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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Keine kalten Füße mehr …

Der geplante Abriss eines Anbaus an das historische Rathaus und deren Neubau in #Tostedt hat nicht nur einen Sturm der Entpörung bei den Bürgern entfacht (siehe meinen Beitrag: Rathaus Tostedt: Abriss auf unsere Kosten), auch die Medien sind auf diese Provinzposse aufmerksam geworden, allem voran das Fernsehen. So berichtete nicht nur der NDR auf N3 am 12.05.2010 in der Sendung „Menschen und Schlagzeilen“ von der geplanten Verschwendung von Steuermitteln, auch das ZDF sendete in der „Drehscheibe“ am gleichen Tag einen entsprechenden Beitrag:


Bürgerprotest gegen Rathausneubau in Tostedt (1 – Beitrag ZDF)


Bürgerprotest gegen Rathausneubau in Tostedt (2 – Beitrag NDR)

Ein Grund für den Neubau ist der Einbau eines „Blockheizkraftwerkes“, damit die Mitarbeiter im Winter keine kalten Füße bekommen. Es fragt sich aber, ob vielleicht der Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt, Herr Dirk Bostelmann, angesichts des Bürgerprotestes jetzt nicht ‚kalte Füße’ bekommt und einen Antrag auf Aufhebung des Beschlusses auf Rathausneubau stellt. Warten wir es ab …

Sollte Interesse an den beiden Videos bestehen, so kann ich diese gern zum Download im Netz bereitstellen (es handelt sich dabei um Videos im DIVX-Format, beide sind jeweils gut 23 MB groß). Bitte um Nachricht!

Heavy Humoresque?

Jethro Tull eine reine Rockband? Mitnichten, wie wir wissen. Nicht nur, dass Masterhead Ian Anderson in seinen Stücken immer wieder selbst auf klassische Musik zurückgreift, nein, bekannt wurde er und seine Band mit einem Stück aus der Hand von Johann Sebastian Bach. Aus der Suite e-Moll BWV 996, einem Werk für die Laute, arrangierte Ian Anderson den 4. von 5 Sätzen (Bourrée e-Moll) neu für Querflöte: Bourrée von Jethro Tull ging so in die Rockgeschichte ein.

Damit war Bach aber noch lange nicht zu den Akten gelegt. Anlässlich des 300. Geburtstages von Johann Sebastian Bach trat Ian Anderson & Co. am 16.03.1985 in Berlin im International Congress Centrum auf: Bach-Rock und spielte dort auch Bach’s Double Violin Concerto – außerdem gab es David Palmers Elegy (… a piece in a Bachian style – wie Anderson es nannte).

Am 31.07.76 hatten die Jungs von Jethro Tull einen Auftritt im Tampa Stadium in Florida, von dem es einen exzellenten Video-Mitschnitt gibt: Tullavision. Hier stellte die Band u.a. eine eigenwillige Interpretation von Beethovens Neunter auf die Bühne: Jethro Tull: Beethoven’s Ninth

Weitere Rückgriffe gab auf es dann auch später, u.a. am 8. Dezember 2004 mit „Pavane“ in fis-moll (F-sharp minor), Opus # 50, einer Komposition für Orchester und optional für einen Chor – 1887 von dem französischen Komponisten Gabriel Fauré geschrieben – hier gespielt von Ian Anderson samt Band mit dem Orchester der Neuen Philharmonie Frankfurt im Rosengarten Mannheim: Ian Anderson & Orchestra: Pavane of Gabriel Fauré

Ein Stück von Jethro Tull darf ich allerdings nicht vergessen: „By kind permission of“, das Klaviersolo von John Evan, das u.a. auf dem 1972 erschienen Album „Living in the Past“ erschienen ist und bereit im November 1970 live in der Carnegie Hall von New York City aufgenommen wurde. Hierzu habe ich mich in einem früheren Beitrag einmal kurz geäußert: Was ist bloß mit Ian los? Teil 85: Intelligenz & Plagiate:

