Joan Armatrading: Back to the Night (1975)

Nach dem Fiasko mit Pam Nestor bei dem Aufnahmen 1972 zum ersten Album Whatever’s for us wechselte Joan Armatrading zur Plattenfirma A&M Records, wo bis in die 90-er Jahre ihre weiteren Alben produziert wurden. Im April 1975 erschien hier ihr zweites Album: Back to the Night

Die Entstehung des Albums war ziemlich schwierig. Joan wollte eigentlich nur Lieder schreiben, die andere singen sollten, nicht sie. Außerdem litt sie an der zerbrochenen Freundschaft mit Pam Nestor. So war sie oft zerstreut, verließ plötzlich das Studio, bis Pete Gage, der Produzent und musikalisch Mitwirkende (Guitar, Electric Guitar, Moogs, Percussion Effects), die Geduld verlor und Joan eine Standpauke hielt. Sie begriff endlich, dass sie mit ihrem Talent auch als Sängerin bestehen könne. Ihre Zurückhaltung war schon ein Problem. Sie wollte partout kein Foto von sich auf dem Cover der Scheibe. So kam es auf Drängen von Joan zu jenem Bild, das Joan als Silhouette zeigt, wobei ihr Gesicht unkenntlich bleibt.

    Joan Armatrading: Back to the Night (1975)

Nun Back to The Night beginnt stilistisch wie ihre erste Scheibe: „No Love For Free“ – Joan allein mit ihrer Gitarre. Dieses Lied (es geht um Prostitution) und der Titelsong beziehen sich auf einen Aufenthalt in der Bronx, New York, wo sie in einem Hotel im Times Square-Viertel wohnte und nach den Konzerten in der Nacht oft spazieren ging. Die Menschen, die sie hier traf, bilden den Hintergrund.


Joan Armatraging – Steppin’ Out

Die weiteren Stücke des Albums zeigen deutlich die musikalische Weiterentwicklung von Joan Armatrading und verdeutlichen ihr großes Talent, das diesmal neben Folk auch Elemente von Jazz, Calypso und Up-Tempo-Songs verarbeitet. Aus diesem Grund wurde eine Reihe unterschiedlichster Musikern eingestellt, um der Vielfalt der Stile Armatradings gerecht zu werden. Leider war auch dieses Album nicht allzu erfolgreich.

Trackliste des Albums:

Seite 1
1. „No Love For Free“ 3:28
2. „Travelled So Far” 3:07
3. „Steppin‘ Out“ 4:03
4. „Dry Land“ (Armatrading & Nestor) 4:19
5. „Cool Blue Stole My Heart“ 5:32

Seite 2
1. „Get In Touch With Jesus“ 3:39
2. „Body To Dust“ 4:19
3. „Back to the Night“ 4:02
4. „So Good“ 3:26
5. „Let’s Go Dancing“ 2:03
6. „Come When You Need Me“ (Armatrading & Nestor) 3:44


Joan Armatraging – Cool Blue Stole My Heart

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.