Am 15. September 1997 registrierten zwei Studenten der US-Universität Standford die Internetdomain google.com. Ein Jahr später starteten Larry Page und Sergey Brin ihre Suchmaschine, die zum rasanten Aufstieg ihres Unternehmens führte. Google steht heute als Synomyn für Suchmaschine schlechthin.
Meine Antwort auf Eure letzten mails habe ich bewusst bis heute zurückgehalten, um etwas Aktuelles zum Thema intellektueller Musiker berichten zu können: Seit gestern ist Jet-Gitarrist Brian May Doktor der Astrophysik. Zwar hätte Dr. May bei der Wahl seiner Garderobe etwas mehr Sorgfalt walten lassen können, aber ich freue mich trotzdem für den Langen !
heute fange ich gleich einmal mit jeder Menge Musik an, die man ja vielleicht auch im Hintergrund hören kann, während man liest (oder sonst etwas tut). Es ist mir doch noch gelungen im Internet ein paar der besserern Titel von Al Stewart zu finden – ohne Video. Aber wie Ihr Euch ja schon selbst überzeugen konntet, ist Mr. Stewart nicht so photogen und dekorativ, dass man ihn zu seiner Musik unbedingt auch noch sehen muss. Unter Umständen könnte sich sein Anblick auf den Hörgenuss sogar eher störend auswirken. Daher hier jetzt die völlig bildlosen Links zu Merlin’s Time und One Stage Before (zu denen ich ja schon einmal die Texte verlinkt hatte, was ich mir aber keinesfalls nochmals erlauben würde) sowie If It Doesn’t Come Naturally, Leave It und The Dark And The Rolling Sea. Abgesehen von „Merlin’s Time“, das rein akustisch ist, enthalten die anderen Titel alle Gitarrensolos, die so klingen wie Gitarrensolos meiner Meinung nach klingen sollten.
Übrigens bin ich dieser Tage zu dem Schluss gekommen, dass sich Mr. Stewart’s Stimme nachteilig auf seine Karriere ausgewirkt haben könnte. Sie klingt einfach immer gleich sanft, weich und ruhig, ganz gleich was er singt, und nicht zu jedem Song passt das. Erstmals ist es mir neulich aufgefallen, als ich nach längerer Zeit einmal wieder den Titel „Constantinople“ (den ich leider nirgendwo im Net finden konnte) gehört habe – das geht so richtig rockig los, und man denkt jetzt geht die Post ab, und wenn er dann zu singen beginnt erscheint es wie ein Stilbruch. Immerhin geht es in dem Lied darum, dass die Türken Europa überfallen, das sollte schon ein bißchen verzweifelt klingen. Aber das bekommt er irgendwie nicht hin. Ich mag seine Stimme und diese Art zu singen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es manch Anderen stört. Vielleicht war es auch das, was Wilfried meinte als er etwas bezüglich „schmalzig“ schrieb, ich wüßte sonst wirklich nicht, was an Al Stewart schmalzig sein sollte. Und auf Schmalz reagiere ich üblicherweise selbst ziemlich empfindlich.
Wenden wir uns übergangslos Dr. Brian May zu, dem ich natürlich auch ganz herzlich zu seinen akademischen Weihen gratulieren möchte. Astrophysik ist ein wirklich interessantes Thema, mit dem ich mich vor ca. 35 Jahren – also ungefähr als Mr. May seine Dissertation begann – auch schon einmal beschäftigt habe, allerdings natürlich sehr amateurhaft. Immerhin beabsichtigte ich damals Astronautin zu werden, daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Dr. May dagegen ist es gelungen seine Ziele und Träume noch zu verwirklichen – Bravo!
Ich war in den vergangenen Tagen und Wochen viel auf YouTube unterwegs und bin dabei auch auf einige bemerkenswerte Musiker(innen) und Songs gestoßen, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte. Es waren nicht zuletzt diese Streifzüge, die mich in letzter Zeit von meinen schriftstellerischen Aktivitäten abgehalten haben. Ein paar meiner Entdeckungen möchte ich Euch dabei nicht vorenthalten.
Zum Beispiel bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Cover-Versionen ein interessantes Thema sind. Manche beliebten Titel sind gleich von einer ganzen Reihe von Musikern gecovert worden, und die Versionen unterscheiden sich zum Teil erheblich. Da ist es wirklich manchmal erstaunlich wie unterschiedlich eine Melodie interpretiert werden kann, oder wie ein anderes Arrangement einem Song eine völlig andere Bedeutung verleiht.
