An früherer Wirkungsstätte

Gestern weilte ich in Bremen und bin dabei an meiner alten Wirkungsstätte, dem „Haus des Reichs“ vorbeigekommen. Da ich noch etwas Zeit hatte, betrat ich das von 1928 bis 1931 errichtete Gebäude.

Anfang der 70er Jahre absolvierte ich hier eine Ausbildung beim Finanzamt Bremen-Mitte (das Amt ist u.a. für die Körperschaftsteuer der Stadtgemeinde Bremen zuständig) in der mittleren Laufbahn (heute wäre es die Ausbildung zum Finanzwirt) und setzte ab Januar 1975 eine entsprechende Ausbildung in der gehobenen Laufbahn (heute wäre das ein Studium zum Diplom-Finanzwirt) fort …

Nun inzwischen wirke ich beruflich in Hamburg, also an ganz anderer Stelle. Es war aber schon ein merkwürdiges Gefühl, nach so vielen Jahren dieses alte, hochherrschaftliche Gemäuer wieder einmal zu betreten, in dem auch die Senatorin für Finanzen ihre Räumlichkeiten hat und das auf eine ganz ureigene Geschichte zurückblicken kann.

Seit meinem ersten Betreten des Gebäudes sind nun über 40 Jahre vergangen – und viel hat sich seitdem nicht verändert. Die Post- und auch die Geschäftstelle des Finanzamtes Bremen-Mitte ist noch in den gleichen Büros. Und es gibt immer noch die Paternosteraufzüge, die technisch als Personen-Umlaufaufzüge bezeichnet werden. Eine Fahrt mit einem dieser Fahrstühle ohne Türen, die nie anhalten, hat schon etwas.

Quelle/Urheber: RokerHRO

So bin ich also durch den Irrgarten dieses Hauses gewandert. Es besteht wirklich die Gefahr, sich zu verlaufen. In dem kleinen Kiosk, der sich im Übergang zum Anbau befindet und der für die Bediensteten u.a. Brötchen und kalte Getränke bereithält, musste ich auch hinein und habe eine Packung Kekse auf die Schnelle gekauft. Früher habe ich mir hier meine Milch gekauft (schließlich lebt man gesund).

Auch außerhalb des Gebäudes ist vieles noch so wie früher. So gibt es in der Schillerstraße immer noch den kleinen Laden, der „Finanzamt Bremen-Süd“ genannt wurde (denn ein solches Finanzamt gibt es in Bremen natürlich nicht). Und im Herdentorsteinweg, Ecke Breitenweg besteht immer noch die Kneipe „Klause 38“, in der nach Feierabend (besonders freitags) manches Bier die durstigen Kehlen der Beamtenanwärter hinuntergeflossen ist.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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