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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Das übliche Chaos

Die Anzeigetafeln verkünden lediglich: Bitte Ansage beachten! Nur kommt keine Ansage. Und die handlichen Fahrpläne für die Jackentasche gibt es – wie jedes Mal beim Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn AG (DBAG) – auch noch nicht. So wollte die SPD in Buchholz/Nordheide ganz schlau sein, und bietet eigene Fahrpläne zum Download im Internet an – die haben leider den kleinen Makel, nur die Züge bis Sprötze anzuzeigen, als würde der Landkreis Harburg dort enden.

Bitte, Ansage beachten!

Ich habe schon zuvor den neuen Fahrplan auf der handelsüblichen CD der DBAG studiert und musste zu meiner Überraschung feststellen, dass einige der Züge der metronom Eisenbahngesellschaft GmbH, die bisher morgens nur bis Hamburg-Harburg fuhren bzw. abends erst in Hamburg-Harburg eingesetzt wurden, jetzt wieder bis Hamburg Hbf. verkehren. Welch großer Fortschritt! Das Ganze hat allerdings einen Haken. Zumindest einer der Züge, die zwischen Bremen und Hamburg fahren, wurde von sechs auf vier Waggons gekürzt – und das zur Hauptverkehrszeit. Sicherlich will man damit erreichen, dass auch die Bummelzüge (MEr = Metronom regional) zwischen Tostedt und Hamburg ausgelastet werden, und zwingt so die Fahrgäste, die ungern in überfüllten Zügen stehen, auf diese Züge auszuweichen. Das kommt in meinen Augen einer Nötigung gleich.

Dem aber nicht genug. Im als PDF-Datei herunterladbaren Fahrplan steht beim Metronom:

Liebe Fahrgäste,

entgegen der ursprünglichen Planung konnte die Erneuerung der Brückenbauwerke in Hamburg zum Ende des Fahrplanjahres nicht so weit abgeschlossen werden, dass der Zugverkehr wieder ungehindert rollen kann. Hieraus ergeben sich zahlreiche Änderungen für das neue Fahrplanjahr. Noch weit nach Redaktionsschluss der Ihnen bekannten Faltfahrpläne wurden aufgrund der laufenden Bauarbeiten Änderungen des Fahrplans notwendig.

Streckensperrungen zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg Hbf

Achtung: An folgenden Tagen wird die Strecke zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg Hbf gesperrt – alle Züge des Nah- und Fernverkehrs von und nach Süden werden nach jetzigem Stand der Planung in Hamburg-Harburg beginnen und enden:

> Donnerstag, 25. Dezember 2008 bis Samstag, 27. Dezember 2008, 03:00 Uhr

> Mittwoch, 18. Februar 2009 bis Sonntag, 22. Februar 2009 / Einige Züge werden zum Hamburger Hbf durchfahren. Sobald die Fahrplandaten vorliegen, werden wir dazu gesonderte Informationen herausgeben.

Ich will nicht klagen, mein Zug (obwohl auf vier Waggons gekürzt) war heute mehr oder weniger pünktlich. Alles andere gehört nun einmal zum üblichen Chaos beim Fahrplanwechsel.

Weiteres zum täglichen Wahnsinns des Bahnfahrens siehe u.a. das bahnblog.de

Wintergeschichte: Hallig Hooge

Wenn es um meine liebsten Plätze auf dieser Erde geht, dann sollten diese möglichst dicht am Meer sein, am besten sogar auf einer Insel. Meiner Frau geht es ähnlich, was ja auch gut so ist. Sie hat sogar ein ganz bestimmtes Ziel dabei vor Augen: die Halligen im nordfriesischen Wattenmeer, besonders die Königin unter den Halligen: Hooge.

Die Halligen sind kleine, nicht eingedeichte Inseln im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Die „sichtbare“ Besonderheit einer Hallig besteht darin, dass eine Hallig während einer starken Flut mit Ausnahme der Warften, künstlich aufgeschütteten Hügeln auf denen die Häuser stehen, überspült wird („Landunter“).

