Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Wie hat mein Bundestagsabgeordneter abgestimmt?

Heute hat man die Möglichkeit, seinem Bundestagsabgeordneten auf den Zahn zu fühlen. Zumindest kann nachvollzogen werden, wie dieser (oder diese) bei bestimmten Abstimmungen im Bundestag votiert hat. Als in Tostedt Wohnender gehöre ich dem Wahlkreis 036 in Niedersachsen an (Soltau-Fallingbostel – Winsen/Luhe), der gleich mit drei Abgeordneten im Bundestag vertreten ist. Neben der direkt, also mit der Mehrheit der Erststimmen gewählten Frau Monika Griefahn (SPD) sind das die über die jeweiligen Landeslisten in den Bundestag eingezogenen Herren Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) aus Buchholz und Dr. Herbert Schui (Die Linke). Alle drei sind übrigens das, was man Hinterbänkler nennt.

Kuppel des Reichstags in Berlin (mit Sohn)

Bei zdf.de gibt es die Möglichkeit über das so genannte ZDF-Parlameter nachzuschauen, wie mein Kandidat also abgestimmt hat. Im Falle der Frau Griefahn musste ich feststellen, dass diese bei Energiefragen erst gar nicht anwesend war, ebenso bei Fragen der Stammzellenforschung. Bei der Pendlerpauschale stimmte sie dagegen. Na, Frau Griefahn, da muss ich doch wirklich fragen, ob sie meine Politik vertreten?!

Solltet Ihr nicht wissen, wer Euer Bundestagsabgeordneter ist, dann könnt Ihr hier nachschauen: Abgeordnete nach Wahlkreisen Bundesländern

Real goes youtube

Manchmal hat man ja auch Glück im Unglück – relatives Glück. Als vor einigen Tagen mein PC nicht mehr so wollte wie ich es von ihm gern möchte (ein kleiner Crash, der immerhin nicht alle meine Daten zerstörte), da musste ich Windows XP neu aufsetzen. Das hatte u.a. zur Folge, dass alle meine Programme neu installiert werden mussten.

Das Glück in diesem Unglück? Nun, zum einen startet der Rechner jetzt wieder wesentlich schneller (eigentlich sollte man öfter seinen PC, d.h. einmal im Jahr, ‚platt’ machen, wie man so schön sagt – aber das bedeutet viel Arbeit und wer macht sich schon freiwillig so viel Arbeit), zum anderen ergaben sich andere positive Nebeneffekte. Einer davon: Um alte Videos im RM-Format (RealMedia) angucken zu können, musste ich auch den Real Player in neuester Version herunterladen und dann neu installieren. RealMedia-Audios und –Videos sind in letzter Zeit ziemlich von der Bildfläche verschwunden (ard.de arbeitet noch mit diesem Format), aber der neue Player, als Real Player 11 Basic kostenlos zu haben, ist nicht der schlechteste. Zunächst unterstützt er so ziemlich alle Videoformate, die es gibt – und des weiteren kann man mit ihm u.a. youtube-Videos an Ort und Stelle herunterladen.

Real goes youtube

Ja, richtig gehört! Wie oben zu sehen, muss man nur mit der Maus über das angezeigte Video gleiten – und schon tut sich eine kleine Registerkarte über dem Video auf. Drückt man auf „Dieses Video herunterladen“, so wird das Video auf dem eigenen Rechner heruntergeladen. Abgespeichert wird das Video im Flash-Video-Format (Endung FLV) unter …\Benutzername\Eigene Dateien\Eigene Videos\RealPlayer-Downloads\. Hat man keinen FLV-Player zur Hand, dann tut es natürlich auch der Real Player.

Möchte man das youtube-Video nicht im FLV-Format haben (es lässt sich nur sperrig in andere Formate umwandeln), dann hilft gegebenenfalls filsh.net weiter. Hier kann das Video vor dem Download in ein anderes, weitaus gängigeres Format (MPEG1, DIVX, MOV, WMV usw.) umgewandelt werden.

