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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Werder kommt nicht vom Fleck

Werder verharrt weiterhin im Bundesliga-Fußball-Mittelmaß und kommt einfach nicht in Fahrt. Nach dem kläglichen 1:1-Unentschieden zu Hause gegen den Tabellenletzten Gladbach verliert Werder beim weiteren Abstiegskandidaten Cottbus in letzter Minute 1:2. Das verdeutlicht, wie tief die Verunsicherung steckt. Man mag über die Gründe spekulieren. Ein kollektives Burn-out-Syndrom wird bereits diagnostiziert. Und jede Menge Pech trotz all dem Unvermögen kommt sicherlich auch hinzu.

Verwunderlich ist da natürlich die allgemeine Ruhe, die immer noch im Verein und auch bei den Fans vorherrscht. Trotz unverkennbarer Krise ist bisher keine Hektik zu erkennen. Bis jetzt. Nach der gestrigen Niederlage dürfte sich das langsam ändern. Und spätestens, wenn man im UEFA-Pokal gegen den AC Mailand ausscheiden sollte, dürfte die Bombe platzen.

Hinspiel gegen AC Milan in voller Länge – dabei Diegos (hoffentlich) ganz wichtiges Tor im UEFA-Cup

siehe auch: Werder-Internat, die Talent-Brutstätte

Müller-Meyer-Schulze

Namen sind eigentlich Schall und Rauch, oder nicht? Nomen est Omen? Manchmal schon. Damit es nicht zu kunterbunt in Deutschland mit der Namensgebung hergeht, gibt es ein Namensrecht, das sowohl den Gebrauch von Familien- wie Vornamen regelt. Ansonsten bestimmen Gerichte, ob ein Name (Vorname) zulässig ist oder nicht.

Durch Änderungen im Namensrecht kamen Doppelnamen (im Nachnamen) in Mode. Was wären wir heute ohne Namen wie Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Müller-Lüdenscheid (Loriot) oder Schäfer-Gümbel (SPD). Wie steht es aber mit Dreifach-Namen und mehr, z.B. Müller-Meyer-Schulze? Wie viele Bindestriche sind erlaubt? Nun Namensdrillinge sind verboten in Deutschland. Seit 1993. Und dagegen klagt nun eine Zahnärztin aus München, die unbedingt Thalheim-Kunz-Hallstein heißen möchte, vor dem Bundesverfassungsgericht. Mit dem Urteil wird es wohl noch einige Monate dauern.

Nun, wie steht es mit dem deutschen Namensrecht? Der Regelfall ist heute immer noch so, dass die Frau den Nachnamen des Mannes übernimmt. Aus Frau A wird Frau B, weil ihr Gemahl B heißt. So heißt auch der Nachwuchs B. Als ich heiratete wurde aus meiner Frau, Geburtsname A, eine A-B, weil ich B heiße und weiterhin heiße. Unsere Kinder heißen beide B, weil der Familienname B ist. Sie hätten nach damaligem Recht aber auch A, B, A-B oder B-A heißen können. Das ist heute, wenn ich das richtig sehe (und wer blickt als Außenstehender da schon genau durch), etwas anders. Unsere Kinder könnten nur den Vater- oder den Mutternamen übernehmen (also A-B wie meine Frau oder B wie ich).

Andere Länder, andere Sitten und anderes Namensrecht. In Spanien hat jeder zwei Nachnamen. Der doppelte Nachname ist in Spanien üblich. Der Nachname setzt sich aus dem ersten Nachnamen des Vaters und dem ersten Nachnamen der Mutter zusammen, gebraucht wird dann häufig nur der erste Nachname. Bei der Eheschließung gibt es für Ehepaare keinen gemeinsamen Nachnamen, jeder behält einfach seinen bisherigen und die gemeinsamen Kinder erben dann den ersten Nachnamen des Vaters und den ersten Nachnamen der Mutter.

Von Russland weiß ich, dass es dort drei Namen gibt: einen Rufnamen (also unser Vorname), einen vom väterlichen Namen abgeleiteten Namen (Vatersname) und den Nachnamen; so würde ich Wilfried Hermannowitsch A… heißen. Im engeren Kreise spricht man sich (dank Dostojewski wissen wir es) mit dem Vatersnamen an.

