Magie des Kinos: The Artist

The Artist („Der Künstler“) ist ein Spielfilm des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius aus dem Jahr 2011. Die Geschichte um einen amerikanischen Stummfilmstar (gespielt von Jean Dujardin), der sich Ende der 1920er Jahren dem Übergang zum Tonfilm verweigert, wurde von Hazanavicius im Stummfilmformat 1,33:1 in Schwarzweiß-Bildern mit Zwischentiteln und so gut wie wortlos konzipiert.

Die Tragikomödie wurde am 15. Mai 2011 bei den 64. Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt und startete am 12. Oktober 2011 in den französischen Kinos. Von der internationalen Fachkritik überwiegend als brillante Hommage an das alte Hollywood bzw. als Liebeserklärung ans Filmemachen verstanden, gewann „The Artist“ mehr als 30 internationale Filmpreise, darunter 2012 drei Golden Globe Awards. Der deutsche Kinostart ist für den 26. Januar 2012 geplant.

Hollywood 1927: George Valentin (Jean Dujardin) ist ein gefeierter Stummfilm-Star. Doch die Einführung des Tonfilms schwebt als Damoklesschwert über seiner Karriere. Auf einer Premierenfeier verliebt sich George in die charismatische junge Statistin Peppy Miller (Bérénice Bejo), die mit ihrem gewinnenden Lächeln selbst das Zeug zum Leinwandliebling hat. Während der Siegeszug des Tonfilms für Peppy den Beginn ihres Aufstiegs bedeutet, verpasst George, der sich selbst als Star vom alten Schlage sieht, den Anschluss und fällt immer tiefer auf der Karriereleiter. George fehlt das Gespür für die Modernisierung des Kinos und die neuen Ansprüche des Publikums. Er überwirft sich mit seinem Produzenten (John Goodmann) und sein selbst produzierter Stummfilm wird zum Flop. Das gefährdet nicht nur die Beziehung zu seiner Frau, sondern führt ihn auch fast in den finanziellen Ruin.

aus: filmstarts.de

Ein Stummfilm in Schwarzweiß-Bildern im Jahre 2012 – geht das überhaupt? Ja, das geht und hat nicht nur bei den Kritikern, sondern auch beim Publikum großen Erfolg. Regisseur Michel Hazanavicius hatte mit Jean Dujardin bereits Komödien mit dem Geheimagenten OSS 117 im 60er Jahre-Look vorgelegt, die besonders in Frankreich ein breites Publikum fanden. Jetzt wagte er sich noch weiter in der Zeit zurück, zum Wendepunkt zwischen Stumm- und Tonfilm, und legte eine Hommage auf an das alte Hollywood, an den guten alten Stummfilm, ans Kino ganz allgemein und insgesamt. Eine Erklärung für den sich abzeichnenden Erfolg ist sicherlich der Überdruss eines Großteils der Zuschauer, der die ins Unendliche gesteigerten digitalen Tricks, diesen ganzen 3D-Kram einfach satt haben und sich noch einfacher, aber wohl schmeckender Kost sehnen. Diese Sehnsucht erfüllt „The Artist“. Zudem hebt sich der Filmheld George Valentin ganz einfach positiv von all diesen Superhelden ab. Man muss erst einmal darauf kommen, im 21. Jahrhundert einen schwarzweißen Stummfilm zu drehen.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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