Siehe hierzu meine Beiträge: Youtube zum HerunterladenYoutube zum Herunterladen – Teil 2

Nebenbemerkung: Bei youtube gibt es einige Spezies, die gern am ‚Erfolg’ anderer partizipieren. Diese laden mit den genannten Tools viel gesehene Videos anderer herunter und laden diese dann über ihre Accounts wieder hoch. Sei es drum …

Sofies Welt: Kant

Zurück zu Jostein Gaarder: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie: Nach Spinoza machen wir einen Sprung und lassen die Kapitel Locke ( … genauso leer wie eine Tafel, ehe der Lehrer das Klassenzimmer betritt …), Hume (… so werft ihn ins Feuer …) und Berkeley (… wie ein schwindliger Planet um eine brennende Sonne …), das Dreigestirn der britischen Aufklärung und des aufkommenden Empirismus, aus und kommen zu Kant.

Immanuel Kant

Hier wieder die wichtigsten Textpassagen aus dem Buch zu Kant, mit denen diese kleine Reihe zu den wichtigsten Philosophen und ihren Lehren zu Ende gehen wird. Hegel, Marx, Darwin und Freud, denen Jostein Gaarder in „Sofies Welt“ ebenfalls jeweils ein Kapitel gewidmet hat, lasse ich diesmal links liegen. Diese Geister haben sich auf Teilgebiete der menschlichen Erkenntnis festgelegt, deren Ideen und Einsichten heute noch weitläufig diskutiert werden. Eine Beschäftigung mit ihnen sprengt den Rahmen dieser eher kleinen, aber – wie ich doch hoffe – lehrreichen und einfach ‚interessanten’ Einführung in die Gedankenwelt der Philosophie. Immanuel Kant, dessen „kategorische Imperativ“ vielen als Begriff geläufig ist (oft allerdings ohne zu wissen, was dieser bedeutet), hier als Abschluss und – in gewisser Hinsicht zutreffend: als Höhepunkt der Reise durch Sofies Welt der Philosophen:

Immanuel Kant wurde 1724 in der ostpreußischen Stadt Königsberg als Sohn eines Sattlers geboren. Er verbrachte hier fast sein ganzes Leben bis zu seinem Tod im Alter von achtzig Jahren. Er kam aus einem streng christlichen Zuhause. Seine christliche Überzeugung war deshalb auch eine wichtige Grundlage für seine Philosophie.

Wir erinnern uns, daß die Rationalisten meinten, die Grundlage aller menschlichen Erkenntnis liege im Bewußtsein des Menschen. Und wir wissen auch noch, daß die Empiriker alles Wissen über die Welt aus der Sinneserfahrung ableiten wollten.

… [Kant] meinte, alle hätten ein bisschen recht, aber fand auch, daß alle sich ein bißchen irrten. … Kant meinte, daß sowohl die Empfindungen als auch die Vernunft eine wichtige Rolle spielen, wenn wir die Welt erfahren.

Egal, was wir sehen, vor allem werden wir es als Phänomene in Zeit und Raum auffassen. Kant bezeichnete Zeit und Raum als die beiden ‚Formen der Anschauung’ des Menschen. Und er betont, daß diese beiden Formen in unserem Bewußtsein vor jeglicher Erfahrung kommen. Das bedeutet, daß wir, ehe wir etwas erfahren, wissen können, daß wir es als Phänomen in Zeit und Raum auffassen werden.

Kant erklärt, daß Zeit und Raum zum menschlichen Leben selber gehören. Zeit und Raum sind vor allem Eigenschaften unseres Bewußtseins und nicht Eigenschaften der Welt.

Das Bewußtsein des Menschen ist also keine passive ‚Tafel’, die nur Sinneseindrücke von außen registriert. Es ist eine kreativ formende Instanz. Das Bewußtsein selber trägt dazu bei, unsere Auffassung der Welt zu prägen. … So fügen sich auch die Sinneseindrücke nach unseren ‚Formen der Anschauung’.

Kant behauptet, daß sich nicht nur das Bewußtsein nach den Dingen richtet. Die Dinge richten sich auch nach dem Bewußtsein.

was wir nicht beweisen können, genau das betrachtet Kant als Eigenschaft der menschlichen Vernunft. Das Kausalgesetz gilt immer und absolut, einfach weil die menschliche Vernunft alles, was geschieht, als Verhältnis zwischen Ursache und Wirkung betrachtet.