Auch Herrn Anderson selbst hätte man jahrelang des Plagiats beschuldigen können, steht bei Bourree auf früheren Scheiben immer der Name Ian Anderson allein; erst sehr spät finden wir neben seinem Namen auch den von J.S. Bach. Aber da habe ich noch ein weiteres Beispiel: „By kind permission of“, das Klaviersolo von John Evan (meist mit „With you there to help me“ gespielt so wie bei dieser Live-Aufnahme im altehrwürdigen Beatclub [leider bei YouTube nicht mehr verfügbar]). Mit wessen freundlicher Genehmigung spielt er denn da wohl. Ich bin kein großer Klassikkenner, aber angeblich soll das Rachmaninov sein, dessen Prélude in Cis-moll opus 32 oder so. Und dank youtube, was finde ich da, genau Rachmaninov, wenn es auch Opus 3 Nr. 2 ist. Evan hat eindeutig bei Rachmaninov geklaut.

Jethro Tull: Heavy Horses

Aber was hat das alles nun mit einem der beliebtesten Tull-Stücke: Heavy Horses zu tun?

Ein Kommentar von jevicci auf meinem Channel bei YouTube ließ mich aufhorchen:

Does anyone know if they intentionally based the verse melody on Dvorak’s „Humoresque“ as some kind of homage or something?

Was jevicci meint, ist Antonín Dvoráks Humoreske – op. 101.7 in Ges-Dur für Klavier (The Humoresque No 7 in G Flat Major). Das Hauptthema dieses kurzen Stückes kennen eigentlich alle, auch die, die mit Klassik nicht viel am Hut haben: Irgendwann hat es jeder schon einmal gehört. Mittendrin ist nun ein zweites Thema (im nachfolgenden Video von 1:18 bis ca. 2:00 zu hören). Wer nun wiederum das Heavy Horses-Video sieht und hört (so ca. ab 3:20), wird aufhorchen. Hab ich das nicht eben schon einmal gehört?


Dvorak: Humoresque

Um es gleich zu sagen: Ian Anderson kann man keinen Vorwurf des Plagiats machen. Sicherlich wird Ian Anderson Dvoráks Stück damals beim Komponieren gekannt haben. Vielleicht stimmt sogar jeviccis Vermutung, dass Anderson an eine Hommage zugunsten von Dvorák gedacht hat (ich vermute aber eher nicht). Interessant finde ich diese ‚musikalische Angleichung’ allemal. Hier noch einmal beide ‚Ausschnitte’ noch einmal aneinandergereiht zum näheren Vergleich:


Heavy Humoresque?

Himmelfahrt

In verschiedenen Religionen, besonders aber auch in Mythen, finden wir die Himmelfahrt als das höchste Ziel, nämlich mit allem, was einem eigen ist, ins Jenseits einzutreten. Am heutigen Feiertag feiert die Christenheit Christi Himmelfahrt, also die Rückkehr des Jesus von Nazareth als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel, nachdem er zu Karfreitag gekreuzigt und zu Ostern wiederauferstanden war von den Toten.

Grundlage der Himmelfahrt Christi ist das Evangelium von Lukas 24 Verse 50ff.:

Jesu Himmelfahrt
50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie.
51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.
52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude
53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

In unseren Breiten wird der Himmelfahrtstag zunehmend als Vatertag für Saufgelage missverstanden – wie bereits berichtet. Apropos Vatertag:

Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.
Ersteres wird gern geübt,
weil es allgemein beliebt.
Selbst der Lasterhafte zeigt,
daß er garnicht abgeneigt.
Nur will er mit seinen Sünden
keinen guten Zweck verbinden,
sondern, wenn die Kosten kommen,
fühlet er sich angstbeklommen.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Bad Case Management

Die Banken haben es vorgemacht: Nach der Finanzkrise übernahmen so genannte Bad Banks (engl. für schlechte Bank) u.a. Zertifikate von in Zahlungsschwierigkeiten geratene Emittenten (Herausgeber von Wertpapieren) bzw. wickelten so genannte notleidende Kredite sanierungsbedürftiger Banken ab.

