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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Die Schatzinsel

In meinen Jugendjahren gab es zur Adventszeit so genannte Abenteuervierteiler im Fernsehen, die zwischen 1964 und 1983 produziert wurden. Die meist vierteiligen Filme wurden vom deutschen Fernsehsender ZDF in internationaler Koproduktion mit Frankreich hergestellt und sind auch als Adventsvierteiler oder Weihnachtsvierteiler bekannt.

Es begann mit Robinson Crusoe im Jahr 1964. Er wurde nach dem Romanklassiker von Daniel Defoe von Jean Sacha für das ZDF produziert. Die deutsch-französische Produktion wurde in Schwarz-Weiß gedreht und begründete die Reihe der als erfolgreich geltenden Adventsvierteiler. 1965 gab es dann eine Verfilmung von Don Quijote von der Mancha mit Josef Meinrad kongenial in der Titelrolle, ebenfalls noch in schwarz-weiß aufgenommen.

Im Jahr 1966 kam dann die Schatzinsel nach einem Jugendbuchklassiker von Robert Louis Stevenson ins Weihnachtsprogramm des ZDF. Obwohl erst ein Jahr später (u.a. auch „Mit Schirm, Charme & Melone“) in Deutschland das Farbfernsehen gestartet wurde, drehte man diesen Vierteiler bereits in Farbe. Die Erstausstrahlung erfolgte so noch in Schwarz-Weiß.

Ich habe jetzt die Tage zwischen den Jahren genutzt und mir die vier Teile dieses Fernsehfilmes (jeder rund 90 Minuten lang) zu Gemüte geführt. Es war wie eine Reise in meine Jugendzeit. Obwohl ich mich nicht an die gesamte Handlung erinnern konnte, so war mir der Film von Anfang an ‚gegenwärtig’ (damals war ich gerade 12 Jahre alt, als ich den Vierteiler zum ersten Mal sah – und es kaum abwarten konnte, den nächsten Teil zu sehen). Man kann die Schatzinsel kaum mit heutigen Produktionen vergleichen. Zunächst scheint mir der gesamte Film ziemlich werkgetreu zu sein (bei rund sechs Stunden Film konnte man die ‚epische Breite’ der Buchvorlage gut beibehalten). Auch trieft der Film nicht vor unnötig brutaler Action, sondern baut dank einer innewohnenden dichten Atmosphäre Spannung auf, die dann auch über manche Länge hinweghilft. Mir ging es fast wie in meinen Jugendjahren. Kaum hatte ich einen Teil gesehen, konnte ich es kaum erwarten, den nächsten Teil auf den Bildschirm zu bekommen. Aber ich habe mir Zeit gelassen. Einen so alten Film muss man genießen können.

Die Schatzinsel - ZDF-Vierteiler Weihnachten 1966

Die Schatzinsel - ZDF-Vierteiler Weihnachten 1966

Die Schatzinsel – ZDF-Vierteiler Weihnachten 1966

Die Schatzinsel - ZDF-Vierteiler Weihnachten 1966

Die Schatzinsel - ZDF-Vierteiler Weihnachten 1966


Titelmusik und Bilderschau zu “Die Schatzinsel” 1966

Schauerlich-schön ist besonders das Piratenlied „Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Kiste“, das öfter zu Gehör kommt. In der Titelmusik wurden aus den 15 Mann allerdings 17. Die Sänger des Liedes waren der deutschen Sprache nicht mächtig und mussten den Text phonetisch lernen. So passierte ihnen der Fehler, dass sie im Titellied statt „Fünfzehn Mann“ „Siebzehn Mann auf des toten Mannes Kiste“ sangen.

Zur Geschichte selbst brauche ich eigentlich nicht viel zu erzählen. Im Mittelpunkt steht Jim Hawkins, ein Junge, dessen Eltern einen Gasthof betreiben: den Admiral Benbow. Das Ganze spielt im Jahr 1758. Jim Hawkins kommt in den Besitz einer Schatzkarte, die dem berüchtigten Captain Flint gehörte. Mit Hilfe von Doktor Livesey und Squire Trelawney wird das Schiff Hispaniola unter Kapitän Alexander Smollett gechartert. Der einbeinige Schiffskoch Long John Silver erweist sich bei der Rekrutierung der Mannschaft als große Hilfe. Natürlich stellt sich auf See bald heraus, dass dieser Schiffskoch bereits auf dem Schiff von Captain Flint als Steuermannsmaat diente. Er steht in dem Ruf, die einzige Person zu sein, vor der sich Captain Flint fürchtete. Und fast der ganze Rest der Mannschaft ist auch nichts anderes als Piratenpack.