So bin ich auf YouTube auf ein Lied gestoßen, dass sehr bekannt zu sein scheint, von dem ich aber noch nie zuvor gehört hatte – es ist Leonard Cohen’s Hallelujah (Originalversion live aus einer bekannten deutschen Fernsehsendung…). Nun tut Mr. Cohen seine Lieder nicht singen sondern sprechen, und das schreit geradezu danach sie noch einmal so aufzunehmen, dass sie wie Musik klingen – da ist eigentlich jede Cover-Version besser als das Original. Daran haben sich in Folge auch zahlreiche Musiker versucht, und ich möchte hier nur ein paar der interessantesten Versionen aufführen – übrigens allesamt von Musikern, die mir bis dato völlig unbekannt waren.
Da wäre zuerst die Version von Rufus Wainwright, die ich für die schlechteste halte. Er singt mit nasaler Stimme ohne Akzentuierung in schleppendem Tempo und weinerlich klagendem Tonfall – das Ganze zu eintöniger Klavierbegleitung. Bei ihm klingt das Lied wie ein Trauermarsch für eine Beerdigung.
Besser ist da schon die Version von Jeff Buckley – schöne akustische Gitarre im Folk-Stil, aber sein Gesang klingt irgendwie ein bißchen verloren. Außerdem sind meiner Meinung nach hier die Instrumentalpassagen etwas zu lang ausgefallen.
Auch Allison Crowe singt zu Klavier, aber im Gegensatz zu Mr. Wainwright klingt das Lied bei ihr nach purer Freude und Glückseligkeit. Vielleicht sind es auch ihr stahlendes Lächeln und ihre großen blauen Kinderaugen, die diesen Eindruck vermitteln. Auf jeden Fall kommt ihre Interpretation des Songs seiner Bedeutung für mein Gefühl doch schon recht nahe.
Wirklich überzeugt hat mich dann aber doch erst k.d. lang. In ihrer Version ist wirklich alles drin, nicht nur Klavier und Gitarre, sondern wohl auch so ziemlich jede Emotion, die zwischen Himmel und Erde vorstellbar ist. Bei Mrs lang (sie legt wohl Wert darauf, dass ihr Name kleingeschrieben wird…) bin ich denn auch hängengeblieben. Deshalb hier – auch auf die Gefahr hin, dass Ihr meine neugewonnene Begeisterung für Mrs lang nicht teilen könnt – gleich noch eine zweite Kostprobe: Helpless. (Auch Bird On The Wire und Pullin‘ Back The Reins sind übrigens empfehlenswert)
Beim Namen k.d. lang hatte ich eigentlich einen Mann erwartet, und der erste optische Eindruck sah auch stark danach aus. Folglich war ich etwas überrascht wie es klang, als sie schließlich zu singen begann… Ihr Äußeres ist zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig: Die Natur muss bei ihr das Geschlecht verwechselt haben, sie hat mindestens 40 kg zuviel auf den Rippen und einen Haarschnitt wie eine unter den Rasenmäher geratene Maus. Dazu kommt, dass sie üblicherweise barfuß über die Bühne stolpert und dazu Schlafanzug- oder Morgenrock-ähnliche Garderobe trägt. Aber wen stört’s noch, sobald sie singt? Mich jedenfalls nicht. Ich finde sie einfach faszinierend.
Und damit wäre ich wieder bei Mr. Anderson angekommen. OK, der Zusammenhang ist jetzt vermutlich nicht sofort erkennbar. Der Schlafanzug könnte als Gemeinsamkeit herhalten, wobei Mr. Anderson immerhin noch Schuhe dazu getragen hat. Auf jeden Fall ist auch Mrs lang eine ziemlich exzentrisch wirkende Erscheinung. Außerdem neigt sie, ähnlich wie Mr. Anderson, zu einem mimik- und gestenreichen Vortragsstil. Wenn sie von „big birds flying…“ singt, sieht man sie schon fast zum Tiefflug übers Publikum abheben…
Ich habe Mr. Anderson in den letzten Wochen und Monaten mit anderen Musikern verglichen und bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass er im Gegensatz zu diesen auf der Bühne einen ernsten oder gar finsteren Eindruck macht, sein Vortragsstil aufgesetzt und einstudiert erscheint, sein Outfit unpassend ist, seine Aufführungen teilweise lächerlich oder gar peinlich wirken usw. – dass bei ihm einfach nichts mehr zusammenpasst. In igendeinem Nebensatz habe ich dann immer noch erwähnt, dass diese anderen Musiker im Gegensatz zu Mr. Anderson allerdings noch eine Stimme haben. Als ob es für einen Sänger eine Nebensächlichkeit wäre, ob er singen kann oder nicht.
