Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Wenn der Ian nicht mehr singt

Zuletzt war ich 2005 in einem Konzert von Ian Anderson und seinen Jungs von Jethro Tull. Eigentlich hatte ich mir schon zuvor geschworen, kein Konzert mehr von dieser Gruppe zu besuchen. Es sollte bei dieser Ausnahme bleiben. Grund: Seit einigen Jahren ist die Singstimme von Ian Anderson buchstäblich im Arsch Eimer. Er krächzt und ächzt nur noch herum. Einige Lieder hat er bereits um einige Töne nach unten transponiert, um diese halbwegs singen zu können. Es ist zum Heulen. In Laufis Jethro Tull Board wird immer noch ausgiebig darüber diskutiert. Wer sich so etwas antun will, soll es machen. Ich nicht …

Nun stellt sich die Frage, wie es wäre, wenn der gute Ian darauf verzichten würde, seine Zuschauer mit dieser kaputten Stimme zu malträtieren, z.B. in dem ein anderer für ihn singt (oder eine andere). Zunächst kam mir da sein Sohnemann James Duncan in den Sinn, der ja auch schon öfter für seinen Herrn Papa die Schlagstöcke gerührt hat. Seine Stimme könnte vielleicht so ähnlich klingen, oder?

Denn das ist das Problem: Jethro Tull ohne die besonders geartete Stimme von Ian Anderson ist nicht wirklich Jethro Tull (Es ist aber auch nicht Jethro Tull, wenn Anderson heiser krächzt). Alte Videoaufnahmen belegen, dass der damalige Bassist John Glascock wohl eine ähnliche Stimme wie Ian Anderson hatte. Leider ist Glascock, der an einem Herzfehler litt, nach einer Operation vor inzwischen fast 30 Jahren gestorben.

Lange Rede, kurzer Sinn: in diesen Tagen sind mir zwei Videos über den Weg gehoppelt, die Jethro Tull in Konzerten zeigen, bei denen der Meister einmal die Schnauze hält und eine Frau singen lässt: die Italienerin Alessia D`Andrea. Es sind nicht die ersten Aufnahmen, die ich sehe, bei denen die ansehnliche Alessia dem Ian etwas vorsingt. Wäre die gute Alessia etwas weniger attraktiv und stimmlich dafür noch etwas besser disponiert, dann könnte man sich ausmalen, wie gut es Herrn Anderson und seinen Mannen ankäme, die Lieder von jemand anderem singen zu lassen. Hier zunächst die beiden Videos:


Jethro Tull & Alessia D’Andrea – Pistoia Blues Festival – 05.07.2008


Wond’ring Aloud – Alessia D’Andrea & Ian Anderson – Live In Rome ca. 2007

Und? Was denkt Ihr? Es gibt bestimmt arbeitslose Sänger oder Sängerinnen, die sich als Vertreter für Ian Anderson eignen. Aber dann würden sie dem Meister gewissermaßen die Show stehlen, denn welcher Sänger hielte sich diskret im Hintergrund. Das ist nämlich der Punkt: Musiker, die es wagten, eigene Bühnenpräsenz zu zeigen, wurden ausnahmslos gefeuert. Auf der Bühne regiert nur einer: Ian Anderson! Bis man ihn im Sarg von der Bühne holen muss … Das werde ich aber wohl verpassen!

Wattwagenfahrt von der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Diesen Sommer verbrachte ich mit meiner Familie einige Tage auf der Insel Neuwerk. Die Hinfahrt hatten wir mit einem Fährschiff bestritten, für die Rückfahrt nutzten wir einen Wattwagen, der uns von Neuwerk bei Ebbe über das Watt zum Festland nach Sahlenburg bei Cuxhaven brachte. Die Fahrt dauerte für die rund 13 km anderthalb Stunden.

Hier einige Videosequenzen, die ich während der Fahrt aufgenommen habe. Weitere Videos von unserem Aufenthalt auf Neuwerk folgen demnächst.


