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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Bundestagswahl 2014

Nachdem die Legislaturperiode durch die schwarz-gelbe Regierung auf 5 Jahre verlängert wurde, kam es nach der Bundestagswahl im Jahr 2014 zu folgendem Ergebnis:

  2014 zum Vergleich 2009
CDU/CSU 26,3 33,8
SPD 18,4 23,0
FDP 6,4 14,6
Linke 18,7 11,9
Grüne 16,7 10,7
Piraten 8,7 2,0
sonstige 4,8 4,0

Damit hätte eine rot-rot-grüne Koalition mit 53,8 % der Wählerstimmen die nötige Mehrheit für ein Regierungsbündnis.

Ursachen für dieses Wahlergebnis waren u.a. folgende:

1. Die FDP verlor so dramatisch, weil sie in Bürgerrechtsfragen gegenüber der CDU/CSU eingeknickt war. Bundesinnenminister Schäuble konnte seine umschrittenen Pläne zu Online-Untersuchungen u.ä. gegenüber den freien Demokraten behaupten. Nach der Datenpanne beim BKA, als kurz vor der Wahl 2014 herauskam, dass mindestens jeder zweite Bundesbürger kriminalpolizeilich erfasst wurde, entschieden sich viele Wähler statt für die FDP für die Piratenpartei, die schlechthin als eine FDP 2.0 bezeichnet wurde – nur mit dem Unterschied, dass sich diese Partei vehement gegen das Schäuble-Diktat gewendet hatte.

2. Die SPD hatte sich auch nach fünf Jahren kaum von der Wahlschlappe 2009 erholt; weitere Wähler wanderten zu den Linken, da sie sich von denen besser vertreten sehen.

3. Die verheerende Panne in dem AKW Emsland, bei dem ein ganzer Landstrich radioaktiv verseucht wurde (mindestens 400 Menschen starben bisher an den Folgen der Verstrahlung), führte zu massiven Anti-Atomkraft-Kundgebungen. Bei der Bundestagswahl konnten so die Grünen ihr Wahlergebnis deutlich verbessern.

4. Die genannten Punkte führten auch zu Verlusten bei der CDU/CSU. Allerdings konnte sie ihre Verluste in Grenzen halten, weil sie es schaffte, alte Stammwähler zu mobilisieren.

Bundestagswahl 2014

Anmerkung: Bereits die Bundestagswahl 2009 hat verdeutlicht, dass sich die Parteienlandschaft wesentlich verändert hat. Die großen so genannten Volksparteien verloren Stimmen an kleine Parteien, sodass es inzwischen fünf Parteien sind, die die 10-%-Grenze übersteigen. Sollten Bürgerrechte weiterhin eingeschränkt werden, dürfte das auch zu einer Stärkung der Piratenpartei führen und zu deren Einzug in die Parlamente.

Elias Canetti: Das Augenspiel

Mit Die gerettete Zunge, dem ersten Band seiner Autobiografie, erfahren wir aus der Kindes- und Jugendzeit von Elias Canetti. „Die Fackel im Ohr“ (Lebensgeschichte 1921 – 1931) setzt die Autobiographie fort. Die Familie verbringt die Zeit nach dem ersten Weltkrieg in Frankfurt, um dann nach Wien umzuziehen. Hier lernt der junge Elias zum ersten Mal Karl Kraus kennen, einen Sprachkritiker, der seine Zuhörer unglaublich in seinen Bann ziehen konnte. Gerade diese frühen Vorlesungen von Karl Kraus und seine Zeitschrift „Die Fackel“ sind es, die die späteren Werke von Elias Canetti prägen werden. Im Jahre 1928 zieht es Canetti nach Berlin, wo er zum ersten Mal schriftstellerisch tätig ist und die Bekanntschaft u.a. mit Bertolt Brecht macht. Die Beschreibung der Berliner Intellektuellen am Ende der zwanziger Jahre ist ein besonders interessantes Kapitel in diesem Teil von Canettis Autobiographie. Aber auch die folgenden Jahre während des Studiums wieder in Wien zeigen auf interessante Weise, wie sich Canetti schon als junger Mensch mit Werken auseinandersetzte, die er später tatsächlich verfasst hat.