Der Verlust der Stimme ist für einen Sänger eigentlich das Aus, das Ende, der Tod. Mr. Anderson hat versucht diesen Tod zu überleben, da er offensichtlich nicht mit ihm leben konnte. Da nicht sein kann was nicht sein darf, bemüht er sich seither seinen Stimmausfall zu ignorieren, so zu tun als existiere er nicht oder als wäre er eine unbedeutende Lappalie. Aber ist es wirklich vorstellbar, dass er nicht selbst hört wie er klingt? Ganz abgesehen davon, dass er durch seine lieben Mitmenschen in Form von Konzertkritiken, Interviews, Fanpost, Internet-Foren etc. auch ständig wieder daran erinnert wird.
Fällt nicht der Zeitraum, in dem er „sich selbst verloren hat“ (wie ich es schon einmal ausgedrückt habe) zusammen mit dem Zeitraum, in dem er seine Stimme verloren hat? Und das ist nicht über Nacht passiert, das fing schon Ende der 70er Jahre an. Mir ist erstmals bei den Aufnahmen aus dem Madison Square Garden 1978 (Thick As A Brick) aufgefallen, dass er anfing immer mickymaus-ähnlicher zu klingen.
Es ist leicht freudestrahlend Hallelujah zu singen, wenn man eine Stimme hat wie k.d. lang. Mit einer Stimme wie Mr. Anderson würde sich Mrs lang sicher auf keine Bühne mehr wagen, und die Herren Fogerty, Diamond und wie sie alle heißen vermutlich genauso wenig. Warum wundert mich also, dass sich Mr. Anderson nicht mehr so recht unbeschwert über seine eigenen musikalischen Darbietungen freuen zu können scheint? Ist es verwunderlich, wenn er seit seinem Stimm-Tod als Zoombie über die Bühnen der Welt geistert? Etwas anderes ist eigentlich nicht zu erwarten. Erstaunlich nur, dass ich so lange gebraucht habe darauf zu kommen.
Da wird auch verständlich, warum er kaum noch neue Musik produziert. Was macht es schon für einen Sinn ein neues Lied zu schreiben, wenn man es nicht singen kann? Oder wenn es einfach nur scheußlich klingt. Und nur Instrumentalstücke möchte doch auch niemand. Da ist guter Rat wirklich teuer…
Und da ich mit meinem Latein nun auch am Ende bin, mache ich hier Schluss für heute.
Liebe Grüße an Euch beide
Kretakatze
PS.: Lieber Wilfried, natürlich hast Du keinen Blödsinn geschrieben – dafür bin eher ich zuständig. Wenn ich heute manches nochmals lese, was ich vor einigen Wochen oder Monaten hier verbrochen habe, dann denke ich auch immer wieder es wäre wohl doch besser gewesen, ich hätte mich ganz still in eine Ecke gesetzt und gewartet bis der Anfall vorbei ist. Naja, Schwamm drüber… Wenn Du anderer Meinung bist als ich, ist das jedenfalls Dein gutes Recht, und in vielen Punkten stimmen wir ja auch völlig überein.
Was das Bild von Mr. Anderson im Rollstuhl betrifft, kann ich garnicht recht glauben, dass es echt sein soll. Dass er schon einmal nach einem Sturz von der Bühne den Rest der Vorstellung im Rollstuhl absolviert hat, habe ich auch schon gehört, aber gleich zusammen mit 2 Krankenschwestern? Das Photo sieht auch schon so montiert aus, die Größenverhältnisse scheinen mir nicht zu stimmen, auch das Licht – besonders auf den beiden Nursies – wirkt so unecht…
Ihr habt Euch ja lange nicht mehr gemeldet. Und, um ehrlich zu sein, ich habe die anderson-freie Zeit genossen und genutzt, um mich einmal wieder mit anderen Dingen zu beschäftigen. So habe ich auch einen Großteil meiner Urlaubsbilder und -videos überarbeitet, die ansonsten lange brach gelegen hätten. Und Herr Anderson hängt/hing mir auch so langsam kilometerlang aus dem Hals.