Die 10 bis 956 Hektar großen Halligen sind meist Reste des Festlandes oder von Inseln, die als Überbleibsel des in Sturmfluten untergegangenen Landes stehengeblieben sind und teilweise durch Aufschwemmungen der Nordsee entstanden.

Die zehn deutschen Halligen gruppieren sich kreisförmig um die Insel Pellworm. Hooge (dänisch Hoge, friesisch Huuge) mit gut 100 Einwohnern ist die zweitgrößte der zehn Halligen im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer und eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland.


Nordfriesisches Wattenmeer mit Hallig Hooge

Nachfolgend einen Ausschnitt aus einer Fernsehsendung, der die Hallig Hooge und einige ihrer Bewohner im Winter zeigt. Es kann schon sehr einsam auf einer solch kleinen Insel werden. Nicht unbedingt etwas für meine Söhne. Aber die sind ja jetzt groß genug, um in den Ferien bzw. im Urlaub eigene Wege zu gehen. So werden sich meine Frau und ich uns in einen der nächsten Sommer (vielleicht auch zu einer anderen Jahreszeit) aufmachen, um eine längere Zeit die Ruhe auf einer Hallig zu genießen:


Wintergeschichte: Hallig Hooge

Manchmal muss etwas zu Bruch gehen, damit Neues wachsen kann

Nach der Finanzkrise die Krise bei den US-Automobilfabrikanten, die natürlich auch entsprechend negative Auswirkungen auf die Tochterunternehmen in Europa hat. Und mit dieser Krise die Krise in der Stahlindustrie. Der Wirtschaftskreislauf kommt einer Spirale gleich, die sich nach unten dreht – unaufhaltsam. Unaufhaltsam? Da die Wirtschaft selbst nicht in der Lage ist, der Krisensituation Herr zu werden, wird allerorts nach dem Staat geschrieen. Und der macht auf Kosten der Steuerzahler Milliarden locker.

Gleichzeitig lodern in Griechenland Krawalle auf, die sich gegen eine inkompetente, korrupte Regierung richten. Und begleitet werden diese Krawalle durch Solidaritätsdemonstrationen in anderen europäischen Großstädten. Entsteht hier eine neue 68er-Bewegung, eine neue außerparlamentarische Opposition (APO)?

Manchmal muss etwas zu Bruch gehen ...

Und was hat das eine mit dem anderen zu tun? Bedenkt man, wie wenig Staat und Wirtschaft in den letzten Jahren für die Ausbildung junger Menschen getan haben, vor allem angesichts der riesigen Milliardenbeträge, die der Staat nun plötzlich bereitstellt, wird der Protest und die Ausdehnung auf andere europäische Länder erklärlich. Eigentlich frage ich mich, warum nicht auch bei uns in Deutschland ähnliche Proteste stattfinden.

Ich will hier nicht zu Krawallen aufrufen. Ich lehne Gewalt wie in Athen geschehen ab. Aber manchmal muss etwas zu Bruch gehen, damit daraus Neues erwachsen kann.

Die Krise in der US-Autoindustrie ist nicht allein eine Folge der Finanzkrise, sondern zum großen Teil durch strukturelle Probleme bedingt. Wenn also Gelder vom Staat in einen angeschlagenen Wirtschaftszweig fließen, dann muss und kann das nur an Bedingungen geknüpft werden, die die Branchen zu Innovationen zwingen, die dem Wirtschaftsmarkt gerecht werden, z.B. durch die Planung und den Bau von energiesparenden Autos. Wenn Daimler jetzt Batterien für Elektroautos bauen will, so ist das sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Ansonsten hilft es wenig, Unmengen Geld in eine Industrie zu pumpen, die längst klinisch tot ist. Auch hier gilt: Lasst es zu Bruch gehen, damit Neues entsteht.

Wenn Frau Merkel zu einem Krisengipfel einlädt, zu dem sich morgen rund 30 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Forschung im Kanzleramt treffen, dann ist das ein längst überfälliger Schritt. Generell gilt, dass ein schnelles Umdenken stattzufinden hat. Es kann nicht mehr um Gewinnmaximierung gehen, sondern allein um Erzeugung von Produkten, die wirtschaftlich sinnvoll und für viele bezahlbar sind. Es geht um den Erhalt von Arbeitsplätzen und genauso um den Erhalt der Umwelt. Wenn eines dieser Komponenten nachhaltig geschädigt wird, dann hat das Auswirkungen auf alles andere auf unserem Planeten.

