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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Literatur-Nobelpreis für Bob Dylan?

Ganz so neu ist sie nicht, die Forderung nach dem Literatur-Nobelpreis für Bob Dylan. Seit 1996 wird er immer wieder als Anwärter auf diesen Preis gehandelt. Eine von den Schriftstellern John Bauldie und Allen Ginsberg geleitete Kampagne führte 1996 zu einer offiziellen Nominierung von Bob Dylan. Unterstützt wurde sie von dem Literaturprofessor Gordon Ball, der die Texte von Dylan in ihrem „außergewöhnlich einfallsreichem Symbolismus“ mit Arthur Rimbaud und William Butler Yeats vergleicht. Für andere erweckt Dylans dunkle und assoziationsreiche Lyrik „immer wieder den Eindruck, als wisse er mehr, als könnte er tiefer dringen und Antworten geben.“

Bob Dylan for Nobel Prize in Literature

Nun, Bob Dylan ist sicherlich einer der einflussreichsten Musiker des letzten Jahrhunderts. Und seine Musik geht einher mit einer ungewöhnlichen Lyrik seiner Lieder. Er wäre auch längst nicht der erste, der für seine Liedertexte eine akademische Auszeichnung erkäme. In Anerkennung für seinen Beitrag zur Pop- und Rockmusik erhielt Ian Anderson (Jethro Tull) 2006 von der Heriot Watt University in Edinburgh die Ehrendoktorwürde für Literatur verliehen.

siehe auch zdf.de: Experten fordern: Nobelpreis für Bob Dylan!

Original & Fälschung: Pastime With Good Company

Ich neige manchmal dazu, die Überschriften der Beiträge in diesem Blog auf ‚reißerische Weise’ zu formulieren – und begebe mich damit fast auf Bildzeitungsniveau. Die Gegenüberstellung von Original und Fälschung ist natürlich unsinnig – wie überhaupt in der so genannten E-Musik eigentlich nur von Interpretationen eines Musikstückes gesprochen werden kann, auch wenn die eine dem Original (den Noten und der Instrumentalisierung entsprechend) näher kommt als eine andere.

Mancher Herrscher dieser Welt, ob Monarch oder Präsident, hat nicht nur einen Drang nach Macht, sondern auch eine musische Seite. Fridericus Rex spielte leidlich die Querflöte (sic!) und komponierte auch das eine oder andere Stück. Vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton wissen wir, das er des Öfteren zum Saxophon grifft, um seine Gäste zu unterhalten.

Gehen wir noch einige Jahrhunderte zurück (ins 16.), dann treffen wir dort auf König Heinrich VIII Tudor, ja den mit den (ich glaube es waren) sechs Frauen, von denen die eine oder andere einen Kopf kürzer gemacht wurde, weil sie dem potenten Potentaten keinen Sohn gebar. Und der sich, weil die katholische Kirche etwas gegen seine Vielweiberei hatte, von Rom lossagte, um die Anglikanische Kirche zu gründen.

Nun auch Heinrich VIII hatte eine poetische Ader. Uns bekannt ist u.a. das Madrigal „Pastime With Good Company“, an dem sich schon meine/unsere Lieblingsband Jethro Tull unter dem Titel „King Henry’s Madrigal“ früh versuchte. Auf den letzten Tourneen der Gruppe spielten Ian Anderson und Co. diesen Titel wieder vermehrt. Zunächst aber das ‚Original’ (im Sinne oben ausgeführter Bemerkung), dann die Anderson’sche ‚Fälschung’ („Pastime With Good Company“, Herr Anderson – ‚with’ nicht ‚in’).


Pastime with Good Company (Henry Tudor VIII.)


