Kennedy-Mord: eine Verschwörung Teil 2

Ich möchte heute doch noch einmal auf meinen ersten Beitrag zum Kennedy-Attentat in Dallas/Texas vom 22.11.1963 zurückkommen, denn ich habe etwas im Internet recherchiert und bin dabei auf einige, wie ich finde, interessante Details gestoßen. So habe ich u.a. eine Zusammenstellung aller 486 Einzelbildes des Zapruder-Videos (in einer Auflösung 830 x 820) gefunden und diese zu einem eigenen Video zusammengestellt.

Zapruder-Film: Attentat auf Kennedy 22.11.1963

Vom Attentat auf den US-amerikanischen Präsidenten, John F. Kennedy, gibt es mehrere Filmdokumente, die von Amateurfilmern aufgenommen wurden. Der Zapruder-Film ist dabei der einzigste Film, der das ganze Attentat festgehalten hat und daher auch bei der Bestimmung des Tatablaufes wichtige Hinweise bietet. Es handelt sich dabei um einen 8-mm-Farbfilm und besteht aus 486 Einzelbildern, die Laufgeschwindigkeit des Films beträgt 18,3 Bilder/Sekunde. Ich habe die Bilder 133 bis 432 (also 300 Einzelbilder) mit einer Laufgeschwindigkeit von jeweils 2/25 Sekunden (0,08 Sekunden) zusammengefügt, das sind 24 Sekunden. Im Zeitstreckmodus (Time Stretch Mode) in meiner Videobearbeitung habe ich diese 24 Sekunden auf 16 8/25 Sekunden zusammenschrumpfen lassen (300 Bilder geteilt durch 18,3 Bilder/Sekunde = 16,39 Sekunden), um das Video in Realzeit abspielen lassen zu können.

1. ZDF-Dokumentation: Mehr als ein Schütze (der tödlich Schuss kommt von vorn)

In der Dokumentation des ZDF wird davon ausgegangen, dass Lee Harvey Oswald nicht der einzigste Mordschütze ist. Belegt wird das u.a. durch den Zapruder-Film.

Einzelbild 228: Kennedy greift sich an den Hals Einzelbild 274: Gouverneur Connally guckt zurück
Einzelbild 228: Kennedy greift sich an den Hals Einzelbild 274: Gouverneur Connally guckt zurück
Einzelbild 306: Gouverneur Connally wurde getroffen
Einzelbild 306: Gouverneur Connally wurde getroffen
(bereits im Einzelbild 290 zu sehen: der Gouverneur wird getroffen)
Einzelbild 313: Kennedy ist 2. Mal getroffen Einzelbild 359: Jacqueline Kennedy und das 'Ding'
Einzelbild 313: Kennedy ist 2. Mal getroffen
(der eigentliche Effekt des Schusses – das Bild war zunächst zensiert)
Einzelbild 359: Jacqueline Kennedy und das ‚Ding‘

Laut Warren-Report soll der erste Schuss von Oswald sowohl Kennedy (durchschlägt seinen Hals) als auch den Gouverneur Connally (gleich mehrmals) getroffen haben (in diesem Zusammenhang spricht man von der „magischen Kugel“). Im Einzelbild 228 des Zapruder-Films sehen wir, wie sich Kennedy mit beiden Händen an den Hals fasst. Einzelbild 274 zeigt, wie Connally zurückblickt. Erst später (im Einzelbild 290) scheint der Gourverneur getroffen zu sein; im Bild 306 ist er in die Arme seiner Frau gesunken. Wäre er gleichzeitig mit Kennedy getroffen worden, so hätte er sicherlich nicht zurückgeblickt. Es muss bis dahin also ein 2. Schuss gefallen sein.

Auf Bild 313 sehen wir dann den tödlichen Schuss (dieses Bild wurde lange Zeit nicht gezeigt und war entfernt worden). Anschließend sackt Kennedy nach hinten weg, was vermuten lässt, dass er von vorn getroffen wurde. Wie sich ein Kopfschuss (wenn das Projektil den Kopf durchdringt) auswirkt, ließ sich von mir auf die Schnelle nicht recherchieren. Ich denke eigentlich, dass in der Regel die Kugel beim Austritt eine größere Verletzung hinterlässt (was dann aber bedeuten würde, dass der Schuss doch von hinten kam). Aber ein weiteres (makaberes Indiz) spricht für den Schuss von vorn: Jacqueline Kennedy, die Frau des Präsidenten, lehnt sich weit aus dem Wagen nach hinten hinaus, um etwas ‚einzusammeln’ (es ist wohl ein Teil der Schädeldecke, das nach hinten geflogen ist).

Diese Details verdeutlichen, dass ein 2. Schütze Kennedy unter Feuer genommen hatte.

