Joan Armatrading: Show some Emotion (1977)

1977 erschien das vierte Album von Joan Armatrading: Show some Emotion. Damit knüpfte sie an ihr ein Jahr zuvor erschienenes Album nahtlos an. Auch dieses Album wurde von Glyn Johns produziert, der wiederum viele namhafte Musiker ins Studio gelockt hatte, z.B. John „Rabbit“ Bundrick, den wir u.a. von der Gruppe Mallard her kennen (aus dem Umfeld von Captain Beefheart), Mel Collins, Jerry Donahue, Georgie Fame oder Henry Spinetti, der u.a. später mit Chris Spedding live aufgetreten ist.

    Joan Armatrading - Show some Emotion (1977)

Wieder mischt Joan Armatrading auf diesem Album viele musikalische Stile, das Titelstück, das neben „Willow“ zu den Highlights der Scheibe gehört, kommt ziemlich jazzig daher. Obwohl es für mich nicht ganz die Klasse wie das Vorgänger- (und dann auch das folgende) Album hat, so war es mit Platz 6 in den UK Albums Charts eines ihrer erfolgreichstes Album überhaupt. In der US Billboard 200 Albums Chart erreichte es Platz 52. Show some Emotion ist nicht so ganz mein Album. Einige Lieder fallen für mich doch etwas ab, auch wenn sie dazu beitragen, den stilistischen Umfang des Albums zu erweitern. Sie sind wohl schon dem Mainstream geschuldet.

Trackliste des Albums:
(alle Lieder wurden von Joan Armatrading komponiert)

1. „Woncha Come on Home“ — 2:40
2. „Show Some Emotion“ — 3:31
3. „Warm Love“ — 3:04
4. „Never Is Too Late“ — 5:32
5. „Peace in Mind“ — 3:19
6. „Opportunity“ — 3:25
7. „Mama Mercy“ — 2:47
8. „Get in the Sun“ — 3:19
9. „Willow“ — 3:53
10. „Kissin‘ and a Huggin'“ — 4:42

Einen wesentlich Reiz der Lieder von Joan Armatrading macht ohne Zweifel ihre Stimme aus. Es ist die Mischung aus Zerbrechlichkeit einerseits und kraftvoller Intonation andererseits. Mir gefällt besonders die dunkle (tiefe) Färbung ihrer Stimme, obwohl sie auch hohe Töne anstimmen kann (z.B. in dem Lied Get in the Sun, das mir dann auch nicht allzu gut gefällt). Anders als z.B. bei Aimee Mann fehlt bei Joan Armatrading das Vibrato am Ende einer Zeile. Sie hält den Ton nicht aus, sondern lässt ihre Stimme ‚kippen’, es ist eine Art ‚Kiekser’ ähnlich wie beim Jodeln (na ja?!). Das hat durchaus seinen besonderen Charme.

Das Album beginnt mit einem langsamen Stück, allein auf der akustischen Gitarre begleitet und mit Kalimba, einem traditionellen afrikanischen Musikinstrument (‚Zungenklavier’), ergänzt (es klingt ähnlich einem Glockenspiel).


Joan Armatrading – Woncha Come On Home

Es folgt das Titellied: ‚Show some Emotion’. Das etwas sehr junge Publikum bei dem folgenden Live-Mitschnitt war durch die Ansprache von Joan sichtlich leicht überfordert (1979 in Köln aufgenommen):


Joan Armatrading – Show Some Emotion

Ebenfalls für den Rockpalast in Köln aufgezeichnet, aber 30 Jahre später – Willow, wohl eines der schönsten langsamen Stücke von Joan, das sie bis heute (meist) noch am Ende ihrer Konzerte vorträgt. Bei Kerzen- bzw. Feuerzeuglicht gibt’s die garantierte Gänsehaut gratis dazu:


Joan Armatrading – Willow (2009 @ Rockpalast Köln)

Nochmals eine Aufnahme von den Rockpalast-Aufnahmen von 1979 (am 15. Februar 1979 im kleinen Studio L zu Köln vor gerade einmal 80 jungen Zuhörern aufgezeichnet) vom letzten Stück des Albums: ‚Kissin‘ and a Huggin’’, das Joan Armatrading bis in die 80er Jahre auch sehr häufig live aufführte. Hier geht noch einmal so richtig die Post ab (obwohl auf vielen Alben von Joan am Schluss ein langsames Stück kommt):


Joan Armatrading – Kissin‘ and a Huggin‘ (1976 @ Rockpalast Köln)

Hier zuletzt ein Link zu einer Playlist bei Youtube mit allen 10 Stücken zu dem Album: Show some Emotion (1977)

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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