Jethro Tull – Pastime With Good Company

Freiwillige vor: autofreier Sonntag in Hamburg

Am morgigen Sonntag zelebriert Hamburg in diesem Jahr zum 2. Mal seinen autofreien Sonntag nach dem Motto: „Freie Fahrt fürs Klima“. Am Dammtor auf der Edmund-Siemers-Allee präsentieren sich der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und die Verkehrsunternehmen mit vielen unterhaltsamen Mitmachaktionen und Informationen über ihr Leistungsangebot und umweltfreundliche Techniken.

Das Gute daran: Alle Verkehrsmittel des HVV können von 4 bis 4 Uhr montags kostenlos genutzt werden. Dies gilt fürs gesamte HVV-Gebiet – von Lüneburg bis Bad Segeberg, von Stade bis Ratzeburg, von Elmshorn bis Tostedt oder zum zentralen Veranstaltungsort am Bahnhof Dammtor in Hamburg.

Hamburg: autofreier Sonntag

Beim insgesamt sechsten freiwilligen autofreien Sonntag in Hamburg werden an diesem Wochenende dafür viele Straßen rund um den Dammtorbahnhof gesperrt.

Wahl-O-Mat: Ich bin ein ‚Linker’

Ja, da war doch noch etwas: In wenigen Tagen ist die Bundestagswahl. Kaum zu glauben, dass diese große Koalition mit der Merkel vier Jahre durchgehalten hat. Dazu muss man ja fast gratulieren. Und selbst die der Welt größte Finanzkrise hat man gekonnt umschifft (die Rechnung kommt noch).

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, diese Wahl zu ‚boykottieren’. Also einfach nicht wählen zu gehen. Die Qual der Wahl zwischen CDU und SPD ist fast wie die Wahl zwischen stinkendem Fisch und verdorbenem Fleisch. Klar, da gibt es die Möglichkeit, es mit den kleinen Parteien zu versuchen, den Grünen, der FDP oder den Linken. – das sind ja längst keine kleinen Parteien mehr – bei dieser Bundestagswahl dürften zuerst in der Geschichte unserer Republik fünf Parteien über zehn Prozent kommen.. Und die Piraten gibt es auch noch (als Ein-Themen-Partei verschrieen – als Kompetenzpartei angetreten).

Was also tun? Was wählen? Da gibt es den so genannten Wahl-O-Mat. Hierfür haben sich 24 Parteien zu wichtigen politischen Fragen geäußert. Die Antworten lassen sich mit dem eigenen Standpunkt vergleichen. Am Ende erfährt der Wahl-O-Mat-Benutzer, mit welcher Partei er wohl am besten könnte (soll aber nur ein Informationsangebot und keine Wahlempfehlung sein).

Wahl-O-Mat

Auch ich habe es versucht und war über das Ergebnis zunächst überrascht. Aber nicht lang. Danach müsste ich ein absolut ‚Linker’ sein. Nicht nur die „der Linken“, schlimmer noch, die Antworten der MLPD decken sich mehrheitlich mit den meinen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die These „Die Demokratie, die wir in der Bundesrepublik haben, ist die beste Staatsform“ mit ‚neutral’ beantwortet habe, denn ich denke, dass manche ‚Mehrheitsentscheidung’ nicht unbedingt das Resultat von Kompetenz ist und mancher Wähler auch einen Besenstiel wählen würde, wenn dieser nur der ‚richtigen’ Partei angehört. Aber für eine Diktatur des Proletariats bin ich nun auch nicht unbedingt.

Die 38 Thesen, zu denen man sich im Wahl-O-Mat äußern kann, sind sicherlich repräsentativ, wie man so schön sagt. Da die Antworten aber wenig Spielraum zulassen, kann es schon passieren, dass man auch mit Meinungen von Partei anscheinend konform ist, die man nie im Leben wählen würde. Trotzdem kann der Wahl-O-Mat, unter Berücksichtigung von gewissen Feinheiten und Prioritäten, bei der Wahlentscheidung hilfreich sein.

