Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Jethro Tull live im Amphitheater in Istanbul 13. Juli 1991: 10 Videos

So langsam gehen mir die Videos mit der Gruppe Jethro Tull aus, aber nur langsam. Hier nun 10 Videos von einem Live-Konzert am 13. Juli 1991 im Amphitheater in Istanbul/Türkei, das vom türkischen Fernsehsender TRT ausgestrahlt wurde. Leider wurde nicht das ganze Konzert übertragen; hier die Setlist zum Konzert (kursiv die nicht gesendeten Stücke):

Intro – Cross-Eyed Mary – Steel Monkey
Thick As A Brick – Farm On The Freeway – Paparazzi (inst.) – Living In The Past/Serenade To A Cuckoo – Mother Goose/Jack-A-Lynn – Budapest – Fat Man – My God (incl. Bourée, Soirée)
The Whistler (inst.) – Nothing Is Easy
Kissing Willie
Too Old To Rock’N’Roll… – Aqualung
Locomotive Breath/Black Sunday (inst.)/Thick As A Brick (reprise)

April, April …

Aprilscherze haben eine lange Tradition und sind bereits seit dem 16. Jahrhundert verbürgt, man glaubt es kaum. Apropos ‚Glauben‘ – es ist eben so, dass man am 1. April nicht alles glauben sollte, was einem erzählt wird, ansonsten ‚wird man in den April geschickt‘!

Wolfgangs Schatzkammer

Bill Graham war in der Frühzeit der Rockmusik ein wichtiger Konzertveranstalter in den USA, der Musiker und Publikum zusammenbrachte und damit auf seine Art viel für die Musikrichtung getan hat. Bekannt sind bis heute seine Musiktheater Fillmore West in San Francisco und Fillmore East in New York. Dort trat nicht nur die Creme der Creme der Rockmusik auf (von Clapton über Hendrix bis zu Zappa), sondern viele der Konzerte wurden aufgezeichnet und als Schallplatten veröffentlicht. „Live at Fillmore East …“ (oder Fillmore West“) ist geradezu ein Markenzeichen guter Live-Musik. Leider wurden beide Clubs 1971 bzw. 1972 geschlossen (die Gagen der Musiker wurden unbezahlbar).

Wolfgang's Vault - Wolfgangs Schatzkammer

Bill Graham hieß eigentlich Wolfgang Grajonca und wurde 1931 in Berlin geboren, floh vor den Nazis in die Staaten und anglisierte seinen Namen mit 18 Jahren. 1991 starb er bei einem Hubschrauberabsturz. Trotzdem ist er wohl immer statt Bill Wolfgang geblieben. Denn im Internet ist das umfangreiche Konzertarchiv von Graham digitalisiert und wird als MP3-Stream angeboten – unter dem Namen Wolfgang ’s Vault. Hier lassen sich viele musikalische Schätze entdecken. Man muss sich nur auf der Website anmelden, das natürlich kostenlos.

Joan Armatrading live im Rockpalast am 15.02.1979

Hier ein Nachschlag – und auch gleich ein dicker. Gestern berichtete ich über die neue CD von Joan Armatrading und ihre Tourneetermine in Deutschland – alles für den April geplant. Hier nun von einem Konzert aus der Rockpalast-Reihe des WDR, am 15. Februar 1979 im kleinen Studio L zu Köln vor gerade einmal 80 jungen Zuhörern aufgezeichnet, satte 17 Stücke der damals 28-jährigen Songwriterin und Sängerin (10 Lieder habe ich als Video ‚wiedergefunden‘).

Joan Armatrading

Hier die Setlist des Konzertes:

01 Down To Zero
02 Barefoot And Pregnant
03 Cool Blue Stole My Heart
04 Baby I
05 Mama Mercy
06 Opportunity
07 Let It Last
08 Woncha Come On Home
09 Steppin‘ Out
10 Love And Affection
11 Show Some Emotion
12 You Rope You Tie Me
13 Kissin‘ And A Huggin‘
14 Tall In The Saddle
15 Takin‘ My Baby Uptown
16 Back To The Night
17 Help Yourself