Interessant ist Island, denn das dortige Namensrecht war früher auch in anderen skandinavischen Ländern – und in Norddeutschland verbreitet. Dort gibt es keinen Familiennamen, sondern einen meist vom Vornamen des Vaters (Patronym), aber durchaus auch von der Mutter (Metronym) abgeleiteten Nachnamen: So besteht der zweite Name aus dem Namen des Vaters (im Genitiv) erweitert um -son (Sohn) oder -dóttir (Tochter). Benennungen nach der Mutter waren früher selten (uneheliche Geburt mit unbekanntem Vater), sind aber heute im Zuge der Gleichstellung gesetzlich möglich. So gibt es in Island überhaupt keine durchgehenden Nachnamen. Ich würde so z.B. Vilfríđ Hermannsson heißen, mein ältester Sohn: Jan Vilfríđsson. Meine Frau hieße Christa Klássdóttir (á spricht sich wie au – also Klaus).

Dazu fällt mir eine nette Anekdote ein. 1990 bereiste ich mit meiner Frau und Freunden für gut drei Wochen Island. In Reykjavik, der Hauptstadt, hatte ich für uns alle eine Unterkunft in einem Seemannsheim vorgestellt (Island war und ist teuer, dort war es am billigsten). Nun standen wir mit Sack und Pack an der Rezeption und ich verwies auf die Reservierung unter meinem Namen (ich nannte natürlich meinen Nachnamen). Die junge Frau an der Rezeption, die auch sehr gut deutsch sprach, konnte aber meinen Namen in der entsprechenden Liste nicht finden. Ich wiederholte meinen Namen, nun aber auch mit Vornamen. Da fand sie dann auch gleich unsere Anmeldung – eben unter meinem Vornamen. – Noch eines: Sucht man in einem isländischen Telefonbuch (siehe auch Bild) einen Anschluss, dann sollte man auch hier nach dem Vornamen suchen, der dann aber wiederum nach dem Nachnamen sortiert ist (Kristin Finnbogadóttir steht also vor Kristin Ívarsdóttir und diese vor Kristin Kristmundsdóttir).

So nebenbei: Müller bleibt der häufigste deutsche Nachname – Auf Platz zwei und drei kommen Meier und Schmidt

100 Jahre Heinz Erhardt

Selbst meine Söhne wissen gleich, um wen es geht, wenn der Spruch ertönt: Und noch ’n Gedicht! Es geht um einen etwas dicklichen Mann mit schütterem Haar und einer dunklen Hornbrille, mit naiv-verschmitzten Tonfall und einer gewollt unbeholfene Art: Heinz Erhardt.

Heute vor 100 Jahren wurde Heinz Erhardt in Riga, der Hauptstadt Lettlands, geboren. Am 5. Juni 1979 verstarb er in Hamburg. Heinz Erhardt war der beliebteste Komiker im betulich-altbackenen Wirtschaftswunder-Deutschland der 50er und 60er Jahre, bekannt für seine vollkommen unpolitischen Witze und Sprachspiele. Unpolitisch? Dazu komme ich später noch.

„O wär‘ ich
Der Kästner Erich!
Auch wär‘ ich gern
Christian Morgenstern!
Und hätte ich nur einen Satz
Vom Ringelnatz!
Doch nichts davon! – Zu aller Not
Hab ich auch nichts von Busch und Roth!
Drum bleib‘ ich, wenn es mir auch schwer ward
Nur Heinz Erhardt!“

(Heinz Erhardt)

Heinz Erhardt

Vielen mag Erhardt heute wie seine Zeit eher alt- gar hausbacken, leicht angestaubt und überholt vorkommen. Aber sein Humor ist zeitlos und funktioniert immer noch. Schauen wir doch einfach einmal bei youtube nach, da finden sich unzählige Perlen Erhardt’schen Witzes.

Neben den Gedichten sind es besonders die Weisheiten und Aphorismen, viele kleine Sprachspiele, in denen Heinz Erhardt glänzte, hier nur einige Beispiele:

Wer sich selbst auf den Arm nimmt,
erspart anderen die Arbeit.