Kant sagt …, daß wir nicht sicher wissen können, wie die Welt ‚an sich’ ist. Wir können nur wissen, wie die Welt ‚für mich’ ist – und also für alle Menschen. … Wie die Dinge ‚an sich’ sind, können wir nie ganz sicher erfahren. Wir können nur wissen, wie die Dinge sich für uns ‚zeigen’. Zum Ausgleich können wir ohne jede Erfahrung sagen, wie die Dinge von der menschlichen Vernunft aufgefaßt werden.

morgens kannst du nicht wissen, was du an diesem Tag sehen und erleben wirst. Aber du kannst wissen, daß du das, was du siehst und erlebst, als Ereignisse in Zeit und Raum auffassen wirst. Du kannst dir außerdem sicher sein, daß das Kausalgesetz gilt, einfach, weil du es als Teil deines Bewußtseins in dir trägst.

Kant glaubte, die absolute Gültigkeit der Naturgesetze beweisen zu können, indem er zeigte, daß wir in Wirklichkeit über Gesetze der menschlichen Erkenntnis reden.

Einerseits haben wir die äußeren Verhältnisse, über die wir nichts wissen können, ehe wir sie nicht empfunden haben. Wir können sie als Material der Erkenntnis bezeichnen. Andererseits haben wir die inneren Verhältnisse im Menschen selber – zum Beispiel, daß wir alles als Ereignisse in Zeit und Raum und außerdem als Prozesse betrachten, die einem unwandelbaren Kausalgesetz folgen. Das können wir als Form der Erkenntnis bezeichnen.

Kant wies auch darauf hin, daß es klare Grenzen dafür gibt, was Menschen überhaupt erkennen können.

Kant meinte, der Mensch könne über diese Fragen [ob der Mensch eine unsterbliche Seele hat; ob es einen Gott gibt usw.] niemals sicheres Wissen erlangen.

Kant meinte, gerade in … großen philosophischen Fragen operiere die Vernunft außerhalb der Grenzen dessen, was wir Menschen erkennen können. … wenn wir zum Beispiel fragen, ob der Weltraum endlich oder unendlich ist, dann stellen wir eine Frage nach einem Ganzen, von dem wir selber ein (winzig kleiner) Teil sind. Und dieses Ganze können wir niemals voll erkennen.

Ja, das Material für unsere Erkenntnis nehmen wir durch die Sinne auf, … Aber wenn wir uns fragen, woher die Welt stammt … dann kann sie [die Vernunft] nämlich kein Sinnesmaterial ‚bearbeiten’; sie hat keine Erfahrungen, an denen sie sich reiben kann.

Bei den großen Frage, die die Wirklichkeit im ganzen angehen, werden immer zwei genau entgegengesetzte Standpunkte gleich wahrscheinlich und gleich unwahrscheinlich sein.

Es ist genauso sinnvoll zu sagen, die Welt muß einen Anfang in der Zeit haben, wie zu sagen, daß sie keinen Anfang hat. Die Vernunft kann zwischen den beiden Möglichkeiten nicht entscheiden, weil sie sie beide nicht ‚fassen’ kann.

Und schließlich können wir mit unserer Vernunft auch nicht die Existenz Gottes beweisen. … Weder Vernunft noch Erfahrung haben eine sichere Grundlage für die Behauptung, daß es einen Gott gibt. … dort nämlich, wo unsere Erfahrung und unsere Vernunft nicht hinreichen. Genau diesen Raum kann der religiöse Glaube ausfüllen.

Kant hielt die Voraussetzung, daß der Mensch eine unsterbliche Seele hat, daß es einen Gott gibt und daß der Mensch einen freien Willen hat, für eine mehr oder weniger unerlässliche Voraussetzung der Moral des Menschen.

Er selbst bezeichnete den Glauben an eine unsterbliche Seele, ja, sogar an einen Gott und an den freien Willen des Menschen, als praktische Postulate. … Es ist moralisch notwendig, das Dasein Gottes anzunehmen, sagte er.

