Abenteuer Ulysses von James Joyce (15): 120 Jahre Bloomsday

Heute vor nun 120 Jahren, am 16. Juni 1904, geschahen ‚Ereignisse‘ die in Dublin spielten und einen gewissen Leopold Bloom als Hauptakteur hatten. Die Geschehnisse waren natürlich fiktiv und finden sich in dem Roman Ulysses von James Joyce beschrieben. Und es spielte sich alles an einem Tag, eben jenem 16. Juni 1904, ab. Seit 1954 wird der 16. Juni als Bloomsday gefeiert und seitdem werden in Dublin jährlich Veranstaltungen zu Ehren von Joyce sowie seines Romans und dessen Figuren organisiert. Nicht selten arten diese in eine Sauftour aus

Bloomsday in Dublin – jeweils am 16. Juni
Bloomsday in Dublin – jeweils am 16. Juni

Wenngleich der Bloomsday kein gesetzlicher Feiertag in Irland ist, ist er doch in englischsprachigen Kalendern inzwischen gleichwertig neben dem Saint Patrick’s Day verzeichnet. Er ist weltweit der einzige Feiertag, der einem Roman gewidmet ist.

Der Bloomsday erhöht die Anziehungskraft der Stadt Dublin erheblich: Er gehört zu den größten Touristenattraktionen der Stadt. Im Jahr 2004 fanden in Dublin aus Anlass des hundertsten Jahrestages unter dem Motto „ReJoyce Dublin 2004“ vom 1. April bis 31. August fünf Monate währende Festlichkeiten statt.

Und eine gute Nachricht zu ‚meinem‘ Abenteuer Ulysses: Ich bin beim letzten Kapitel, dem 18. (Penelope), angelangt, habe mich sicherlich etwas zu ausführlich mit dem Roman beschäftigt (und am Ende dann doch eher nicht). Dank dem Internet habe ich jede Menge Material gesammelt, verarbeitet und dieses (bisher bis zum 13. Kapitel auch in diesem Blog nachlesbar) zu Papier gebracht (bzw. werde es noch zu Papier bringen).

… demnächst in diesem Theater
… demnächst in diesem Theater

In den nächsten Tagen (oder eher Wochen) werde ich auch den Rest des Romans hier mit einer Menge Bemerkungen vorstellen. Also Geduld, liebe Joyce-Freunde. Der Beitrag zum 14. Kapitel (Die Rinder des Sonnengottes – es spielt in einer Entbindungsanstalt) ist schon geschrieben, muss aber noch überarbeitet werden. Diese Kapitel ist eine Zeitreise durch die Entwicklung der englischen Sprache – vom Altenglischen bis zum zeitgenössischen Dubliner Slang, in der deutschen Übersetzung vom Althochdeutschen zum Berliner Dialekt. Und da die meisten von uns des Althochdeutschen nicht mächtig sind, so habe ich die anfänglichen Seiten 539 bis 558 des Kapitels in der Übersetzung von Hans Wollschläger [amazon] aus dem Jahr 1975 in eine heute verständliche Sprache übersetzt, mich dabei aber vom sprachlichen Duktus her an dem althochdeutschen Text gehalten. Viel Arbeit für einen Laien in deutscher Philologie.

Alles bis bald (und Franz Kafkas 100. Todestag ist auch noch gebührend zu würdigen).

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.