Frieden auf Erden – hoffentlich wird es keinen Zaun
mehr geben, von dem man einen Streit brechen kann.

Manchmal hat es wirklich keinen Sinn,
die Stirn zu fletschen und die Zähne zu runzeln.

Ich reibe mir Morpheus Arme aus den Augen,
werfe mir den Hut um die Schulter und lebe sinnlos mäßig.

Wenn der Kragen am Hemd nicht sitzt,
handelt es sich häufig um einen Stehkragen.

Genug. Hier gibt es eine endlos lange Latte an herrlichen Gedichten – viel Spaß dabei:
Heinz Erhardt Gedichte [1]Heinz Erhardt Gedichte [2]

Heinz Erhardt tanzt

Apropos Gedichte und das Stichwort unpolitisch. Auch wenn Heinz Erhardt das folgende Gedicht „Flecke“ nicht geschrieben hätte, so wüsste ich doch, dass sein ganzes Trachten von einer humanen Gesinnung geprägt war. Um wirklich menschlich zu sein, muss man Humor besitzen. Man bedenke nun, dass Heinz Erhardt folgendes Gedicht zur Adenauer-Zeit im Wirtschaftswunderland Deutschland verfasst hat. Das hatte, so finde ich, etwas Bemerkenswertes (man achte besonders auf die letzte Strophe):

Flecke

Gott, voller Weisheit, hehr und mild
schuf uns nach seinem Ebenbild
Gewiß, wir Menschen sind gescheit,
doch wo ist uns’re Menschlichkeit?
Erscheint uns jemand edel, groß,
so täuscht das: er verstellt sich bloß!
Erst wenn er Böses tut und spricht,
zeigt er sein wahres Angesicht! –

Um obiges nun zu beweisen,
laßt alphabetisch uns verreisen,
dann kann man sehn, was so geschah!
Wir fangen vorne an, bei A!

A (Amerika)

Amerika, du Land der Super-
lative und dort, wo James Cooper
zwar seinen »Lederstrumpf« verfaßte,
man aber die Indianer haßte,
weshalb man sie, halb ausgerottet,
in Reservaten eingemottet,
sich dafür aber Schwarze kaufte,
sie schlug und zur Belohnung taufte,
doch heute meidet wie die Pest,
sie aber für sich sterben läßt –
wie beispielgebend stehst du da
für Menschlichkeit! O, USA!

B (Briten)

Jedoch auch sie, die vielen Briten,
die Schott- und Engländer, sie bieten
für unser Thema Menschlichkeit
so manchen Stoff seit alter Zeit!
Nur waren’s statt Indianer Inder,
die sie ermordeten, auch Kinder;
und ähnlich Schreckliches erfuhren
danach die Iren und die Buren,
die man durch den Entzug des Fetts
verschmachten ließ in den Kazetts!
Jedoch bei Völkern, welche siegen,
wird sowas immer totgeschwiegen…

C (Christen)

Dann wäre da, bar jeden Ruhms,
so manche Tat des Christentums,
die, eben wegen seiner Lehre,
am besten unterblieben wäre!
Man denke da zum Beispiel an
Inquisition zuerst und dann
an Waffensegnung mit Gebeten,
um andre Gläubige zu töten!
Auch dieses: lieber Menschenmassen
verelenden und hungern lassen,
statt man Geburtenreglung übe –
auch das zeugt nicht von Menschenliebe!

D (Deutschland)

Nun: Wollt ihr, daß im Alphabet
es mit dem D jetzt weitergeht?
Ist es nicht besser, wenn ich ende?
Wascht nur in Unschuld eure Hände
und greift, kraft eigenen Ermessens,
zum güt’gen Handtuch des Vergessens…

Doch hilft das Waschen nicht und Reiben:
Die Flecke bleiben!