Was Sie schon immer über Sex wissen wollten

Morgen am Samstag gibt es auf dem TV-Sender VOX am 20 Uhr 15 einen Spielfilm über das Leben von Alfred Kinsey, dem US-amerikanischen Zoologen und Sexualforscher: Kinsey – Die Wahrheit über Sex. Im Begleittext zum Film heißt es: Nie wurde klüger über Sex geredet.

Alfred Charles Kinsey (* 23. Juni 1894 in Hoboken, New Jersey; † 25. August 1956 in Bloomington, Indiana) war ein US-amerikanischer Sexualforscher, der als erster statistische Erhebungen über das Sexualverhalten von Frauen und Männern durchführte. Seine 1948 und 1954 veröffentlichten Berichte, die so genannten Kinsey-Reports, führten zu einem heftigen Meinungsstreit und werden von vielen als der Auslöser der sexuellen Revolution in den 1960er Jahren angesehen.

Ich erinnere mich noch, wie ich als Jugendlicher (auf der Suche nach Literatur über unsere allzu menschliche Sexualität) auf einen dieser Kinsey-Reports gestoßen (sic!) bin. Meine Erinnerung ist zwar nur dunkel, aber es war schon ziemlich interessant, wenn auch sehr wissenschaftlich verfasst.

Spermium trifft Eizelle

1972, ich war gerade 18 Jahre alt geworden, gab es von und mit Woody Allen in den Kinos den Film mit dem verheißungsvollen Titel: Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten (Everything You Always Wanted to Know About Sex, But Were Afraid to Ask). Nun die Antworten darauf waren natürlich satirischer Art und haben mich und meine Freunde zum Lachen gebracht. Später, im Fernsehen, sah ich den Film mindestens ein weiteres Mal. Er ist schon sehr amüsant (u.a. Woody als neurotisches Spermium).

Aber komme ich noch einmal kurz auf den Kinsey-Report und seinen Verfasser zurück. Aus wissenschaftlicher Sicht muss man heute Alfred Kinsey sicherlich zu recht den Vorwurf fehlerhafter Methodik machen. Zudem hat er die menschliche Sexualität zu funktional nur mit dem kalten Blick des Zoologen beschrieben. Auch trieb sein Wissenshunger immer seltsamere Blüten: Um zu klären, ob Sperma im entscheidenden Moment spritzt oder tröpfelt, ließ er 2000 Männer aufreibende Arbeit vor der Kamera verrichten. Jeder Proband erhielt drei Dollar Aufwandsentschädigung. „Zu Forschungszwecken“ wurde er selbst immer experimentierfreudiger und begann ein Verhältnis mit einem Assistenten. Aber ohne Zweifel sind die sexuelle Befreiung der Frau und die Streichung von Homosexuellen-Paragrafen in vielen Ländern der Welt im Wesentlichen auch sein Verdienst.

Die Erforschung der menschlichen Sexualität samt sexueller Aufklärung hat mit Kinsey (Freud nicht zu vergessen) erst ihren Anfang genommen. Aber es sind natürlich längst nicht nur Wissenschaftler (und pubertierende Jugendliche), die sich für Sex interessieren. Oder? Das Internet macht es möglich, sich seinen Gelüsten gemäß die notwendigen ‚Zutaten’ zu besorgen, meist anonym, oft auch kostenlos. Aber so genau will ich es hier nicht wissen.