„Das Augenspiel“ ist der dritte und letzte Teil seiner Lebensgeschichte und führt uns in die Jahre 1931 – 1937. Es sind die weiteren Jahre in Wien, in denen er viele Kontakte mit Intellektuellen pflegte. 1930/31 schrieb Canetti an seinem Roman „Die Blendung“, ein Jahr darauf entstand das Drama „Hochzeit“, ein weiteres Jahr später „Die Komödie der Eitelkeit“. Alle drei Werke blieben zunächst unveröffentlicht.

Elias Canetti

Durch Lesungen aus dem Roman und den Dramen lernte Canetti allerdings zahlreiche Künstler und Intellektuelle kennen, darunter den Bildhauer Fritz Wotruba, der einer seiner engsten Freunde wurde, die Künstlerin Anna Mahler (in die Canetti sich unglücklich verliebte) und deren Mutter Alma Mahler-Werfel, über die sich Canetti nur abfällig äußert (die zerflossene Alte auf dem Sofa, die strotzende Witwe), den Gelehrten Abraham Sonne („Dr. Sonne“, später Avraham Ben Yitzhak), den Schriftsteller Hermann Broch, den Komponisten Alban Berg, den Dirigenten Hermann Scherchen und den Schriftsteller Robert Musil. Seine zunehmende Bekanntheit ermöglichte es Canetti schließlich sogar, Die Blendung zu veröffentlichen.

Zu Musil äußert sich Canetti wie folgt in dem Buch:

Musil beim Sprechen zuzuhören war eine Erfahrung besonderer Art. Er hatte keine Allüren. Er war zu sehr er selbst, um je an einen Schauspieler zu erinnern. Ich habe von keinem Menschen gehört, der ihn je bei einer Rolle ertappt hätte. Er sprach ziemlich rasch, aber er überstürzte sich nie. Es war seiner Rede nicht anzumerken, daß ihn mehrere Gedanken zugleich bedrängten: bevor er sie vorbrachte, legte er sie auseinander. Er herrschte eine bestechende Ordnung in allem, was er sagte. Für den Rausch der Inspiration, mit dem die Expressionisten sich hauptsächlich hervortaten, bewies er Verachtung. Inspiration war ihm kostbar, um sie für Zwecke der Exhibition zu gebrauchen. Nichts ekelte ihn mehr als Werfels Schaum vor dem Mund. Musil hatte Scham und stellte Inspiration nicht zur Schau. In unerwarteten, in erstaunlichen Bildern gab er ihr plötzlich Raum, grenzte sie aber gleich wieder ein durch den klaren Gang seiner Sätze. Er war ein Gegner von Überschwemmungen in der Sprache und wenn er sich der eines anderen aussetzte, was einen wundernahm, war es, um entschlossen durch die Flut zu schwimmen und sich zu beweisen, daß immer, selbst für das Trübste, ein jenseitiges Ufer sich fände. Es war ihm wohl, wenn es etwas zu überwinden gab, aber vom Entschluß, einen Kampf aufzunehmen, ließ er sich nie etwas anmerken. Plötzlich war er sicher mitten in der Materie, den Kampf merkte man nicht, man war von der Sache gefesselt, und obwohl der Sieger gelenkig, doch unverrückbar vor einem stand, dachte man nicht mehr daran, wie sehr er es war, die Sache selbst war zu wichtig geworden. (S. 174f.)

Hier interpretiert Canetti sehr viel hinein in Musils Denken und überträgt in meinen Augen eigene Vorstellungen in die des Anderen. Wie schon im Fall Karl Kraus ist es fast maßlose Begeisterung für den Autor des Mannes ohne Eigenschaften. Es führte zu einer Art Symbiose, die sich allein Canetti zunutze macht, wenn auch zunächst nur innerlich.

Genau kann ich es nicht benennen, aber bei Elias Canetti überfällt mich beim Lesen eine Art von Ungehaben. Sicherlich kein zentraler Satz und doch für mich charakteristisch ist die Äußerung: Bilder bestimmen, was man erlebt. (S. 323). Canetti war bestimmt durch Bilder, die er immer wieder betrachtete, Goya spielte eine große Rolle, aber auch Abbildungen der Evangelisten. Er übertrug dabei die Größe anderer (wie schon im Fall Robert Musil) auf sich. Wie sonst sollten Bilder bestimmend im Leben eines Menschen werden.