Welcher Popularität sich Heinz Erhardt noch heute erfreut, zeigen auch die vielen Beiträge in Zeitungen und im Internet und die Sendungen im Fernsehen, die in diesen Tagen verbreitet werden. Das Hamburger Abendblatt widmete ein ganzes Wochenendjournal dem Komiker, der viele Jahre in Hamburg lebte. Und so lassen sich auch die TV-Sender nicht lumpen und stellen viel Material über Heinz Erhardt ins Netz: daserste.dendr.de

Anempfehlen möchte ich auch einen kleinen Artikel aus der Welt, der gewissermaßen auch die Schattenseiten von Erhardts Schaffen beleuchtet. So sehen wir heute Heinz Erhardt in vielen Filmen, die des Anguckens nicht wert wären, würde darinnen nicht dieser unvergessene Komiker auftreten. Längst wären diese Filme der Mottenkiste anheim gefallen.

Zuletzt eine Ehrung, die ihm sicherlich gefallen hätte. Zwischen den Straßen Saseler Chaussee, Rabenhorst und Pfeilshofer Weg im Norden von Wellingsbüttel, einem Stadtteil Hamburgs, soll der Heinz-Erhardt-Park entstehen. Erhardt wohnte viele Jahre nur wenige Meter von dieser Stelle entfernt:


Heinz-Erhardt-Park in Hamburg-Wellingsbüttel

Übrigens: Im Jahr 2007 kam Heinz Erhardt bei der Wahl zum besten deutschsprachigen Komiker in der ZDF-Sendung „Unsere Besten – Komiker & Co.“ auf den zweiten Platz hinter Loriot.

Tomatis-Hörtherapie: fehlende Lobby

„Wir machen keine Musiktherapie, sondern eine akustische Reizstimulation“

In meinem Beitrag Meditationen über Mozart erwähnte ich den Besuch bei einem Arzt, bei dem mein jüngerer Sohn an einer Hörtherapie nach der Methode von Dr. Alfred Tomatis, auch Mozart-Therapie genannt, teilnahm. Grund hierfür war eine Krankheit meines Sohnes im Kleinkindalter, die bis heute ihre Nachwirkung in Form von Auffälligkeiten in der auditiven Wahrnehmung zeitigt.

Der französische HNO-Arzt Alfred Tomatis entdeckte in den 1950er Jahren, dass vor allem Mozarts frühe Werke das menschliche Gehirn auf besondere Weise anregen und dadurch eine therapeutische Wirkung hervorgerufen wird. Er entwickelte ein Hörtraining, bei dem mit Hilfe eines computergesteuerten „elektronischen Ohrs“ gefilterte Frequenzbereiche durch spezielle Kopfhörer wiedergegeben werden. Dabei werden die Vibrationen der Musik zusätzlich über die sogenannte Knochenleitung vom Körper aufgenommen.

Diese Form der Mozart-Therapie erwies sich als großer Erfolg bei Menschen mit Konzentrationsschwächen, Angstzuständen oder Sprachproblemen, sowie bei Schwangeren zur Vorbeugung von Frühgeburten und bei Wachkomapatienten.

Sogar der Schauspieler Gerard Depardieu machte dieses Hörtraining, um seine Texte besser lernen zu können. Er nannte Tomatis „Dr. Mozart“.

Tomatis-Hörtherapie

Mit Schreiben vom 9. November 2008 bat ich meine Krankenkasse um Übernahme der Kosten. Mit Schreiben vom 27.11.2008 kam (nicht gerade postwendend) die Antwort mit einer Absage. Lakonisch wurde mitgeteilt:

Die HEK kann die Kosten nur für anerkannte Therapien übernehmen. Die Tomatis-Hörtherapie ist nicht anerkannt. Insofern ist eine Kostenübernahme ausgeschlossen.

Mit Schreiben vom 3. Dezember 2008 legte ich gegen diesen Bescheid Widerspruch ein; u.a. schrieb ich:

Mir ist klar, dass Sie in Ihren Entscheidungen an vertragliche Absprachen und Richtlinien gebunden sind. So übernehmen Sie lediglich die Kosten für Therapien, die entsprechend diesen Richtlinien anerkannt sind. […]