Wattwagenfahrt von der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Poker um Mesut Ozil

Der Hype um Mesut Özil ist gottlob abgeebbt. Im Spiel gegen Aserbaidschan kochte er auch nur mit Wasser. Aber es ist keine Frage: Özil ist eines der größten Talente, die die Bundesliga hervorgebracht hat – und es wartet eine große Zukunft auf ihn, die mit Sicherheit nicht in Bremen endet. Trotzdem darf gefragt werden, wie die nächste Zukunft aussehen sollte. Der gerade einmal 20 Jahre alte Spieler mit türkischen Wurzeln hat bei Werder Bremen noch bis Mitte 2011 einen Vertrag. Dass man an der Weser natürlich daran interessiert ist, diesen Vertrag möglichst schnell zu verlängern, ist klar.

Mesut 'Messi' Özil

Özil selbst sieht dazu keinen Anlass und will sich bis zum Saisonende alle Optionen offen halten. „Derzeit gibt es keinen Bedarf, den Vertrag zu verlängern. Wir können auch im nächsten Jahr verlängern“, sagte sein Berater Reza Fazeli.

Schon meldet sich auch der Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld und meint, dass Özil sehr gut zu den Bayern passen würde. Daneben gab es in diesem Sommer (nach der hervorragenden Vorstellung von Özil bei der U21-Europameisterschaft) auch schon erste Anfragen aus Valencia und von Manchester City.

In Bremen geht man zunächst einen erste Schritt weiter und versichert seinen Jung-Nationalspieler für rund 5,5 Millionen Euro gegen Sportinvalidität. Das entspricht der Ablösesumme, die der DFB-Pokalsieger im Januar 2008 an Özils Ex-Klub Schalke 04 überwiesen hat. „In Einzelfällen machen wir das, wenn die Ablösesummen im Anlagevermögen sind“, sagte Bremens Geschäftsführer Manfred Müller. Der jährlich zu bezahlende Beitrag für die Versicherung soll bei rund 80.000 Euro liegen. Aus kaufmännischer Sicht wohl ein sinnvoller Schritt, zumal der Marktwert aufgrund des letzten Rummels von ca. 13 Millionen auf nahezu 20 Millionen Euro gestiegen sein dürfte.

Weiterhin denke ich, dass Özil in Bremen zunächst ganz gut aufgehoben ist. Hier kann er unter der Regie von Thomas Schaaf zum absoluten Mega-Star reifen. Immerhin ist Werder Bremen international vertreten und kann in der neuen UEFA Europa League durchaus auch das Endspiel erreichen (mit einem bestens aufgelegten Özil sowieso).

Wenn Özil dann im nächsten Jahr weiterhin das hält, was er heute verspricht, dann dürfte das Weserstadion für ihn (wie in diesem Jahr bei Diego) zu klein geworden sein. Spätestens 2011 (das hängt auch von einer Vertragsverlängerung ab) wird man dann auch von Özil Abschied nehmen müssen. Zu den Bayern (ist klar) rate ich ihm dann allerdings nicht gerade. Aber noch ist es bis dahin noch etwas hin. Noch dürfen sich die Werder-Fans (und all die neuen Özil-Fans) auf das ansehnliche Spiel des Jung-Nationalspielers (z.B. im Zusammenspiel mit Marko Marin und Claudio Pizarro) freuen.

Hierzu aus: focus.de:

Betrachtet man nur den Werdegang des 20-Jährigen im letzten Jahr, könnte man meinen, dass es sich um eine Bilderbuchkarriere handelt. Dem ist nicht so. Özil wehte in seiner jungen Laufbahn auch schon kräftig der Wind ins Gesicht. Bei Schalke 04 erkannten die Verantwortlichen zwar auch sein Talent, setzten ihm aber 2007 Ivan Rakitic vor die Nase. Özil fühlte sich ins zweite Glied zurück versetzt und schraubte seine Gehaltsforderungen für eine Vertragsverlängerung enorm in die Höhe. Als damals 19-Jähriger schlug er ein Millionenangebot von Schalke-Manager Andreas Müller aus.

