Ry Cooder: Paris, Texas

Ich habe mich gefragt, wie ich eigentlich zu Ry Cooder ‚gekommen’ bin. Es war die Musik zu dem Film Paris, Texas aus dem Jahre 1984 von Wim Wenders, mit dem Cooder später weitere Male zusammenarbeiten sollte (Buena Vista Social ClubRy Cooder: The End of Violence).

„Paris, Texas“ ist ein deutsch-französischer Spielfilm, ein in englischer Sprache gefilmtes Drama, u.a. mit Harry Dean Stanton, Nastassja Kinski, Dean Stockwell und Bernhard Wicki. Das Drehbuch schrieb Sam Shepard. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1984, dem neben der Berlinale und den Filmfestspielen von Venedig bedeutendsten Filmfestival, erhielt der Film den Hauptpreis, die Goldene Palme.

Wer den Film kennt, wird sich unweigerlich auch an die Musik erinnern. Cooders Musik mit den einsamen, geradezu spärlichen Tönen auf der Slide-Gitarre gehört zu den Fällen, in denen sich die Musik mit dem Film zu einer gelungenen Symbiose gefunden hat. Da ist der eine Teil ohne den anderen einfach nicht denkbar. Und so sieht man beim Eröffnungsthema von Cooder unwillkürlich diese weiten Ebenen im Westen der USA und Travis (Harry Dean Stanton), wie er sie durchwandert; und jedes Mal, wenn man z.B. ein Standfoto aus dem Film sieht, hört man die Musik von Ry Cooder.

Ry Cooder: Paris, Texas

Der Eingang zum Hauptthema zu Paris, Texas besteht nur aus wenigen Tönen. So schlägt Cooder eine Saite an, gleitet mit dem Bottleneck (auch Slide-Bar genannt) kurz einen Halbton höher und gleich wieder zurück auf einer Gitarre, die in offener Stimmung in D-Dur gestimmt ist (D – A – D – F# – A – D). Das ist minimalistisch und passt doch ungeheuerlich zu den kargen Bildern des Films.

Damals, als ich den Film zum ersten Mal sah, hat mich die Musik wohl mehr fasziniert als der Film selbst (oder es war das beschriebene Zusammenspiel von Film und Musik), sodass ich mich weiter umhorchte und mir so nach und nach die eine und andere Scheibe von Ry Cooder zulegte. So ‚kam’ ich also über diesen Soundtrack zu dem Meister der Slide-Gitarre.

Hörbeispiele – Ry Cooder: Paris, Texas

Der Film selbst ist „eine filmästhetisch bestechende und emotional mitreißende Synthese aus publikumswirksamem Genrefilm und europäischem Autorenkino als realistisches Amerikabild, Road Movie, Liebesgeschichte und mythische Allegorie gleichermaßen glaubhaft und faszinierend.“ (Lexikon des internationalen Films)


Paris, Texas (1984)

siehe auch Paris, Texas – Trailer (Deutsch)
siehe auch World of Soundtrack: Ry Cooder

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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