Mir sind die Vorbehalte der Schulmedizin, insbesondere die gemeinsame Stellungnahme der Gesellschaft für Neuropädiatrie, der ADANO (Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen), der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie, bekannt. Im Wesentlichen beschränken sich diese Vorbehalte auf fehlende Beweise für den Erfolg der Therapie und berufen sich auf Aussagen anderer Ärzte. Eigene Belege und Untersuchungsergebnisse werden nicht vorgebracht. U.a. heißt es dort: „Es kann auch nicht nachvollzogen werden, daß stark gefilterte und damit verfremdete Klangqualitäten einen spezifischen Effekt in dem geschilderten Sinne erzielen können, selbst wenn man davon ausgeht, daß der offensichtlich noch erhaltene Rhythmus der klassischen Musik nicht ohne Wirkung auf den Probanden bleibt.“ Immerhin heißt es dort auch: „Rosenkötter (1995/96) nimmt an, daß die Therapie auf die Regelkreise des Hirnstamms und der Innenohrperzeption Einfluß nehme.“ Und „Damit wird nicht unterstellt, daß bei Kindern und Jugendlichen, die nach der Tomatis-Methode behandelt wurden, keinerlei (unspezifische) Effekte auftreten können.“.

Alternativ wäre sicherlich eine Behandlungsmaßnahme durch einen Logopäden möglich. Ob aber eine adäquate Behandlung erfolgreich wäre, hielten meine Frau und ich für fraglich, […]. So sehe ich eine Behandlung innerhalb der analytischen Hörtherapie für die erfolgversprechendere.

[…]

Die Empfehlung für die Hörtherapie nach Dr. Tomatis kam von einer Lerntherapeutin, bei der unser Sohn Nachhilfe bekommt. Sie verwies dabei auf die nachhaltigen Erfolge dieser Therapie bei anderen Schülern, die sie bisher betreute.

In der analytischen Hörtherapie werden ähnlich einem Muskel die für das Hören vorgesehenen Nerven des Gehirns gewissermaßen trainiert, indem diese in einer bestimmten Abfolge unterschiedlichen akustischen Reizen ausgesetzt werden (Töne hoher Frequenzen dienen als Stimulans, Töne tiefer Frequenzen zur Entspannung). Das ist eine für mich als Musikverständigen auch logisch durchaus nachvollziehbare Behandlungsmethode. Die Behandlung erfolgt bei einem promovierten, approbierten Mediziner.

Kontrolluntersuchungen zur Mitte und am Ende des ersten Behandlungsabschnitts von 15 Tage zeigen deutliche Verbesserungen sowohl beim Test der Luft- als auch der Knochenleitung. Das Unterscheidungsvermögen unterschiedlich hoher Frequenzen ist ebenfalls klar verbessert.

[usw.]

Wir mussten bis zum 12.02.2009 warten, bis ein Schreiben, verfasst vom Widerspruchsausschuss der Krankenkasse, eintraf, also über zwei Monate nach Eingabe des Widerspruchs, mit dem Ergebnis:

„Dem Widerspruch wird nicht stattgegeben.“

Verwiesen wird dabei (jetzt etwas ausführlicher) auf den Leistungsrahmen, der (u.a.] in dem zwischen dem Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V. und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung geschlossenen Arzt-/Ersatzkassenvertrag geregelt ist. „Sie regelt das Spektrum der ärztlichen Leistungen abschließend.“

In den Entscheidungsgründen wird u.a. folgendes ausgeführt:

Bei der Tomatis Hörkur handelt es sich um eine Methode, die der Gemeinsame Bundesausschuss bisher noch nicht bewertet hat. […] Eine Behandlungsmethode gehört deshalb erst dann zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn die Erprobung abgeschlossen ist und über die Qualität und Wirksamkeit der neuen Methode nachprüfbare Aussagen gemacht werden können.

Mannschatz - Vorsitzender des HEK-Widerspruchsausschusses

Soweit hierzu (Langes Geschreibsel, kurzer Sinn): Gegen die Tomatis-Hörtherapie gibt es eine Anzahl von Einwänden. Ob diese nun begründet sind oder nicht, wurde im Widerspruchsentscheid wohlweißlich nicht erörtert (das wäre ein Thema für sich). Okay. Was mich aber wirklich wundert ist, dass die Tomatis-Hörtherapie bisher durch den „Gemeinsamen Bundesausschuss“ noch nicht bewertet wurde, so als wäre sie etwas völlig Neues und nicht schon seit Jahrzehnten bekannt (allein der Arzt, bei dem wir für unseren Sohn die Therapie durchführen ließen, behandelt seine Patienten hiernach seit über 15 Jahren). Wie mir scheint, fehlt den Verfechtern dieser Therapie die gehörige Lobby im genannten Ausschuss. Ich denke allerdings auch, dass diese eine entsprechende Erprobung nur zögerlich betreiben.