Bei mir zeigte sich, dass ich mit der FDP (dazu später sicherlich noch etwas mehr) und der CDU/CSU am wenigsten am Hut habe. Die Wahrheit liegt bekanntlich (meist) in der Mitte. Und da finde ich im Meinungsbild mit den Grünen die entsprechende Übereinstimmung. Ich werde wählen gehen!

Siehe auch: Wer steht zur Wahl?

Topinambur – die etwas andere Kartoffel

In unserem Garten blüht seit Jahren eine Pflanze, deren Wurzelknollen wie Kartoffeln gegessen werden können – ihr Name: Topinambur (benannt nach dem Indianer-Stamm Tipinambas). Deutsche Namen gibt es ihrer viele: Erdbirne, Ross-Erdapfel, Borbel, Erdartischocke, Erdschocke, Erdsonnenblume, Ewigkeitskartoffel, Indianerknolle, Jerusalemartischocke, kleine Sonnenblume, Knollensonnenblume, Rosskartoffel, Süßkartoffel, Zuckerkartoffel. Ich würde sie kleine Sonnenblume nennen, dann die Pflanze gehört zur Gattung der Sonnenblumen und hat der Sonnenblume ähnliche, nur viel kleinere Blüten.

Topinambur – die etwas andere Kartoffel

Die Pflanze wächst wie Unkraut und wird bei uns über 2 m hoch. Geerntet werden die Knollen, die aber wesentlich kleiner als die der Kartoffel sind. Durch die dünne Haut trocknen sie leicht aus und werden welk. Eine längere Lagerung ist daher nicht sinnvoll. Der Geschmack ist süßlich durch den Inhaltsstoff Inulin, ein Poly-Saccharid, der für Diabetiker besonders verträglich. Die Knolle kann sowohl roh in Salaten als auch in Salzwasser gekocht verzehrt werden. Wir bereiten aus den Knollen meist Brei oder Cremesuppen zu, da die Knollen eine wässrige Konsistenz aufweisen. Rezepte gibt es auf jeden Fall genug. Der Eiweiss-Gehalt ist mit 2-3 % relativ hoch. Außerdem enthalten die Knollen viel Kalium.

In Deutschland wird die Pflanze meist zu einem Verdauungsschnaps verarbeitet, dient aber auch zur Fruchtzuckerherstellung oder als Futterpflanze. Aufgrund der guten Anbaueigenschaften und der hohen Biomasseproduktion kann Topinambur auch als Energiepflanze genutzt werden und spielt entsprechend als nachwachsender Rohstoff eine potenzielle Rolle. Dabei lassen sich sowohl die vegetativen Teile als auch die Knollen zu Biogas und Bioethanol vergären oder zu Brennstoff trocknen und verarbeiten. Und eine durchaus ansehnliche Zierpflanze ist die kleine Sonnenblume auch noch.

Lange Links in kurze umwandeln

Wer twittert, kennt sie, die kurzen Links, die auf einen anderen (meist viel längeren) Link verweisen bzw. diesen aufrufen. Da Twitter ein Blog für Kurznachrichten von 140 Zeichen ist, bieten sich solche Links hier geradezu an. Was für Twitter gilt, ist u.a. auch für Facebook, aber auch im ‚täglichen Gebrauch’ durchaus sinnvoll.

Die Frage lautet nur, wie man an solche gekürzten Links herankommt. In meinem Beitrag „Wie man seinen zwitschernden Vogel füttert“ hatte ich von Diensten berichtet, über die man RSS-Angebote (so genannte Feeds) in Twitter einbinden kann (der dazugehörigen Link wird automatisch von diesen Diensten gekürzt erstellt und verwaltet).

Es gibt natürlich auch Internet-Dienste, die jeden anderen Link ‚kürzen’ können. Da wäre bit.ly (bit.ly shortens your long link so you can share your bit.ly link), der auch gleich eine Twitter-Suche anbietet. Oder is.gd (Compress that address).

Der Short-Link auf diesen Beitrag wäre: is.gd/3iyqM

Vielleicht mit dem Rad zur Arbeit?

