Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Kein(en) Bock auf Nazis

Es ist unbegreiflich, dass es immer noch Menschen gibt (Menschen?), die glauben, ihr Heil in einer nationalsozialistischen Ideologie zu finden. Die nach Sündenböcken für ihr eigenes Unvermögen suchen und diese in denjenigen finden, die auch von anderen oft genug ausgegrenzt werden: Farbige, Ausländer, Juden usw. Natürlich gibt es eben auch in Deutschland den entsprechenden Nährboden für diese rechtsradikalen Umtriebe, z.B. das Fehlen von Perspektiven für die Zukunft von Jugendlichen. So gehen die Rattenfänger um auf der Suche nach Opfern …

Kein Bock auf Nazis

Im Internet läuft eine Aktion, die keinen Bock auf Nazis hat. Und der kann ich mich nur anschließen. Weitere Infos, z.B. dazu, was man gegen Nazis machen kann findest du dort. Und außerdem gibt es eine DVD mit 80 Minuten Infos, Interviews usw., auf der man u.a. Die Ärzte, Die Toten Hosen u.v.m. findet, die die Aktion unterstützen … Downloaden oder kostenlos bestellen!

siehe auch meinen Beitrag: Ihr Nazis seid leider auch Deutschland

Kuriose Musikinstrumente: Lyricon

Handbemachte Musik, unplugged – wie man das heute neudeutsch nennt, ist mir meist doch die liebste Musik. Oft ist mir jeder elektronische Schnickschnack einfach zu viel (schon von daher finde ich Techno und ähnliche Musikrichtung einfach unerträglich). Wenn natürlich Herr Anderson mit seiner Gruppe Jethro Tull das Intro zu Thick as a Brick spielt, dann kann er nicht gleichzeitig Flöte spielen und singen, wie auf der Studioaufnahme. Aber das Keyboard, das die Flöte simuliert, ist mir schon zu viel …

Was ich heute vorstellen möchte, ist ein elektronisches Instrument: das Lyricon. Ein sehr poetischer, genauer: lyrischer Name für ein Instrument. Allerdings stieß ich bei Wikipedia auf eine eher prosaische deutsche Bezeichnung: Blaswandler. Das Lyricon wurde 1975 von Bill Bernardi erfunden und ist ein Analogsynthesizer, der von einem klarinettenähnlichen Blasinstrument kontrolliert wird. Das Lyricon zeichnet sich aus durch den großen Tonumfang und das sehr weite dynamische und klangfarbliche Spektrum des hochdifferenziert auf den menschlichen Atem und alle Artikulationstechniken der Klarinetteninstrumente reagierenden Synthesizers. (siehe auch eine englischsprachige Site mit Klangbeispielen). Daher also der deutsche Name: Blaswandler (eine Funktionsbeschreibung).

Lyricon

Das Lyricon betreffend bin ich als alter Tull-Fan über Jack Lancaster gestolpert. Lancaster gründete u.a. mit Mick Abrahams, der in der ersten Tull-Formation die Gitarre spielte, die Gruppe Blodwyn Pig. Neben Flöte und diversen Saxophonen (teilweise spielte er zwei Instrumente gleichzeitig) experimentierte Lancaster mit elektronischen Instrumenten, u.a. mit dem bereits genannten Lyricon. Später wurde Lancaster u.a. bekannt durch die rockige Neuinterpretation von Sergei Prokofjews ‘Peter und das Wolf’, einem Projekt, an dem u.a. auch Manfred Mann und Phil Collins teilnahmen. Außerdem spielte er 1979 mit Rick van der Linden das Album Wild Connections ein, eine vollständig „synthesised“ aufgenommene Scheibe: eben Lancaster mit Lyricon und van der Linden mit einem Yamaha GX 1, einem Synthesiser mit Basspedalen, bei Kennern als „Yamaha’s Monster!“ verspottet. Stevie Wonder nannte den GX 1 „The dream machine“. (damit wäre ich bei einem weiteren ‚kuriosen‘ Musikinstrument).

Wie gesagt: Ursprüngliche, handgemachte Musik gefällt mir besser. Aber da ich z.B. auf Flöten und sonstige Blasinstrumente (engl. kurz winds genannt – wie lyrisch) stehe, finde ich Lancasters Spiel auf dem Lyricon schon sehr interessant.