Neben Doktor Livesey, der mir durch seine coole, typisch britische Art sehr gut gefällt, ist es natürlich Long John Silver, der den Zuschauer in Atem hält. Gegenüber Jim Hawkins gibt er sich als väterlicher Freund, ist nie um ein Wort verlegen, ja, es zeigt sich auch am Ende, dass er die Fäden von Anfang an in den Händen hielt. Ich finde die Charakterstudie durchaus bemerkenswert. Man weiß dabei nie, wie sich Silver in der nächsten Szene verhalten wird. Ein intelligenter Kopf, vor dem wohl mit Recht auch Flint Angst hatte.

Nun die Schatzinsel gibt es als Doppel-DVD für knapp 8 € zu kaufen: Die Schatzinsel (2 DVDs) – Die legendären TV-Vierteiler. Viele der weiteren Adventsvierteiler gibt es übrigens für den gleichen Preis (Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer kann ich nur wärmstens empfehlen).

Natürlich ist die Schatzinsel schon mehrmals verfilmt worden, u.a. auch mit Orson Welles und zuletzt 2007 von dem Privatsender Pro7, u.a. mit Jürgen Vogel (der Zweiteiler liegt bei mir noch im Schrank), aber die Kritiken verhießen mir nichts Gutes (so bleibt dieser Pro7-Schund dort, wo er ist). Mir gefiel die Version von 1966 auf jeden Fall wieder sehr gut. Sicherlich liegt es auch daran, weil ich mich mit ihm auf eine längere Reise in meine Jugend begeben durfte.

Jackie DeShannon & Ry Cooder im Ash Grove (03.09.1963)

Weitaus bekannter als Pamela Polland, die in den Jahren 1962 bis 1964 zusammen mit dem Gitarristen Ry Cooder ein Duo bildete, ist vielen von uns die amerikanische Sängerin und Songschreiberin Jackie DeShannon. Ihr größter Hit war wohl der Song Put a Little Love in Your Heart aus dem Jahre 1969.

Aber ganz soweit sind wir hier noch nicht. Gehen wir fünf Jahre weiter zurück: Als die Beatles im Februar 1964 ihre erste USA-Tournee antraten, war Jackie DeShannon Teil des Tour-Programms und erreichte dadurch weltweite Bekanntheit. Und: In ihrer damaligen Begleitband spielte kein Geringerer als der Gitarrist Ry Cooder, damals 17 Jahre alt.

Aber das war nicht ihre erste Zusammenarbeit. Bereits ein Jahr zuvor trafen sich beide und spielten u.a. ein Konzert in dem schon einmal genannten Musikclub Ash Grove in Los Angeles, CA, ein. Ry Cooder war gerade einmal 16 Jahre alt. Es war der 03. September 1963: Jackie DeShannon & Ry Cooder im Ash Grove

Hier zunächst die Setlist des kurzen Konzertauftritts:

1. Key To The Highway (Incomplete) 1:30
2. Frankie and Albert 2:55
3. Silver City Bound 2:54
4. Come All Ye Fair And Tender Ladies 2:56
5. Betty And Dupree 5:43
6. Unknown 1:32
7. James Alley Blues 3:54
8. Ninety-Nine And A Half (Won’t Do) 2:58
9. Mean Old Bed Bug Blues 2:06

Jackie DeShannon: Put a little Love ... 1969

Ry Cooder: Ry Cooder 1970

Jackie DeShannon: Put a little Love … 1969

Ry Cooder: Ry Cooder 1970

Als Musiker in der Begleitband von Jackie DeShannon 1964, die Teil des Programms der ersten Beatles-Tour in den Staaten war, muss Ry Cooder sicherlich auch Kontakte zu John, Paul, Gorge und Ringo bekommen haben. Leider lassen sich dazu keine weiteren Infos aus dem Netz ausgraben. Den weiteren Weg von Ry Cooder habe ich bereits skizziert, als er ebenfalls im Jahr 1964 mit dem fünf Jahre älteren Henry St. Clair Fredericks, der später unter dem Namen Taj Mahal ein weltweit bekannter Bluesmusiker werden sollte, in Los Angeles die Formation Rising Sons gründete. Es sollte dann aber noch bis zum Jahre 1970 dauern, bis Cooder sein erstes Solo-Album auf den Markt bringen dürfte.