Joan entdeckt den Blues

Wenn man wie ich die längsten Jahre seines Lebens hinter sich hat (es sei denn, ich werde über 100 Jahre alt – schnell den Rechenschieber heraus: so alt ist der Willi also mindestens schon?), dann hat man sich als Musikinteressierter in der weltweiten Musikszene hinreichend herumgehört. Bis heute zählt daher (woher? weil es wirklich gute Musik denn doch nicht so häufig gibt?) Joan Armatrading zu meinen Favoriten, wenn sie wie ich natürlich auch in die Jahre gekommen ist und ihren Zenit längst überschritten haben dürfte. Ihre große Zeit war in den 70-er Jahren, vielleicht noch Anfang der 80-er. Aber auch alte Eisen bleiben lange noch warm. Und im Alter entdeckt der oder die eine oder andere beizeiten den Blues. So geschehen auf der neuen CD von Joan Armatrading, die am 13. April bei uns auf den Markt kommt: Into the Blues.

Joan Armatrading: Into the Blues

Und nicht das allein. Joan geht bei uns in deutschen Landen auch noch auf Tour. Kurz nach Ostern und mit Erscheinen der neuen CD darf man sie in folgenden Lokalitäten live bewundern:

April 12th Fabrik Hamburg
April 18th Stadthalle – Tuttlingen
April 19th Capitol – Mannheim
April 20th Brueckenforum – Bonn
April 21st Jahrhunderhalle – Bochum
April 23rd Prinzregententheater – München

siehe auch meine Beiträge: Joan ArmatradingJoan Armatrading: Steppin‘ Out

Um sich entsprechend einzustimmen, gibt es unter Wolfgangs Dach („Wolfgang’s Vault“) den Zugang zu Audio-Aufnahmen eines Konzertes, das Joan Armatrading vor fast genau 30 Jahren im Bottom Line zu New York, NY, gegeben hat – über eine Stunde Musik vom Feinsten.

Außerdem: Joan Armatrading bei myspace.com

Ein zweites Leben führen

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, ein zweites Leben zu führen, in dem er alles das machen kann, was er gern möchte, wo der Fantasie und der Umsetzung dieser keine Grenzen gesetzt sind – fast keine.

Genau hier setzt das Online-Spiel „Second Life“ an. Inzwischen tauchen schon 5 Millionen reale Menschen in diese virtuelle Welt ein. Der Zugang ist kostenlos, was aber nicht heißt, dass das zweite Leben als solches kostenlos ist. Denn wie im realen Leben hat auch hier alles seinen Preis, wenn es auch nur so genannte Lindendollar sind. Und: Wenn man im „Second Life“ Immobilien, Kleidung oder ein hübscheres Äußeres für seinen Avatar (Spielfigur, die auch das Fliegen beherrscht) erwerben will, muss man Euro oder Dollar in Lindendollar eintauschen, ebenso kann man Lindendollar verdienen, wenn man eine Dienstleistung anbietet, und diese in Euro oder Dollar zurücktauschen. Im Online-Spiel zahlt man also in einer eigenen Währung mit flexiblem Wechselkurs. Der Referenzwert ist der US-Dollar. Gegenwärtig bekommt man für einen US-Dollar 265 Linden-Dollars.

Second Life

Das zweite Leben bietet alles, was dem Spieler im ‚ersten Leben‘ verwehrt erscheint, bis hin zu Luxus – und natürlich Sex. Schöne heile, bunte Welt? Ich weiß nicht …

Sicherlich träume auch ich manchmal von einem anderen Leben. Aber das müsste anders sein als das „zweite Leben“. Wenn ich dort wie im realen Leben auch nur ‚zahlen‘ muss, dann verstehe ich nicht, was daran so Besonderes sein soll. Weil man spielerisch vielleicht „weitergeht“ als real? Vielleicht sollten wir das reale Leben etwas spielerischer nehmen.

Und irgendwie erinnert mich das auch an die in der heutigen Wirtschaft schon sehr üblichen Derivate, die als neue Finanzspekulationsgrundlagen (Options/Future etc.) dienen und in mancherlei Hinsicht auch eher virtuelle als reale Werte darstellen.

siehe auch zdf.de: Deutsche Firmen entdecken Second Life (mit weiteren Links)

Mick Abrahams Band: Why Do You Do Me This Way

Ohne Zweifel muss man Mick Abrahams zu den größten Rock- und Bluesgitarristen rechnen, wenn seine Karriere auch mehr als holprig zu nennen ist und er eigentlich nie den großen Durchbruch erzielte.