Eigentlich bekannt wurde Canetti durch sein umfassendes Werk „Masse und Macht“, an dem er Jahrzehnte arbeitete und das auch dazu führte, dass er 1981 den Literaturnobelpreis erhielt. Durch die Nationalsozialisten hatte er Anschauungsmaterial genug. In diesem 3. Teil seiner Autobiografie finden wir so auch einige Sätze hierzu:

… zwischen Panik und Massenflucht unterscheiden …, da die Panik zwar ein echter Zerfall der Masse sei, daß es aber auch, wie man zum Beispiel bei Tierherden gut sehen könne, fliehende Massen gäbe, die keinesfalls zerfielen, die beisammen blieben und denen das Massengefühl, von dem sie erfüllt wären, bei der Flucht zustatten käme. … (S. 48)

Canetti – so scheint es – war nicht nur ein Forscher der Macht, sondern ein Macht-Wollender. Er galt – so dies seinen, teils erschütternden Briefen zu entnehmen ist – als schwieriger, eitler und jähzorniger Mann, gleichzeitig als egoistischer Frauenschwarm, der mit Geld nicht umgehen konnte.

Für mich war Elias Canetti ein zwiespältiger Mensch, der über die Masse schrieb und geschickt ‚die Masse’ der Intellektuellen- und Künstler-Kreise, ob nun in Berlin, Wien oder London, wo er immer wieder schnell zu einer Bekanntheit wurde, für sich zu nutzen verstand. Dieser Zwiespalt lässt sich auch in „Das Augenspiel“ zwischen den Zeilen ablesen. Er schreibt hier über andere, über viele, deren Namen erst später zu wirklichen Größen der Literatur- oder Kunstgeschichte wurden. Und er lässt dabei das Licht, das diese Gestalten aussenden, gern auch auf sich scheinen. In seiner (nachträglichen) Interpretation wird man so schnell zu einem unter Gleichen.

Das soll nicht den literarischen Wert seines Werkes schmälern. Es ist aber schon symptomatisch, wie Canetti den Lesern mit seinen drei autobiografischen Bänden vor Augen führt, in welch exklusiven Kreisen er verkehrte.

Literaturnobelpreis an Herta Müller

Weihnachten 1984 bzw. zum Jahreswechsel 1984/85 und vom 16.01. bis zum 06.02.1986 war ich mit meiner Frau zweimal in Rumänien zum Winterurlaub (siehe u.a. meinen Beitrag In rumänischer ‘Gefangenschaft’). Preiswerter konnte man damals vor über zwanzig Jahren nicht Winterurlaub machen. Flug, Unterkunft und Verpflegung, einmal auch der Skikurs, alles war im Preis inbegriffen. Sicherlich ließ sich das alles nicht unbedingt mit unseren Standards vergleichen, war nicht so komfortabel wie in den Alpen, ob nun Österreich, Schweiz oder Bayern. Aber das Essen war ordentlich und das Hotelzimmer beheizt. Dafür gab es kam Gedränge auf den Pisten. Und die Landschaft war mindestens genau so schön.

Rumänien wurde damals mit eiserner Hand durch den Ceausescu-Clan regiert, der pure Stalinismus. Und obwohl das Land über reichlich Öl- und Erdgasquellen verfügte, waren Benzin, Heizöl usw. rationiert. Nicolae Ceausescu waren die Devisen wichtiger als sein Volk. Dafür hauste er im Luxus und residierte wie ein Fürst. Auch an Lebensmittel fehlte es. Wer konnte, versorgte sich selbst.

Als wir vor Weihnachten 1984 ins Land kamen, sahen wir lange Schlangen vor einem Laden, weil es einige wenige Apfelsinen zu kaufen gab. Und in einem Geschäft gab es Fisch, der in einer Gefriertruhe lagerte – Hammer und Meisel lagen dabei, da man den Fisch aus einem Eisblock herausschlagen musste. Die häufigen Stromausfälle hatten dazu geführt, dass der ganze Fisch zu einem einzigen Eisklumpen zusammenfror.