Wir können nicht erwarten, zu verstehen, was wir sind. Vielleicht können wir eine Blume … verstehen, aber niemals uns selber. Noch weniger können wir erwarten, das ganze Universum zu verstehen.

Kant hatte von Anfang an ganz stark den Eindruck, daß der Unterschied zwischen Recht und Unrecht mehr als nur eine Gefühlssache sein mußte. … Alle Menschen wissen, was Recht ist und was nicht, und wir wissen das nicht nur, weil wir es gelernt haben, sondern auch, weil es unserer Vernunft innewohnt. Kant glaubte, alle Menschen hätten eine praktische Vernunft, die uns jederzeit sagt, was im moralischen Bereich Recht ist und was Unrecht.

Alle Menschen fassen die Ereignisse in der Welt als ursächlich bestimmt auf – und alle haben auch Zugang zum selben universellen Moralgesetz. Dieses Moralgesetz hat dieselbe absolute Gültigkeit wie die physikalischen Naturgesetze.

Kant formuliert sein Moralgesetz als kategorischen Imperativ. Darunter versteht er, daß das Moralgesetz ‚kategorisch’ ist, das heißt, in allen Situationen gilt. Außerdem ist es ein ‚Imperativ’ und damit ein ‚Befehl’ und absolut unumgänglich.

Allerdings formuliert Kant seinen kategorischen Imperativ auf verschiedene Weise. Erstens sagt er, wir sollten immer so handeln, daß wir uns gleichzeitig wünschen können, die Regel, nach der wir handeln, würde allgemeines Gesetz. Wörtlich heißt es bei ihm: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Kant hat den kategorischen imperativ auch so formuliert, daß wir andere Menschen immer als Zweck an sich selbst und nicht bloß als Mittel zu etwas anderem behandeln sollen.

Wir dürfen andere Menschen also nicht ‚benutzen’, nur um selber Vorteile zu erlangen. … Wir dürfen uns selber auch nicht als Mittel benutzen, um etwas zu erreichen.

Kant hielt das Moralgesetz für ebenso absolut und allgemeingültig wie zum Beispiel das Kausalgesetz. Auch das läßt sich mit der Vernunft nicht beweisen und ist doch unumgänglich.

Ja, wenn Kant das Moralgesetz beschreibt, beschreibt er das menschliche Gewissen.

Nur wenn du etwas tust, weil du es für deine Pflicht hältst, dem Moralgesetz zu folgen, kannst du von einer moralischen Handlung sprechen. Kants Ethik wird deshalb oft als Pflichtethik bezeichnet.

Nicht die Konsequenzen einer Handlung sind entscheidend. Deshalb nennen wir Kants Ethik auch Gesinnungsethik.

nur, wenn wir selber wissen, daß wir aus Achtung vor dem Moralgesetz handeln, handeln wir in Freiheit.

Kant teilt die Menschheit in zwei Teile, … als empfindendes Wesen sind wir voll und ganz den unwandelbaren Kausalgesetzen ausgeliefert, meint Kant. Wir entscheiden ja nicht, was wir empfinden; die Empfindungen stellen sich notgedrungen ein und prägen uns

Als Sinnenwesen gehören wir ganz und gar der Ordnung der Natur an. …Aber als Vernunftwesen haben wir darüber hinaus Anteil an der Welt ‚an sich’ – also an der Welt, wie sie unabhängig von unseren Empfindungen ist. Nur wenn wir unserer ‚praktischen Vernunft’ folgen … haben wir einen freien Willen.

aus: Jostein Gaarder: Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie – S. 381-396 – Carl Hanser Verlag 1995

Kant hat sich vier Fragen gestellt und diese zu beantworten versucht, Fragen, die uns bis auf den heutigen Tag beschäftigen:
1. Was kann ich wissen? – In seiner Erkenntnistheorie
2. Was soll ich tun? – In seiner Ethik
3. Was darf ich hoffen? – In seiner Religionsphilosophie
4. Was ist der Mensch? – In seiner Anthropologie

Hier alle Beiträge zu Sofies Welt im Überblick:

Sofies Welt: Sokrates
Sofies Welt: Platon
Sofies Welt: Aristoteles
Sofies Welt: Descartes
Sofies Welt: Spinoza
Sofies Welt: Sartre

Besuch des KZ Auschwitz-Birkenau

An einem der letzten Tage des Polen-Besuchs meines Sohnes im Rahmen des Schüleraustauschs mit dem Lizeum in der Partnergemeinde von Tostedt, Lubaczów, besuchten die Schüler auch das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, dem größten deutschen Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus.