Aber auch Kretakatze hat ja wohl die Zeit genutzt, um ihren keinen Kätzlein ein Zuhause zu verschaffen. Herr Anderson und all die anderen Damen und Herren Musiker können einem schon ganz schön die Zeit stehlen.
Ja, Lockwood, Queen-Gitarrist Brian May greift als Doktor nach den Sternen bzw. in nebulöse Staubwolken im All. Gratulation auch von meiner Seite! Da fegt ja nun geradezu eine akademische Elite von Rockmusikern über die Bühnen der Welt.
Kretakatze kehrt so langsam in die Tage ihrer Jugend zurück (nicht nur sie). Nach John Fogerty willst Du uns jetzt doch noch einmal Al Stewart schmackhaft machen. Vielen Dank für die Lieder. „The Dark And The Rolling Sea“ gefällt mir sogar ausgesprochen und wirklich gut. Was allerdings den Gesang von Al Stewart betrifft, hast Du wohl Recht: Dieser ist für mich einfach zu brav und klingt reichlich knabenhaft. „Schmalzig“ ist sicherlich nicht das richtige Wort, aber ich mag es wahrscheinlich etwas kraftvoller.
Ausgehend von Cohens „Hallelujah“ hast Du, Kretakatze, uns wieder reichlich mit Musikvideos eingedeckt. Mindestens eine Version hast Du uns dabei verheimlicht: John Cale – Hallelujah. k.d. lang ist mir zwar ein Begriff, aber wohl eher als Aktivistin (Tierschutz) und wegen ihrer anscheinend lesbischen Umtriebe. Irgendwie dachte ich immer, sie wäre Holländerin (ich weiß auch nicht warum; vielleicht hatte sie vor Jahren einen gemeinsamen Auftritt mit Herman van Veen?!). Jetzt habe ich sie also auch musikalisch etwas kennen gelernt.
Es mag vielleicht Zufall sein, dass Kretakatze von Al Stewart über die Cohen-Coverversionen zu k.d. lang gelangt ist. Musikalisch finde ich aber, dass hier viel Ähnliches zusammenkommt. Es ist weniger Rock, mehr Pop (um mich dieser Schublädchen wieder zu bedienen), durchaus hörenswert, wenn es auch nicht so ganz „meinen Geschmack“ trifft. Ich habe in diesem Zusammenhang noch einmal überlegt, wie ich zu Jethro Tull gekommen bin. Es war ähnlich wie mit der Liebe auf dem ersten Blick. Als ich Herrn Anderson mit seinen Jungs Anfang 1969 (oder war es doch schon Ende 1968) zum ersten Mal hörte, da war es um mich geschehen. Und ähnlich (oder gleich) ging es mir mit anderen Gruppen bzw. Musikern. Ich denke da z.B. an Joan Armatrading, mit der Ihr nur wenig etwas anfangen könnt. Und da ich meiner ersten Liebe bis zum Ende meines Lebens treu zu sein gedenke, kann ich nicht von Herrn Anderson lassen. Bei Al Stewart und k.d. lang geht es mir eher so: Ja, ganz nett, aber die große Liebe wird das nie werden.
So ganz bin ich natürlich auch die letzten Wochen nicht ohne Anderson & Co. ausgekommen. Ich habe mir u.a. nach sehr langer Zeit aus dem „25th Anniversary Box Set“ einige bis dahin (1993) unveröffentlichte Aufnahmen (The Beacons Bottoms Tapes aus dem November 1992) angehört und war ‚erschüttert’. Aber alles der Reihe nach:
Kretakatze schreibt zum Stimmverlust von Ian Anderson: „… das fing schon Ende der 70er Jahre an. Mir ist erstmals bei den Aufnahmen aus dem Madison Square Garden 1978 (Thick As A Brick) aufgefallen, dass er anfing immer mickymaus-ähnlicher zu klingen.“
Nun über das Mickymaus-Ähnliche kann man sich streiten. Nur als kleine Randnotiz: Die Singstimme des Meisters liegt weit höher als seine Sprechstimme, höher, als es sonst „üblich“ ist.