Es gibt natürlich auch „Seriöses“ zum Thema Sex (bzw. Sexualität), u.a. jede Menge Nachschlagewerke zu diesem Thema in Internet. Wer mag, kann z.B. bei google.de suchen (zu Lexikon Sexualität finden sich schlappe 1.360.000 Einträge – zu Sexualität werden es dann schon 4.070.000 und allein zu Sex 721.000.000). Hier nur zwei Links, die zur Lifestyle-Site eines größeren deutschen Wochenmagazins bzw. zu einer Rubrik „Vermischtes“ einer überregionalen Tageszeitung verzweigen.

stern.de: Liebes-Lexikon – Was Sie schon immer über Sex wissen wollten
welt.de: 333 Fakten über Sex

(Fast) unterschlagene Beiträge – Teil 14

Bald ein Volk von Analphabeten?

Ganz so weit ist es noch nicht. Aber ich finde es schon alarmierend, wenn festgestellt wird, dass jeder Vierte nie Bücher liest. Hinzu kommt, dass 45 Prozent der 14- bis 19- Jährigen erklärten, als Kind nie ein Buch geschenkt bekommen zu haben.

Olympia: Halbherzig gegen Doping

In Peking wurde getestet, was das Zeug hält, aber nur acht Sportlern wurde die Einnahme verbotener Substanzen nachgewiesen. Inzwischen wird deutlicher warum: Auf neue Nachweismethoden wurde entgegen vollmundiger Ankündigungen verzichtet.

Digitale Produkte am Web-Pranger

Das „digitale Rechtemanagement“ (DRM) ist eigentlich eine Maßnahme gegen illegale Kopien von Musik und Filmen. Kritiker sehen darin eine Gängelung des Verbrauchers und prangern auf der Webseite „35 Days Against DRM“ bis Jahresende täglich ein Produkt an.

Das Auf und Ab des SVW

Der SV Werder Bremen stellt die Fans vor Rätsel. Da gelingt fast alles in den Spielen in München gegen die Bayern, gegen Hoffenheim (der Aufsteiger als Tabellenerster), die Hertha aus Berlin (die sich auf dem Weg an die Spitze befindet) und im letzten Bundesligaheimspiel gegen Frankfurt. Und dann vergeigt man das Weiterkommen in der Champions League gegen Panathinaikos Athen zu Hause mit einem 0:3.

Wer nun dachte, schlimmer kann es nicht werden, musste sich eines Besseren belehren lassen. Im letzten Spiel in der Bundesliga verlor Werder in Karlsruhe, wenn sicherlich auch unglücklich, mit 0:1 – Pizarro und Diego ließen in der letzten Spielminute ihren Frust an ihren Gegenspielern aus – der ‚Lohn’: drei bzw. vier Spiele Sperre! Zuvor hatte bereits Özil in Bochum die rote Karte gesehen.

Werders Rotsünder (Pizarro, Özil, Diego) – da lachen sie noch
Werders Rotsünder (Pizarro, Özil, Diego) – da lachen sie noch

Wann endlich geht die Achterbahnfahrt des SVW zu Ende? Vielleicht endete sie bereits gestern mit dem ersten und letzten Sieg in der Champions League-Gruppenphase? Mit dem 2:1-Sieg gegen Inter Mailand ist immerhin ein Weiterkommen im UEFA-Cup gesichert.

Sollte am Samstag im letzten Spiel der Hinrunde dieser Fußball-Saison ein Sieg gegen den VfL Wolfsburg (die sich bisher trotz Magath und Millioneneinkäufen auch nicht mit Ruhm bekleckert haben) gelingen, dann ist der Zug noch zu erreichen, der auch für die nächste Saison eine Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb sichert. Von Meisterschaft mag allerdings keiner mehr reden.

Scottish Piper and Indian Princess

Den gestrigen Beitrag habe ich mit Bedacht geschrieben (Kuriose Musikinstrumente: Sitar und Tabla). In diesen Tagen weilte Ian Anderson mit seiner Band Jethro Tull mehrere Tage in Indien:

NOV
27 Kolkata Science City Auditorium
30 Delhi Hamsadhwani – Amphitheatre

DEC
2 Bangalore/Bengaluru Palace Grounds
3 Hyderabad Hi Tech City Auditorium
5 Mumbai Shanmukhnanda Auditorium

Und wie schon bei anderen Konzerten trat mit der Gruppe ein spezieller Gaststar weiblichen Geschlechts auf. Statt einer Violistin war es jetzt keine geringere als die Sitar spielende Anouska Shankar, eine Tochter und Schülerin des indischen Sitar-Virtuosen Ravi Shankar. Im Gegensatz zu ihrer Halbschwester Norah Jones ist sie der traditionellen indischen Musik zugewandt. Sie gab mit 13 Jahren ihr Konzertdebüt als Sitarspielerin in Neu-Delhi (Indien) und tritt seitdem oft zusammen mit ihrem Vater auf.