Abrahams war mit Ian Anderson Gründungsmitglied von Jethro Tull, verabschiedete sich aber bereits nach dem ersten Album der Gruppe: „This was“, eine Bluesscheibe, bei der er neben Anderson wesentlichen Einfluss auf die musikalische Ausrichtung hatte. Er gründete 1968 mit Jack Lancaster die Formation „Blodwyn Pig“, die durch eine Mischung aus rockigen (progressiven) Blues mit Einflüssen aus dem Jazz Furore machte. Aber bereits nach zwei Alben war auch hier Schluss. 1970 gründete er dann die Mick Abrahams Band, die im Jahre 1971 zwei Alben auf dem Markt warf, die musikalisch aber nicht mehr an die vorherige Zeit anknüpfen konnten. Da half auch Jack Lancaster, den Abrahams zu den Aufnahmen fürs 2. Album holte, wenig.

A Musical Evening with Mick Abrahams

Mick Abrahams – A Musical Evening 1971
u.a. mit Bob Sargeant – Piano / Walt Monaghan – Bass / Ritchie Dharma Drums

Mick Abrahams Band – Atlast 1971
u.a. mit Bob Sargeant – Piano / Walt Monaghan – Bass / Ritchie Dharma Drums / Jack Lancaster brass

Mick Abrahams verabschiedete sich vorübergehend von der Musikszene, versuchte sich dann in einer Re-Union von Blodwyn Pig, um jetzt mehr oder weniger erfolgreich von Musikclub zu Musikclub zu tingeln. In regelmäßigen Abständen produziert er neue CDs, die aber wohl nur wenige Käufer finden dürften.


Mick Abrahams Band: Why Do You Do Me This Way

siehe hierzu auch meine Beiträge:
Blodwyn Pig: Sing Me a Song That I Know
Kuriose Musikinstrumente: Lyricon (bezieht sich auf Jack Lancaster)
außerdem Mick Abrahams/Blodwyn Pig bei myspace.com

Was ist bloß mit Ian los? Teil 55: Die Gebrüder Anderson

Hallo Wilfried,

an allererster Stelle möchte ich mich … bedanken ! Dem Tampa-Konzert gebührt ein ganz besonderer Platz in der Schmuckschatulle der JT – Fans. Ich kannte es bisher nur bruchstückhaft; es ist ein Juwel unter den Livemitschnitten. Die Jahre 1976 und 1977 sahen den Meister in der Form seines Lebens. Da stimmte einfach alles. Performance, Stimme, Gitarrenspiel, alles vom Feinsten. Er war schon ein besonderer Liebling der Musen, unser Mr. Anderson. Vielen lieben Dank für die großartige Überraschung !!

Zum Thema youtube habe ich in den letzten Tages etwas gelernt: Ich bin bisher davon ausgegangen, dass ein Video, einmal dort eingestellt, für immer seinen Platz dort hat. Weit gefehlt. Das Psalm-Video von Roxy Music ist verschwunden. Eigentlich schade. Ich fand es immer sehr…..amüsant. Das JT-Video für die tausend Mütter ist zum Glück noch da, dank der Zuverlässigkeit eines Herrn willizo.

Bei youtube habe ich Videos einer Gruppe gesehen, die JT-Stücke nachspielt oder es zumindest versucht. Der Sänger ist ein älterer Herr mit grauem Rauschebart, der sich eine Lockenperücke übergestülpt hat (seltsame Kopfbedeckungen scheinen irgendwie dazuzugehören). Dazu trägt er ein Lederwams im Stil vergangener Jahrhunderte, so wie der Meister es in den 70ern trug. Die Bemühungen dieser Gruppe führen uns deutlich vor Augen, welches Format Jethro Tull hatten. Die Bühnenshow des Mr. Anderson, die wir so schätzen, wirkt bei anderen nur peinlich, lächerlich. Ich denke, ein Künstler muss über eine gewisse Klasse verfügen, um sich bei einer so eigenwilligen Show nicht der Lächerlichkeit preis zu geben. Mr. Anderson hatte über viele Jahre hinweg diese Klasse.