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Duo Pamela Polland & Ry Cooder 1962-64

Auf den Spuren von Ry Cooder bin ich in Wolfgangs Schatzkammer auf Aufnahmen gestoßen, die bisher nirgends zu hören waren. In den Jahren 1962 bis 1964, Ry Cooder war gerade 15 resp. 17 Jahre alt, trat dieser in einem Duo mit der etwa zwei Jahre älteren Sängerin Pamela Polland auf. In dem Musicclub „Ash Grove“ in Los Angeles, CA, wurde eines der Konzerte der beiden am 21.08.1964 teilweise aufgezeichnet: Pamela Polland & Ry Cooder Concert im Ash Grove (Los Angeles, CA)

Ry Cooder und Pamela Polland 1964 im Musicclub 'Ash Grove' in Los Angeles, CA

Ry Cooder und Pamela Polland 1964 im Musicclub 'Ash Grove' in Los Angeles, CA

Ry Cooder und Pamela Polland 1964 im Musicclub ‚Ash Grove‘ in Los Angeles, CA

Pamela Polland war mir bisher unbekannt, aber 1970 trat sie mit der Gruppe „Mad Dogs & Englishmen“ mit Joe Cocker auf. Darüber hinaus gibt es Aufnahmen von ihr mit Größen wie Jackson Browne, Van Morrison, John Denver, Taj Mahal und Manhattan Transfer. Pamela Polland bezeichnet Ry Cooder als ihren ersten Gesanglehrer, weil er sie lernte, mit feinem Gespür den Vorbildern, den großen Blueskünstlern, zu lauschen.

Für sein Alter von 17 Jahre zeigt Ry Cooder bereits große Fingerfertigkeit bei diesem Konzert und lässt auf seiner akustischen Gitarre seine spätere Könnerschaft anklingen. Hier die Setlist dieses Konzertes:

Mean Old Bed Bug Blues (incomplete) 1:53
Corrina / Weeping Willow 3:50
Song Introduction 0:45
Young Woman’s Blues 2:38
Song Intro 0:41
I’m a Rake and a Rambling Boy 3:11
Song Intro 0:42
Grandfather’s Clock (instr.) 2:01
Song Intro 1:33
Face to Face (That I shall know him) (instr.) 1:58
Song Intro 0:35
Going Away Blues 3:15
Bill Bailey / Just Because 3:39


Ry Cooder: Grandfather’s Clock (21.08.1964) (instrumental)

Herbert arbeitet

Es sind viele, die behaupten, die einzigsten zu sein, die wirklich arbeiten. Und wer es dann in die höheren Etagen geschafft hat, der delegiert, ist klar. Mit dem neuen Jahr beginnt auch ein neues Arbeitsjahr, rund 200 Tage, an denen der Schreibtisch jeden Tag aufs Neue überquillt. Sisyphos lässt grüßen!

Herbert arbeitet
Quelle: @Die_Bloggerette@twitpic.com

Jedem Unternehmen sein Wasserkopf: Ein Unternehmen ohne Management ist wie eine Krake ohne Fangarme (oder war es auch hier der Kopf?)! Wie gut, dass es Herberte gibt, die nicht nur in die Hände spucken, sondern sich auch unverhohlen ans Werk machen. Bei so viel Beistand können solche Herberte ja nichts mehr falsch machen.