Ich würde den Zeitpunkt seines beginnenden Stimmverlustes auf einen noch viel früheren Zeitpunkt datieren, auf 1971 (!) mit Erscheinen des „Aqualung“-Albums. Bereits da klingt sein Gesang oft sehr heiser, als wäre er zum Zeitpunkt der Aufnahmen erkältet gewesen. Das ist mir, ob Ihr das glaubt oder nicht, bereits damals beim Erscheinen der Scheibe aufgefallen. Nur hatte ich es damals auf eine entsprechend kurzzeitige Unpässlichkeit geschoben.
Irgendwo, ich denke bei laufi.de, hatte ich einmal gelesen, dass Ian Anderson seine Gesangsprobleme hauptsächlich in der Kontraproduktivität zwischen Flötenspiel und eigentlichem Singen sieht, d.h. beim Flötenspiel werden die Stimmbänder in anderer Weise beansprucht als beim Gesang, was am Ende Probleme beim Singen verursacht. Daher legt Anderson bei Studioaufnahmen mit dem Flötespielen oft mehrere Tage Pause ein, um sich ganz aufs Singen zu konzentrieren.
Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist Ian Anderson während seines Musikerlebens schon öfter an den Stimmbändern operiert worden. Von daher erklärt es sich, dass seine Stimme manchmal völlig kaputt klingt, dann, Jahre später, wieder ziemlich okay zu sein scheint.
Nun, während der besagten Neuaufnahmen 1992 zu den Beacons Bottoms Tapes war seine Stimme wohl ziemlich im Keller. Ich gehe einmal davon aus, dass Ihr das 4-er Box Set zum 25. Jahrestag der Band nicht besitzt. Da gibt es zwei Aufnahmen, von denen ich Euch jeweils den Anfang zusammen geschnipselt habe: „Living in the Past“ und „With You There to Help Me“.
Niemand wird mir weismachen können, dass Anderson nicht um seine Stimmprobleme weiß. Wie sonst hätte er sich so oft operieren lassen. Aber es ist natürlich verständlich, dass er sein Problem nicht in aller Öffentlichkeit auswalzt und eher bemüht ist, es klein zu halten. Aber das ihn sein Stimmproblem sehr beschäftigt, zeigen u.a. auch die beiden zusammengemischten Aufnahmen aus 1992. Da versucht der gute Mann nämlich sein Problem zu kaschieren. Bei „Living in the Past“ dudelt eine Mundharmonika beim Gesang mit, und in „WYTTHM“ ist es sogar eine Mandoline (Oh, Caprisonne scheine über uns), die den kaputten Gesang übertünchen soll. Aber da wird nicht bemäntelt, da wird aufgedeckt!
Nun, ich weiß, Euch kann nichts wirklich erschüttern. So auch dieses Ton-Dokument nicht. Seid höchstens erschüttert zu erfahren, dass es mir für heute reicht.
Ein herbstliches Wochenende winkt bereits. Haltet Euch gerade und macht keinen Mist. Cheerio, Tschüss und Good bye
Euer Willibald
P.S. Noch einmal etwas zu dem Anderson im Rollstuhl. Es war sicher nicht ‚der Rest einer Vorstellung’. Also ich habe noch einmal recherchiert. Angeblich ist die Aufnahme aus dem Jahre 1988 (wenn ich nur wüsste, woher ich sie habe). Aber da gab es keinen ‚Unfall’, wenigstens nicht laut www.ministry-of-information.co.uk, lediglich am 16.06. in Atlanta, USA, zu Doanes Geburtstag faules Obst (im Gegenzug keine Zugabe).
16/6/88 – Chastain Memorial Park Amphitheater – Atlanta, Ga. USA
Doane’s birthday – An audience member threw food on the stage , so Ian stopped the show at the end of Aqualung. No encore.
Bei laufi.de fand ich dann in einem Interview (zwischen Soundcheck und Konzert in der Berliner Arena am 4. Juli 1997 aufgenommen) folgende Zeilen:
Du giltst als sehr willensstark und hast nach der Verletzung in Südamerika im letzten Jahr (also 1996) sogar Konzerte im Rollstuhl absolviert.
I.A. Nun, das würde ich nicht wieder tun. Ich war mir nicht bewußt, was ich tat. Denn für einige Zeit im Rollstuhl weiterzumachen, verursachte ein Blutgerinsel in meinem Bein, was mir beinahe das Leben gekostet hätte. So hat sich das als sehr gefährlicher Entschluß herausgestellt – es war wirklich keine gute Idee.
19/3/96 – Meulle Uno – Lima, Perú
Ian fell during a jump on a poor-quality stage, badly injuring his knee.
