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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Nazi-Konzert in Tostedt

Wenn man einen schlechten Ruf hat, so wie Tostedt als Nazi-Hochburg gilt, dann kann man dagegen nicht viel tun. Aber gerade auch in Tostedt gibt es Bürgerinitiativen, die sich gegen rechte Gewalt wenden, z.B. das Forum für Zivilcourage.

Gegen scheinbar spontane „rechte Aufläufe“ ist man dann aber wieder machtlos. Am letzten Samstag fand ein RechtsRock-Konzert in Tostedt statt. Dieses Konzert war wohl zunächst als Grillfeier angekündigt und sollte in der Gegend um Gifhorn stattfinden. Auf Grund des schlechten Wetters wurde es dann nach Tostedt verlegt. Als Räumlichkeit fand man eine Gaststätte im Tostedter Bahnhofsgebäude. Dort gab es bereits im Januar 2005 ein ähnliches Konzert.

siehe weitere Infos

Irgendwie zieht es Anhänger der Nazi-Szene immer wieder nach Tostedt. Merken die nicht, dass sie hier nicht willkommen sind? Aber wo sind die das schon …

Noch 19 Tage bis zur Fußball-WM 2006

Jetzt gilt alles nur noch der Vorbereitung auf die WM. Die Fußball-Saison 2005/06 ist mit dem Finale in der Champions League beendet. Und da hatte Jens Lehmann, die neue Numero Eins im deutschen Tor mit seinem Fehlgriff, die ihn die rote Karte einbrachte, nicht viel Glück. Allerdings war die Schiedsrichterentscheidung auch äußerst fragwürdig, denn immerhin wurde Barca ein Tor verwehrt; eine gelbe Karte hätte es dann auch getan. Bemerkenswert, wieviel Trost aus der Ferne (auch von Kahn) dem guten Lehmann zugesprochen wurde …

Klinsmann hat bereits im Vorfeld mit seiner Nominierung der Spieler für einigen Wirbel gesorgt. Die Nichtberücksichtigung von Fabian Ernst und Kevin Kuranyi (beide Schalke), aber auch von Patrick Owomoyela (Werder Bremen), der zuvor ins Fadenkreuz unbelernbarer Neo-Nazis gekommen war, sorgte für einigen Wirbel. Immerhin sind es dann doch noch drei Spieler von Werder Bremen (Torsten Frings, Tim Borowski und natürlich Miroslv Klose), die in die engere Wahl ‚unseres‘ Bundestrainers gekommen sind.

Training mit Klinsmann

Nun konzentriert man sich ganz und gar auf den Start der WM am Freitag, den 9. Juni, mit dem Spiel gegen Costa Rica in München (Anstoß: 18 Uhr). Der verletzte Philipp Lahm ist bereits zur Mannschaft zurückgekehrt. Nach einer Erholungspause auf Sardinien traf das Nationalteam heute in ihr Trainingslager in Genf ein.

Bis zum 30. Mai hält sich die Auswahl von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in der Schweiz auf. Täglich sollen zwei Trainingseinheiten absolviert werden. Diese Phase wird lediglich durch das Länderspiel am 27. Mai in Freiburg gegen Luxemburg unterbrochen. Als weitere Tests vor dem Eröffnungsspiel sind die Begegnungen am 30. Mai in Leverkusen gegen Japan und am 2. Juni in Mönchengladbach gegen Kolumbien geplant.

Am 5. Juni wird der DFB-Tross dann sein endgültiges WM-Quartier im Berliner Schlosshotel im Grunewald beziehen. Die DFB-Auswahl trifft in der WM-Vorrundengruppe A neben Costa Rica auf Polen und Ecuador.

Typisch deutsch: Verharmlosung des Fremdenhasses

Sicherlich war die Reisewarnung für Farbige anlässlich der nahenden Fußball-WM in Deutschland durch den Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye das, was man hier im Norden Deutschlands als ’starken Tobak‘ bezeichnet. Aber eigentlich erstaunlich ist, wie viele der typisch deutschen Politiker typisch deutsch reagierten: Es geht ihnen um den ‚guten Ruf‘ Deutschlands und nicht um den Schutz der ausländischen Mitbürger und Besucher vor Übergriffen. Also wird verharmlost und von Einzeltaten weniger Verblendeter gesprochen.