Nun, Ian Anderson hat schon seit Anbeginn neben der klassischen Musik auch auf Musik der Orients zurückgegriffen. Auf dem „Stand Up“-Album ist das z.B. das Stück „Fat Man“. Dann sind die Alben „Roots to Branches“ und „DOT COM“ zu erwähnen bzw. Ian Andersons Soloalbum „Divinities“.

Ein gemeinsamer Auftritt mit Anouska Shankar erstaunt mich aber trotzdem. Wie immer gibt es bei youtube einige Aufnahmen von diesen indischen Konzerten; zuerst ein kleines Promotion-Video:


Ian Anderson (Jethro Tull) & Anouska Shankar Byte Promotion


Jethro Tull: Mother Goose with Anoushka Shankar


Jethro Tull Jugalbandhi with Anoushka Shankar

Zuletzt möchte ich ein gemeinsames Stück der beiden Halbschwestern Anoushka Shankar und Norah Jones vorstellen. Es stammt von dem Album „Breathing Under Water“, das Anoushka Shankar zusammen mit dem Tabla-Spieler Karsh Kale aufgenommen hat. Norah Jones (eigentlich Geetali Norah Jones Shankar) habe ich schon in einigen Beiträgen hier vorgestellt (Norah Jones: SunriseNorah Jones: Not Too Late).


Anoushka Shankar & Norah Jones – Easy

Kuriose Musikinstrumente: Sitar und Tabla

Die Sitar ist ein indisches Zupfinstrument und gehört zu Gruppe der Langhalslauten. Sie ist das bekannteste Instrument der nordindischen Musik und verfügt über einen sehr charakteristischen obertonreichen Klang.

Die Sitar ist das bedeutendste Instrument der klassischen nordindischen Musik und gilt mittlerweile weltweit als eines der am schwersten zu meisternden Musikinstrumente überhaupt. Sie wird meistens solistisch gespielt, in der Begleitung von Tabla.

Einer der berühmtesten Sitarspieler ist Ravi Shankar, der vor allem durch die Beatles und die Zusammenarbeit mit dem Geiger Yehudi Menuhin auch außerhalb Indiens Berühmtheit erlangte.

Ravi Shankar spielt die Sitar

Das Musikinstrument besteht aus einem getrockneten Flaschenkürbis (Kalebasse) als Resonanzkörper mit Holzdecke und einem langen, hohlen Hals, auf dem sich verschiebbare Messingbünde befinden. Sie hat normalerweise zwischen 19 und 21 Saiten. Vier Spielseiten und drei Bordunsaiten, die auf den Grundton und der Quinte der Tonleiter gestimmt und für rhythmische Akzente verwendet werden (so genannte Chikarisaiten), verlaufen oberhalb der gebogenen Bundstäbe. Bis zu 13 Resonanzsaiten verlaufen unterhalb der Bundstäbe. Diese werden auf die Skalentöne des gespielten Ragas gestimmt, verstärken den Klang der Obertöne und verstärken den „singenden“ Klang der Sitar.

Der Spieler sitzt in der klassischen Haltung mit übergeschlagen Beinen auf dem Boden. Das Instrument ruht dabei an der rechten Seite des Spielers auf seinem linken Fuß und wird mit dem rechten Unterarm, der auf dem Kürbis ruht, schräg vor den Körper gehalten. Die linke Hand greift die Saiten hinter den Bünden. Durch seitliches Verziehen der Saite kann die Tonhöhe um bis zu einer Sexte erhöht und ein Glissando (Meend) erzeugt werden.