Gestern hatten die Metronom-Züge ihren schwarzen Tag. Dank der metronom Verkehrsmeldungen bei Twitter ist es hinreichend dokumentiert. Beginnen wir zunächst am Sonntag:

Wegen einer Störung auf der Strecke Hamburg-Bremen werden sich die Züge in beide Richtungen leider verspäten.8:38 AM Sep 13th from TwitterFox

Diese Störung soll noch bis Montagvormittag anhalten.8:38 AM Sep 13th from TwitterFox

Wie wahr:

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81149 (plan an Hamburg 9:42) ab Rotenburg mit 14 min Verspätung

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81151 (plan an Hamburg 10:42) ab Rotenburg mit 13 min Verspätung

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81153 (plan an Hamburg 11:41) ab Rotenburg mit 14 min Verspätung

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81155 (plan an Hamburg 12:42) ab Rotenburg mit 22 min Verspätung

Endlich: Die Signalstörung in Oberneuland (Strecke Bremen-Hamburg) ist seit 12:31 Uhr behoben

Dass bereits morgens der ME ab Bremen Hbf. 5:13 ausfiel, der MEr ab Bremen Hbf. 5:18 in Hamburg 10 Minuten Verspätung und – wenn ich meinem Nachbarn Glauben schenken darf – mindestens ein weiterer Zug (Abfahrt ab Tostedt so um die 7 Uhr) ausfiel, wurde leider nicht festgehalten. Twittern ist ganz schön, aber nur so sporadisch bringt es wenig für den Interessierten (immerhin bin ich ein Follower der Metronom-Twitter-Meldungen).

Etwas verwunderlich ist dabei, dass zunächst eine ‚Störung’ gemeldet wurde. Dann waren die Bauarbeiten Schuld. Zuletzt wurde das Kind beim Namen genannt: Signalstörung! Sollte die wirklich fast 26 Stunden (von Sonntag 8:38 bis Montag 12:31) gedauert haben?

Bauarbeiten bei der Bahn

Nun vom 14.09. bis 23.09. sind mir Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Ottersberg und Sagehorn bekannt. Immerhin habe ich den Newsletter von Metronom abonniert. Lt. Baustelleninformation wurde vom Netzbetreiber (gemeint ist der Eigentümer des Schienennetzes, irgendein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn) für den gestrigen 14.09. lediglich für den ME 81169 ab Bremen Hbf. 18:28 eine voraussichtliche Verspätung ab Baustelle von 7 Min. gemeldet. Mehr nicht.

Klar, es kam die zusätzliche Signalstörung hinzu. Das erklärt aber immer noch nicht, dass ab 16 Uhr 30 auch nur sehr wenig lief (diesmal ab Hamburg Hbf.). Mein MEr um 16:36 ab Hamburg Hbf. nach Tostedt wurde mit 30 Minuten Verspätung angezeigt (ich fuhr so mit dem ME um 16 Uhr 52, der dann in Tostedt ‚nur’ 6 Minuten verspätet war). Und bei Twitter meldete Metronom:

Wegen einer Störung muss der 36555 (plan ab Hamburg 17:07) von Hamburg nach Winsen leider ausfallen

Das konnte ja nur eine andere Störung sein. Logisch. (Neben herrenloses Gepäckstück und Schienenersatzverkehr schlage ich den Begriff „Störung im Betriebsablauf“ zum Unwort dieses Jahres vor).

Heute nun hatte der besagte Metronom-Zug (ab Bremen Hbf. um 5:13, ab Tostedt 5:56) lediglich 4 Minuten Verspätung, fuhr am Hauptbahnhof in Hamburg statt in Gleis 13 ins Gleis 12 und hielt außerhalb der Bahnhofshalle (kleiner Sprint zur S-Bahn am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen! – allerdings war meine S-Bahn längst weg und ich musste weitere 6 Minuten warten). Bis HH-Harburg war der Zug übrigens noch pünktlich. Auch wenn es im Metronom-Newsletter nicht erwähnt wird. Zwischen Hamburg-Harburg und Hauptbahnhof gibt es natürlich noch eine kleine Baustelle. Bei genauer Betrachtung kann es daran aber nicht gelegen haben.