Aber, Herr Schäuble, wie passt es dann zusammen, wenn Sie am Montag Ihren Verfassungsschutzbericht vorstellen werden, der u.a. davon kündet, dass die Zahl der zu Gewalt bereiten Neonazis weiterhin gestiegen ist? Und gerade in der Jugendszene wächst die Zahl der Anhänger. Die Verunglimpfung der deutschen Nationalspieler afrikanischer Herkunft (Asamoah, Owomoyela) durch die NPD ist nur ein Indiz dafür, dass Menschen anderer Hautfarbe in Deutschland mit Übergriffen rechnen müssen – gerade in bestimmten Gegenden, dort wo die Rechtsaußen durch die bestehenden sozialen Missstände (z.B. hohe Jugendarbeitslosigkeit) besonders viel Zulauf haben.

Es kann nur gelten, gegen Rechts anzugehen. Wenn es die Politiker nicht schaffen (oder nicht schaffen wollen), dann müssen wir es, die Normalbürger, tun. Soviel sei gesagt: Mir und meiner Familie sind alle Besucher zur WM 2006 willkommen, welche Hautfarbe sie auch haben mögen – außer: Hooligans, welcher Coleur auch immer, die nicht aus Freude am Spiel, sondern aus ‚Spaß‘ an der Gewalt anreisen. Ihr bleibt besser zu Hause …

siehe auch mein Beitrag: Kein(en) Bock auf Neo-Nazis

Angelas Steuerrundschlag

Frau Merkel hat bereits einen Antrag gestellt, als 51. Staat in die Staatengemeinschaft der USA aufgenommen zu werden. Dazu muss sie zunächst die Bemühungen forcieren, ‚amerikanische Verhältnisse‘ in Deutschland zu schaffen. Einen großen Schritt wird man mit der neuen Steuerreform erreichen, die mit Sicherheit dazu beiträgt, den Mittelstand in Deutschland weiter zu zerschlagen. Im oberen (‚Die Reichen‘) und vor allem im unteren Bereich (‚Die Armen‘, also Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger) unserer Gesellschaft hat man sich bereits den amerikanischen Gegebenheiten angeglichen.

So wie Frau Merkel so werden auch wir bald dicke Backen machen. Viel ist es nicht, was der guten Frau seit ihrem Amtsantritt eingefallen ist. Uns wird bald auch nichts mehr einfallen – zu Frau Merkel und ihren Herren!

Focus: Sylvia

Als alter Fan von Jethro Tull hat man immer ein offenes Ohr für artverwandte Klänge. Anfang der 70-er Jahre war es die Zeit für den so genannten Progressive Rock, dem man auch Ian Anderson und seine Mannen zurechnet. Aus Holland kam zu jeder Zeit eine Gruppe namens Focus, die selbst in Großbritannien und den USA Erfolge feierte (Jan Akkerman, der Gitarrist, wurde 1973 z.B. vom Melody Maker als weltbester Gitarrist gekürt).

Neben Jan Akkerman war es vorallem der Organist und Flötist (sic!) Thijs van Leer, der den Ton angab. Die Mitmusiker dageben wechselten öfter. So spielte 1972 Pierre van der Linden an den Trommeln und Bert Ruiter den Bass.

Focus 1972
Bert Ruiter – Thijs van Leer – Jan Akkerman – Pierre van der Linden

Die Musik von Focus war meist instrumental. Die menschliche Stimme wurde wie ein Musikinstrument eingesetzt wie z.B. in dem Stück Hocus Pocus, dem Jodeln von Thijs van Leer. Typisch für Focus wie den meisten Gruppen des Progressive Rock waren die suitenartigen, sogar sinfonischen Konzept-Stücke, die mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen angereichtert wurden. Von dem Album Focus III aus dem Jahre 1972 sticht neben dem Stück „Round Goes the Gossip“ das Stück „Sylvia“ hervor, das ich hiermit dem Unkundigen vorstellen möchte:

AlbinZ auf Reisen

Es dauert nicht mehr lang, dann werden wieder die Koffer gepackt, um in den Urlaub zu fahren. Lang genug hat man geschuftet und gespart: Endlich kann man dem Alltag entfliehen und auf Reise gehen. Mit meinen Lieben war ich in den letzten Jahren natürlich auch oft unterwegs, um neue Länder, Landschaften und Menschen kennenzulernen. Gerade für Kinder finde ich es wichtig, wenn sie von Mal zu Mal aus ihrer gewohnten Umgebung herauskommen, um zu sehen, dass die Welt aus ‚mehr‘ als dem Bekannten besteht. Ich kann mich noch sehr gut an Reisen in meiner Kindheit erinnern und ‚zehre‘ gewissernmaßen noch heute von den Erinnerungen. Neben diesen bleiben natürlich Fotos, Videoaufnahmen und vielleicht kleine Reisetagebücher (ich kann nur empfehlen, schriftliche Aufzeichnungen zu führen), mit denen man auch später noch einmal ‚auf Reise‘ gehen kann.

