Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Wenn ich nicht mehr weiter weiß …

… bild‘ ich einen Arbeitskreis! Oder besuche einen Lehrgang in der Hoffnung, dort die Infos zu bekommen, die mir für meine Arbeit fehlen. Ich könnte auf der Arbeit natürlich auch ein schlaues Buch lesen. Nur komme ich nicht dazu, weil ich, wie auch sonst in meiner Arbeit, ständig unterbrochen werde; z.B. weil gerade ein Arbeitskreis einberufen wurde. …

Arbeitskreis

Diese Woche nun bin ich auf Lehrgang – eine ganze Woche lang. Es geht um Datenbanken, ihre Einrichtung, Verwaltung und was sonst noch dazu gehört. Ist schon ziemlich aufwendig – das Ganze. Eigentlich will ich nur wissen, wie man die Daten von einer alten Datenbankversion in die neuester Version migriert, wie man das nennt (ich nenne das auch ‚Schaufeln‘, also wie man die Daten von einer Version in die andere ’schaufelt‘). Naturlich kommt das nur am Rande des Lehrgangs vor, und auch erst am Schluss. Und wenn ich Pech habe, dann kommt das gar nicht dran, weil der Kurs früher zu Ende ist, als das Thema drankommt. So könnte ich vielleicht die Pausen zwischen den Lehrgangsstunden nutzen, um den Dozenten schon einmal die eine oder andere Frage zu stellen. Aber der ist damit beschäftigt, einen der Rechner meiner Lehrgangskollegen (oder auch meinen) wieder in Gang zu setzten, nachdem dieser abgestützt ist (ich nenne das auch ‚Abkacken‘).

Wie auch immer: Am Ende des Lehrgangs bin ich genauso schlau wie zuvor, vielleicht etwas schlauer. Aber da ich das neue Wissen eigentlich nicht brauche, so vergesse ich es schnell auch wieder. Nächstes Mal: Statt Lehrgang bilde ich dann doch lieber einen Arbeitskreis!

Herbie Mann: Memphis Underground

Was Ian Anderson für die Rockmusik ist, das war Herbie Mann für den Jazz: beide brachten ihrer Musik die Flötentöne bei. Das sich beide im Alter ziemlich ähnlich sehen/sahen – ich hatte schon einmal darüber berichtet. Bin ich nun durch Herbie Mann zu Jethro Tull, der Band von Ian Anderson gekommen – oder umgekehrt? Letzteres wohl, denn als ich Herrn Anderson mit seinen Mannen Ende 1968 im Fernsehen sah, da war es um mich (musikalisch) geschehen. Just in dieser Zeit spielte Herbie Mann (am 21. August 1968 – so zusagen: in einem Rutsch) sein legendäres „Memphis Underground“-Album ein – wohl eines der meist verkauftesten Jazz-Alben aller Zeiten. Und Jahre später findet sich das Titelstück (auf einer „Best of …“-LP) bei mir im Plattenschrank wieder. Neben Herbie Mann auf der Flöte sind es zwei Musiker, die sich auf diesem Stück durch eigene Soli hervortun, zunächst Larry Coryell auf der Gitarre, dann Roy Ayers auf den Vibes, wie man das Vibraphon lässig in Amerika benennt. Gerade Larry Coryell, der ein Grenzgänger zwischen Jazz und Rockmusik ist, begegnete mir später noch öfter, u.a. spielte er mit Jack Bruce und John Mclaughlin, den wir vom Mahavishnu Orchestra her kennen. Mit letzterem und dem Flamencogitarristen Paco de Lucia bildete Coryell 1979 ein Trio – sein Nachfolger wurde dann Al Di Meola, der wiederum mit Ian Anderson zusammenspielte (im „Soulmates“-Projekt von Leslie Mandoki). So schließt sich der Kreis?! Aber genug der Ausschweifungen …

Herbie Mann

Da ich gerade dabei bin, meine alte LP-Sammlung Stück für Stück zu digitalisieren, so war am letzten Wochenende das besagte „Best of…“-Album von Herbie Mann dran. Hier der Jazz-Klassiker zum Lauschen für Euch:


Herbie Mann: Memphis Underground

The Johnstons: Ye Jacobites by Name

Während der 18. Jahrhundert erlebte Schottland, wie andere europäische Länder auch, eine tiefgehende wirtschaftliche, gesellschaftliche, religiöse und politische Revolution: Er verwandelte sich von einem Agrar- in einen Industriestaat, und von einem unabhängigen Staat faktisch in eine Provinz Englands: Das alte System wurde vor allem von den kriegerischen Stämmen des Hochlands und den Großgrundbesitzern verteidigt – Vorkämpfer der neuen Ordnung waren z.B. die protestantischen Bürger der Städte im Flachland, die vom Wirtschaftswachstum, das der Kapitalismus brachte, profitierten.

Das überholte Feudalsystem wurde repräsentiert durch die „Jacobites“, die Anhänger des katholischen Königs James (= Jacob), der 1688 vertrieben worden war, und seiner Nachkommen, die weiterhin Anspruch auf den Thron erhoben.

Jacobites

Gegen sie richtet sich dieses Lied, das den nüchternen Pragmatismus einer neuen Zeit ausdrückt: Das aufstrebende Bürgertum hat keine Lust, sich in die feudalen Fehden der untergehenden Klasse zu verstricken, und zerreißt ihre Ideologie.

Ye Jacobites by name, lend an ear, lend an ear,
Ye Jacobites by name, lend an ear;
Ye Jacobites by name, your faults I will proclaim
Your doctrines I must blame,
You shall hear, you shall hear,
Your doctrines I must blame, you shall hear.

Hier eine Interpretation der irischen Gruppe The Johnstons, aus deren Dunstkreis Paul Brady ‚erstand‘, einem Musiker, der auch zu meinen musikalischen Lieblingen gehört. Ich muss gestehen: Den ich etwas aus den Augen verloren habe. Aber so findet man sich wieder (später sicherlich etwas mehr zu Paul Brady).


The Johnstons: Ye Jacobites by Name

Jethro Tull: Tampa Stadium 31.07.1976 Konzertvideos

Am 31. Juli 1976 spielte Jethro Tull im Tampa Stadium zu Tampa/Florida in den USA. Von diesem Konzert gibt es einen Mitschnitt unter dem Namen TullaVision, der vor einem Jahr von Tull-Fans als DVD auf den ‚Markt‘ gekommen ist. Ich berichtete darüber. Leider fehlt die 2. Hälfte des Konzertes. Ich hoffe, dass diese eines Tages in gleicher Frische allen Tull-Fans zugängig gemacht wird.

Tullavision 1976: Jethro Tull live 1976 in Tampa/Florida

Aber immerhin der erste Teil, der gleich mit mehreren Highlights daherkommt: Für mich an erster Stelle „Minstrel in the Gallery“, dann natürlich „Thick as a Brick“, auch „Wond’rinmg Aloud“. Insgesamt habe ich die DVD in zehn Teile seziert und wer mag, kann sich diese bei youtube.com anschauen.

CCS (Collective Consciousness Society): Living in the Past

Es ist sicherlich ein Kriterium für den Bekanntheits- und vorallem Beliebtheitsgrad einer Band, wie oft sie „gecovert“ wird. Wenn ich selbst Musiker bin und eine Vorliebe für eine bestimmte Gruppe habe, so kommt immer einmal der Zeitpunkt, an dem ich mir überlege, eines der Stücke dieser Band nachzuspielen.

Im Jahre 1970 gab es eine Band namens CCS, die u.a. von Alexis Korner, dem Mentor des weißen Blues, gegründet wurde. Die Band zeichnete sich als Brass-Bigband aus – mit Bläsersätzen, die vorwiegend von John Cameron arrangiert wurden. Die Veröffentlichungen waren sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland überraschend erfolgreich. Gleich auf der ersten Scheibe aus dem Jahre 1970 findet sich auch eine Cover-Version von Jethro Tulls „Living in the Past“.