Was Banken können, kann ein Unternehmen, das für einen öffentlichen Auftraggeber wie eine Behörde arbeitet, natürlich auch. Diese ‚Dienststelle’ bekommt Anfragen, die durch die Mitarbeiter dieser Dienststelle beantwortet werden. Das können u.a. auch Rechtsauskünfte sein. Nun ist hier ein Rückstand von ca. 3000 Anfragen entstanden. Also 3000 Anfragen wurden bisher nicht beantwortet. Aber selbst die Frage, ob es sich dabei tatsächlich um Anfragen handelt und nicht evtl. um rücklaufende Post, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Wie kann so etwas kommen? Diese Dienststelle bedient sich eines Workflow Managements. Die angesprochenen Anfragen (oder was auch immer) sind hierzu gescannt und auf Rechner abgelegt, sie sind also digitalisiert worden. Allerdings funktioniert diese Software für den Workflow nicht richtig, oder?

Was kann man also tun, um diese Rückstände aufzuarbeiten? Erst einmal, so denke ich, sollte man wirklich versuchen zu identifizieren, um was für eine Post es sich dabei handelt. Aber nein, so schnell schießen die Preußen nicht (ach nein, es sind ja Bayern, die Dienststelle befindet sich in München). Da die ganze Dienststelle sowieso organisatorisch auf den Kopf gestellt werden soll (Stichwort: Umstrukturierung) und dabei peu a peu mit der Schwester in Hamburg (da arbeite ich) zusammengeführt werden soll, und gerade die Finanzkrise mit dem Begriff Bad Bank das Stichwort lieferte, kommt man ‚am grünen Tisch’ auf die Idee, Ähnliches zu kreieren: Bad Case Management!

So lautet der am ‚grünen Tisch’ beschlossene, den der Weisheit letzten Schluss betreffende Beschluss:

Die Fall-Rückstände der bisherigen Organisationseinheit Abt. X werden nicht in die neue Struktur und Prozessorganisation übernommen. Durch diese (radikale) Maßnahme können die Mitarbeiter in der neuen Organisationseinheit XYZ unbelastet in die Umstrukturierung starten und zukünftig die zeitgemäße Abarbeitung der Fälle gemäß den neuen Zielvorgaben erledigen.
Die Rückstände werden entweder an 1-2 Mitarbeiter ausgelagert (Stichwort: „Bad Case Management“) oder es wird durch einen radikalen Schnitt die aktive Bearbeitung der Fälle endgültig beenden. Alternativ können die Fälle kategorisiert und gemäß einer noch zu definierenden Zeitspanne und Menge in die neue Bearbeitung miteinfließen. Einen endgültigen Vorschlag hierzu wird das Projektteam Anfang des 4. Quartals vorlegen.

Das klingt doch richtig toll – und so fachmännisch, oder? Insgesamt enthält dieser Beschluss (der nichts beschließt) drei Lösungsansätze:

1. Bad Case Management (Auslagerung und Bearbeitung durch 1-2 zusätzliche Mitarbeiter)
2. die 3000 Fälle einfach ignorieren
3. alles beim Alten lassen (den Rückstand zusätzlich kategorisieren lassen, um zu sehen, um was es sich dabei handelt – endlich)

Ich weiß nicht, wie andere Unternehmen in solchen Fällen reagieren. Ich musste nur herzhaft lachen, als ich diesen im Grunde nur aufgeblasenen Unfug gelesen habe. Ich bin gespannt, für welche Lösung man sich entscheiden wird – übrigens besteht der Rückstand schon seit einigen Jahren!

20. Hochzeitstag

Als ich heute Morgen zur Arbeit losging, hing an der Haustür ein Porzellanbecher und im Vorgarten waren Porzellanteller aufgereiht. Für diese Dekoration sorgten wohl in der Nacht einige aus unserem Freundeskreis. Ja, heute feiere ich mit meiner Frau den 20. Hochzeitstag – Porzellanhochzeit!