Auschwitz war ein Komplex aus mehreren deutschen Konzentrationslagern (KZ Auschwitz):
– das Stammlager Auschwitz I, siehe KZ Auschwitz I (Stammlager)
– das Vernichtungslager Birkenau oder Konzentrationslager Auschwitz II, siehe KZ Auschwitz-Birkenau
– das Konzentrationslager Monowitz oder Auschwitz III, siehe KZ Auschwitz III Monowitz

Hier einige Bilder von diesem Besuch in Auschwitz-Birkenau:

KZ Auschwitz-Birkenau - "Arbeit macht frei"

KZ Auschwitz-Birkenau - "Arbeit macht frei"

KZ Auschwitz-Birkenau - "Arbeit macht frei"

KZ Auschwitz-Birkenau - "Arbeit macht frei"

KZ Auschwitz-Birkenau

KZ Auschwitz-Birkenau - "Arbeit macht frei"

KZ Auschwitz-Birkenau - "Arbeit macht frei"

Bushs Erbe

Acht Jahre Bush sind mehr als genug. In dieser Zeit ist die Welt unsicher wie selten zuvor geworden, denn der Terror islamischer Fundamentalisten besteht nach wie vor. Der Kampf gegen die Achse des Bösen ist nichts anderes als ein Schlag ins Wasser. Seitdem George W. Bush Präsident der USA ist, ging es mit dem Land vor allem wirtschaftlich bergab. Die Staatsschulden schnellten in horrende Höhen. In Sachen Klimaschutz wurden durch die Bush-Administration missliebige Umweltberichte massiv unterdrückt. Und im Zusammenhang mit dem Hurrikan Katrina musste sich die Regierung Bush heftige Kritik gefallen lassen, weil die Hilfen zu zögerlich eingeleitet wurden.

In die Zeit der Regierung Bush fällt auch die schwere Kredit- und Bankenkrise, die sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirkt. Eines der letzten Amtshandlungen von Bushs Finanzminister Henry Paulson ist nun, sogenannte faule Kredite (Hypotheken für Wohn- und Geschäftsimmobilien sowie mit Hypotheken besicherte Wertpapiere, die ungedeckt sind) durch den Staat aufzukaufen, um die angeschlagenen Banken von diesen Lasten zu befreien. Dafür sollen 700-800 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt werden.

Wall Street - Heimat der weltweiten Bankenkrise

Ob damit allerdings die bestehende Finanzkrise wirklich überwunden werden kann, ist mehr als fraglich, da durch diese enorme Mehrverschuldung der US-amerikanische Staatshaushalt vollkommen aus dem Gleichgewicht kommen sollte. Aufgrund der mangelhaften Regulierung des Finanzmarktes haben Banken und Aktionäre bisher gutes Geld verdient. Jetzt, wo alles schief gegangen ist, muss wieder einmal der Steuerzahler einspringen.

Der neue US-Präsident, sei dieser nun John McCain oder Barack Obama, übernimmt eine schwere Hypothek – das Erbe George W. Bushs lässt sich leider nicht ausschlagen!

siehe auch das George Dabbeljuh Bush-Video

Nachtrag: Der einflussreiche Republikaner im Bankenausschuss des Senats, Richard Shelby, lehnte die jetzige Fassung des 700 Milliarden Dollar-Hilfspakets der Regierung ab und forderte die Prüfung von Alternativen. „Ich fürchte, dass der Vorschlag des Finanzministeriums weder durchführbar noch umfassend genug ist“, teilte Shelby mit. „Meiner Meinung nach wäre es dumm, riesige Summen an Steuergeldern an einer Idee zu verschwenden, die hastig zusammengeschustert wurde.“

Nebenbei macht der Ölpreis Purzelbäume. Und auch an der New Yorker Börse geht es auf und ab: Nachdem sich alle Indizes leicht erholt hatten, fielen sie inzwischen um mehr als drei Prozent zurück in den Keller.