Was will ich damit sagen? Wer auch ein Herbert ist, der sollte sich nicht unterkriegen lassen. Noch wirst du gebraucht (einer muss ja die Arbeit machen). Und wer es zum Manager geschafft hat: bleib ganz cool – solange es genügend Herberte gibt, wird auch deine Existenzberechtigung unumstritten bleiben. In diesem Sinne wünsche ich nicht nur allein ein gutes neues Jahr, sondern vor allem ein erfolgreiches Arbeitsjahr (der nächste Urlaub kommt bestimmt)!

Silvester – von bösen Geistern und Rummelpott

Silvester, der letzte Tag des Jahres, insbesondere der letzte Abend und die Nacht ins neue Jahr ist mit vielen Bräuchen verbunden. Im deutschsprachigen Raum wird der Jahreswechsel oft mit Feuerwerk, Böllern, Bleigießen oder Mitternachtsgottesdiensten (Mette) gefeiert. Oft verschenkt man auch Glücksklee (Oxalis). Das Feuerwerk vertrieb früher die „böse Geister“. Heute drückt es auch Vorfreude auf das neue Jahr aus. Für mich ist es eher ein Relikt martialischen Verhaltens. Bei privaten Silvesterfeiern sind Bleigießen sowie das Öffnen einer Flasche Sekt zum Jahreswechsel weit verbreitet.

Silvester 2009

Hier in Norddeutschland, speziell in einigen Gebieten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen, verkleiden sich die Kinder und laufen am Silvesterabend Rummelpott, einem Heischebrauch. Vor den Haustüren der Nachbarschaft bringt zu überlieferten plattdeutschen Rummelpottliedern wie Fru mok de Dör op (Frau, öffne die Türe!) das traditionell inzwischen sehr selten eingesetzte Instrument Rummelpott (auch Brummtopf) – ein mit einer Schweinsblase überspannter Topf – durch Reiben am Schilfrohr in dessen Mitte quäkende Klänge zustande. Die Kinder bekommen an der Haustür Süßigkeiten und Geld, ältere Teilnehmer mitunter auch alkoholische Getränke. Ursprung war ein germanischer Brauch – um, wie sollte es anders sein, die Geister zu vertreiben. Dasselbe Ziel hatten übrigens die Perchten- oder Tresterer-Läufe um die Zeit der Jahreswende im Alpenraum. Und: Die Silvesternacht ist auch eine Raunacht, eine der zwölf Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird und die für Geisteraustreibung oder -beschwörung, den Kontakt mit Tieren oder wahrsagerische Praktiken geeignet sein soll. Auch Odins Wilde Jagd spielte sich am Silvesterabend ab.

Wie auch immer: Natürlich werde auch ich mich mit meinen Lieben und einigen Freunden zusammentun, in aller Ruhe zu Abend speisen (Raclette mit diversen Zutaten), dabei ein gepflegtes Bierchen schlürfen – und um Punkt 0 Uhr mit einem Glas Sekt anstoßen. Wann ich meinen wohl verdienten Schlaf finden werde, steht noch in den Sternen und ist von der Stimmung abhängig. Es kann aber ‚früh’ werden.

Nun zunächst wünsche ich Euch allen einen verletzungsfreien letzten Tag im alten Jahr und – wie man fast spöttisch sagt – einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Wir lesen voneinander …

Erich Fromm: Stadt des Seins

Ich komme noch einmal auf ein Buch von Erich Fromm zurück: Haben oder Sein. Im letzten Kapitel entwickelte er eine Utopie, die er Stadt des Seins nannte. Hier beschrieb er die Wesensmerkmale der neuen Gesellschaft:

– Der erste entscheidende Schritt auf dieses Ziel hin ist die Ausrichtung der Produktion auf einen „gesunden und vernünftigen Konsum“

– Gesunder und vernünftiger Konsum ist nur möglich, wenn wir das Recht der Aktionäre und Konzernleitungen, über ihre Produktion ausschließlich vom Standpunkt des Profits und Wachstums zu entscheiden, drastisch einschränken

– Um eine am Sein orientierte Gesellschaft aufzubauen, müssen alle ihre Mitglieder sowohl ihre ökonomischen als auch ihre politischen Funktionen aktiv wahrnehmen. Das heißt, daß wir uns von der Existenzweise des Habens nur befreien können, wenn es gelingt, die industrielle und politische Mitbestimmungsdemokratie (participatory democracy) voll zu verwirklichen