Hier noch ein Klangbeispiel aus dem Beginn des Stückes „Save a Place for Me“ von der CD Skinningrove Bay von Jack Lancaster aus dem Jahre 1993 (u.a. mit Phil Collins, Gary Moore, Rick van der Linden, dem Ex-Tull-Drummer Clive Bunker u.a.). Es ist ein Wechsel zwischen Lyricon und Saxophon:

weitere Infoseite auf Englisch zum Lyricon

Kuriose Musikinstrumente: Konzertina (Concertina)

Die Konzertina ist ein Handzuginstrument, oft mit sechseckigem Gehäuse, und der Allgemeinheit vor allem als typisches Instrument von Clowns bekannt. Ursprünglich stammt das Instrument wohl aus England und ist so nebenbei auch mit dem Bandonion verwandt. Als großen Bruder dürfte man das Akkordeon nennen.

Wer irgendwann einmal bei einem Kneipenbummel auf Musikanten der Heilsarmee getroffen ist, wird neben Gitarren vielleicht auch schon einmal dieses Instrument gesehen haben (besonders wenn er in englischen Kneipen sein Ale trank). Von daher kenne ich die Concertina, oder wie man es deutsch schreibt: Konzertina. Mein Vater war in jüngeren Jahren bei der Heilsarmee tätig und besass ein solches Instrument.

Englische Concertina

Deutsche Concertina (Konzertina) von Hohner

kleines Musikbeispiel: „Brudsmarsh fran Leksands“ von Mark Gilston (CD "Troll Road" (2005))

Weitere Musikbeispiele findet man hier
Hier eine Übersicht der Anordnung der Tasten (Tonfolgen der englischen Concertina mit 48 Tasten)

Hier einige Links mit weiterführenden Informationen [1] [2] [3] [4]

Die Länder unserer Welt

Wenn man nicht gerade ein entsprechendes Lexikon zur Hand (oder im CD-Laufwerk) hat, man aber einige Infos zu einem bestimmten Land braucht (einschließlich Flagge, Nationalhymne und Landkarte), dann findet man hier in Kurzform alles Wichtige …

Besonders zur Fußball-WM 2006 wäre es doch ganz schön zu wissen, woher die Kicker stammen, die gerade auf dem Bildschirm dem Ball hinterherlaufen.

Zuletzt noch zwei Endspiele (33. Spieltag BL 2005/06)

Werder hat Grund zum Jubeln

Im letzten Heimspiel versöhnt Werder Bremen seine Fans mit einer Galavorführung gegen den Absteiger Köln: 6:0 durch jeweils zwei Tore von Klose, Borowski und Klasnic. Und da der HSV in Berlin 2:4 verliert, kommt es am letzten Spieltag in Hamburg zu einem ‚echten‘ Endspiel um die norddeutsche Meisterschaft zwischen HSV und Werder – und damit um Platz 2 und deutscher Vizemeisterschaft. Ein 2. Endspiel gibt es dann noch um Platz 15, dem rettenden Ufer, zwischen Wolfsburg und Kaiserslautern.

Gratulation an die Bayern zum Doppel-Double und damit zur 20. deutschen Meisterschaft. Aber ganz ehrlich: Richtig glanzvoll war das Ganze eigentlich nicht. Wären sich der HSV und Werder Bremen nicht selbst oft genug (zu oft) über ihre eigenen Füße gestolpert, dann könnte sich Herr Kahn seine Zigarre nicht so schmecken lassen …

Und: International sind die Bayern eben nur Mittelmaß (oder Herr Kahn? Da will die verpasste Zigarre nicht so recht schmecken!).

Neue Saison, neue Spiele – und die Karten werden neu gemischt. Mag Lukas Podolski auch zu den Bayern gehen. Den Bayern wird es in der nächsten Saison bestimmt nicht mehr so leicht gemacht …

Kahn raucht ...

Explosion im Grünen

Ist es in eurem Garten auch so urplötzlich explodiert? Nein, der Rasen wurde nicht gesprengt. Nur gedüngt und daher zum ersten Mal gemäht. Ich meine die ausschießenden Sträucher und Bäume („Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus …!“).

Keine Angst vor Sprengungen, Schießereien  und Schlägereien! Durch den Regen vor einer Woche und den jetzt frühsommerlichen Temperaturen kann man dem Sprießen des Grüns im Garten förmlich zugucken. Es ist so, als wolle die Natur den zeitlichen Rückstand endlich aufholen.

Weiße Kirschblüten in AlbinZ Garten

Auf ein solches Wetterchen haben wir lange warten müssen …

Kleine Nachtmusik

Der Bahnhof meines Wohnortes wird umgebaut. Und diese Bauarbeiten beginnen meist dann, wenn der Normalbürger sich schlafen legt. Und morgens, wenn ich gegen 6 Uhr zur Arbeit fahre, enden sie. Klar, in der Nacht ist am wenigsten Verkehr (Bahnverkehr meine ich).

