Willi, der Berliner, und die ‚Mauer‘

Wenn wir jetzt in Coronazeiten etwas mehr Zeit haben (als Rentner habe ich bekanntlich eigentlich keine Zeit!), dann ist eine sinnvolle Nutzung dieser Zeit zweckmäßig. Könnte ich so sagen … Mehr oder wenige alte Fotos zu sichten, ist eine dieser Tätigkeiten. Und bei (fast) allen dieser Fotos gibt es im Hintergrund eine kleine ‚Geschichte‘.

Am 26. Juni 1963 hielt der damalige US-Präsident John F. Kennedy seine berühmte Rede „Ich bin ein Berliner!“ vor dem Rathaus Schöneberg in Berlin. Natürlich war er kein gebürtiger Berliner und meinte das im übertragenen Sinne: “Two thousand years ago the proudest boast was ‘Civis romanus sum’. Today, in the world of freedom, the proudest boast is ‘Ich bin ein Berliner’.” – „Vor zweitausend Jahren war der stolzeste Satz ‚Ich bin ein Bürger Roms‘. Heute, in der Welt der Freiheit, ist der stolzeste Satz ‚Ich bin ein Berliner‘.“

    John F. Kennedy: 'Ich bin ein Berliner'
    John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner“

Natürlich konnte Kennedy kein Deutsch. So wurde das bekannte Zitat in eine englische Aussprache übertragen, die er sich handschriftlich festhielt: „Ish bin ein Bearleener“ (siehe auch meinen Beitrag Kennedy-Mord: eine Verschwörung Teil 2).


John F. Kennedys Rede vor dem Rathaus Schöneberg/Berlin: „Ich bin ein Berliner“

Nun ist nicht nur Kennedy ein ‚Berliner‘, sondern auch ich. Im wahrsten Sinne! Ich bin in Berlin im schönen Schöneberg geboren. Wenn es das auch schon fast war, was mich und Berlin betrifft. Denn noch als Kleinkind zog ich mit meiner Familie aus Berlin an den Nordrand des Schwarzwaldes.

Von dem Bau der Berliner Mauer habe ich vor Ort also nichts mitbekommen. Und von Kennedys Rede dann wie vom Mauerbau erst als Schüler der Grundschule in Bremen. So bekam ich auch erst spät die Mauer auf Klassenfahrten zu Gesicht. Zuletzt war ich im Juli 2001 in Berlin. Da war die Mauer längst gefallen und nur noch Reste zu besichtigen.

Reste der Berliner Mauer
Rest der Berliner Mauer

Inzwischen ist die Berliner Mauer in viele Brocken zerschlagen und weltweit als zu Anschauungszwecken zu besichtigen. Ein Teilstück ist z.B. in Hamburg zu sehen. In der neuen Hafencity findet man dieses auf dem Platz der Deutschen Einheit unweit der Elbphilharmonie. Als ‚alter Berliner‘ durfte ich mich vor diesem unrühmlichen Teil der deutschen Geschichte abbilden lassen.

Teil der 'Berliner Mauer': Platz der Deutschen Einheit, Hamburg - Oktober 2018
Teil der ‚Berliner Mauer‘: Platz der Deutschen Einheit, Hamburg – Oktober 2018

Und ein Miniteilchen der Mauer liegt bei uns im Wohnzimmer im Bücherregal. Irgendwann müssen wir das Stück käuflich erworben haben. Es ist gewissermaßen auch ein Teil von mir ….:

    ... die mauer - the wall - le mur ... 13.08.1961 - 09.11.1989
    … die mauer – the wall – le mur … 13.08.1961 – 09.11.1989

Fotos haben ihre eigenen Geschichten!

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.