Das brachte ihm über die Grenzen von Gelsenkirchen hinaus den Spitznamen „Schnözil“ ein. Das Tischtuch bei den Königsblauen war zerschnitten und er flüchtete nach Bremen. Im Januar 2008 wechselte Özil für fünf Millionen Euro in den hohen Norden. Zu Beginn schickte Thomas Schaaf den Zugang jedoch nur selten von Beginn an auf das Spielfeld. Anders als auf Schalke stärkten die Bremer Verantwortlichen dem 5-Millionen-Mann aber den Rücken. Als Diegos Abschied sich abzeichnete, setzte Bremens Manager Klaus Allofs unverhohlen auf Özil. Genauso wie vor wenigen Wochen Horst Hrubesch und derzeit Joachim Löw.

Neunterneunternullneun

Nachdem wir den Sechstensechstennullsechs überlebt haben (kein Teufel ist erschienen, nicht einmal ein ‚Tier’), haben wir heute bereits den Neuntenneuntennullneun. Die ganze Chose geht dann noch drei Jahre so weiter bis zum Zwölftenzwölftenzwölf, dann ist Sense, denn einen 13. Monat gibt es bekanntlich nicht – und der nächste Tag mit diesem flotten Dreier ist erst … na wann wohl? Im nächsten Jahrhundert (zählt man einen Zwotenzwotenzwoundzwanzig nicht mit – ist aber ein schöner Vierer).

999 - nur ein Motorrad von Ducati

Übrigens die dreifache Neun (999) ist die traditionelle Notrufnummer in Großbritannien, Irland und mehreren Staaten des Commonwealth of Nations. Die Strafdivision 999 war dagegen wieder eher die Hölle. Viele Standesbeamte schieben heute Überstunden (nur weil sich so viele Männer einen etwas komplizierteren Hochzeitstag als diesen 09.09.09 nicht merken können). Und auch das hat eher etwas mit Hölle zu Tun (Ehe und so).

siehe auch meinen Beitrag zum ‚06.06.06

Alles was klingt

Es ist schon geraume Zeit her, da stellte ich einen Überblick über digitale Audio– und Videoformate zusammen. Seit dem hat sich einiges getan.

Gehen wir von Windows aus, dann gibt es zunächst das WAVE-Dateiformat (Dateiendung WAV), ein so genanntes Containerformat zur digitalen Speicherung von Audiodaten, das von Microsoft für das Betriebssystem Windows definiert wurde. Es enthält meist PCM-Rohdaten, die Abtastwerte des Audiosignals unkomprimiert digital darstellen

WAVE ist gewissermaßen die Urform unkomprimierter, also verlustfreier Audio-Formate und spielt beim ‚Endverbraucher’ eigentlich keine Rolle. Es benötigt zudem viel Speicher (ca. 10 MB pro Minute). Statt WAVE gibt es mindestens zwei andere verlustfreie Audioformate, die allerdings nur beschränkt den Zugang auf dem Markt geschafft haben: FLAC von sourceforge und Monkey’s Audio (Website).

Das Kürzel FLAC steht für „Free Losless Audio Codec“. Einmal auf dem Rechner installiert, komprimiert es Audiodateien ohne Verlust auf rund die Hälfte ihrer Größe. Seine Verbreitung auf mobilen Endgeräten ist allerdings ziemlich gering. Ähnlich sieht es bei Monkey’s Audio aus, das ebenfalls zu den verlustfreien Kompressionsformaten zählt. Für welches der beiden Formate man sich entscheidet, ist letzten Endes eine Frage des persönlichen Geschmacks. Besser als MP3 und die übrigen verlustbehafteten Formate klingen jedenfalls beide.