Mich würde es schon interessieren, warum bereits morgens auf der Strecke zwischen Harburg und HH Hbf. die Züge im Bummeltempo („Blümchen pflücken während der Fahrt verboten!“) fahren. Nicht nur der Zug heute. In den letzten fünf Wochen nach meinem Urlaub hat es bisher kein Zug (der besagte ME ab Bremen Hbf. 5:13) geschafft, pünktlich zu sein. Na, meine metronom Eisenbahngesellschaft GmbH?

Und wenn wir schon bei (ich weiß) dusseligen Fragen sind: Warum fahren alle Bahnen das letzte Stück auf der neu erbauten Pfeilerbahn (kurz vor Hamburg Hbf.) ebenfalls im Bummeltempo? Hat da jemand beim Bau gepfuscht (in der kleinen Ausgangskurve bekommen die Züge eine äußerst merkwürdige Schieflage; bisher ist aber noch kein Fahrgast aus seinem Sitz gerutscht, immerhin).

Warum ich das hier schreibe: Mir ist bewusst, dass das Schienennetz auch zwischen Bremen und Hamburg nach den vielen Jahren endlich ‚restauriert’ werden muss (oder sagt man ‚renoviert’?) Nur nervt es mich nun doch, dass ich mein halbes Arbeitsleben damit zubringe, Verspätungen wegen ‚ewiger’ Baustellen hinnehmen zu müssen. Die Bauarbeiten ab Bremen werden sich sicherlich noch Jahre (bis zu meiner Rente?) hinziehen, oder?

In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen verkehrspolitischen Aspekt hinweisen. Ich berichtete bereits über das Verkehrschaos (Wenn die Brummis durch Tostedt rasen), das voraussichtlich bis zum Jahre 2012 meinen Wohnort heimsucht. Die Autobahnstrecke Bremen-Hamburg ist mehr oder weniger eine einzige Baustelle. Als autofahrender Pendler kann man in Richtung Hamburg (oder auch Bremen) von Tostedt aus natürlich auch stundenlang morgens und stundenlang abends über die Dörfer fahren. Sehr umweltfreundlich. Oder man nimmt gleich das Fahrrad. Durchaus noch umweltfreundlich wäre die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (z.B. die Bahn, also ab Tostedt den Metronom-Zug). Wären nicht auch da die vielen Baustellen … Okay, Koordination ist in Deutschland ein Fremdwort. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn sich Netzbetreiber (bei der Bahn) und Straßenbauämter zuvor abgesprochen hätten. So steht der eine eben morgens wie abends im Stau, während der andere im Regen auf den nächsten verspäteten Zug wartet.

Wenn der Ian nicht mehr singt

Zuletzt war ich 2005 in einem Konzert von Ian Anderson und seinen Jungs von Jethro Tull. Eigentlich hatte ich mir schon zuvor geschworen, kein Konzert mehr von dieser Gruppe zu besuchen. Es sollte bei dieser Ausnahme bleiben. Grund: Seit einigen Jahren ist die Singstimme von Ian Anderson buchstäblich im Arsch Eimer. Er krächzt und ächzt nur noch herum. Einige Lieder hat er bereits um einige Töne nach unten transponiert, um diese halbwegs singen zu können. Es ist zum Heulen. In Laufis Jethro Tull Board wird immer noch ausgiebig darüber diskutiert. Wer sich so etwas antun will, soll es machen. Ich nicht …

Nun stellt sich die Frage, wie es wäre, wenn der gute Ian darauf verzichten würde, seine Zuschauer mit dieser kaputten Stimme zu malträtieren, z.B. in dem ein anderer für ihn singt (oder eine andere). Zunächst kam mir da sein Sohnemann James Duncan in den Sinn, der ja auch schon öfter für seinen Herrn Papa die Schlagstöcke gerührt hat. Seine Stimme könnte vielleicht so ähnlich klingen, oder?