Bücher gab es viele zu kaufen. Im Schaufernster ausgelegt war die vielbändige Gesamtausgabe von Nicolae Ceausescu, dem Staatspräsidenten Rumäniens, sein gesamtes Bla-Bla. Es gab auch Bücher in Deutsch: ein Buch mit Märchen und ein technisches Wörterbuch Deutsch – Rumänisch, das wir uns kauften.

Wir hatten im Hotel Kontakte u.a. zu einer Kellnerin, einer Siebenbürger Sächsin, die uns mit Schmalzgebackenem und eingelegten Pilzen versorgte – als Gegengeschenk für Kleidung, die meine Frau ihr gegeben hatte. Uns war das eher peinlich, aber sie ließ sich partout nicht davon abbringen. Im Fahrstuhl wurden wir von einem Rumänen angesprochen, der uns unsere Jeans, am liebsten gleich auf der Stelle, abkaufen wollte. Wir waren gewarnt, darauf auf keinen Fall einzugehen. Am Ende landete man so im Gewahrsam der Securitate, dem rumänischen Geheimdienst, der Stasi vergleichbar, und damit vielleicht auf Nimmerwiedersehen.

Damals oder nur kurze Zeit darauf, hörte ich zum ersten Mal den Namen Herta Müller, einer am 17. August 1953 in Nitzkydorf, Rumänien, geborenen Schriftstellerin, einer Banater Schwäbin. Ihr erstes Buch Niederungen, dessen Manuskript vor der Veröffentlichung in Rumänien über vier Jahre vom Verlag zurückgehalten wurde, konnte 1982 in Rumänien, wie alle Publikationen, nur in stark zensierter Fassung erscheinen. 1987 reiste Herta Müller mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schriftsteller Richard Wagner, in die Bundesrepublik Deutschland aus.

„Dein Vater hat mich auch beim Kirschenpflücken im großen menschenleeren Weingarten nicht angerührt. Er stand wie ein Pfahl neben mir und spuckte ununterbrochen nasse glitschige Kirschkerne aus, und ich wußte damals, daß er mich im Leben oft verprügeln wird. Als wir zu Hause ankamen, hatten die Frauen im Dorf schon ganze Körbe voll Kuchen gebacken, Männer hatten schon ein junges schönes Rind geschlachtet. Die Klauen lagen auf dem Mist. Ich sah sie, als ich durchs Tor und in den Hof trat… Ich wollte damals sagen, ich will nicht heiraten, aber ich sah das geschlachtete Rind, und Großvater hätte mich umgebracht.“

Die Mutter kann aus dieser Geschichte nicht lernen, sie gibt die Prügel einfach an das Kind weiter und quält es mit ihren eigenen Schreckbildern. Der rohe Vater, häufig betrunken, singt vor dem bildlos flimmernden Fernsehschirm Landserlieder, bis alle spüren, „wir ertragen die anderen und uns selber nicht, und die anderen neben uns ertragen uns auch nicht“.

Zum Kreis der Hölle gehören die allgegenwärtigen Großeltern, gefangen in Aberglauben und den Geschichten, die mit „Früher“ beginnen. Die schrullig herrschsüchtige Großmutter treibt ihre Enkelin mit Ohrfeigen in den Mittagsschlaf. Der Großvater, die Taschen voller Nägel, hat noch am ehesten freundliche Züge. Die Nachbarn sind ebenso ruinierte Leute wie die anderen Dorfbewohner, die alten Männer und noch mehr die alten Frauen – „An den Winternachmittagen sitzen sie am Fenster und stricken sich selber mit hinein in ihre Strümpfe aus kratziger Wolle, die immer länger werden und so lang sind wie der Winter selbst, die Fersen haben und Zehen und behaart sind, als könnten sie von alleine gehen.“

Nicht weniger kratzig in dieser Gespensterwelt sind die Dorfhonoratioren, der Pfarrer, der auf naive Fragen die Hände der Kinder mit dem Lineal rot schlägt, oder der Zahnarzt, der zur Demütigung seiner Patienten ihr Gebiß aus dem Fenster wirft. Ganz am Rand treten wie von fern die Vertreter der Staates auf, ein Tierarzt zum Beispiel, der gegenüber den harten Deutschen fast etwas Freundliches hat – weil er sich leicht betrügen und bestechen läßt.