Mit meiner Frau bin ich seit 1990 verheiratet. Damals wohnten wir noch in Hamburg-Niendorf. Unsere Hochzeitsreise, die eigentlich nicht als Hochzeitsreise geplant war, führte uns nach Ísland.

... inzwischen 20 Jahre verheiratet!

Vor nun 20 Jahren heirateten wir zunächst standesamtlich in Bremen. Das war am 10. Mai 1990. Bremen hatten wir aus mehreren Gründen ausgewählt. Zum einen, weil dort das zentrale Standesamt in einer alten Villa in der Hollerallee unmittelbar in der Nähe des Bürgerparks untergebracht ist. In Hamburg hätten wir im Fachamt Personenstandswesen (Standesamt) des Bezirksamtes Hamburg-Eimsbüttel heiraten müssen, das in den Grindelhochhäusern ziemlich prosaisch beherbergt ist. Zum anderen wohnen und wohnten die meisten meiner Familie in Bremen.

Kirchlich heirateten wir dann einen Tag später (heute also vor 20 Jahren) in der Johannes-Kirche in Tostedt. Tostedt war der alte Wohnort meiner Frau. Hier wohnen ihre näheren Verwandten. Und seit 1995 wohnen wir beide nun auch hier mit unseren Söhnen.

Aber schon im August 1985 gab es eine Hochzeit … in Gretna Green/Schottland während eines Urlaubs in Großbritannien. Das war natürlich keine offizielle Hochzeit, sondern fand beim Schmied des Ortes statt, der allerdings früher einmal auch die Befugnis hatte, Ehepaare zu trauen.

'Hochzeit' in Gretna Green/Schottland

Rathaus Tostedt: Abriss auf unsere Kosten

Die Verwaltung der Samtgemeinde #Tostedt plant den Abriss eines Anbaus an das historische Rathaus und deren Neubau in Tostedt. Dieser Anbau (Springerbau) wurde erst 1984 erstellt und soll nun durch einen 3,8 Millionen € teuren Neubau ersetzt werden. Und das angesichts leerer Kassen. Noch im September 2009 sprach sich der Samtgemeinderat gegen einen Abriss und einen Rathausneubau aus. Jetzt fand sich eine Mehrheit für den Rathausneubau.

Springerbau – Rathaus Tostedt

Gegen diesen Beschluss hat sich nun eine parteienübergreifende Initiative gegründet, die durch einen Bürgerentscheid die Geldverschwendung verhindern will. Bereits vor drei Jahren fand in der Gemeinde Tostedt ein erster Bürgerentscheid [1] [2] [3] statt.

Für morgen, Dienstag, den 11.05.2010, 19 Uhr 30, sind die Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung im Meierhof, Tostedt, geladen. Evtl. kommt ein Fernsehteam vom NDR.

Um einen Bürgerentscheid herbeizurufen, sind 2000 Bürger-Unterschriften notwendig. Die Unterschriftenlisten (ca. 350 Exemplare sind gedruckt, 200 Exemplare sind davon bereits im Umlauf) wurden bei folgenden Stellen hinterlegt:

Buch und Lesen
Modehaus Wilkens
Steuerbüro Schulz- und Bojarski
Eisdiele Carmellini
Reisebüro Becker
Buchhandlung Matthies,
Friesecke beide Läden
Bosch Kröger
Sonnenstudio Himmelsweg
Freie Evangelische Christengemeinde, Brookring
Autohaus Soujon
Hotel Meierhof
Bäcker Weiß Todtglüsingen

Wer selbst Unterschriften sammelt, kann die ausgefüllten Unterschriftenblätter bei folgenden Sammelstellen abgeben:

Buch und Lesen Barbara Wilkens.
Buchhandlung Matthies Himmelsweg
Friesecke in der Bahnhofstr. und Unter den Linden

Weitere Sammelstellen in den Dörfern und in Tostedt werden sicher noch folgen.