Wie auch immer: Die Pharmaindustrie ließe sich kaum auf diese Art abspeisen. Jede Verzögerung in der Erprobung führte zu Millionenverlusten. Dann betreibt man die Erprobung schon lieber selbst.

Wo gehobelt wird …

Da ist mir doch ein unwiderrufliches Missgeschick passiert:

Leider wird dieses Weblog nicht nur mit von mir erwünschten Kommentaren versehen, sondern auch mit jeder Menge Spams. Die lösche ich natürlich von Zeit zu Zeit. Nun habe ich einen Augenblick geschlafen und nicht nur die Spams, sondern auch eine Anzahl anderer, bisher zugelassener Kommentare gelöscht. Ein falsches Häkchen gesetzt und weg waren sie.

Wie meine Beiträge, so werden auch die Kommentare in einer Datenbank (MySQL) abgelegt. Dort kann ich die gelöschten Datensätze aber leider nicht mehr zurückholen (Rollback-Kommandos helfen nicht). Auch habe ich keine aktuelle Datensicherung vorliegen.

Es tut mir also wirklich Leid: All die letzten rund 20 Kommentare sind weg wie Schmidts Katze. Ich bitte um Entschuldigung und bin untröstlich!

Euer Willi

Nachtrag: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Manchmal bekommt man doch noch wieder (fast) alles zusammen: Da ich immer dann, wenn hier ein Kommentar abgegeben wird, eine Mail bekomme, so konnte ich den Großteil der gelöschten Kommentare aus diesen Mails wieder herstellen.

Willkommen in der Zukunft

Die Technik von heute lässt bereits erahnen, was uns da in Zukunft erwarten wird. Eines der Stichworte lautet: Überwachung. Das natürlich nicht nur im negativen Sinne. Denkbar wäre z.B. ein Funk-Chip (ob nun implantiert oder nicht), der in Notfällen alle nötigen Patienteninformationen ans nächste Krankenhaus weitergibt und so Leben retten kann.

Angesichts der bereits heute bestehenden immensen Ausmaße von Datensammlungen und Datenhandel ist für die Zukunft nichts Gute zu erwarten.

Schon die Gegenwart macht es den Datenschützern also nicht leicht. Wie wird da erst die Zukunft? Wenn der Einkaufswagen grüßt, die Zigaretten petzen und das Funkimplantat unter der Haut ein Verstecken unmöglich macht: Einen Blick ins Jahr 2020 bietet die Website wissen.ard.de: Ein Tag im Jahr 2020

Ry Cooder als Gastmusiker bei Eric Clapton

Nein, die Wege von Ry Cooder und Eric Clapton kreuzen sich nicht erneut. Es ist über 25 Jahre her, dass sich beide zu der Aufnahme eines Albums von Eric Clapton getroffen hatten: Money and Cigarettes aus dem Jahre 1983.

Leider beschränkte sich die Zusammenarbeit der beiden Gitarristen aufs Musikstudio; es gibt meines Wissens also keine Aufnahmen von Live-Auftritten. Trotzdem möchte ich dieses Zusammentreffen nicht unerwähnt lassen, zumal ich neben dem 1981 erschienenen Clapton-Album Another Ticket eben auch diese 1983 veröffentlichte Scheibe besitze.

Ry Cooder ist immer wieder als Gastmusiker in Erscheinung getreten und spielte so u.a. mit den Rolling Stones (Love in Vain, Sister Morphine), Van Morrison (Full Force Gale), Randy Newman, Steve Ripley (The Tractors), John Lee Hooker u.a. Nebenbei schrieb Ry Cooder die Musik zu rund 20 Filmen.