Beim Zusammenwirken von Text und Musik ist es natürlich wünschenswert, dass beides zusammenpasst. In den allermeisten Fällen funktioniert das auch, nicht nur bei JT. Es kann auch auf weit niedrigerem Niveau funktionieren. Ich denke dabei an die Punkmusik, die mit wenigen Akkorden auskommt. Hier bestanden die Texte größtenteils aus einigen wenigen Schlagworten, die mehr oder weniger sinnvoll aneinander gereiht ins Mikro gekreischt wurden. Musik und Text passten zueinander. Wenn die Sex Pistols auf die Idee gekommen wäre, Werke von Lord Byron zu vertonen, hätte das nicht mehr zu ihrer Musik gepasst.

In diesem Zusammenhang hast Du eine interessante Fragestellung aufgeworfen: Was wäre, wenn JT zu ihrer Musik unakzeptable Texte gesungen hätten ? Wenn sie Rassismus, Blasphemie oder Menschenverachtung propagiert hätten ? Hätte ich die Musik weiter gehört ? Eine Zeit lang ganz gewiss, denn bei vielen Songs weiß ich erst seit einigen Monaten, wovon sie handeln. Und danach ? Ich kann es nicht sagen. Echt nicht. Stellen wir uns vor, ein Esoteriker oder Sprachwissenschaftler würde herausfinden, dass die Texte des Mr. Anderson verschlüsselte Botschaften misanthropischen Inhalts enthalten. Würden wir unsere Sammlungen deswegen entsorgen ? Ich für meinen Teil bin da nicht sicher.

Ich habe es mehrfach angedeutet: Die Texte sind mir nicht so wichtig. Bei einem Lied achte ich auf die Musik und nicht so sehr auf die Inhalte. Wenn ich mich mit Inhalten beschäftigen will, nehme ich mir ein Buch. Dass die allermeisten englischsprachigen Künstler schneller singen, als ich verstehen kann, kommt mir dabei sehr zu Gute. In diesem Zusammenhang sprach ich von Bildern, die die Musik in mir erzeugt. Da -gerade bei JT- die Lyriks meist überhaupt nicht zu diesen Bildern passen, bin ich gerne bereit, die textlichen Aussagen zu ignorieren. Allerdings kann ich bei JT kein objektives Urteil abgeben, wie ich im Falle unakzeptabler Texte reagieren würde. Dazu bin ich zu festgefahren. Falls Michael Jackson in einem seiner nächsten Songs (falls es dazu kommt) die Freuden der Pädophilie verherrlicht, sähe der Fall anders aus. Dann wäre ich mit meinem Urteil über diesen Herren keine Sekunde lang im Unklaren. (Zur Erklärung: Ich mag ihn nicht, habe ihn nie gemocht). Das wäre wieder ein Beispiel der selektiven Wahrnehmung und der kognitiven Dissonanz, Du hast es bereits angedeutet.

George Michael hat wirklich bei Queen gesungen. Da ich immer bereit bin, an die monetären Ambitionen eines Künstlers zu glauben, gehe ich davon aus, dass Mr. Michael die neu aufgeflammte Popularität der Gruppe nutzte, die nach dem Tode Freddy Mercurys einsetzte, um seinen Kühlschrank noch einmal ordentlich zu füllen. Künstlerisch passte Mr. Michael zu Queen wie Sahne auf Pizza. Aber der rollende Rubel schmirgelt manche Kanten glatt.

Robbie Williams gehört nicht zu den Menschen, die ich mit auf eine einsame Insel nehmen würde. Sein Lebensstil wirkt auf mich kindisch. Er scheint mit den Folgen seines Ruhms überfordert zu sein. Ich sehe hier Parallelen zu Mr. Jackson. Aber im Unterschied zu diesem sind Mr. Williams einige Platten gelungen, die mir gefallen.

Zur Zukunft von JT nur soviel: Ich erwarte aus dieser Ecke nichts mehr und kann also nicht enttäuscht werden. Um kommende Alben werde ich einen großen Bogen machen, unabhängig davon, was der Titel versprechen mag.

Die Aqualung-Polka bewegt sich jenseits aller Kritik.

Der Liveauftritt zu Watching me, watchin you bestätigt viele meiner Lästereien der vergangenen Monate. Ein Experiment, das in die Hose ging. Try and error, was soll’s ?

Trotz aller Lästereien: Wenn ich an JT denke, denke ich an die Gruppe in ihren 70er Jahren. Die positiven Erinnerungen überwiegen. Wir lernen: Kognitive Dissonanz ist eine Schutzfunktion des Bewusstseins, um sich gegen Einbußen der Lebensqualität zu wappnen.