Jethro Tull live 1996 in Santiago de Chile & 2000 in São Paulo, Brasilien

Sie sind wieder da, die Videos von den Konzerten vom 06.03.1996 im Estadio Chile von Santiago de Chile und vom 28.11.2000 in São Paulo/Brasilien.

Hier zunächst die gesamten Setlists von den beiden Konzerten:

Santiago de Chile 1996:

Roots to branches 06:06
Rare and Precious Chain 03:42

Thick as a Brick 05:13
In the Grip of Stronger Stuff 02:49
Dangerous Veils 05:33
Aqualung 09:30
Nothing is Easy 04:55
Bourree 03:58
In the Moneylender ’s Temple 03:45
My God 07:45
Locomotive Breath 06:39

São Paulo, Brasilien 2000:

Vorspann 01:00
For A Thousand Mothers 04:57
Nothing Is Easy 05:45
Thick As A Brick 09:22
Hunt By Numbers 04:45
Bourée 05:33
Beside Myself 06:58
The Water Carrier 06:07
The Habanero Reel 04:32

Songs From The Wood/Too Old To Rock’N’Roll…/Heavy Horses/Songs from the Wood 08:33
A New Day Yesterday (incl. flute solo) 06:12
Pibroch (inst.) 03:47
Hunting Girl – Handy 06:17
In The Grip Of Stronger Stuff 03:18
Flying Dutchman (intro)/My God – Rabbit 08:32

Passion Jig 02:01
Living In The Past 05:36
Locomotive Breath 06:21
Aquadiddley/Aqualung/Cross-Eyed Mary/Protect And Survive (inst.)/Cheerio 09:45

Von diesen beiden Konzerten habe ich nur die Lieder in jeweils eine Playlist (siehe unten) zusammengestellt, die bisher in keiner anderen Interpretation bei youtube vorliegen, d.h. Stücke wie „Locomotive Breath“ haben wir bereits x-mal gehört und gesehen, ich habe auf diese wohlweißlich verzichtet.


Jethro Tull live Santiago de Chile 06.03.1996


Jethro Tull live São Paulo, Brasilien 28.11.2000

„O’zapft is“!

Eigentlich müssten es die Bayern wissen: Zur Wies’n-Zeit gibt es für den FC Bayern München zu Hause öfter einmal paar Watsch’n:


FC Bayern München: Die Wies’n Pleiten 1966 – 2000

Gestern nun erlebten die Bayern gegen den SV Werder Bremen ihr Werderloo, wie ich irgendwo durchaus treffend las. Oder O’zapft is: Werder schenkt den Bayern ordentlich ein.

Dabei konnte man nach dem ersten Spieltag in der Champions League unter der Woche nach Werders magerem 0:0 gegen Anorthosis Famagusta zu Hause mit dieser Leistungssteigerung kaum rechnen.

Ein Sieg gegen die Bayern ist immer etwas Besonderes. Ob nun zur Oktoberfestzeit oder auch sonst. Da kann man für Werder nur hoffen, dass es auch gegen Mannschaften wie am Dienstag im DFB-Pokal gegen den FC Erzgebirge Aue und dann am kommenden Wochenende gegen die TSG Hoffenheim erfolgreich weitergeht.

Bilderserie bei zdf.de – FC Bayern: Die rot-weiße Ratlosigkeit

Wilfredo A.: Gegen Windmühlen kämpfen

Nachdem Kretakatze den Mut gefasst hat, uns einige Lieder vorzusingen, habe ich alte Musikkassetten hervorgeholt, entstaubt und teilweise digitalisiert (soweit das überhaupt noch ging), die u.a. Aufnahmen von mir aus grauer Vorzeit enthalten – nicht nur selber gesungen und gespielt, sondern auch noch mit Herzblut selbst verfasst.