Aber zurück zur Zusammenarbeit von Cooder und Clapton. Hier zunächst über amazon.de Hörbeispiele zu Money and Cigarettes

Track listing
1. „Everybody Oughta Make A Change“ (Sleepy John Estes) – 3.16
2. „The Shape You’re In“ (Clapton) – 4.08
3. „Ain’t Going Down“ (Clapton) – 4.01
4. „I’ve Got A Rock ‚N‘ Roll Heart“ (Steve Diamond, Troy Seals, Tony Seals, Eddie Setzer) – 3.13
5. „Man Overboard“ (Clapton) – 3.45
6. „Pretty Girl“ (Clapton) – 5.29
7. „Man In Love“ (Clapton) – 2.46
8. „Crosscut Saw“ (R.G. Ford) – 3.30
9. „Slow Down Linda“ (Clapton) – 4.14
10. „Crazy Country Hop“ (Johnny Otis) – 2.46

Produced by : Tim Dowel

Musicians :
· Eric Clapton – slide guitar, electric guitar, vocals
· Ry Cooder – slide guitar, electric guitar
· Donald „Duck“ Dunn – bass
· Roger Hawkins – drums
· Albert Lee – keyboards, acoustic guitar, electric guitar, vocals
· John Sambataro – background vocals
· Chuck Kirkpatrick – background vocals

Hier auch noch ein Titel in voller Länge:


Eric Clapton – Pretty Girl

Das erste Stück des Albums „Everybody Ought to Make a Change“ spielte Eric Clapton am 20. September 1983 live in der Royal Albert Hall in London beim ARMS Wohltätigkeitskonzert. Mit ihm traten viele weitere Größen der Rockmusik auf, u.a. die Stones Bill Wyman und Charlie Watts sowie Chris Stainton, Stevie Winwood, Andy Fairweather-Low, und Ray Cooper (der Perkussionist, nicht Ry Cooder).

Clapton spielt hier die Slide-Gitarre. Vergleicht man seinen Stil mit dem von Ry Cooder, dann wird wohl auch dem Laien klar, warum man Cooder (und nicht Clapton) zu den weltbesten Slide-Gitarristen zählt, oder?


Eric Clapton -„Everybody Oughta Change Sometime“ 1983

Autoren lesen: zehnseiten.de

Es ist immer schwer, den „Markt“ zu überblicken, im Auge zu behalten, was gerade angesagt ist. Das gilt für viele Dinge, für Musik – und auch für Literatur. Da kommt die Website zehnseiten.de gerade richtig: Diese Website will Literatur im Internet angemessen präsentieren.

Zehn Seiten ...

Der Autor liest dabei zehn von ihm selbst ausgewählte Seiten aus seinem Buch. Dadurch bekommt der Leser unmittelbare Informationen über Text und Verfasser. Und entdeckt vielleicht so nebenbei einen Autoren und sein Werk, das ihn begeistert.

Skizirkus und Murmeltiere

Die alpine Ski-WM in Val d’Isère ist zu Ende gegangen (und die Murmeltiere können ihren Winterschlaf fortsetzen), da kommt die Biathlon-WM in Pyeongchang/Südkorea gerade in Fahrt (d.h. morgen ist Ruhetag). Der Skizirkus hat seinen Saisonhöhepunkt erreicht – und die deutschen Sportler dürfen sich mit Medaillen schmücken.

Bei der alpinen Ski-WM gab es neben einigen Platzierungen unten den jeweils zehn Besten auch zwei Goldmedaillen für die Damen (Kathrin Hölzl im Riesenslalom und Maria Riesch im Slalom), also ein gutes Ergebnis.

Alpine Ski-WM 2009 in Val d'Isère/Frankreich

Alpine Ski-WM in Val d’Isère bei zdf.de

Der Auftrakt der Biathlon-WM wird überschattet von dem dreifachen Doping-Skandal in der russischen Mannschaft, begann dann aber für die deutsche Mannschaft wie schon gewohnt positiv (von der Leistung her, nicht vom Doping): Gold und Silber für Kati Wilhelm. Dazu noch einmal Silber für Simone Hauswald.