– Die aktive Mitbestimmung im politischen Leben erfordert maximale Dezentralisierung von Wirtschaft und Politik

– Aktive und verantwortungsvolle Mitbestimmung ist nur möglich, wenn das bürokratische durch ein humanistisches Management ersetzt wird

– In der kommerziellen und politischen Werbung sind alle Methoden der Gehirnwäsche zu verbieten

– Die Kluft zwischen den reichen und den armen Nationen muß geschlossen werden

– Viele Übel der heutigen kapitalistischen und kommunistischen Gesellschaften wären durch die Garantie eines jährlichen Mindesteinkommens zu beseitigen

– Die Frauen sind von der patriarchalischen Herrschaft zu befreien

– Ein Oberster Kulturrat ist ins Leben zu rufen, der die Aufgabe hat, die Regierung, die Politiker und die Bürger in allen Angelegenheiten, die Wissen und Kenntnis erfordern, zu beraten

– Ein wirksames System zur Verbreitung von objektiven Informationen ist zu etablieren

– Die wissenschaftliche Grundlagenforschung ist von der Frage der industriellen und militärischen Anwendung zu trennen

– Eine unabdingbare Voraussetzung einer neuen Gesellschaft ist die atomare Abrüstung

Erich Fromm

Das Buch Haben oder Sein ist im Original unter dem Titel „To Have or to Be?“ 1976 erschienen, also vor über 30 Jahren. Es hatte im Deutschen den Untertitel „Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“ und fordert vor allem ein Umdenken jedes einzelnen Menschen. Was er weiter als Wesensmerkmale der neuen Gesellschaft benennt, ist lediglich ein „erster Entwurf“, beinhaltet aber bereits klare konkrete Forderungen (wie den Obersten Kulturrat). Jeder der einzelnen Punkte wird ausführlich kommentiert und dabei auch relativiert.

Sicherlich könnte man Fromms Entwurf als naiv abtun. Es schreibt allerdings dazu, dass „die Chancen gering (bleiben), daß es zu den notwendigen menschlichen und gesellschaftlichen Veränderungen kommt. Unsere einzige Hoffnung ist die energiespendende Kraft, die von einer neuen Vision ausgeht. Diese und jene Reform vorzuschlagen, ohne das System von Grund auf zu erneuern, ist auf lange Sicht sinnlos, denn solchen Vorschlägen fehlt die mitreißende Kraft einer starken Motivation. Das ‚utopische’ Ziel ist realistischer als der ‚Realismus’ unserer heutigen Politiker. Die neue Gesellschaft und der neue Mensch werden nur Wirklichkeit werden, wenn die alten Motivationen – Profit und Macht – durch neue ersetzt werden: Sein, Teilen, Verstehen; wenn der Marktcharakter durch den produktiven, liebesfähigen Charakter abgelöst wird …“

Gerade heute ist das Buch aktueller als je zuvor. Sicherlich wird Fromms Entwurf auf lange Sicht Utopie bleiben. Aber trotzdem kann jeder Einzelne daraus für sein eigenes Leben lernen, um zu begreifen, wir sehr das Haben unser Leben im Griff hält. Vielleicht gelingt es uns schrittweise, Abschied vom Haben zu nehmen und mit dem Sein ein erfüllteres Leben zu gewinnen. Bekanntlich ist der Weg das Ziel, warum machen wir uns also nicht auf den Weg?

Excalibur – auf Tour 2010

Von Excalibur – The Celtic Rock Opera habe ich ja bereits berichtet. Nach einer fulminanten Premiere am 24. und 25. Juli 2009 in der Kaltenberg Arena wird die Legende im Januar 2010 auf Tour gehen (Mitwirkende u.a. der Jethro Tull-Gitarrist Martin Barre):

02.01.2010 – Bremen AWD Dome
04.01.2010 – Mannheim – SAP Arena
07.01.2010 – Hamburg Colorline Arena
08.01.2010 – Leipzig Arena
09.01.2010 – Hannover TUI Arena
13.01.2010 – München Olympiahalle
16.01.2010 – Berlin Max-Schmeling-Halle
18.01.2010 – Köln Lanxess Arena
19.01.2010 – Stuttgart Schleyerhalle
21.01.2010 – Zürich Hallenstadion
22.01.2010 – Oberhausen Arena
23.01.2010 – Frankfurt Festhalle
26.01.2010 – Nürnberg Arena Nürnberger Versicherung