Im Jahre 1980 hatte ich zum ersten Mal Miguel de Cervantes Saavedras „Don Quixote“ gelesen. Das Buch habe ich in drei Taschenbuchbänden, die insgesamt immerhin über 1300 Seiten ausmachen und liebevoll von Grandville illustriert wurden. Dieses Epos wurde (neben anderen Romanen von Bedeutung) zum Ausgangspunkt für mich zu einer kleinen Sammlung von Liedern.

Das hört sich hochtrabend an, ist es aber nicht. Es sind damals, eben im Jahre 1980, lediglich einige Lieder entstanden, die nur für meinen Privatgebrauch gedacht waren. Schon bald habe ich mich dann auch daran gemacht, sie mit einem 2-Spur-Tonbandgerät aufzunehmen. Der einfacheren Handhabung wegen habe ich die Aufnahmen dann auf Musikkassette überspielt. Die Tonbänder sind zwar noch vorhanden, das Tonbandgerät allerdings ist längst verschrottet worden.

Die erste Aufnahme von damals habe ich nun als Video bei youtube eingestellt. Um dem möglichen Betrachter und Zuhörer die Sorge, hierzu eine Bewertung oder gar einen Kommentar abgeben zu müssen, zu ersparen, habe ich Bewertungs- und Kommentarmöglichkeiten von vorn herein abgeklemmt. Man mag die Qualität entschuldigen (u.a. ist die Aufnahme etwas übersteuert). Aber genug der Vorrede:

Gegen Windmühlen kämpfen

Es ist schwer allein
Gegen Windmühlen zu kämpfen.
Es ist schwer allein
Seinen Weg zu finden.
Es ist schwer, unverstanden
in die Welt zu ziehen, einem Traume nach.
Es ist schwer, in fremden Landen
Träume zu bewahren, nur den Himmel als Dach.

Don Q., der einsame Ritter
Zog im schwersten Gewitter
allein mit Pferd und Knappen
Um den Kopf den feuchten Lappen
Der gegen die Hitze ihn kühle
Zog er los gegen die Mühle
Zog er alleine los, um gegen Windmühlen zu kämpfen.

Belächelt und für irre gehalten
Kämpfte er gegen unsichtbar‘ Gestalten.
Die Sonne brannte heiß
Auf den blanken Sand, wer weiß
Wo sein Ziel in der Ferne lag
Es lag in der Ferne, wer mag
schon gegen Windmühlen kämpfen, die sich im Winde drehen.

Aufgenommen am 03.04.1980 in Bremen


Willi singt: Gegen Windmühlen kämpfen

Altes „Neues“ von Jethro Tull (2)

Baader hörte Jethro Tull

RAF-Chef und Staatsfeind Nr. 1: Andreas Baaders Musikgeschmack war der von Millionen. In Stammheim hörte er Santana, Jethro Tull und Iron Butterfly; u.a. fand sich Jethro Tulls „Living in the Past“ in seiner Zelle.

Tull rappt

Schon einmal etwas vom Rapper RJD2 gehört? RJD2 meets Jethro Tull – und das als Video bei youtube. Das Ganze nennt sich dann Poorboy Lover Megamix. Damit das Original nicht ganz aus den Augen und Ohren verloren geht, bietet das Video auch noch dieses gleich als Nachschlag.

Foto von Erwin Reiseder

Es ist schon wieder einige Wochen her, da erreichte mich eine Mail mit einem Foto von Ian Anderson, das ein guter, alter Tull-Fan „beim ‚Ausmisten’ seiner Schubläden gefunden“ hat. Erwin, vielen Dank dafür:

Ian Anderson

Weitere Fotos aus Erwins Kamera sind übrigens auf meiner Jethro Tull-Bildchen-Seite zu betrachten.

Czesc, Polska!