Sollte sich herausstellen, dass in kurzer Zeit die erforderliche Stimmenmenge von 2000 erreicht wird, dann würde es sich anbieten, dass die Vertreter im der SG-Rat einen Antrag auf Aufhebung des Beschlusses auf Rathausneubau stellen. Das würde viele Kosten sparen und die Blamage lindern.

Zu fragen ist auch, warum die Verwaltung den Auftrag zum Neubau des Rathauses weiter verfolgt hat, wenn es doch im September einen ablehnen Beschluss gab.

Werders Aufholjagd

Die Fußball-Bundesligasaison 2009/2010 ist beendet und findet mit den Bayern zum 22. Mal den deutschen Meister. Aber was war das für eine Saison mit Höhen und Tiefen für so manchem Verein.

Werder, am 15. Spieltag mit drei Punkten hinter den furios gestarteten Leverkusenern auf Platz zwei, war fünf Spieltage später mit gleicher Punktzahl (28) plötzlich nur noch auf Platz 6 und schon 16 Punkte hinter dem ersten zurück (13 Punkte hinter Platz 3).

Aber auch die Bayern taten sich unter dem neuen Trainer Louis van Gaal zunächst schwer, sodass im November 2009 die Zeit von ihm bereits abgelaufen zu sein schien. Jetzt zum Saisonende ist er aber plötzlich der „absoluter Glücksfall“, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt einmal mehr betonte.

Bayer Leverkusen, bis zum 24. Spieltag noch ohne Niederlage, brach an den letzten zehn Spieltagen ein und holte nur noch 9 Punkte – zu wenig, um weiterhin in der Spitze mitspielen zu können.

Deren Einbruch und auch den des HSV nutzte Werder Bremen und kämpfte sich zurück nach vorn – immerhin noch auf Platz drei – und hat jetzt sogar die Chance in der Qualifikation zur Champions League, an die ‚Fleischtöpfe’ des europäischen Fußballs zurückzukehren. Und übrigens: Werders letztes Bundesliga-Tor dieser Saison erzielte Claudio Pizarro, der mit dem 16. Saisontor und dem insgesamt 133. Treffer „endlich“ den Rekord von Giovane Elber als torgefährlichsten Ausländer in der Geschichte der Bundesliga einstellte. Glückwunsch!

Claudio Pizarro - SV Werder Bremen

Mit leeren Händen steht dagegen der HSV da. International läuft in der nächsten Saison nun gar nichts. Als Irrtum der Saison erwies sich die Verpflichtung des neuen Trainers Bruno Labbadia. Die Fans haben mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann bereits den eigentlichen Sündenbock ausgemacht.

Ich denke, dass gerade der HSV ein negatives Beispiel dafür abgibt, wie es im Profifußball nicht zugehen sollte. Man mag von den Bayern halten, was man will, aber wichtig ist, dass nicht nur auf dem Rasen, sondern auch im gesamten Vereinsmanagement professionell gearbeitet werden muss. Das ist bei den Bayern der Fall. Querellen in der Spitze wirken sich am Ende auch beim Spiel auf dem Platz aus. Weiteres positives Beispiel ist natürlich auch der SV Werder Bremen. Selbst im Krisenfall (z.B. nach fünf nacheinander verlorenen Spielen) beginnt man nicht, aufeinander einzuschlagen, sondern bewahrt die Ruhe, um zu analysieren, was da falsch gelaufen sein könnte.

