HSV, der Relegator

Abschluss der Saison 2014/2015 in der Fußball-Bundesliga: Der SV Werder Bremen hat nach all den Träumen vom Einzug in den Europapokal (Träume sind meist doch nur Schäume) einsehen müssen, dass man noch nicht so weit ist, einer Mannschaft wie z.B. Borussia Dortmund das Wasser zu reichen. Natürlich hätte man gern mehr als einen 10. Tabellenplatz erzielt. Aber immerhin hatte man zuletzt nichts mehr mit dem Kampf um den Abstieg zu tun. Das ist ja auch schon etwas.

Der HSV, der sich zu Beginn der Saison hohe Ziele gesetzt hatte (wie so oft), muss nun froh sein, mit dem 16. Tabellenplatz immerhin noch (und schon wieder) in die Relegation gekommen zu sein. Erst vor einem Jahr retteten sich so die Hamburger mit der minimalsten Ausbeute (0:0 zu Hause und 1:1 auswärts, das Auswärtstor zählte doppelt) gegen Greuther Fürth vor dem Abstieg in die 2. Liga. Jetzt geht es am Donnerstag (28.05.) in Hamburg und am Montag (01.06.) in Karlsruhe gegen den Dritten der 2. Liga, den KSC. Der HSV, der Relegator.

Nach der Saison ist bekanntlich vor der (nächsten) Saison:

Trotz des Verkaufs von Davie Selke (für acht Millionen Euro zu RB Leipzig), dem Abgang von Sebastian Prödl und den möglichen Verkäufen von Eljero Elia und Ludovic Obraniak kann Werder zwar weiterhin nicht im großen Stil auf Einkaufstour gehen, aber für die ein oder andere echte Verstärkung soll und muss das Geld reichen.

    100 % SV Werder Bremen

Werder will schließlich auch in der nächsten Saison auf der Schwelle zu den Europapokal-Plätzen stehen. Das ist schon jetzt das erklärte Ziel. Das, was der FC Augsburg in diesem Jahr geschafft hat, wollen die Bremer im allerbesten Fall nachmachen. (Quelle: weser-kurier.de)

Für rund 4,5 Millionen Euro kommt der bisher für Köln spielende Mittelstürmer Anthony Ujah nach Bremen, denn es ist zu befürchten, dass Werders bester Torschütze der abgelaufenen Saison, Franco Di Santo, Bremen verlassen wird. Dessen Vertrag läuft in einem Jahr aus und eine Verlängerung dürfte teuer werden.

Neben der Ausleihe für Elia (FC Southampton) und Obraniak (Çaykur Rizespor) endet u.a. auch die Ausleihe für Nils Petersen, der sich beim FC Freiburg immerhin zum erfolgreichen Joker gemausert hat. Ob er aber ins Werder-Team passt, ist fraglich.

Aus dem Werder-Nachwuchs sollen gleich vier Spieler einen Profivertrag erhalten: Luca Zander (rechter Verteidiger), Lukas Fröde (defensives Mittelfeld), Melvyn Lorenzen (Mittelstürmer) und Florian Grillitsch (offensives Mittelfeld). Ein interessanter Spieler für die Profis dürfte zudem Maik Lukowicz, Toptorjäger in der U23, werden. (Quelle u.a. transfermarkt.de)

Im offensiven Mittelfeld fehlt Werder neben Zlatko Junuzovic eine weitere herausragende Figur. Bei einem möglichen Weggang von Franco Di Santo gilt das auch wieder für den Sturm, dann könnte Freiburgs Admir Mehmedi ein Kandidat werden. Der Schweizer Nationalspieler kann durch den Abstieg angeblich für eine feste Ablöse von fünf Millionen Euro den Verein verlassen.

Als weiterer Wechsel steht bisher nur der von Felix Wiedwald (Eintracht Frankfurt) fest. Er soll Werders neue Nummer eins werden. Sollte Raphael Wolf seine Rolle als Ersatztorwart nicht gefallen und er wegwollen, könnte auch der Freiburger Keeper Roman Bürki noch ein Kandidat als Wiedwald-Konkurrent sein.

Mit Luca Caldirola und Cedrick Makiadi gibt es bei Werder zwei Wackelkandidaten, die in der letzten Saison gerade einmal auf einige Kurzeinsätze kamen. Tendenz: Abschied von der Weser.

Werder hatte mit 65 Gegentoren (neben Absteiger Paderborn) die schlechteste Abwehr der ersten Liga. Ich denke, dass hier dringend Handlungsbedarf für die nächste Spielzeit besteht.

Die Ansprüche bei Werder sind wieder eindeutig gestiegen. Nach einer verkorksten Hinrunde gelang es den Bremern gegen jedes Erwarten, wieder einmal an die Tür zu den europäischen Wettbewerben zu klopfen. Jetzt will man auch hinein. In der Breite ist Werder durchaus gut aufgestellt. Was fehlt, sind Spieler, die regelmäßig den Unterschied ausmachen können.

Übrigens: Die Gerüchteküche brodelt, siehe [transfermarkt.de][weser-kurier.de]

Aber es gibt ja nicht nur die ersten Herren des SV Werder. Die Frauen haben den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Glückwunsch dazu! Und auch Glückwunsch an die 2. Mannschaft: Die U23 ist Meister der Regionalliga Nord geworden und spielt in der Relegation zur 3. Liga gegen Borussia Mönchengladbach II am Mittwoch (27.05.) zu Hause um 19 Uhr auf ‚Platz 11‘ und im Rückspiel am Sonntag (31.05.) um 14 Uhr im Grenzlandstation in Gladbach.

Nachtrag: jetzt geht’s Schlag auf Schlag – Werder Bremen vermeldet die Verpflichtung des Linksverteidigers Ulisses Alexandre Garcia. Der Junioren-Nationalspieler aus der Schweiz spielte zuletzt bei Grashoppers Zürich und unterzeichnete einen Drei-Jahres-Vertrag.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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