Hallo, Polen! Vom 3. bis zum 13. September waren rd. 20 Schüler und Schülerinnen des Gymnasium Tostedt (u.a. mein Sohn Jan) zum Schüleraustausch in Polen und für eine Woche bei Gastfamilien von Schülern des Liceum ogólnoksztalcace im. Tadeusza Kosciuszki im Partnerschaftsort Lubaczów als Gäste untergebracht.

Hier einige erste Bilder von dieser Reise:

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) – Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Diese Bilder stammen von der Website des Lizeums in Lubaczów. Hier finden sich noch weitere Fotos und kurze Beschreibungen des Tagesgeschehens (allerdings auf Polnisch):

1. Tag (04.09.2008)

2. Tag (05.09.2008)

3. Tag (06.09.2008)

4. Tag (07.09.2008)

5. Tag (08.09.2008)

6. Tag (09.09.2008)

7. Tag (10.09.2008)

8. Tag (11.09.2008)

9. Tag (12.09.2008) u.a. Besuch in Auschwitz-Birkenau

Do widzenia! Auf Wiedersehen im Juni/Juli 2009 in Tostedt – und ein ganz besonderer Gruß und vielen Dank für die Gastfreundschaft von Jan an Piotr.

Siehe auch meinen Beitrag: Ab nach Polen

Martin Walser: Jagd

Nicht schon wieder Walser?! Doch, doch … Es gibt noch einige Bücher von Martin Walser, die ich bisher nicht gelesen habe, und das hole ich jetzt nach. So habe ich mir in diesen Tagen den kleinen Roman Jagd aus dem Jahre 1988 vorgeknöpft. In „Jagd“ beschreibt Walser einige Tage im Leben des Immobilienmaklers Gottlieb Zürn, der bereits im 1980 erschienenen Roman „Schwanensee“ im Mittelpunkt stand und in „Der Augenblick der Liebe“ 2004 nochmals der Held eines Romans (Walsers Zürn-Romane) wurde. Damit nicht genug: Gottlieb Zürn ist der Vetter von Xaver Zürn, dem Protagonisten aus „Seelenarbeit“ (1979), und er war der Vermieter einer Ferienwohnung an Helmut Halm und Frau in „Ein fliehendes Pferd“ (1978).

Allein diese Bezüge zu anderen Büchern von Walser machen diesen Roman interessant. Irgendwie will man wissen wie es ‚weitergeht’ oder, kommt man vom Roman „Der Augenblick der Liebe“ her wie ich, wie es ‚früher war’.

Der Buchtitel Jagd steht in diesem Werk sinnbildlich für die Darstellung der menschlichen Existenz als lebenslangem Kampf. Und so wechselt der Protagonist Gottlieb Zürn im Verlauf des öfteren die Rolle zwischen Jäger und Gejagtem. Übrigens: Das Wort Jagd und seine Variationen (Jäger, jagen) kommt achtmal vor (wenn ich richtig gezählt habe), obwohl der Roman selbst ja keinerlei Bezug zur ‚echten’ Jagd hat.

Nun worum geht es in diesem Buch? Es ist wieder ein Ehe- und Familienroman. Gottlieb Zürn hat seinen Immobilienmaklerjob weitestgehend seiner Frau übergeben. Er ist nur noch für Akquisitionen zuständig – für Werbung und das Heranschaffen von Immobilien. Nebenbei schreibt er Gedichte, die er unter dem Titel „Achillesverse“ zusammenfasst. Man erkennt sehr bald: Zürn fühlt sich schwach, der Konkurrenz unterlegen und der Umwelt ausgeliefert. Er erkennt bei der Konkurrenz „die vielbödige Hinterhältigkeit des höher gebildeten Normalmenschen …“ (S. 128 – suhrkamp taschenbuch 1785 – 3. Auflage 2002). „Gute Manieren sind ein Ausdruck schlechten Gewissens.“ (S. 135). Nicht nur im Geschäftlichen bahnt sich Ärger an, auch zu Hause – als seine ältere Tochter wegläuft. Die Jagd beginnt. Die Jagd hinter seiner Tochter, die Jagd nach Frauen, wobei Zürn selbst eher der Gejagte ist. Am Ende kommt alles wieder ins Lot – wie so oft bei Walser; man glaubt es kaum.