Und weiter:
25/3/96 – Electric Factory – Philadelphia, Pa. USA
Ian in wheelchair
Insgesamt spielte Ian Anderson 10x im Rollstuhl, bis dann folgende Nachricht veröffentlicht wurde:
JETHRO TULL STAR IN HOSPITAL
Anderson in fight for his life
Ich habe mich dann am Äußeren des Meisters zu orientieren versucht (da würde die Fotoaufnahme wirklich eher zu 1988 passen), aber sicher bin ich mir nicht. Sollte die Aufnahme wirklich aus 1988 stammen, so ist das einer der vielen Jokes, die der Meister auf die Bühne gebracht hat. Übrigens ist es nur eine Krankenschwester (Nursie). Das andere ist ein Arzt (Dr. Bogenbroom?).
Sollte die Aufnahme tatsächlich aus dem Unfalljahr 1996 stammen, dann ist es wirklich ein schlechter Scherz (und vielleicht ist Herr Anderson seitdem mit solchen Scherzen auch etwas zurückhaltender).
Wie auch immer: Die Größen- und Lichtverhältnisse halte ich trotz Kretakatzes Bedenken für okay. Die Lichtverschiebungen ergeben sich aus der unterschiedlichen Anordnung der Scheinwerfer. Und der Unterschied in der Größe der Krankenschwestern, ist dadurch zu erklären, das es sich bei der einen Person um einen Mann (Arzt) handelt. Ich halte die Aufnahme also weiterhin für echt.
Nach 2002 und 2003 war ich mit meinen Lieben am 27. Juli d.J. zum 3. Mal beim Ritterturnier in Kaltenberg, ca. 50 km westlich von München. Obwohl es am Morgen noch leichten Regen gab, war uns Petrus wohlgesonnen und ließ die Sonne scheinen. Diesmal stand das Turnier unter dem Motto: Das Urteil.
Der “schwarze Ritter” kämpft um den Thron mit all den Rittern des Landes. Und er gewinnt jeden Zweikampf (Tjost) bei dem Ritterturnier. Aber dann erscheint der Retter in der Not („a knight in shining armour“, wie der Angelsachse sagt), der Bayerische Ritter, und der Kampf gegen den „schwarzen Ritter“ beginnt … Aber der Zweikampf endet unentschieden. So hat das Volk von Kaltenberg das Urteil zu fällen!
Nach Eva Hermans Buch „Das Eva-Prinzip“ sollten Frauen „öfters mal den Mund halten“ und sich mehr um die häuslichen Angelegenheiten kümmern. Wenn fürsorgliche Mütter sich liebevoller um ihre Kinder kümmerten, würde Deutschland nicht aussterben.
Eva Herman plädiert für eine neue „alte“ Weiblichkeit. Jetzt hat Frau Herman mit Ihrer Aussage, im Dritten Reich sei „vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler“; einiges sei aber auch gut gewesen, „zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter“, über die Strenge geschlagen. Der NDR, bei dem Frau Herman als Moderatorin arbeitete, hat sie hinausgeworfen.
Ich kann hier nichts zu dem angesprochenen Buch von Frau Herman sagen, da ich es nicht kenne. Soviel kann ich aber von mir aus sagen: Ich halte die Familie für eine wichtige Institution, für die es keinen gleichwertigen Ersatz gibt. Und sicherlich halte ich die Rolle der Frau als Mutter für wichtig für die Entwicklung der Kinder. Und ebenso sicher ist es, dass Frauen, wenn sie als Mütter berufstätig sind, ‚ihre Probleme‘ haben, um es einmal wage auszudrücken.
Aber genau hier setzt für mich die Rolle des Mannes als Vater und Ehepartner ein. In meinen Augen gehört zu einer gesunden Entwicklung der Kinder auch das Vorhandensein eines liebevollen Vaters (was nicht ausschließt, dass Kinder, die ohne Vater bzw. ohne Mutter aufwachsen, sich nicht genauso gesund entwickelt können). Und dass der Mann als Ehepartner auch seine Aufgaben im Haushalt wahrzunehmen hat, sollte heute selbstverständlich sein.
Leider erleben wir heute vermehrt Fälle von Kinderverwahrlosung und Gewalt in der Familie. Hier mögen die Behauptungen von Frau Herman durchaus Denkanstößen liefern. Viel mehr leider nicht.