2. Behauptung, dass das Zapruder-Video gefälscht wäre

Nun all die oben vertretenen Thesen sind eventuell hinfällig, wenn die Behauptung, der Zapruder-Film wäre gefälscht, stimmen würde. Hierzu gibt es ein kleines Video, das alle angeblichen Unstimmigkeiten aufzeigt: The Zapruder Film: Truth or Deception? (Wahrheit oder Täuschung)

Hier die ‚Seltsamkeiten’ im Einzelnem (Zapruder film oddities):
1. The pasted freeway sign (großes Verkehrszeichen bei der Vorbeifahrt)
2. the large bystanders (die vergrößerten Zuschauer)
3. the painted shadows (die aufgemalten Schatten)
4. the cut-out lamp post (ausgeschnittener Laternenpfahl)
5. the lurching passengers (der 2x zurückblickender Chauffeur)
6. the braking motorcycle (das bremsende Motorrad)

Die aufgeführten Details lassen sich natürlich nicht von mir überprüfen (ob z.B. der Laternenpfahl nachträglich eingefügt wurde). Soviel ich aber weiß, wurde der Film von Experten eingehend geprüft und für echt befunden. Zapruder selbst dürfte kaum den Film manipuliert haben, wenn dem so wäre. Ich denke, dass in der Möglichkeit, der Film könnte manipuliert worden sein, einige Journalisten die Chance sahen, das Thema Kennedy-Mord noch einmal gewinnbringend zu vermarkten: Statt mit Sorgfalt zu recherchieren, ging es ihnen eher darum, die Sensationsgier eines größeren Publikums zu befriedigen.

3. ZDF-Dokumentation: Die Mafia hätte den Mord in Auftrag gegeben

In der Dokumentation des ZDF wird behauptet, dass die Mafia (genauer: der Pate von New Orleans, Carlos Marcello) für den Mord an Kennedy verantwortlich wäre. Grundlage ist ein Abhörprotokoll des FBI, aufgrund dessen Marcello den Mord zugegeben hat. Allein dies für einen Beweis zu halten, ist für mich nicht nachvollziehbar. Man sollte nicht jedem Großmaul glauben, was er sagt.

Nun, es gibt die verschiedensten Verschwörungstheorien. Sogar der Chauffeur des Wagens, in dem der Mord geschah, wird verdächtigt. Zwei Sachverhalte sehe ich aber für nahezu (man wird in diesem Mordfall vorsichtig in seinen Behauptungen) bewiesen an: Lee Harvey Oswald war einer der Schützen. Und daneben muss es mindestens noch einen weiteren Attentäter gegeben haben.

Kennedy war von vielen Seiten her angefeindet. Sowohl das CIA, die verschiedensten Politiker als auch die Mafia hatte ein Interesse an seinem Tod. Da es gerade zwischen CIA und Mafia immer wieder zu einer Zusammenarbeit gekommen war, kann auch hier vermutet werden, dass die Mafia den Mord ausgeführt und das CIA alles daran gesetzt hat, die Urheberschaft zu vertuschen. Wirklich konkrete Beweise gibt es aber hierfür nach wie vor nicht.

JFK: Ich bin ein Berliner
Notizen mit Transkription zu der fremdsprachigen Passage: Ish bin ein Bearleener

Dass die Anteilnahme an dem Tod Kennedys besonderst in Deutschland sehr hoch war, ist nicht verwunderlich. Anlässlich des 15. Jahrestages der Berliner Luftbrücke besuchte John F. Kennedy West-Berlin und hielt am 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg seine berühmte Rede mit den Worten: „Ich bin ein Berliner!“, mit denen er seine Verbundenheit mit Berlin und seinen Menschen bekundete.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

2 Gedanken zu „Kennedy-Mord: eine Verschwörung Teil 2

  1. Macht man aus den Frames 223/224 ein animiertes gif, so erkennt man :
    In Frame 224 wird Connelly’s Revers nach außen geschleudert, er wird also schon hier von der Kugel getroffen.

    Analog sieht man bei Frames 224/225, das Connelly hier schon Reaktion zeigt.

    Siehe auch http://mcadams.posc.mu.edu/jbchit.htm .

    1. Man sieht im Frame 312 auf 313
      http://www.jfk-online.com/jfk100shot5.html

      das der Kopf rund 10 cm nach vorne fliegt. Betrachtet man die Impulse: Geschoss von hinten: 6 Gramm mal 700 m/s ergibt das rund 4 kg m/s. Der Kopf hat folgenden Impuls: 5 kg mal 1,5 m/s = 7,5 kg m/s. Das ist rund doppelt so viel. Das erklärt, dass der Kopf nur 10 cm nach vorne fliegt.
      Jetzt kommt die nach vorne und rechts fliegende Substanz des Kopfes inclusive des Körperreflexes. Der Körperreflex ist nach hinten gerichtet. Der Rückstoß der Kopfmasse ist nach hinten links gerichtet. Impuls: 0,5 kg mal 10 m/s = 5 kg m/s.
      Daraus folgt, dass der Kopf nun nach hinten links schnellt.

      http://www.faz.net/aktuell/wissen/das-kennedy-attentat-das-ende-der-verschwoerungstheorien-12665830-p2.html

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