Hier nun einige Links auf unsere Urlaubsreisen – u.a. auch mit Infos, auf jeden Fall vielen Bildern – und auch Videoaufnahmen von Land und Leuten. Dem einen mögen diese Seiten fehlende Auskünfte geben, dem anderen Anregungen für spätere Reisen. Viel Spaß!

Familie Albin auf Reisen
Urlaub 1990 Island
London-Reise 1996 (ich mit Sohn Jan)
Urlaub 1997 im Zillertal
Abschied von Torre del Mar/Spanien 1998/99
Tunesien 2000: Durch die Wüste
Urlaub Sizilien 2000
Urlaub 2001: Kalabrien und Äolische Inseln
Urlaub 2002: Grainau/Oberbayern (Zugspitze)
Urlaub 2004: Helgoland
Urlaub 2005: Schottland

Brötchen beim Bäcker

Heute bekam ich ein Schreiben von Kabel Deutschland, denn wir haben Fernsehen per Kabelanschluss. Gespannt öffnete ich den Umschlag, um zu gucken, welche tollen neue Sender man mir jetzt anbietet. Aber weit gefehlt: Es war ein Finanztipp, dank dessen ich günstig an Extra-Bargeld kommen könne. Kabel Deutschland ist also neuerdings auch eine Bank …

Brötchen kaufe ich gewöhnlich beim Bäcker, so wie ich mir die Haare beim Friseur schneiden lasse. Oder war das umgekehrt? Kann ich nicht neuerdings beim Friseur auch Brötchen kaufen (neben dem Kerngeschäft – wie man das wohl nennt) und Elektrogeräte, speziell Rechner, beim Lebensmitteldiscounter? Irgendwie war da einmal etwas mit Karstadt (genauer der KarstadtQuelle AG), die meinten, über ihr eigentliches Kerngeschäft (Waren- und Versandhaushandel) hinaus in artfremde Märkte (Touristikbranche, Fernsehsender) einsteigen zu können – und die dann kurz vor der Pleite standen.

Schuster bleib bei deinen Leisten – wie sehr sollte das allgemein gültig sein. Denn z.B. Fisch vom Schuster, der schmeckt bestimmt ledernd. Übrigens: Es ist nicht Kabel Deutschland, die mir Geld anbietet, sondern ein so genannter Kooperationspartner. Schlimm genug!

Muttertag

Heute ist Muttertag. An jedem 2. Sonntag im Mai ehrt man und Kind mit Blumen und anderen kleineren Präsenten seine Mutter. Wie so vieles kommt dieser Feiertag, der
in Deutschland allerdings kein offizieller Feiertag ist (aus gutem Grund, wie sich später zeigen wird), aus den USA, wo er vor knapp 100 Jahren ins Leben berufen wurde. Anfang der 20-er Jahre war es dann der „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“, der dafür sorgte, das der Muttertag auch in Deutschland populär wurde.

Während der Muttertag im konservativ-nationalistisch gesinnten Bürgertum Anklang fand, wurde im Jahre 1910 durch die 2.Internationale sozialistische Frauenkonferenz der Internationale Frauentag eingeführt. Seit 1911 wird der 8. März als internationaler Frauentag in der revolutionären Frauenbewegung als Tag des Kampfes für die Rechte der Frauen, begangen und gefeiert – bis heute.

Der Muttertag dagegen entsprach dem konservativen Frauenbild. Die sprichwörtliche Opferbereitschaft der Frauen sollte gewürdigt werden. Besonders zu Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland kam dem Muttertag besondere Bedeutung zu und wurde durch „“Mütterehrungsfeiern“ und die Verleihungen von Mutterkreuzen erweitert.

Nun, ich will hier den Muttertag nicht an den Pranger stellen. Ich denke sogar, dass man sowohl Mutter- als auch Frauentag feiern kann. Aber des Missbrauchs eines solchen Feiertages sollte man sich schon bewusst werden. In diesem Sinne:

Alles Gute allen Müttern zum heutigen Muttertag!