Tozeur/Tunesien 1999/2000

Vor 10 Jahren zum großen Jahrtausendwechsel hatte ich mich mit meiner Familie geeinigt, dass wir vor dem Trubel, der mit diesem Ereignis einhergehen würde, fliehen wollten. Da kam uns ein günstiges Angebot zu einem Wüstenaufenthalt in Südtunesien gerade Recht.

Am 26. Dezember 1999 kamen wir mit dem Flugzeug in Tozeur, einer Oasenstadt nahe des Salzsees Chott el Djerid, an und verbrachten hier und in der Umgebung zwei außergewöhnliche Urlaubswochen. Besonders für meine zwei Söhne, damals 6 und 9 Jahre alt, wurde der Aufenthalt im Süden Tunesiens zu einem unvergesslichen Ereignis. Aber auch meine Frau und ich zehrten lange von den Eindrücken, die auf uns in dieser Wüstengegend einströmten.

Interessant waren z.B. die Filmkulissen zu Starwars bzw. „Der englische Patient“, die sich mitten in der Wüste Onkjemel befinden. Beeindruckend war vor allem aber der Aufenthalt in der Wüstenregion Grand Erg Oriental und dort in der Oase Ksar Ghilane, wo wir bei Eiseskälte in Zelten übernachteten. Von Zaafrane aus unternahmen wir dann auch einen Ausritt auf Kamelen.


Filmkulissen StarWars in der Wüste Onkjemel in der Nähe von Tozeur


Oase Ksar Ghilane in der Wüste Grand Erg Oriental/Sahara

Hier zwei weitere Videos von unserem Urlaub im Süden Tunesiens zum Jahrtausendwechsel 1999/2000, einmal ein zusammenfassendes Video – zuletzt eine Fotoslideshow. Für uns ist es kaum zu glauben, dass diese Reise bereits zehn volle Jahre zurückliegt.


Zusammenfassendes Video von unserer Reise


Fotogalerie von unserer Reise durch Südtunesien 1999/2000

Zu faul zum Lesen?

Wer zu faul ist zu lesen, der kann es sich jetzt im Internet vorlesen lassen: text-to-speech.imtranslator.net. Und das nicht nur auf Deutsch. Einfach den Text kopieren und in das Textfeld hineinfügen, dann starten und fertig.

Für meine kurze ‚Weihnachtsansprache’ habe ich diesen Dienst bereits genutzt. Probleme gibt es wohl bei vielsilbigen Wörtern wie z.B. dem folgenden 🙂

Tagesfangflottenkäpitänspatentamtsverwaltungsvorsteherdrüsenentzündunghemm
schuhsohlenbeschlägerbandenkriegstreibersoftwareentwicklerteamchefarzthonorar
abrechnungsbelegblockwartungsterminkalenderblattlausbübchengesichtscremespeise
saalschlachtermeisterbriefbombenstimmungsmacherlohntütensuppenschüssel

Zwischen den Jahren

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nennt man die Zeit „zwischen den Jahren“ (die Nächte, die längsten des Jahres, nennt man Raunächte). Die Medien nutzen diese Zeit für Rückblicke auf das nun fast vergangene Jahr. Einen solchen Rückblick, gar ein Resümee, will ich mir nicht anmaßen. In dem kleinen Video Absurdistan 2009 – Der Jahresrückblick findet sich aber alles trefflich zusammengefasst, was uns in diesem Jahr ‚auf den Geist’ gegangen ist.

AlbinZ Weihnachtsbaum 2009

Aber heute ist ja noch Weihnachten, der 2. Weihnachtsfeiertag, der uns dank der Bismarckschen Sozialgesetzgebung bis heute erhalten geblieben ist. Daher aus Wolfgangs Schatzkammer (Wolfgang’s Vault) 22 Christmas Tunes (kostenlose Anmeldung ist erforderlich) mit einigen weihnachten Musikschätzen aus Rock und Pop.