Für die Bayern und die Bremer ist die Saison noch nicht zu Ende. Am Samstag treffen beide im DFB-Pokalendspiel aufeinander – und zuletzt hat Bayern München dann auch noch gute Karten, eine Woche später gegen Inter Mailand die Krone des europäischen Fußballs an sich zu reißen: Champions League-Finale in Madrid. Dafür wünsche selbst ich den Bayern alles Gute. Am 15. Mai in Berlin drücke ich aber natürlich Werder Bremen die Daumen. Die Bayern sind Favorit. Aber Pokalspiele haben bekanntlich ihre eigene Gesetzgebung. Und die Bremer werden sicherlich alles daran setzen, den Bayern ‚die Lederhosen’ auszuziehen.

zdf.de: Über Aufsteiger und Irrtümer – Die Höhen und Tiefen der Saison

Abschied von Opa Hermann

Am Mittwoch, den 5. Mai, trafen wir uns um 12 Uhr 30 im engeren Familienkreis, um von meinem Vater, der am 14. April gestorben war, Abschied zu nehmen. Er wurde auf dem Friedhof in Bremen-Walle auf dem Urnenfeld W 183 beigesetzt.

Anschließend setzten wir uns bei strahlendem Sonnenschein (‚Petrus’ hatte auch an diesem Tag ein ‚Einsehen’ mit unserer Familie) in einem Cafe in der Überseestadt von Bremen, um bei einer Tasse Milchkaffee die weiteren Schritte zu besprechen. Leider fällt beim Tod eines Menschen auch immer viel bürokratischer Kleinkram an, der geklärt werden muss (‚Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare!’).

Waller Friedhof, Bremen - Urnenfeld Cafe im Europahafen, Überseestadt Bremen
Waller Friedhof, Bremen – Urnenfeld Cafe im Europahafen, Überseestadt Bremen

Krebs-Tagebuch eines Angehörigen (7)

Rosa Schleife - Symbol der Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen

Im Abstand von jeweils drei Wochen wird die Krebserkrankung meiner Frau voraussichtlich ab Ende Mai sechs Mal in einer Chemotherapie behandelt. Dabei wird sie mit Zytostatika behandelt, also mit Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen. Zytostatika stören die Stoffwechselvorgänge, die im Zusammenhang mit Zellwachstum oder Zellteilung stehen. Daher schädigen sie vor allem schnell wachsende Zellen wie Epithelzellen (unter anderem Haarwurzelzellen, Schleimhautepithel von Mund und Magen-Darm-Trakt). Da Tumorzellen eine erhöhte Zellteilungsrate und eine eingeschränkte Reparaturkapazität haben, sind sie etwas empfindlicher gegenüber Zytostatika als gesunde Zellen. Dieser Unterschied ermöglicht erst die Therapie mit diesen häufig hochtoxischen Substanzen.

Da die Giftwirkung auch gesunde Zellen beeinträchtigt, kommt es zu vielerlei negativen Begleiterscheinungen. Insbesondere die Schleimhaut des Magen-Darmtraktes und das blutbildende Knochenmark sind empfindlich. Fast alle Zytostatika verursachen in unterschiedlichem Ausmaß vorübergehenden Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen und eine Verminderung der weißen und/oder roten Blutkörperchen im Blut (Knochenmarksdepression).

Insgesamt wird durch die Chemotherapie das Immunsystem beeinträchtigt. So versucht meine Frau ihren Körper im Vorfeld zu stärken. Dabei bedient sie sich bei altbewährten Hausmitteln oder Naturheilmethoden. Pu Erh-Tee (biologisch angebaut) soll stärkend wirken, u.a. auch Brottrunk und Kolostrum. Daneben nimmt sie Schüßler-Salze und Enzyme (Wobenzym N, das in Deutschland nicht mehr erhältlich ist bzw. in anderer Variante als Wobenzym P – und so in den Niederlanden bestellt wurde).

Auch in ihrer Ernährung hat sich meine Frau noch einmal umgestellt und isst besonders viel Obst, Gemüse und Nüsse. Ob sie damit die Nebenwirkungen der Chemotherapie wirklich mindern kann, wird sich zeigen.

Metronom aufs Abstellgleis?

Auch wenn ich nicht immer mit dem Service der metronom Eisenbahngesellschaft GmbH zufrieden bin, die folgende Meldung, die in der Kreiszeitung Nordheide, Elbe & Geest Wochenblatt überrascht und entsetzt mich dann doch:

Die Deutsche Bahn hat nach Arriva-Kauf die Chance, einen lästigen Konkurrenten loszuwerden

(jd). Stehen die Signale für den Metronom bald auf Rot? Die milliardenschwere Übernahme des britischen Verkehrskonzerns Arriva durch die Deutsche Bahn (DB) hat offenbar gravierende Auswirkungen auf die Uelzener Metronom Eisenbahngesellschaft.