Kurios: Björndalen verläuft sich zum Anfang des 10-km-Verfolgungsrennen und wird wie auch andere Läufer mit einer einminütigen Zeitstrafe belegt, muss also die sichere Goldmedaille gegen Bronze eintauschen. Sieger wird somit der Russe Maxim Tchoudov (war da nicht etwas mit der russischen Mannschaft?). Aber nein, nach einem Protest-Hickhack steht endgültig fest: Der falsche Weg brachte ihm keinen Zeitvorteil: Daher hat der Norweger Ole Einar Björndalen doch das Verfolgsungsrennen bei der Biathlon-WM in Pyeongchang gewonnen.

Biathlon-WM 2009 in Pyeongchang/Südkorea

Biathlon-WM in Pyeongchang/Südkorea bei zdf.de

Zweifelhafte Ehrung: der Darwin Award

Der Naturwissenschaftler Charles Darwin postulierte, dass die Auswirkungen der natürlichen Selektion im Laufe der Zeit dazu führen, dass sich die Individuen so entwickeln, dass sie bessere Fähigkeiten als ihre Vorfahren aufweisen. Dies wird auch „Überleben der Bestangepassten“ genannt.

Zu Ehren von Charles Darwins Hypothese wird jährlich der Darwin Award (Website auf englisch und teilweise auf deutsch) an die (Reste von) Individuen verleihen, die alles in dem Versuch gegeben haben, unseren Genpool zu verbessern. Wir applaudieren jenen, die das ultimative Opfer erbracht haben, indem sie sich selbst in der außergewöhnlichsten und dümmsten Art und Weise töteten. Diese Auszeichnung wird fast immer posthum verliehen, vorzugsweise vor der Vermehrung.

Hauptsächlich erinnert dieser Preis an diejenigen, die den Genpool desinfizierten, indem sie innovativ schwachsinnige Wege fanden, sich selbst zu töten und dadurch halfen, unerwünschte Schwächen von den Genen zu entfernen. Die individuelle Absicht und Selbstopferung der Nominierten sowie die spektakulären Methoden, durch die sie sich selbst entfernten, sind lobenswert und sollen nicht verspottet werden. Tatsächlich ist es jedoch eine zweifelhafte Ehre, einen Darwin Award zu erhalten.

Darwin Award

Hierzu die Regeln für eine Nominierung

siehe auch zdf.de: And the winner is … Die Darwin-Awards und der menschliche Genpool (mit einigen originellen Fallbeispielen)

Berlin. London. Sankt Petersburg.

Jede Großstadt hat ihre markanten Punkte, Wahrzeichen. Täglich werden diese Plätze von unzähligen Besuchern aufgesucht und – unzählige Male fotografiert. Und: Auch Großstädte unterliegen dem Wandel. Eine Stadt, wie man diese vor zehn, 20 oder mehr Jahren besucht hat, ist oft nur in diesen markanten Punkten wiederzuerkennen.

Fotos haben für mich etwas immer wieder Faszinierendes. Das gilt für alte Fotos, noch in schwarz-weiß, von Menschen und Gebäuden vor fast 100 Jahren. Das gilt für beeindruckende Landschaften, aber auch für Fotos aus großen Städten. Und dort eben nicht nur die markanten Punkte, aber auch …

Das Internet macht wie so vieles so auch dies möglich: Anhand ungewöhnlicher Bilder kann man sich auf eine virtuelle Stadtrundfahrt begeben. Es gibt für eigentlich jede große Stadt auch mindestens einen Fotoblog.

[sorry, kein Bild]
Berlin – Brandenburger Tor

London - Towerbridge
London – Towerbridge

St. Petersburg heute – Leningrad 1941/44
St. Petersburg heute – Leningrad 1941/44

Hier nur eine kleine Auswahl. Zunächst Berlin in Bildern. Dann weitere Berlin-Fotos, deren Betrachtung sich lohnen [1] [2] [3].

Sehenswert finde ich auf jeden Fall die London-Fotos „London from above, at night” also London abends und von oben [1] [2].

Zuletzt Fotos aus St. Petersburg, die sich mit alten Aufnahmen aus dem früheren Leningrad kreuzen, die aus der Zeit der Belagerung der Stadt von deutschen Truppen vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 stammen: Sankt Petersburg/Leningrad