Damit wären wir auch bereits bei den Audioformaten, die durch hohe Komprimierung an Qualität verlieren. MP3 – ein ab 1982 am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) entwickeltes Format – die korrekte Bezeichnung lautet MPEG-1 Audio Layer 3 – ist heute das beliebteste schlechthin und findet sich in praktisch allen Online-Musikshops. Es komprimiert Musikstücke auf rund ein Siebtel bis ein Zwölftel ihrer ursprünglichen Größe. Sehr gute Klangqualität darf man aber nur erwarten, wenn die Datenrate eines Musikstückes rund 200 Kilobit pro Sekunde oder mehr beträgt. Darunter klingt’s bescheiden (warum online trotzdem Musikstücke mit 128 Kilobit/Sek. verkauft werden, ist mir ein Rätsel, eigentlich ist es eine Volksverdummung). Eine Weiterentwicklung sollte mp3PRO werden, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Mehr Möglichkeiten als MP3 bietet das AAC-Format (Advanced Audio Coding), das neben einer höheren Kompressionsqualität unter anderem auch mehrkanalfähig ist. Sein größter Nachteil ist seine geringe Popularität: Außerhalb von Apples iTunes-Store findet es kaum Verwendung.

Guten Klang bei geringer Datengröße verbindet auch der dritte Kandidat, der auf den Namen Ogg Vorbis hört. Dahinter steckt ein frei erhältliches Audioformat, das von der Xiph.Org Foundation als Antwort auf das gebührenpflichtige MP3 entwickelt wurde und kostenlos genutzt werden darf. Selbst bei niedrigen Datenraten von 64 oder 128 Kilobit/s, bei denen MP3 grauenvoll klingt, liefert es noch erträgliche bis akzeptable Qualität ab. Was Ogg Vorbis dagegen fehlt, ist dessen breite Unterstützung. Außer in der Internet-Gemeinde findet es kaum Anwendung, tragbare Media-Player, die Ogg Vorbis-Dateien abspielen, sind dünn gesät.

Nero Wave-Editor

Nicht vergessen sollten wir das Format Windows Media Audio (WMA), das meistens von MP3-Playern u.ä. unterstützt wird, weil es MP3 sehr ähnlich ist. Es ist das Format von Microsoft für Windows und unterstützt neuerdings auch Surround-Ton mit bis zu 7.1 Kanälen. Früher mehr, heute weniger verbreitet ist RealAudio von RealMedia. Die Dateiendung von RealAudio ist .ra.

Neben diesen Audio-Formaten gibt es weitere, die vor allem Mehrkanalton unterstützen und im Wesentlichen für die Filmindustrie genutzt werden, z.B. Dolby Digital (als Datei mit AC3-Endung).

Siehe hierzu meine Beiträge Ian Anderson: Walk into Light (1983) (mit Beschreibung, wie ich meine alten LPs digitalisiere) und SUPER – Video- und Audiobearbeitung

siehe auch zdf.de: Schöne Klangwelten – nicht nur mit MP3
weitere Informationen zur Audiokompression bei wikipedia

Willkommen bei den Sch’tis

Über 20 Millionen Franzosen haben den Film gesehen: Willkommen bei den Sch’tis (Originaltitel: Bienvenue chez les Ch’tis) ist eine französische Filmkomödie von Dany Boon mit Kad Merad und Dany Boon in den Hauptrollen. Am Samstagabend habe ich den Film nun mit meinem jüngeren Sohn angeschaut. Der Titel des Films spielt auf die nordfranzösische picardische Sprache an, die auch Ch’ti genannt wird. Ihre Sprecher heißen „les Ch’tis“.

Zum Inhalt: Philippe Abrams (Kad Merad) ist Filialleiter einer kleinen Poststelle in der Provence. Aufgrund der Launen seiner Ehefrau Julie (Zoé Félix) bemüht er sich seit einiger Zeit, an die sonnige Cote d´Azur versetzt zu werden, um ihr wankelmütiges Gemüt etwas aufzuheitern. Dank der Bemühungen seines Freundes Jean (Stephane Freiss) gelingt es ihm beinahe, die begehrte Stelle zu ergattern, doch ein Konkurrent erweist sich als behindert und wird daher bevorzugt. Bei der nächsten Bewerbung möchte Philippe nicht erneut leer ausgehen und gibt sich trotz großen Bedenken seitens Jeans als Rollstuhlfahrer aus. Prompt wird er bei einer routinemäßigen Kontrolle der Behörden als skrupelloser Betrüger entlarvt – und in den ungeliebten Norden Frankreichs, in die Region Nord-Pas-de-Calais, strafversetzt. Über die Region und besonders deren angeblich besonders einfältigen Einwohner werden sich im Süden oft wahre Horrorgeschichten erzählt. Insbesondere die primitive Sprache der Nordfranzosen steht häufig im Zentrum der Kritik.