Und dann tuten sie wieder. Und rödeln. Und hämmern usw. Es hat schon etwas, wenn man morgens auf dem Bahnsteig auf seinen Zug wartet und mindestens vier der sieben Bauarbeiter damit beschäftigt sieht (beschäftigt?), wie diese über die Sicherheit der anderen wachen. Nähert sich ein Zug, dann wird getrötet: Trööööötööööt!

Der eine achtet auf den Verkehr von links, der andere von rechts. Und die beiden anderen unterhalten sich in der Mitte ganz angeregt. Worüber wachen denn die? Der eine guckt aufs Gleis, als könnte sich die Erde auftun, um tausend Teufel zu entlassen. Klar, wäre eine echte Gefahr für die anderen (und auch für die Fahrgäste). Der vierte obachtgebende Geselle schaut gen Himmel. Himmel? Ach, ja Vogelgrippe! Könnten vielleicht vorbeifliegende Zugvögel gefährlich werden.

Bauarbeiten bei der DB

Immerhin zwei arbeiten noch wirklich. Wirklich ist gut. Der eine raucht erst einmal eine genußvoll. Und der siebte im Bunde (wie im Handball besteht ein Bautrupp wohl aus sieben Leuten) kurvt mit einem Baufahrzeug auf dem einen Gleis hin und her, als würde er dafür bezahlt werden, die Beschleunigung seines Fahrzeugs von 0 auf 100 km/h zu testen – und den Bremsweg.

Aber der eine (von mir aus rechte) baut bereits seine Tröte wieder ab (wie nennt man dieses mark-und-bein-erschütternde Hupgerät eigentlich im Fachjargon?). Feierabend! Er hat ja mit seinen Kollegen auch lang und oft genug des Nachts getutet, sodass auch der letzte Einwohner meines Wohnortes aus dem Bett gefallen ist.

Die Bahn will ja jetzt diese weckfunktionalen Tröt-Warn-und-Alarmierungsgerät mit harmonischeren Tonfolgen ausstatten, z.B. mit den ersten zwei Takten aus Mozarts ‚Kleiner Nachtmusik‘. Ein Versuch mit handelsüblichen Klingeltönen ging leider daneben, weil zwei Bauarbeiter fast ums Leben gekamen, als diese zu ihren Handys griffen, statt sich aus dem Gefahrenbereich zu entfernen.

Um die durch die Umrüstung entstehenden Kosten zu decken, plant die Bahn weiterhin, die alten Tröt-Töne als Klingelton zu vermarkten. Damit in Zukunft keiner ohne Getute auskommen muss.

siehe auch meinen Beitrag: Nun tuten sie wieder

Ausstellung „Faszination Fußball“

Passend zur Fußball-Weltmeiserschaft 2006 in Deutschland präsentiert das Völkerkundemuseum in Hamburg die Ausstellung „Faszination Fußball“. Vom ältesten Fußballtor bis zum ersten Lederball – die Ausstellung zeigt vom 30. April bis 26. November 2006 zweitausend Spuren und Spielarten der schönsten Nebensache der Welt. Kulturfans und Sportfreunde gehen in einer weltweit einmaligen Sonderschau gemeinsam auf Entdeckungsreise zu den Riten, Regeln und Reliquien des Fußballs.

Fußball aus Uruguay 1930
30. April bis 26. November 2006
Museum für Völkerkunde
Rothenbaumchaussee 64
20148 Hamburg
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr
Eintritt: Bis 18 Jahre frei, Erwachsene 7 Euro

siehe auch zdf.de

1. Mai – Maibaumaufstellen

Der 1. Mai ist bekanntlich der Tag der Arbeit und aus der Arbeiterbewegung als Kampftag für Arbeit entstanden. Am 1. Mai (manchmal auch schon am Vortag oder erst zu Pfingsten) wird in vielen Dörfern der Maibaum aufgestellt. Das ist Anlass zu einem Fest mit Bier und Bratwurst. Diesen Brauch findet man meist in Mittel- und Nordeuropa, also auch in Tostedt, genauer: in Todtglüsingen.

Maibaum in Todtglüsingen 2006

In diesem Jahr bei kaltem, aber doch meist sonnigem Wetter war das Maibaumaufstellen auch Gelegenheit für den Sportverein der Ortschaft, dem SV Todtglüsingen, durch Vorführungen einzelner Abteilungen für sich zu werben. Mein jüngster Sohn Lukas durfte so auch sein Können als Karate-Kämpfer beweisen.

Lukas als Karatekämpfer