Denn das ist das Problem: Jethro Tull ohne die besonders geartete Stimme von Ian Anderson ist nicht wirklich Jethro Tull (Es ist aber auch nicht Jethro Tull, wenn Anderson heiser krächzt). Alte Videoaufnahmen belegen, dass der damalige Bassist John Glascock wohl eine ähnliche Stimme wie Ian Anderson hatte. Leider ist Glascock, der an einem Herzfehler litt, nach einer Operation vor inzwischen fast 30 Jahren gestorben.

Lange Rede, kurzer Sinn: in diesen Tagen sind mir zwei Videos über den Weg gehoppelt, die Jethro Tull in Konzerten zeigen, bei denen der Meister einmal die Schnauze hält und eine Frau singen lässt: die Italienerin Alessia D`Andrea. Es sind nicht die ersten Aufnahmen, die ich sehe, bei denen die ansehnliche Alessia dem Ian etwas vorsingt. Wäre die gute Alessia etwas weniger attraktiv und stimmlich dafür noch etwas besser disponiert, dann könnte man sich ausmalen, wie gut es Herrn Anderson und seinen Mannen ankäme, die Lieder von jemand anderem singen zu lassen. Hier zunächst die beiden Videos:


Jethro Tull & Alessia D’Andrea – Pistoia Blues Festival – 05.07.2008


Wond’ring Aloud – Alessia D’Andrea & Ian Anderson – Live In Rome ca. 2007

Und? Was denkt Ihr? Es gibt bestimmt arbeitslose Sänger oder Sängerinnen, die sich als Vertreter für Ian Anderson eignen. Aber dann würden sie dem Meister gewissermaßen die Show stehlen, denn welcher Sänger hielte sich diskret im Hintergrund. Das ist nämlich der Punkt: Musiker, die es wagten, eigene Bühnenpräsenz zu zeigen, wurden ausnahmslos gefeuert. Auf der Bühne regiert nur einer: Ian Anderson! Bis man ihn im Sarg von der Bühne holen muss … Das werde ich aber wohl verpassen!

Wattwagenfahrt von der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Diesen Sommer verbrachte ich mit meiner Familie einige Tage auf der Insel Neuwerk. Die Hinfahrt hatten wir mit einem Fährschiff bestritten, für die Rückfahrt nutzten wir einen Wattwagen, der uns von Neuwerk bei Ebbe über das Watt zum Festland nach Sahlenburg bei Cuxhaven brachte. Die Fahrt dauerte für die rund 13 km anderthalb Stunden.

Hier einige Videosequenzen, die ich während der Fahrt aufgenommen habe. Weitere Videos von unserem Aufenthalt auf Neuwerk folgen demnächst.


Wattwagenfahrt von der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Poker um Mesut Ozil

Der Hype um Mesut Özil ist gottlob abgeebbt. Im Spiel gegen Aserbaidschan kochte er auch nur mit Wasser. Aber es ist keine Frage: Özil ist eines der größten Talente, die die Bundesliga hervorgebracht hat – und es wartet eine große Zukunft auf ihn, die mit Sicherheit nicht in Bremen endet. Trotzdem darf gefragt werden, wie die nächste Zukunft aussehen sollte. Der gerade einmal 20 Jahre alte Spieler mit türkischen Wurzeln hat bei Werder Bremen noch bis Mitte 2011 einen Vertrag. Dass man an der Weser natürlich daran interessiert ist, diesen Vertrag möglichst schnell zu verlängern, ist klar.

