß’ vom Walde komm ich her …“ eingebettet.

Der reich geschmückte Weihnachtsbaum sollte früher das unvergängliche Leben in der sonst im Winter abgestorbenen Natur darstellen.
Weihnachten von A bis Z: T wie Teddybär
Der Teddybär, ein einem Bären nachempfundenes Plüschtier, ist nach wie vor ein klassisches Geschenk zum Weihnachtsfest. Erstmalig 1902 in den USA und 1903 in Deutschland durch Margarete Steiff (1847 – 1908) gefertigt, erhielt der kuschelige Bär seinen Namen nach den US-Präsidenten Theodore (Teddy) Roosevelt. Meine Frau ist wie berichtet leidenschaftliche Teddybärensammlerin (zz. hat sie mit allen kleinen und großen Bären aus Holz, Metall, Plüsch und anderen Werkstoffen knapp 1000 Exemplare). So wird sie aller Voraussicht nach zu diesem Weihnachtsfest weitere Einzelstücke bekommen.

Auf der nordfriesischen Insel Amrum sind am 21. Dezember Kinder und Jugendliche zum Thamsen unterwegs. Alle Gegenstände, die sich drehen und bewegen lassen oder nicht ordentlich im Haus verwahrt wurden, werden zu ihrer Beute, die versteckt wird. Der Name „Thamsen“ geht zwar auf den heiligen Thomas zurück, doch dürfte sich dieser Brauch in der längsten Nacht des Jahres doch mehr auf das Rad, das uralte Symbol der Germanen, beziehen.

In der Lüneburger Gegend dagegen geistern in der Dämmerung des 21. Dezember die Thomse durch die Dörfer. Junge Burschen mit vermummten oder geschwärzten Gesichtern erschrecken unartige Kinder und Erwachsene, indem sie ihnen Asche ins Gesicht streuen.
Die Tonttus sind kleine Wichtelmännchen, die in Finnland als ausgezeichnete Handwerker das Weihnachtsspielzeug anfertigen.
Eine Abwandlung der Weihnachtspyramide in Ostfriesland nennt man Tunschere.
Weihnachten von A bis Z: S wie Schnee & Silvester
Weihnachten ohne Schnee ist kein richtiges Weihnachten. So finden sich natürlich im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein viele Stichworte zum Begriff Schnee, von Schneeballen (eine leckere Spezialität aus Rothenburg ob der Tauber) über Schneekinder bis hin zu Schneeweiße, eine Bierspezialität aus Bayern. Zu Silvester finden sich ebenso viele Kennworte wie Silvesterdreschen, Silvesterlauf und Silvesterschlagen.

Samnaun ist ein Wintersportort im Schweizer Kanton Graubünden. Hier finden seit einigen Jahren im Dezember die Santa-Claus-Weltmeisterschaften statt, bei denen sich Nikoläuse aus aller Welt u.a. in den Disziplinen Rentier-Rodeo, Hornschlitten-Rennen und Kaminklettern messen.
Der Schimmelreiter zog vor allem an den norddeutschen Küsten durch die stürmischen Dezembernächte. Sein Ursprung dürfte in der germanischen Mythologie (Pferdekult) stammen. Bekannt geworden ist er durch die gleichnamige Erzählung von Theodor Storm.
Schlachtmonat ist die alte und ländliche Bezeichnung für den Monat Dezember, welcher früher ein traditioneller Jagd- und Schlachtmonat war. Schneemonat wiederum ist eine alte Bezeichnung für den Januar. Senner ist dagegen eine alte schwäbische Bezeichnung für den Monat Januar.
Zuletzt noch einige kulinarische Spezialitäten aus dem Norden: Speckendicken ist eine Ostfriesische Spezialität, die zur Jahreswende gebacken wird. Dabei gibt man einem süßen Teig u.a. aus Sirup noch fetten Speck und Mettwurst bei und backt das Ganze im Waffeneisen aus. Stippenschöddel ist ein traditionelles Weihnachtsessen auf der Insel Fehmarn: Eine geräucherte Wurst aus Schweineblut, Mehl und Rosinen wird in dicke Scheiben geschnitten und in Fett und Sirup gebraten. Dazu reicht man Eierklöße oder Kartoffeln.
Und da wir gerade im Norden sind: Auf der westfriesischen Insel Ameland/Niederlande wird der Nikolaus auch Strohmichel genannt. Sünnerklas ist eine Bezeichnung für den Nikolaus in Ostfriesland.
Weihnachten von A bis Z: R wie Raunächte
Als Raunächte bezeichnet man die dunkelsten und längsten Nächte im Jahr. Die Raunachtzeit beginnt mit der Thomasnacht am 21. Dezember und endet zu Heilige Drei Könige am 6. Januar. Bei den Anhängern der Astronomie und Metrologie beginnen die Raunächte erst am 25. Dezember. Die 12 Nächte stehen für die gesamten Monate des Jahres. Man spricht daher auch von den Zwölften.

Reifentiere sind hölzerne Tiere, die aus dem so genannten Reifen- oder Ringrohling gedrechselt werden.
In Italien ist es ein absolutes Muss, in der Silvesternacht rote Unterwäsche zu tragen, damit einem das Glück im neuen Jahr besonders zugetan ist.
Weihnachten von A bis Z: Q wie Quittenbrot
Zum Buchstaben Q gibt es im Weihnachtslexikon von Theo Herrlein natürlich nicht allzu viele Begriffe. Quadragesima adventus ist wohl die lateinische Bezeichnung für die Adventszeit.

Nur noch in wenigen norddeutschen Familien pflegt man die Herstellung des Quittenbrotes. Dabei handelt es sich allerdings um kein Gebäck, sondern um ein unter vielem Rühren eingekochtes Quittenmus, welches anschließend langsam getrocknet wird und erst nach einigen Wochen in kleine Stücke geschnitten werden kann. Vor dem Servieren wird das Quittenbrot dann noch in Zucker gewendet. Ich selbst habe mit meiner Frau vor einigen Jahren einmal Quittenbrot aus den ausgepressten Resten zerkochter Quitten hergestellt. Den Saft bereiteten wir zu Quittengelee.



