Werder Bremen gewinnt in Nürnberg. Und die Bayern und der VfB Stuttgart gewinnen ihre Heimspiele. Und nach nur einem Spieltag an der Tabellenspitze rutscht Schalke 04 nach der Niederlage in Mainz auf Platz zwei zurück. Die Meisterschaft ist wieder völlig offen. Und um Platz drei kämpft Werder in zwei Wochen gegen die Stuttgarter. Wer dieses Spiel gewinnt, hat dann auch noch Chancen, bei der Titelvergabe mitzusprechen.
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Erste Frühlingstage auf Rügen
Die Kinder haben Osterferien. So wollen wir die freien Tage nutzen, um für einige Tage die Insel Rügen kennenzulernen. Ausgangspunkt unserer Reise ist das Ostseebad Sellin. Der Ort liegt auf der Ostseite der Insel. Wahrzeichen und eine der Hauptattraktionen von Sellin ist die Seebrücke.

Von Putbus über Sellin nach Göhren verkehrt der „rasende Roland“, eine Kleinbahn mit Dampflok, die bereits seit 1899 die Strecke fährt. Ich und meine Familie als Freunde alter Züge werden natürlich auch eine Fahrt machen (1997 waren wir übrigens im Zillertal und sind dort mit mehreren dampfbetriebenen Kleinbahnen unterwegs gewesen – hier einige kleine Videos).
Ansonsten hoffen wir nur, dass das Wetter halbwegs mitspielt, denn auf Rügen ist es meist so schon um einige Grade kälter als bei uns zu Hause.
Und bevor ich es vergesse: von hier aus schon die besten Ostergrüße!
Heirat auf schottisch
Im letzten Jahr feierte Gretna Green Jubiläum, denn seit 250 Jahren wird dort auf die Schnelle geheiratet. Hintergrund hierfür war ein englisches Gesetz von 1754, nach dem junge Leute unter 21 Jahren nicht ohne Zustimmung der Eltern heiraten durften. Gretna Green, direkt hinter der schottischen Grenze gelegen, hieß die Heiratslustigen willkommen und machte ein Geschäft daraus. Übrigens hat auch Joschka Fischer 1967 dort die erste seiner Ehefrauen geheiratet. Noch immer ist der kleine Ort auf Hochzeiten spezialisiert.
1985 habe auch ich meine damalige Freundin (und heutige Ehefrau) in Gretna Green geheiratet, allerdings nur beim Schmied. [Mehr]
Mehr im Internet zu Gretna Green
Werder schachmatt (u.a. zum 25. Spieltag BL 2004/2005)
Die Pleite in Lyon hat Werder Bremens Fußballbundesligamannschaft noch immer nicht ganz verkraftet. Man war zwar bemüht gegen Mainz 05, aber über ein 0:0-Unentschieden kam die Mannschaft nicht hinaus und rutschte auf Platz 4 zurück. Immerhin besiegte Schalke 04 die Bayern zu Hause und ist nun auf Meisterkurs.
Aber es gibt bei Werder Bremen nicht nur Fußball. Im Schach spielt die 1. Mannschaft ebenfalls ziemlich erfolgreich in der Bundesliga (zz. Platz 3 von 16 Mannschaften).