Soviel zum erstes Buch Niederungen von Herta Müller. Kein Wunder: Teile der Banater Schwaben empfanden dieses Buch als „Nestbeschmutzung“.

In ihrem neuesten Roman Atemschaukel zeichnet die Autorin den Weg eines jungen Mannes in ein Deportationslager nach Russland nach, das exemplarisch für das Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen nach dem Zweiten Weltkrieg steht (Blick ins Buch Herta Müller: Atemschaukel).

In diesem Jahr nun erhielt Herta Müller den Literaturnobelpreis. Sie habe „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit“ gezeichnet, hieß es in der Würdigung. Begründet wurde die Vergabe des Nobelpreises mit der Intensität der von ihr verfassten Literatur.

siehe auch zdf.de: Video Herta Müller auf dem blauen Sofa

Sequel auf Sequel

Hollywood setzt immer wieder auf so genannte Sequels, also Nachfolgefilme, Fortsetzungen oder wie auch immer man das nennen mag. War ein Film besonders erfolgreich, so kann man davon ausgehen, dass mindestens ein Sequel nachkommt. Ich meine nicht Filmreihen wie die Filmtrilogie Der Herr der Ringe; hierbei handelt es sich um die Verfilmung eines Buches, das ebenfalls in drei Bänden vorhanden ist. Ich meine Filme wie Ice Age oder Nachts im Museum, deren Erfolg dazu führte, dass die Geschichte fortgesetzt wurde.

Ice Age Teil 1 war nun wirklich sehr witzig. Dafür sorgte das mürrige Mammut Manni und besonders das Faultier und die Nervensäge Sid, durchaus köstlich von Otto Waalkes synchronisiert. So ließen wir uns gern auch Ice Age 2: Jetzt taut’s gefallen. Aber spätestens mit Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los hat sich die Geschichte erledigt. Auch dieser Teil wurde mit viel Aufwand animiert und die Nervensäge Sid als Adoptivvater zweier Dinosaurier war ganz lustig. Aber am Ende war ich eher froh, dass der Film vorbei war. Der kommerzielle Erfolg auch des dritten Teils lässt ahnen, dass Otto Waalkes den Sid noch nicht ad acta legen wird.


Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los – Trailer deutsch

Nachts im Museum 2 (Originaltitel: Night at the Museum: Battle of the Smithsonian) ist bemüht, den ersten Teil zu übertreffen. Sicherlich sind die Spezialeffekte enorm, und wer den ersten Teil mochte, wird auch dem zweiten noch etwas Unterhaltendes abgewinnen können. Aber insgesamt glänzt der Film doch eher durch seichten, wenn auch familientauglichen Humor. Auch hier hat sich die Idee schnell verbraucht. Man bewahre uns vor einem 3. Teil.


Nachts im Museum 2 – Trailer deutsch

Emma mit viel Elan

24 den 26 Folgen von der Serie Mit Schirm, Charme und Melone (8-DVD-Boxset – Edition 1) der ersten deutschen Staffel (eigentlich schon die 4.), ab 18. Oktober 1966 im damals noch jungen ZDF in schwarz-weiß ausgestrahlt, habe ich mir in den letzten Wochen nach langer Zeit wieder zu Gemüte geführt. Und auch über die vielen Jahre hinweg hat diese Serie mit Patrick Macnee als John Steed und Diana Rigg als Emma Peel nichts von ihrer damaligen Faszination verloren. Alles ist very british, also mit feinstem britischen Humor gespickt, und durchaus spannend. Die letzte Folge (Honig für den Prinzen/ Honey for the Prince) werde ich mir in den nächsten Tagen anschauen, die Folge „Weihnachten – ein Alptraum“ (Too Many Christmas Trees) werde ich mir für die Festtage aufbewahren.