Werder im Ziel (34. Spieltag BL 2005/06)

Wieder ist eine Saison in der Fußballbundesliga zu Ende gegangen. Und durch einen harterkämpften 2:1-Sieg beim HSV in Hamburg hat es Werder Bremen tatsächlich noch geschafft, sich direkt für die Champions League zu qualifizieren. Vor Wochen hätte man damit nicht rechnen können, dass Werder noch Vizemeister wird. Jetzt hat man den HSV auf den 3. Platz verwiesen.

Miroslav Klose, Werders Goalgetter

Bayern München als „eine Nummer für sich“ zu bezeichnen, halte ich trotz Doppel-Double reichlich übertrieben. Den bestern Sturm in der Bundesliga (und auch die beste Tordifferenz) hat Werder aufzuweisen. Miroslav Klose ist mit 25 Treffern eindeutig Torschützenkönig geworden, obwohl er durch zwei schwere Verletzungen längere Zeit pausieren musste. Und auch Klasnic (Platz 6 mit 15 Treffern) und Borowski (Platz 16 mit 10 Toren) finden sich ganz oben in der Torschützenliste. Valdez (9 Tore) und Micoud (8 Treffer) will ich nicht vergessen.

Wäre man nach dem unglücklichen Ausscheiden im Achtelfinale der Champions League nicht ins Staucheln geraten, dann hätte Werder auch bei der Vergabe der Meisterschaft ein gewichtigeres Wort mitreden können. Bayern hat alles andere als geglänzt.

In 27 Tage beginnt nun also die Weltmeisterschaft. Und wenn Miroslav Klose seine Form bis dahin nur halbwegs halten kann, dann könnte die deutsche Mannschaft entgegen meinen bisherigen Prognose vielleicht doch weiterkommen als über die Vorrunde hinaus. Lassen wir uns alle überraschen.

Für die nächste Saison steht eines auf jeden Fall fest: Alle werden die Bayern jagen! Es wird mit Sicherheit spannender werden.

Freitag ist Selbstmord-Tag

In Hamburg wird der Freitag so langsam zum öffentlichen Selbstmord-Tag. Letzten Freitag kurz vor 13 Uhr lief ein potenzieller Selbstmörder zwischen Hamburg Hbf. und Hamburg-Harburg über die Schienen der DB  (Deutschen Bahn AG) und blockerte längere Zeit den S-Bahn- und eigentlichen Zugverkehr für längere Zeit. Und heute das Gleiche zur gleichen Zeit, nur diesmal im Gleisdreieck Hamburger Hbf., Berliner Tor und Hammerbrock. Da ich von Sternschanze fahre, konnte ich nicht die S-Bahn nehmen, sondern musste umständlich mit der U-Bahn über Landungsbrücken fahren. Und da viele, die eigentlich mit der S-Bahn nach Harburg wollten, jetzt den Zug benutzten, war dieser natürlich brechend voll.

Liebe Selbstmörder, warum wollt ihr es immer am Freitag tun, zu einer Zeit, da ich unterwegs bin? Warum sich schmerzvoll von einem Zug überrollen lassen? Kauft euch eine Pistole oder erhängt euch: Und wenn es schon spektakulär sein muss, dann springt doch von der Köhlbrand-Brücke. Da habt ihr noch einige Augenblicke des freien Falls, Zeit, um euch euer bisher unnützes Leben vor dem geistigen Auge vorbeiziehen zu lassen.

Selbstmord Köhlbrand-Brücke Hamburg
Selbstmord durch Erhängen Köhlbrand-Brücke Hamburg

Wenn ’s denn doch der Zug sein muss, dann fahrt doch mit der letzten Regionalbahn RB 24436 abends um 23 Uhr 50 von Hamburg-Harburg in Richtung Tostedt (samstags fährt auch noch eine Regionalbahn RB 24440 um 0 Uhr 31 ab Harburg). Steigt in Hittfeld, Klecken oder Sprötze aus, denn das sind kleine, wenig frequentierte Bähnhöfe. Schon bald kommt ein Güterzug, vor den ihr springen könnt.

Sich am hellichten Tage vor den Zug zu werfen, hat zudem meist wenig Erfolg. Aber das kann dann verdammt teuer werden, selbst wenn es klappt, ihr aber überlebt!