CCS: CCS

Damit dürfte diese Version das erste von bekannter Hand eingespielte gecoverte Jethro Tull-Stück sein, das ich kenne. Es ist eine reine Instrumentalversion und ganz im Stile von CCS angelegt:


CCS: Living in the Past (Jethro Tull)

Eine alte Tante wird quicklebendig

Zwar ist es nicht das erste Mal, dass die BBC, von den Briten mehr oder weniger zärtlich als altes Tantchen bezeichnet, einer Internetplattform Ausschnitte der eigenen Formate überlässt – BBC Worldwide arbeitet schon seit längerer Zeit mit Yahoo zusammen -, aber einige Aspekte des YouTube-Abkommens sind neu und bemerkenswert: Zunächst ist da die Tatsache, dass YouTube eigens drei BBC-Kanäle einrichtet. Youtube.com/bbc und youtube.com/bbcworldwide sind bereits online, ein Newskanal soll im Lauf des Jahres hinzukommen. Die BBC hat also von nun an neben der eigenen Webpräsenz permanente Standorte auf einer anderen Internet-Plattform.

Sind Schaaf und Allofs noch die Richtigen?

Der Fall HSV mit Thomas Doll zeigt es auf: Da hat ein Trainer Erfolg mit seiner Mannschaft. Aber plötzlich läuft nichts mehr, woran es auch immer liegen mag (Ist die Mannschaft zu ’satt‘?). Der Trainer spricht noch beschwichtigende Worte. Mit der Zeit glaubt ihm bloß keiner mehr. Und kaum ist ein neuer Trainer da: Schon läuft es wieder …

Der Fußball-Bundesligist Werder Bremen war lange auf der Erfolgsspur. Aber kaum in die Rückrunde der aktuellen Saison gestartet, kommt Sand ins Getriebe. Der Ursachen gibt es bestimmt viele und der Fragen, z.B.: ist Thomas Schaaf noch der richtige Trainer?! Aber auch: Führt Klaus Allofs seine Geschäfte weiterhin richtig?!

Zu Thomas Schaaf: Warum hält er weiterhin unbeirrt an Miroslav Klose fest, obwohl dieser seit vielen Wochen nur noch ein Schatten seiner selbst ist? Eine Auszeit für etwa zwei Wochen täte Klose gut.

Klasnic - die 17 Klasnic - die 17
Demonstration für Ivan Klasnic

Zu Klaus Allofs: Warum diese Querelen um Ivan Klasnic? Sicherlich ist dieser nicht ganz unschuldig (Anekdote am Rande: Früher kam Klasnic ohne Berater, dafür mit Taschenrechner zu Vertragsverhandlung). Aber muss Allofs den entnervten Managertyp spielen?! Einer schnellen vertraglichen Einigung sollte doch nichts im Wege stehen. Klasnic mit seiner schweren Erkrankung hätte Ruhe und könnte sich ganz seiner Genesung widmen. Und so lange Klasnic krank ist, bezahlt die Berufsgenossenschaft und nicht der Verein.

Und zu Schaaf und Allofs gemeinsam: Warum konnte der jetzt bei Mainz 05 wieder so erfolgreiche Mohamed Zidan nicht besser in die Mannschaft integriert werden?

Das 1:1 in München am Sonntag war mehr als schmeichelhaft. Wer Meisterschaftsambitionen hat, der muss mehr in die Waagschale legen. Ein Weg aus der Krise sieht anders aus.

Lyambiko: Inner Sense – Look into the Sun

Im Internet bin ich der Sängerin Lyambiko und ihrer Band schon öfter begegnet. Ende Februar veröffentlichte sie nun ein neues Album: Inner Sense und geht damit auf Deutschland-Tour. Lyambikos musikalische Heimat ist der Jazz – und anzusiedeln ist sie irgendwo zwischen Norah Jones und Diana Krall. Ihre Stimme hat viel Power und gefällt mir als solches schon sehr gut. Allerdings stehe ich insgesamt nicht so sehr auf die Musik. Warum ich Lyambiko & Band hier trotzdem erwähne? Nun es geht um mindestens eines der Lieder, die die Sängerin auf der neuen CD interpretiert: „Look into the Sun“ von Jethro Tulls „Stand Up“-Album (und für alle Queens-Fans interessant: „Somebody To Love“). Man mag von der Musik halten, was man will, die Interpretation von „Look into the Sun“, ein Lied, das mir in der Originalfassung schon sehr gut gefällt, finde ich in dieser Interpretation (im Stile des Modern Jazz) wirklich hörenswert.