Die Saiten werden mit einem Plektrum aus Draht (Mizrab) angeschlagen, das auf den Zeigefinger der rechten Hand gesteckt wird. Für besondere Effekte können die unteren Resonanzseiten mit einem langen Fingernagel auch direkt angeschlagen werden.

Tabla

Wichtigstes Begleitinstrument ist die Tabla, ein Schlaginstrument der nordindischen Musik. Sie besteht aus zwei kleinen Pauken, deren Felle mit einem charakteristischen kreisrunden Auge versehen sind und mit den Fingern beider Hände gespielt werden. Sie verfügt für ein Perkussionsinstrument über ein großes Klangspektrum. Die Tabla wird sowohl in der klassischen Hindustani Musik gespielt, als auch volkstümlicher und religiöser Musik eingesetzt hauptsächlich in den Ländern Indien, Pakistan und Bangladesch. Auch in der klassischen Musik Afghanistans wird die Tabla verwendet. Seit den Sechzigerjahren der 20. Jahrhunderts wird sie wegen ihres Klangs auch in westlichen Pop und Jazz verwendet.

Das Ende des Internets

Bekanntlich hat alles ein Ende. Wirklich alles? Der Weltraum, ist der nicht unendlich? Und das Internet? Wie steht es mit dem?

Das ist natürlich auch eine Frage von Raum und Zeit. Beschränke ich mich auf den Raum, was das Internet betrifft also den virtuellen Raum. Stimmt eigentlich nicht, dann die Daten sind ja bekanntlich auf irgendwelchen Servern weltweit gespeichert (und die sollten möglichst in gekühlten, realen Räumen stehen).

Aber gibt es da irgendwo ein Ende? Wie es aussieht: ja! Und nicht nur eins oder wie die Wurst zwei, nein, es gibt viele, geradezu unendlich viele Enden, wie ein Baum, der sich bis ins letzte Ästlein verästelt, sooo viele. Allein im deutschsprachigen Raum habe ich die Enden des Internets aufgespürt, hier nur einige zur Auswahl:

1. Das Ende des Internets – eines von vielen

2. Das Ende des Internets – Klappe die zweite
Hier kann man auch das gesamte Internet herunterladen (vielleicht sollte man sich zuvor noch eine etwas größere Festplatte zulegen)

3. Das Ende des Internets. The end.
Hier wird es geradezu metaphysisch

4. Ende des Internets! Hier ist das Internet zu Ende
Vorsicht; hier kann man das gesamte Internet abschalten! Könnte Probleme mit den Nachbarn geben

5. Das Ende des Internets – Klappe die fünfte
mit Gästebuch

6. Die letzte Domain

Die meisten dieser Enden kommen meist mit Empfehlungen daher, endlich einmal etwas Sinnvolles zu tun, z.B. endlich (sic!) ein gutes Buch zu lesen, Kuchen zu backen oder den geliebten Partner einmal wieder in den Arm zu nehmen. Dem Ganzen kann ich mich nur anschließen. In diesem Sinne ist auch dieser bescheidene Weblog-Beitrag das Letzte Ende …

Der Letzte macht das Licht aus

Wem die Enden noch nicht reichen: Die vielen Enden des Internet.

Schick geföhnt statt zugedröhnt

Angesagt waren bunte Strähnchen und fetziges Styling zu Gunsten des Projekte „Schick geföhnt statt zugedröhnt“ im Gemeindehaus am Himmelsweg.

Fetziges Styling - Tostedt

Die Evangelische Jugend engagiert sich mit dieser Aktion für Altersgenossen in Argentinien, denen durch Spenden eine Ausbildung zum Friseur ermöglicht wird, um dem üblichen Weg aus Arbeitslosigkeit und Drogen zu entgehen.

(Tostedter Zeitung – 3. Dezember 2008 (gb))

Haarschnitt gefällig? Im Gemeindezentrum von Florencio Varela, einem Vorort von Buenos Aires, sind Modelle immer willkommen. Victor und ein Duzend weiterer Jugendlicher lernen, wie man Haare wäscht, färbt, schneidet und föhnt. Sie sind mit Begeisterung dabei. Das Gemeindezentrum der „Evangelischen Kirche am Rio de la Plata“ (IERP) wird von „Brot für die Welt“ unterstützt. Es bietet ihnen die Chance, dem üblichen Weg Jugendlicher in den Armenvierteln um Buenos Aires zu entgehen: statt Arbeitslosigkeit und Drogen eine Ausbildung im Friseur- und Bäckerhandwerk.