Daher ist eine der Hauptattraktionen des Films der lokale „Ch’ti“-Dialekt, der – beeinflusst vom Flämischen – selbst so manchen muttersprachlichen Franzosen vor erhebliche Verständnisprobleme stellt. Dieses Kauderwelsch angemessen ins Deutsche zu übertragen, war keine leichte Aufgabe, denn die Übersetzung in eine deutsche Mundart (etwa das Schwäbische) hätte schlicht deplatziert gewirkt. Folglich entschloss sich der deutsche Verleih, eine neuartige Kunstsprache zu entwickeln, was sicherlich grandios hätte scheitern können, doch wider Erwarten gelang.

Auch wenn den meisten deutschen Zuschauern die Problematik, auf die sich „Willkommen bei den Sch’tis“ stützt, unbekannt sein dürfte, handelt es sich doch um ein so universelles Thema, dass es sich wohl in jedem Land der Erde nachvollziehen lassen dürfte.


Willkommen bei den Sch’tis (siehe auch den Trailer hierzu)

„Willkommen bei den Sch´tis“ ist eine der besten Komödien der letzten Zeit, die weniger auf Brachialhumor und dafür mehr auf quirlige Charaktere und das clevere Spiel mit hartnäckigen Vorurteilen setzt. Der Film entwickelt eine Verve, ein positives, beschwingtes Lebensgefühl., wie es uns wohl doch nur die Franzosen vermitteln können (siehe auch Die fabelhafte Welt der Amélie). Ein Film zum Wohlfühlen. Ich kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen.

Frischer Wind dank echtem „Zehner“

Endlich hat es Joachim Löw, der Fußball-Bundestrainer, gewagt, den jungen Bremer Mesut Özil von Anfang an ins Spiel zu bringen, da belohnt dieser die Zuschauer mit einem ideenreichen Spiel aus dem offensiven Mittelfeld beim gestrigen 2:0-Sieg gegen Südafrika.und knüpft damit an die sehr guten Leistungen der letzten Wochen an. Als echter „Zehner“ (trotz der 22 auf dem Rücken) bestimmte Özil über lange Strecken das Spiel und steckte auch seine Mitspieler an, die zu gekonntem Kombinationsspiel zurückgefunden haben. Beleg hierfür war der mustergültige Pass von Miroslav Klose genau in die Schnittstelle zwischen den beiden gegnerischen Abwehrspielern auf Özil, der im gekonnten Abschluss sein erster Länderspiel machte.

Mesut 'Messi' Özil

Bundestrainer Löw: Mesut (Özil) hat heute gezeigt, dass er viel Kreativität ins Spiel bringt, er hat ein Auge für gut postierte Mitspieler und hat viele gefährliche Situationen eingeleitet. Er ist ein Mann für die Zukunft, muss aber auch noch lernen, etwa in der Rückwärtsbewegung.

Bezogen auf das Qualifikationsspiel zur Fußballweltmeisterschaft gegen Russland in Moskau am 10. Oktober ist diese ‚leichte’ Kritik sicherlich berechtigt. Das Spiel gegen die Russen ist das wichtigste Spiel dieses Jahres. Da muss jeder Spieler alles geben. Mit Özil als Ideengeber und, wenn er in die Spitze geht, auch als Vollstrecker kommt frischer Wind in das zuletzt eher muffige Spiel des deutschen Teams. Michael Ballack über Özil: „Hoffentlich behält er diese Unbekümmertheit, das tut der Mannschaft unheimlich gut.“ Dem SV Werder hat es in den letzten Wochen auf jeden Fall nicht geschadet.