Lyambiko: Inner Sense


Lyambiko: Look into the Sun

Mit musicload.de – bestens ‚bedient‘

Ich will mich hier nicht über Verschlüsselung, digitalen Wasserzeichen und der analogen Lücke (die Möglichkeit, Analogkopien hochwertig zu redigitalisieren und ungeschützt weiterzuverbreiten) auslassen. Ich wollte eigentlich nur im Internet, also online, ein bestimmtes Musikstück kaufen, weil ich kein Interesse habe, mir die ganze CD für rd. 15 € zuzulegen. So landet man als unbedarfter Musikinteressent fast automatisch bei musicload.de, einer Tochter oder sonstigen Anverwandten von t-online. Ich wurde dort auch gleich fündig, meldete mich ordnungsgemäß an und wollte nun das gute Musikstück kaufen und herunterladen. Noch bevor ich die Musikdatei heruntergeladen geschweige gekauft hatte, wollte mir musicload.de ein so genanntes Add-on für DRM unterjubeln. Nun ist mein Webbrowser so konfiguriert, wie man das wohl nennt, um nicht jeden Scheiß automatisch durchhuschen zu lassen. Natürlich ist mir schon bewußt, dass ich ohne DRM, also dem digitalen Rechtemanagement, nicht viel weiterkomme, wenn ich mir Musikstücke aus dem Netz herunterladen. Aber warum muss mir musicload.de das von hintenherum unterjubeln, ohne dass ich möglichst etwas davon mitbekomme. Noch fühle ich mich als mündigen Bürger, der sich gern aufklären lässt und dann von sich aus entscheidet, ob er etwas will oder nicht. Ich wollte nicht. Und als ich noch zum Überfluss den Musicload Manager herunterladen sollte, der sich mit seinen über 60 MB Größe als Komplettpaket „t-online 6.0“ entpuppte, da trat ich den Rückzug an, sprich: ich meldete mich umgehend ab und werde wohl so schnell kein Kunde von musicload.de respektive t-online, telekom oder wie dieser ganze überteuerte Familienverbund heißt, werden.

musicload.de - ohne mich

Was bei musicload.de als WMA (Windows Media Audio-Datei) bei einer Bitrate von 128 kbit/s 1 € 29 kosten sollte, bekam ich dann anderweitig mit einer Bitrate von 192 kbit/s für 99 Cent. Nun aber zum DRM, einer Art Lizenzmanagement für meine erworbene Musikdatei. Immerhin darf ich das gute Musikstück unbegrenzt hören, was ich in gewisser Hinsicht bezweifle. Denn mit der erworbenen WMA-Datei komme ich nicht viel weiter. Erstens kann ich diese nur mit den Windows Media Player von Microsoft abspielen. Beim ersten Aufruf werden in einem Verzeichnis „Lizenzsicherung“ Dateien gespeichert. Aber dann kann es losgehen. Sollte es zumindest.

Als ich den ersten Aufruf der Musikdatei mit dem Windows Media Player wagte, kam lediglich eine Meldung, dass ich ein Sicherungsupdate herunterladen müsste, was ich dann auch gern hätte machen wollen. Nur es passierte nichts. Hilfreiche Hilfen halfen mir auch nicht weiter. Ich hatte in den Optionen unter Datenschutz die Häkchen an der richtigen Stelle gesetzt. Nun ich konnte mir auf andere Weise (dank eines anderen Rechners) helfen. Was macht aber jener, der mehr oder weniger Laie ist und nicht weiterkommt …. Gute Frage?!

Was das ganze DRM am Ende soll, ist zudem fraglich. Mit dem Windows Media Player kann ich z.B. meine käuflich erworbenen Musikdatei als Audio-CD brennen (ohne Kopierschutz) und diese wieder mit „Von CD kopieren“ in den Ausgangszustand – allerdings ohne DRM – zurückholen.