Projekt ARG 0410-0010
Träger: Iglesia Evangélica del Rio da la Plata (IERP)
Finanzierung (drei Jahre)
“Brot für die Welt“ 123.132 Euro

(aus: Gemeindeblatt – Evangelisch-luterische Johannesgemeinde Tostedt – Ausgabe 1/2009)

Literatur 2.0: Web-Roman mit Geo-Daten

Im Internet gibt es nicht nur Videos, Musik und Bilder aller Art, es gibt auch Literatur, so genannte Hörbücher oder eBooks. In mehreren Beiträgen habe ich bereits über kostenlose Downloads berichtet (Hörbücher kostenlosBücher und eBooks – kostenlos).

Jetzt hat der diplomierte Wiener Germanist Christoph Benda einen spannenden und unterhaltsamen Roman verfasst, der im Internet nachzulesen ist und der eine Besonderheit aufweist: Er verwendet Googles Landkartenservice zum Geschichtenerzählen. Hier werden erstmals alle Handlungselemente eines literarischen Textes mit geografischen und zeitlichen Koordinaten versehen und so im chronologischen Verlauf auf einer Karte darstellbar gemacht. Auf Basis von Google Maps wird parallel zu jeder Szene des Textes deren Handlungsort als exakte geografische Position bzw. jede Bewegung als animierte „Fahrt“ auf der Karte dargestellt. Der Leser des virtuellen Buches erlebt die geschilderte Handlung als „Reise über die Landkarte“ und gewinnt über diese visuelle Ebene einen völlig neuen Zugang zum Text. Titel des Online-Romans: „Senghor On The Rocks“.

Zum Inhalt: Mitte Dezember 2001 – gut ein halbes Jahr vor der Fußball-WM 2002 – hat es der Senegal geschafft: Die Mannschaft des kleinen westafrikanischen Staates hat ihr WM-Ticket in der Tasche. Ein Freudentaumel durchzieht das Land. Fußballfans wissen, wie die Geschichte weitergeht. Senegals Fußballer besiegen später völlig überraschend Weltmeister Frankreich und werden erst im Viertelfinale von der Türkei gestoppt.

Noch ist es nicht soweit. Während der Senegal euphorisch die Qualifikation zur Fußball-WM feiert, kommt aus Frankreich eine schlechte Nachricht: Léopold Sédar Senghor, erster Präsident der Republik, ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Zwei Ereignisse von nationaler Bedeutung prallen aufeinander und bilden den Hintergrund.

„Senghor On The Rocks“ spielt zunächst in Senegals Hauptstadt Dakar und nimmt seine Leser anschließend mit auf eine abenteuerliche Reise quer durch das westafrikanische Land.

Christoph Benda: Senghor On The Rocks

Als Buch ist der Roman so natürlich nicht zu haben, sondern nur im Internet aufrufbar. Übrigens: Die Idee, mit Hilfe von Google Maps Geschichten zu erzählen, ist nicht neu. Schriftsteller wie der britische Thriller-Autor Charles Cumming gehen dabei allerdings noch weitaus mutiger zu Werke als die Macher von „Senghor Of The Rocks“. Während Google Maps bei Bendas virtuellem Senegal-Roman lediglich zur Illustration des Handlungsablaufs benutzt wird, hat Cummings seine Kurzgeschichte „21 Steps“ gleich vollständig in den Landkartendienst der kalifornischen Suchmaschinenfirma integriert. Die spannende Geschichte wird wie ein guter alter Comic nur in „Textblasen“ erzählt. Der Leser muss sie der Reihe nach anklicken, während er auf der Landkarte dem Weg der Hauptfiguren folgt.

siehe auch zdf.de: Literatur 2.0: Web-Roman mit Geo-Daten