Mesut 'Messi' Özil

Özil selbst sieht dazu keinen Anlass und will sich bis zum Saisonende alle Optionen offen halten. „Derzeit gibt es keinen Bedarf, den Vertrag zu verlängern. Wir können auch im nächsten Jahr verlängern“, sagte sein Berater Reza Fazeli.

Schon meldet sich auch der Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld und meint, dass Özil sehr gut zu den Bayern passen würde. Daneben gab es in diesem Sommer (nach der hervorragenden Vorstellung von Özil bei der U21-Europameisterschaft) auch schon erste Anfragen aus Valencia und von Manchester City.

In Bremen geht man zunächst einen erste Schritt weiter und versichert seinen Jung-Nationalspieler für rund 5,5 Millionen Euro gegen Sportinvalidität. Das entspricht der Ablösesumme, die der DFB-Pokalsieger im Januar 2008 an Özils Ex-Klub Schalke 04 überwiesen hat. „In Einzelfällen machen wir das, wenn die Ablösesummen im Anlagevermögen sind“, sagte Bremens Geschäftsführer Manfred Müller. Der jährlich zu bezahlende Beitrag für die Versicherung soll bei rund 80.000 Euro liegen. Aus kaufmännischer Sicht wohl ein sinnvoller Schritt, zumal der Marktwert aufgrund des letzten Rummels von ca. 13 Millionen auf nahezu 20 Millionen Euro gestiegen sein dürfte.

Weiterhin denke ich, dass Özil in Bremen zunächst ganz gut aufgehoben ist. Hier kann er unter der Regie von Thomas Schaaf zum absoluten Mega-Star reifen. Immerhin ist Werder Bremen international vertreten und kann in der neuen UEFA Europa League durchaus auch das Endspiel erreichen (mit einem bestens aufgelegten Özil sowieso).

Wenn Özil dann im nächsten Jahr weiterhin das hält, was er heute verspricht, dann dürfte das Weserstadion für ihn (wie in diesem Jahr bei Diego) zu klein geworden sein. Spätestens 2011 (das hängt auch von einer Vertragsverlängerung ab) wird man dann auch von Özil Abschied nehmen müssen. Zu den Bayern (ist klar) rate ich ihm dann allerdings nicht gerade. Aber noch ist es bis dahin noch etwas hin. Noch dürfen sich die Werder-Fans (und all die neuen Özil-Fans) auf das ansehnliche Spiel des Jung-Nationalspielers (z.B. im Zusammenspiel mit Marko Marin und Claudio Pizarro) freuen.

Hierzu aus: focus.de:

Betrachtet man nur den Werdegang des 20-Jährigen im letzten Jahr, könnte man meinen, dass es sich um eine Bilderbuchkarriere handelt. Dem ist nicht so. Özil wehte in seiner jungen Laufbahn auch schon kräftig der Wind ins Gesicht. Bei Schalke 04 erkannten die Verantwortlichen zwar auch sein Talent, setzten ihm aber 2007 Ivan Rakitic vor die Nase. Özil fühlte sich ins zweite Glied zurück versetzt und schraubte seine Gehaltsforderungen für eine Vertragsverlängerung enorm in die Höhe. Als damals 19-Jähriger schlug er ein Millionenangebot von Schalke-Manager Andreas Müller aus.

Das brachte ihm über die Grenzen von Gelsenkirchen hinaus den Spitznamen „Schnözil“ ein. Das Tischtuch bei den Königsblauen war zerschnitten und er flüchtete nach Bremen. Im Januar 2008 wechselte Özil für fünf Millionen Euro in den hohen Norden. Zu Beginn schickte Thomas Schaaf den Zugang jedoch nur selten von Beginn an auf das Spielfeld. Anders als auf Schalke stärkten die Bremer Verantwortlichen dem 5-Millionen-Mann aber den Rücken. Als Diegos Abschied sich abzeichnete, setzte Bremens Manager Klaus Allofs unverhohlen auf Özil. Genauso wie vor wenigen Wochen Horst Hrubesch und derzeit Joachim Löw.