Aber das nur so nebenbei. Der NS-Vergleich der Frau Herman ist dumm und unverantwortlich. Selbst bis zu Frau Herman sollte es durchgedrungen sein, dass die ‚Wertschätzung‘ der Mutter durch die Nationalsozialisten lediglich Berechnung war. Für die Nazis war die Mutter u.a. Garant für „stählerne, kampfbereite” Nachkommen und Bewahrerin von hochwertigem Erbmaterial, um hier einmal den NS-Jargon zu benutzen. Ich denke, Eva Herman ist nicht dumm genug, um die Frau zu einer Zuchtstute degradiert zu sehen; ihr „Mutterkreuzzug“ hat ihr zwar den Job gekostet, ist aber bestimmt werbewirksam für weitere Buchprojekte … (vielleicht zum Thema Lebensborn)?!
Nachtrag: In meiner Hausbibliothek bin ich, wie der Zufall es so will, auf das Buch „Frauen unterm Hakenkreuz“, herausgegeben von Maruta Schmidt und Gabi Dietz, gestoßen. Es enthält ein umfassendes Bild von der Nazi-Realität, wie sie die Frauen zu spüren bekamen – neben ‚Mutterkreuz‘ und ‚Reichsbraut‘ brachte der Alltag harte Arbeit, Entbehrung und Bevormundung durch die rüde Männerherrschaft. Von Frauen als Opfer und Täter im Konzentrationslager wie über Frauen im Widerstand wird berichtet. Vielleicht die richtige Bettlektüre für Frau Herman.
Bei unserem Urlaub in Grainau, dem Zugspitz-Dorf, kamen wir auch auf einer unserer Wanderungen durch die Partnachklamm. Eine Klamm ist ein tiefes und enges Tal, durch das ein Gebirgsbach fließt. Bereits bei unserem Urlaub in Grainau vor 5 Jahren besuchten wir die Höllentalklamm (von Grainau aus zu erreichen).
Hier eine Bilderschau samt Video von der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen/Bayern 2007:
Bilderschau von unserem Urlaub in Grainau/Bayern 2007 mit Bildern aus Grainau, Garmisch-Partenkirchen, vom Eibsee und vom Wettersteingebirge mit Zugspitze und Alpspitze – Picture show from our holidays in Grainau/Bavaria/Germany 2007 with pictures from Grainau, Garmisch-Partenkirchen, from Lake Eibsee, the mountains of Wettersteingebirge with Zugspitze and Alpspitze – Musik/Music: Circus by Flairck
Wer sich für Technik und Naturwissenschaften interessiert, für den ist das Deutsche Museum in München ein Muss. Ich gestehe, dass mich Technik, besonders im mobilen Bereich (Autos, Flugzeuge, Eisenbahnen und Schiffe), nur bedingt interessiert. Schön, wenn man mit ihnen voran kommt und sein Ziel möglichst schnell (aber auch möglichst umweltfreundlich) erreicht. Stundenkilometer, Reichweiten oder Motorleistung interessieren mich dann nur noch am Rande.
Nun, während unseres Urlaubs in diesem Jahr in Grainau an der Zugspitze gab es auch einen weniger sonnigen Tag (bewölkt und morgens, dann wieder abends leichter Regen). Und so machte ich mich mit meinen Lieben auf nach München, um dort etwas zu bummeln und zu shoppen – und auch das Deutsche Museum zu besuchen.
Sicherlich ist es beeindruckend zu sehen, welche schöpferische Energie der Mensch für die (Weiter-)Entwicklung von Fortbewegungsmitteln aufgewendet hat – die Ergebnisse sind in München anhand der Exponate, teilweise im Original, zu besichtigen.
Für mich war da aber eher die umfangreiche Sammlung an Musikinstrumenten höchst interessant (und auch für meinen ältesten Sohn, dem Bassgitarrenspieler). So gibt es eben für (fast) alle etwas zu sehen.
So nebenbei: Wen es nicht bis ganz nach München zieht, wer sich aber für Technik und speziell für Wasserfahrzeuge interessiert, dem sei (auch als Ergänzung zu München) das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven anempfohlen.