siehe auch zdf.de über Özil und Özil & das Video: Özil und Adler die Gewinner

Eine Nachbetrachtung zum WM-Qualifikationsspiel Georgien – Italien: Zwei Eigentore eines Italien-Legionärs hielten Weltmeister Italien auf WM-Kurs. Ausgerechnet Georgiens Abwehr-Routinier Kachaber Kaladse, seit 2001 in Diensten des AC Mailand, versenkte beim 0:2 gegen die Squadra Azzurra zweimal den Ball im eigenen Tor (57./67.). Dass ich kein großer Fan des italienischen Fußballs bin, werden viele schon gemerkt haben. Ich hasse diese Spielweisen, die nur streng ergebnisorientiert ausgerichtet sind wie das bekannte Catenaccio der Italiener (Spielsystem 5-4-1 bis hin zum 10-0-0). Die zweifachen Eigentore eines Spielers des AC Mailand stinken in meiner Nase auf jeden Fall gewaltig … (siehe Video bei zdf.de)!!!

5 d Berlin – 24 h Berlin

Am Montag fährt der jüngere meiner zwei Söhne für fünf Tage auf Klassenfahrt nach Berlin. Heute sendet Arte das Dokuspezial „24 h Berlin – Ein Tag im Leben“ nach einer Idee von Volker Heise: die längste TV-Produktion in der Geschichte des Fernsehens. 80 Drehteams (u.a. mit Rosa von Praunheim, Romuald Karmakar und Volker Koepp) haben vor genau einen Jahr 24 Stunden in der Hauptstadt gefilmt und zeigen den Alltag der Berliner. Durch ihre innovative Struktur kann die 24-Stunden-Sendung (läuft bereits seit 6 Uhr) jederzeit eingeschaltet werden. Dazu gibt es Live-Blogging, Chats und Infos auf der Arte-Website.

24 h Berlin

Wie man seinen zwitschernden Vogel füttert

Seit einigen Tagen zwitschere ich ja nun auch bei twitter.com. Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein meist öffentlich einsehbares Tagebuch im Internet, Mikro-Blog genannt. Angemeldete Benutzer können eigene Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen eingeben und anderen Benutzern senden. Diese Textnachrichten kann man direkt am Rechner eingeben oder per Mobiltelefon ‚zusenden’ lassen.

twitter.com/willizblog

Man muss aber nicht alle Textbeiträge selbst schreiben, man kann schreiben lassen. Hierfür lassen sich die RSS-Angebote (so genannte Feeds) von vielen Blogs und größeren Websites nutzen (z.B. RSS bei zdf.de – oder von diesem Blog). RSS ist ein Service auf Webseiten, der, ähnlich einem Nachrichtenticker, die Überschriften mit einem kurzen Textanriss und einen Link zur Originalseite enthält. Technisch gesehen ist RSS eine Familie von XML-basierten Dateiformaten.

Nun muss man nur noch RSS und Twitter zusammenbringen. Hierfür gibt es die verschiedensten Dienste; ich nutze z.B. RSS2Twitter. Man kann sich dort kostenlos anmelden, nennt seinen Twitter-Account und kann nun mit der Fütterung von Twitter (Add Feed) beginnen. Zunächst gibt man die Internet-Adresse des RSS (RSS Feed URL) an, z.B. „http://www.heute.de/ZDFheute/infoservices/rss-feed“ für das RSS-Angebot von zdf.de. Dann nennt man u.a. den eigenen Twitter-Account (man kann mehrere haben) und bestimmt, in welchem Zeitrhythmus der RSS-Dienst aufgerufen (update) werden soll. Und schon wird der eigene Twitter-Vogel mit Nachrichten, Blog-Beiträgen usw. gefüttert.

Weitere Dienste (auch für die Übermittlung von Nachrichten per Mobiltelefon) sind z.B. twitterfeed, tweetdeck, tweetie und seesmic (für iPhones), twitterfox (eine Firefox-Extension) etc. pp. Es gibt also viele Futterstellen.