Das Grönemeyer’sche Genuschel ist ein Phänomen. Er spricht klar und deutlich, aber sobald Musik erklingt, bekommt er die Zähne nicht mehr auseinander. Aber wozu gibt es das WWW ? In Zweifelsfällen können wir dort nachlesen, was wir gehört und nicht verstanden haben. Grönemeyers Musik und Texte sind nach seinen Schicksalschlägen schwerer geworden, Moll in Lyrik und Klang. Zwar glaube ich, dass er die Schläge mittlerweile verdaut hat, aber ein Lied wie Currywurst würde die Erwartungen des Publikums nicht mehr erfüllen. Auch Herr Grönemeyer lebt davon, dass er die Erwartungen seines Publikums erfüllt.

Herzliche Grüße
Lockwood

18.03.2007

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Hallo Lockwood,

wie Du vielleicht mitbekommen hast, war ich diese Woche auf Lehrgang. Da ich immer spät nach Hause gekommen bin, reichte es lediglich für allgemeine Lästereien.

Ja, das Tampa-Video … Ich hoffe Laufi & Co. sind mir da nicht allzu böse, wenn ich die einzelnen Stücke bei youtube.com eingestellt habe und es mir zudem gelungen ist, den schwarzen Rand zu entfernen. Natürlich ist die Scheibe ein Schatz, und es gibt ja auch noch einen 2. Teil des Konzertes – laut ministry-of-information.co.uk sollten das folgende Stücke (Perlen) sein: My God, Cross-Eyed Mary, Encore: Guitar Solo, Wind Up, Back-Door Angels, Locomotive Breath/Wind Up (reprise), Dambusters March/Back Door Angels (reprise. ). Leider hört man überhaupt nichts mehr davon – auch nicht im Laufi-Forum, wo zu Tullavision seit fast einem Jahr Funkstille herrscht. Das Flötensolo von Ian Anderson aus diesem Konzert ist übrigens ‚über Nacht’ zur Nummer eins aller meiner youtube-Videos (täglich rund 250 Aufrufe) avanciert (dazu später vielleicht etwas mehr).

Auch youtube.com ist nicht für die Ewigkeit. Im Gegenteil: da viele der dort eingestellten Videos (wie die auch von Jethro Tull) urheberrechtliche Bedenken hervorrufen (speziell bei den Branchen, die die Künstler eigentlich nur vermarkten), hat youtube.com inzwischen eine Milliarden-Klage am Hals. Es geht um angeblich 160.000 Videos, die bei MTV abgekupfert wurden und jetzt frei zugängig in dem Videoportal stehen. Youtube.com hat den Musik-Vermarktungsbranchen (und damit hoffentlich auch den Musikern) eine Beteiligung an den Werbeerträgen versprochen. Aber manchen ist das einfach zu wenig. Das Ganze ist ein weites Feld, auf dem sich bestimmt noch viele Rechtsanwälte eine goldene Nase verdienen werden.

Ja und die Cover-Versionen von Tull bei youtube.com. Ich weiß nicht, ob ich richtig liege, ich denke Du meinst die Gruppe Dayglo Pirates, die ich allerdings gar nicht so übel finde. Dass mit der Lockenperücke und auch sonst mit dem Outfit (Tull alter Tage) ist ja mehr als Karikatur gedacht. Auf deren Website findest Du einige MP3-Dateien, die von all dem, was ich sonst noch so an Cover-Versionen Tull’scher Titel gehört habe, am besten gefällt. Und man glaubt geradezu, Andersons Stimme zu vernehmen …

Was die Anderson’schen Texte betrifft, so habe ich mich früher auch eher beiläufig damit beschäftigt. Aber eines war mir trotzdem immer klar: Dass diese Texte nicht völlig an dem vorbei gehen, was ich weltanschaulich vertrete. Und was verschlüsselte Botschaften misanthropischen Inhalts betreffen, da sind wir alle nicht immer menschenfreundlich gesonnen. Also auch das würde ich sehr gut verstehen.

Die Aqualung-Polka ist natürlich ein Witz.