Die Flut an Spams, also am massenhaften Eintreffen von unerwünschten Nachrichten, ist ungebrochen. Spams betreffen inzwischen längst nicht mehr e-Mails, sondern auch mobile Telefone (dort als Spam over Mobile Phone (SPOM)) – und natürlich auch dieses Weblog, in dem Spams z.B. wie Kommentare hinterlegt werden. Zwar lasse ich Kommentare zu, diese müssen aber von mir freigeschaltet werden, da sonst Spams ohne Prüfung meinen Blog überrennen würden. Allerdings bedeutet das auch, dass ich jeden Kommentar mehr oder weniger prüfen – und gegebenfalls löschen – muss.
Beispiel für einen Spam-Kommentar im Blog
Aber auch bei youtube.com werden Kommentare fürs Spams missbraucht. Gerade in letzter Zeit ist das verstärkt zu beobachten.
Beispiel für einen Spam-Kommentar bei youtube.com
Natürlich stellt sich die Frage, was soll der Quatsch? Angeblich rechnet sich das „Geschäft“ für den Spam-Verursacher schon dann, wenn bei 10.000 versandten Spams mindestens einmal ein Benutzer einen der vielen Links anklickt. Wie auch immer: Ich kann jedem nur empfehlen, Spams sofort zu löschen.
Eine weitere Frage: Was kann man gegen Spams tun. Viel Kraut ist dagegen nicht gewachsen. Zunächst sollte man mit seiner Mail-Adresse möglichst behutsam umgehen und diese nicht überall bekanntgeben (vorallem nicht im Internet). Man sollte sich möglichst einen Provider aussuchen, der einen gewissen Spam-Schutz anbietet. Und wird man erst einmal mit Spams überschüttet, so sollte überlegt werden, ob man die Adresse nicht ändert (und die alte Adresse löscht). Spam-Filter helfen meist nicht viel weiter, da Absender und Inhalte immer wieder unterschiedlich sind (ich denke da nur an die vielen Schreibweisen für das Wort Viagra …).
Im Endlauf des 4×400-m-Staffellaufs der Herren bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2007 in Osaka mussten die deutschen Läufer erleben, wie eng es beim Staffelwechsel werden kann. Es gab eine Rempelei (der deutsche lief auf einen polnischen Läufer auf, der nicht rechtzeitig Platz machte), bei der der deutsche Läufer seinen Stab verlor.
Nun ich mag Leichtathletik und war in alten Schulzeiten selbst ganz gut, was Laufen und Springen anbelangt (beim Werfen war ich nicht so stark), war bei den Bundesjugendspiele sogar einmal bester männlicher Teilnehmer meiner Schule. Lang ist es her. Und heute noch bin ich nicht nur als Blogger im Internet, sondern auch als Jogger über Wald- und Wiesenwege unterwegs.
Nach den Doping-Skandalen bei der Tour de France im Radrennen, einigen erst neulich aufgedeckten Doping-Fällen im Rudern, fragt man sich, wie es mit der ‚Sauberkeit‘ des Sports in der Leichtathletik bestellt ist, denn gerade hier, wie wir heute wissen, tat sich besonders der Ostblock durch Manipulationen mit Dopingmittel im großen Stil hervor. Später wollten die Amerikaner da nicht hinten anstehen.
Bei der Leichtathletik-WM in Osaka wurde nun auf Doping getestet wie nie zuvor. Eine der A-Proben soll positiv sein (der Name des Sportlers wurde bisher noch nicht veröffentlicht, warum auch immer). Die meisten Proben sind allerdings bis jetzt noch gar nicht ausgewertet. Was da also noch ans Tageslicht kommen kann, mag man gar nicht erraten. Wie auch immer: Experten halten das Kontrollsystem weiterhin für sehr lückenhaft. Wichtig wäre es vorallem, die Sportler auch außerhalb von Sportveranstaltungen, und zwar unangekündigt, zu testen (bei Wettbewerben sind sie meist wieder ‚clean‘).
Weiterhin fragt man sich, ob das olympische Motto „altius, citius, fortius“ (höher, schneller, weiter (eigentlich stärker)) überhaupt noch zeitgemäß ist; u.a. äußerte sich der Sportwissenschaftler Helmut Digel hierzu. Er würde mehr auf Duelle und spannende Finals setzen und weniger auf Rekorde. „Wer Preisgelder und für Weltrekorde hohe Prämien ausschüttet, müsse sich bewusst sein, den Anti-Doping-Kampf zu konterkarieren.“
Sport und Doping – fast wäre ich geneigt zu sagen: das gehört zusammen wie Brot und Butter (und wer mag schon Trockenbrot).