Metronom-Zug

An dem Regionalbahnbetreiber aus der Heide ist die Arriva-Gruppe über die Osthannoversche Eisenbahnen (OHE) mehrheitlich1 beteiligt (die Beteiligung der Arriva-Bachstein GmbH an der OHE beträgt 87,5 %). Mit dem Arriva-Ankauf erhält die DB die Chance, den lästigen Konkurrenten Metronom aufs Abstellgleis zu schieben. In Bahnkreisen wird schon über eine Zerschlagung des Uelzener Unternehmens gemunkelt. Die DB schielt seit längerem neidisch auf den Metronom. Während das Staatsunternehmen bei der Bewerbung um den Betrieb regionaler Bahnlinien immer wieder den Kürzeren zog, fuhr der Metronom seit der Firmengründung 2002 auf der Erfolgsschiene. Erst im März bekamen die Uelzener Privatbahner den Zuschlag bei der Neuvergabe des „Hanse-Netzes“ (siehe hierzu auch: Pressemitteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG)), das die Bahnlinien von Hamburg nach Bremen bzw. nach Uelzen umfasst. Wir vor drei Jahren im Wettbewerb um die Verbindung Hamburg – Cuxhaven blieb die DB auf der Strecke.

Wurde das Unternehmen im Machtkampf der Eisenbahn-Manager um den lukrativen Markt des Schienennahverkehrs gezielt geschwächt? In der vergangenen Woche mussten auf Betreiben der OHE die Metronom-„Gründerväter“ Carsten Hein und Henning Weize ihre Chef-Büros Hals über Kopf räumen.

In der schockierten Belegschaft herrschen seitdem Unsicherheit und Zukunftsangst. „Die Namen Hein und Weize waren aufs Engste mit unserer Erfolgsgeschichte verbunden“, sagt ein Mitarbeiter. Er fürchtet, dass mit den beiden beliebten Chefs auch deren Firmenphilosophie verschwindet. Bislang habe der Name Metronom für ein gutes Betriebsklima, anspruchsvolle Ausbildung und Schulung sowie anständige Bezahlung gestanden.

aus: Kreiszeitung Nordheide, Elbe & Geest Wochenblatt Nr. 17a vom 01.05.2010 – 39. Jg. – Seite 7

1 Gesellschafter sind die in Celle ansässige NiedersachsenBahn GmbH (NB) zu 69,9 %, die in Hamburg ansässige BeNEX GmbH zu 25,1 % und die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) zu 5 %. Die NB setzt sich zusammen aus den beiden Gesellschaftern „Osthannoversche Eisenbahnen AG“ (OHE), Celle, zu 60 % und „Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH“ (EVB), Zeven, zu 40 %.

Für mich deutet alles darauf hin, dass die Deutsche Bahn AG (DB) über die Arriva-Tochter OHE Einfluss auf die Geschäftspolitik des Metronom nehmen wird. Ab morgen werden zwar die heute gelb-blauen Züge des Metronom nicht rot überstrichen werden, aber bereits jetzt dürfte in der Chefetage ein anderer Wind wehen. Das muss nicht unbedingt zum Nachteil der Fahrgäste sein. Vorteile lassen sich aber auch nicht erkennen. Alles beim Alten? Als Fahrgast des Metronom werde ich weiterhin ein waches Auge auf die weitere Entwicklung haben.

Was mich wirklich erstaunt, ist die Feststellung, wie unüberschaubar die Unternehmen im Transportwesen auf der Schiene über viele Ecken miteinander verwoben sind. Durch die neue Konstellation (Arriva-Kauf durch die DB) ist die DB mit über 30 % plötzlich größter Anteilseigner beim Metronom.