Ian Anderson

Wenn man so im Netz stöbert, stolpert man immer wieder über interessante Infos, die unseren Meister betreffen. So las ich u.a. folgenden Satz:

Skurriler Eigensinn prägt auch die Musik des Briten, der 1968 seine erste Single „Sunshine Day“ unter dem Namen „Jethro Toe“ veröffentlicht, weil er fürchtet, dass man Jethro Tull für eine Einzelperson halten könnte.

Toe, der Zeh, wie Two, also zwei? Klingt nicht ganz so plausibel. Bisher wurde das Toe als eine Art Schreibfehler hingestellt, was ich aber auch nicht für sehr glaubwürdig halte. Ich wüsste keinen Fall eines ähnlichen Fauxpas.

Im Zusammenhang mit dem „Water’s Edge Ballet“ sind wir ja auf einen Bruder von Ian Anderson gestoßen, dem Ballettmeister Robin Anderson. Inzwischen habe ich bei www.tullpress.com einen anderen Artikel gefunden, der uns einen weiteren Bruder vorstellt: Alistair! Der Artikel ist vom Oktober 1979, da war Ian Anderson gerade 32 Jahre alt, Robin dagegen bereits 49 und Alistair 44 Jahre alt. Neben dem Artikel gibt es auch zwei interessante Fotos von Robin A. mit der Queen Mom – und Anderson (Ian) mit Anderson (Jon von der Gruppe „Yes“); u.a. erfahren wir aus dem Artikel auch, dass Ian Anderson eine Zeitlang als Reinigungskraft in einem Lutoner Kino gearbeitet hat („he once worked as a cinema cleaner in Luton“). Gewissermaßen vom Tellerwäscher zum Millionär.

Robin Anderson & 'Queen Mom' Ian Anderson (Jethro Tull) & Jon Anderson (Yes)
Robin Anderson & ‚Queen Mom‘ Ian Anderson (Jethro Tull) & Jon Anderson (Yes)

Für heute genug – ich wünsche Dir eine erfolgreiche Woche mit wenig Stress. Genieße, soweit Du es kannst, das nun doch endlich schöne Wetter.

Bis bald
Wilfried

26.03.2007

English Translation for Ian Anderson

Metallica – Cross-eyed Mary – Rock am Ring 2006

Es war in dem Jahr 1988, als die Gruppe Jethro Tull, gewissermaßen als späte Anerkennung, für ihr Album „Crest of a Knave“ den einzigsten Grammy in ihrer Laufbahn erhielten, wenn auch in der unpassenden Kategorie „Best Hard Rock/Metal Performance“. Da war sogar Ian Anderson überrascht und erst recht die ebenfalls nominierte (und eigentlich favorisierte) Gruppe Metallica.

Man leitet daraus eine bis heute währende Aversion zwischen Jethro Tull und Metallica ab, die aber höchstens nur bei einigen Metallica-Fans bestehen dürfte. Auf die Preisverleihung an Jethro Tull anspielend, hatte sich Lars Ulrich, der Drummer von Metallica, später beim Gewinn des Grammys für das Album ?Metallica? scherzhaft zuerst bei Jethro Tull für das Nichtveröffentlichen eines neuen Albums in jenem Jahr bedankt.

Aber vielleicht besteht ja doch eine Art von Trauma, die Metallica dadurch zu überwinden sucht, indem sie, wie beim Rock am Ring 2006 auf dem Nürburgring, einen Tull-Titel (nämlich „Cross-eyed Mary“) in ihr Live-Programm aufnimmt. Erstaunlich ist, dass besonders das „Aqualung“-Album immer wieder für Tull-Cover-Versionen von den unterschiedlichster Hard Rock- und Heavy Metal-Gruppen herhalten muss. Hier aber die angesprochene Metallica-Version von „Cross-eyed Mary“:

Nachtrag: Da bin ich doch wirklich einem Fake ohnegleichen erlegen. Ich weiß nicht, was Metallica da auf dem Video tatsächlich spielt. Aber es ist nicht „Cross Eyed Mary“ von Jethro Tull. Die zu hörende Coverversion stammt natürlich von Iron Maiden. Diese wurde sehr geschickt dem Video unterlegt [1].

Lehrgang mit Leerlauf

Wenn man so an einem Lehrgang teilnimmt, fallen einem merkwürdige Sachen ein. So assoziiert man z.B. den Begriff Lehrgang über die gedankliche Brücke Gangschaltung schnell mit Leerlauf. Woran das nur liegen mag?

Leergang