Wie gesagt: die Serie ist very british und lässt das „Swinging London“ der 60er Jahre wieder auferstehen. Very british sind auch die Fortbewegungsmittel, mit denen die beiden Protagonisten Steed und Peel unterwegs sind. Obwohl ich kein großer Fan von Automobilen bin und selbst keinen PKW besitze (siehe meinen Beitrag: Tanz ums goldene Kalb), so haben die Fahrzeuge, die damals auf der britischen Insel produziert wurden, ihren Reiz, dem auch ich mich nicht ganz entziehen kann. Meine Frau mag besonders den Jaguar und hier den Typ E, sportlich-extravagant. Als Kind hatte ich eine Carrera-Autorennbahn, zu der neben einem Porsche auch ein Jaguar E gehörte.

Nun in der Serie Mit Schirm, Charme und Melone fahren Steed und Peel Autos, die ganz ihrem Stil entsprechen. John Steed bevorzugt dabei gentlemanlike die Marke Bentley und dabei Typen aus den 20er Jahren. In der s/w-Staffel ist es ein 4½ Litre Bentley bzw. 3 Litre Bentley; das Kennzeichen ist dabei immer UW 4887. In der ersten Staffel in Farbe sehen wir ihn mit folgenden Oldtimern:

RX 6180 – etwa 1926 Green Speed Six Bentley
YT 3942 – 1926 Green 3 Litre Racing Green Bentley

John Steed: 1926 Green 3 Litre Racing Green Bentley

Emma Peel: 1966 Powder Blue Lotus Elan S3

John Steed: 1926 Green 3 Litre Racing Green Bentley

Emma Peel: 1966 Powder Blue Lotus Elan S3

Und Emma Peel? Ihrem sportlich-dynamischen Typ entsprechend fährt sie Lotus. Lotus Elan um genau zu sein. In den Episoden in schwarz-weiß ist es ein 1964 Lotus Elan S2 mit der Registrierung HNK999C, und in den Folgen in Farbe fährt sie einen 1966 Powder Blue Lotus Elan S3 mit dem Kennzeichen SJH499D.

„Mit Schirm, Charme und Melone“ wird immer wieder mit den James Bond-Filmen verglichen, deren erste Episoden auch in den 60er Jahren entstanden. Und wie bei James Bond, der in zwei Filmen sogar auf Autos der deutschen Marke BMW zurückgreift, spielen auch in „Mit Schirm, Charme und Melone“ Autos eine größere Rolle. Sie sind gewissermaßen Erkennungszeichen der Protagonisten und damit eine Art Accessoire, das die besonderen Eigenschaften der jeweiligen Typen unterstreicht. Heute würde man von Styling sprechen.

Bei der Suche nach weiteren Informationen zur Serie bin ich bei YouTube auf ein Musikvideo der Gruppe Oasis gestoßen, die Musik im Stile ihrer Vorbilder, den Beatles, machten. Für dieses Video aus dem Jahre 1996 engagierten sie Patrick Macnee, dem John Steed der Serie, der die Band-Mitglieder in einem Rolls Royce chauffiert. Regisseur des Videos ist Nigel Dick. Macnee hat sichtlich Spaß an seinem Mini-Auftritt.


Oasis: Don’t Look Back In Anger (1996)

Herbsturlaub 2009: Bild(er) des Tages (5)

Mein kurzer Herbsturlaub geht heute leider zu Ende. Morgen wartet hoffentlich nicht zu viel Liegengebliebenes bzw. Neuhinzugekommenes an Arbeit auf mich (der Teufel soll’s holen).

Nun nach zwei Regentagen hat sich der Himmel wieder erbarmt und lässt die Sonne scheinen; Zeit, um auch die Pflanzen auf dem Grab meines Schwiegervaters zusammen mit meiner Frau zu hegen. Zeit auch für einige herbstliche Fotoaufnahmen. Sehenswert ist dabei die alte, verknöcherte Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt.

Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt - bei leichter Bewölkung

Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt – bei leichter Bewölkung (oben) und bei Sonnenschein (unten)

Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt - bei Sonnenschein

Südafrika, wir kommen

Neben Gastgeber Südafrika haben sich bisher 22 Mannschaften für die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden im nächsten Jahr qualifiziert:

FIFA Worldcup 2010 South Africa

Aus Europa Dänemark, die Schweiz und die Slowakei, Deutschland, Spanien, England, Serbien, Italien und die Niederlande. Als beste Gruppenzweite müssen noch in die Relegation folgende Ländermannschaften: Portugal, Griechenland, Slowenien, Russland, Bosnien-Herzegowina, die Ukraine, Frankreich und Irland.

Aus Asien: Australien, Japan, Süd- und Nordkorea. Der 5. der Qualifikation Bahrain muss in die Relegation gegen Neuseeland (für Ozeanien) antreten, das Hinspiel ist bereits gespielt und endete 0:0 in Bahrain.

Aus Nord- und Mittelamerika: die USA, Mexiko und Honduras. Der Vierte der Qualifikation muss gegen den 5. aus Südamerika antreten: Costa Rica – Uruguay.

Aus Südamerika kommen Brasilien, Chile, Paraguay und Argentinien.

Aus Afrika haben sich bisher nur Ghana und die Elfenbeinküste für die WM qualifiziert. Weitere Kandidaten sind Kamerun oder Gabun, Tunesien oder Nigeria bzw. Algerien oder Ägypten.

Im Kampf um die letzten Tickets wird in den noch ausstehenden Gruppenspielen in Afrika und in so genannten Playoffs das WM-Teilnehmerfeld komplettiert. Die Auslosung für die restlichen vier europäischen Vertreter findet am Montag, 19. Oktober, statt. Die Relegationsspiele werden am 14. und 18. November gespielt.

Museumsinsel Berlin: Virtueller Rundgang

Im Juli 2001 besuchte ich mit meinen Lieben zuletzt Berlin. Da meine beiden Söhne ausgesprochene Altägypten-Fans waren, besuchten wir auch das Ägyptische Museum, das damals noch im Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg untergebracht war. Höhepunkt der Ausstellung ist und war die Büste der Nofretete.

Büste der Nofretete

Nach einem Umzug ins Alte Museum auf der Berliner Museumsinsel befindet sich das Ägyptische Museum seit Oktober 2009 wieder im Neuen Museum – ebenfalls auf der Museumsinsel in Berlin.

Morgen nun, am 17. Oktober 2009, öffnet das Neue Museum wieder seine Pforten.
Errichtet wurde dieses Hauptwerk der Kunst-, Museums- und Technikgeschichte des 19. Jahrhunderts nach Plänen Friedrich August Stülers. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es unter der Leitung des britischen Stararchitekten David Chipperfield aufwändig restauriert und wiederhergestellt. Das Ägyptische Museum und Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung finden hier ihre neue Heimat.

Büste der Nofretete im Neues Musem

Erstmals sind nun seit 1939 alle fünf Museen auf der Berliner Museumsinsel zugänglich.
Wer Lust und Laune hat, kann in einem virtuellen Rundgang über die Insel schlendern: Museumsinsel Berlin: Virtueller Rundgang

weitere Infos zum Jahrhundertprojekt Museumsinsel Berlin

Flohmarktfieber: Töster Markt 2009

Alljährlich findet in der ersten Oktoberwoche in dem kleinen Heideort Tostedt, auf halber Strecke zwischen Bremen und Hamburg gelegen, Norddeutschlands größter Flohmarkt mit rund 700 Ausstellern statt – 2009 zum 36. Mal. Der Flohmarkt in Tostedt wird auch kurz Töster Markt genannt (Töst ist die niederdeutsche Form von Tostedt).

Veranstalter ist der Werbekreis in Tostedt, der auch für die Organisation verantwortlich zeichnet. Viele ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass alles möglichst reibungslos abläuft, so auch Fritz Rosenbrock, der als Marktsheriff dafür sorgt, dass die Aussteller ihren richtigen Standplatz finden. Manchmal wird auch beim Aufbau der Pavillons geholfen – und am Ende die Standgebühr von zz. 4 Euro pro Meter kassiert.

Es handelt sich bei dem Video um eine Sendung des N D R Fernsehens – Landesfunkhaus Niedersachsen, die am 12.10.2009 ab 18 Uhr 15 auf N3 ausgestrahlt wurde:


Flohmarktfieber: Töster Markt 2009

Ich habe noch ein Video bei Youtube gefunden, dass alte Super-8 Aufnahmen aus den 70er Jahren zeigt, als der Tostedter Flohmarkt nur im Himmelsweg und der Diekhofstraße stattfand: Tostedt – Flohmarkt der 70er Jahre