Und dass Schach nicht nur etwas für grüblerische, alte Herren ist, beweist Almira Skripchenko, eine gebürtige Moldawierin, Schachgroßmeisterin in Werders Mannschaft, die ihre Frau zu stehen weiß. So attraktiv kann Schach bzw. können Schachspieler(innen) sein!
Schottland 2005: Was trägt Herr Anderson unterm Schottenrock?
Was Schotten unter ihrem Kilt tragen, ist wohl individuell und von der Länge abhängig (des Schottenrocks). Schottland, das weiß fast jedes Kind, ist irgendwie anders. Da gibt es z.B. die Clans, also Stammesverbände, die sich über ihre Nachnamen bestimmen, der meist in anglifizierter, aber auch in gälischer Form existiert. Ein Clan definiert sich weiter über ein Motto, einen sog. Badge (ein Wahrzeichen), seinen Tartan (das Webmuster, das v.a. im Kilt zu finden ist) und seine Ländereien – sofern noch im Clanbesitz.
Ich und meine Familie (Albin) sind zwar keine Schotten, aber es gibt doch einen Clan, McAlpine, dessen Tartan (es gibt sogar zwei davon) uns ganz gut gefällt. Und so fühlen wir uns, wenn wir dieses Jahr in Schottland Urlaub machen, den McAlpines wahlverwandt.
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| McAlpine (1) | McAlpine (2) |
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Anderson (Mac Ghille Aindrais) |
Diese Reise ist für mich auch eine Reise zu den musikalischen Quellen von Ian Anderson und seiner Band Jethro Tull. Herr Anderson ist bekanntlich Schotte. Und so gibt es auch einen Tartan des Clans Anderson (gälisch: Mac Ghille Aindrais – ich denke auch McAndrew ist nicht falsch; Mc- oder Mac- steht für Sohn wie auf englisch auch -son, vergl. in den skandinavischen und friesischen Sprachen die Endung -son, -sen bzw. -sson, z.B. Hansen, Jonsson oder Johnson), was soviel wie Sohn von Andreas heißt. Ende der 70er Jahre trat Ian Anderson oft in Kleidung mit dem Anderson-Muster auf.
Live 1978 Madison Square Garden in New York: Thick as a Brick (‚Dumm wie Bohnenstroh‘)
Urlaubsplanung 2005: Schottland
Mein Ältester hat das Ziel vorgegeben: Dieses Jahr fahren wir nach Schottland. Da sich meine Frau für längere Seereisen nicht tauglich fühlt, fliegen wir nach Edinburgh und von dort auch wieder zurück nach Hamburg. Der Flug ist auch schon gebucht bei Hapag Lloyd Express, ziemlich preiswert, da nur online zu buchen.
Hapag Lloyd Express ist eine Tochterfirma von TUI und hat erst vor kurzem seine Flotte von elf auf 15 Flieger erhöht. Die Auslastung der Maschinen ist sehr gut, sodass wohl weiterhin mit billigen Flügen gerechnet werden kann. Den Großteil des Preises machen übrigens Gebühren und Steuern aus. Der günstige Preis kommt u.a. dadurch zustande, weil es keine Tickets im herkömmlichen Sinne gibt (die Buchungsbestätigung geht per Mail ein und ist beim Abflug mit Nachweis durch Ausweispapiere vorzulegen). Außerdem muss der, der einen Happen an Bord essen will, extra zahlen.
Es gibt noch einige andere Billigfluggesellschaften, u.a. Condor und Ryanair mit unterschiedlichsten Reisezielen.
In Schottland werden wir uns hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmittel fortbewegen. Das Verkehrsnetz mit Bussen und Eisenbahnen ist zwar nicht sehr dicht, aber man kommt eigentlich an alle wichtigen Sehenswürdigkeiten heran.
Die größte Busgesellschaft ist Scottish Citylink und verbindet, wie der Name schon sagt, alle nennenswerten Städte im Lande. Mit dem Explorer Pass kann man 3, 5 oder 8 Tage lang (zwischen 39 und 85 £) mit dem Bus der Gesellschaft durch Schottland düsen. Einige der Fährverbindungen (z.B. nach Orkney) sind im Preis mit enthalten. Für Bahnreisen mit First ScotRail gibt es etwas Entsprechendes, den Freedom of Scotland Travelpass für 4 oder 8 Tage (92 bzw. 124 £; Kinder bis 15 Jahre zahlen den halben Preis), der im Sommer auch für viele Buslinien und auch Fähren gültig ist (weitere Angebote siehe First ScotRail). Beide Pässe kann man online buchen, sind aber auch vor Ort erhältlich. Wichtiger Hinweis: Der Travelpass von ScotRail ist wohl nur für britische Bürger gedacht. Über Britrail gibt es einen Britrail Scottish Freedom Pass, den auch Ausländer on line buchen können. Preise in Euro. So kostet der Pass für 4 Tage 169 €, der für 8 Tage 225 €. Und pro Erwachsenem ist ein Kind bis 15 Jahre sogar frei. Weitere Kinder zahlen dann den jeweils halben Preis. Zu buchen über Britrail (dort über Purchase – Passes die entsprechende Seite aufrufen).
Unterkunft werden wir hauptsächlich in B & B (Bed and Breakfast) suchen oder gelegentlich auch in Jugendherbergen. Für mindestens eine Woche werden wir eine Ferienwohnung an einem lauschigen Plätzchen mieten. Für die ersten Tage (Edinburgh und Inverness) buchen wir natürlich bereits von Deutschland aus per Internet.
Na, denn … Hoffen wir nur noch auf erträgliches Wetter!
Jethro Tull in Schottland 2005: Kelpie
Wer kennt nicht das berühmte Monster aus dem Loch Ness, zärtlich Nessie genannt. Aber es gibt noch andere Monster, die sich in schottischen Seen tummeln und sich gelegentlich sogar an Land wagen wie z.B. Kelpie.

Auch Ian Anderson widmete vor über 25 Jahren mit seiner Gruppe Jethro Tull dieser monströsen Gestalt ein kleines Lied:
„Up, ride with the kelpie.
I’ll steal your soul to the deep.
If you don’t ride with me while the devil’s free
I’ll ride with somebody else.“
Kelpie, das ist ein Verführer junger Frauen, der seine Opfer in das feuchte Grab zu locken versteht. Wir werden auf unserer Reise durch Schottland in diesem Jahr also nicht nur Ausschau nach Nessie am Loch Ness halten, sondern auch gucken, nicht von Kelpie in die Tiefen schottischer Seen gelockt zu werden.
Tales of the kelpie as a seducer of women are less common. However, as a shape-shifting demon, he may appear as a handsome young man with wet seaweedy hair, wooing his victims into a watery grave („I’ll steal your soul to the deep“). Even today, an official document published by ScotRail (Scottish Railways) refers to the legend of a kelpie residing in Loch Garve, West of Dingwall in the Highlands. To me, though, Ian [Anderson]’s kelpie sounds suspiciously like that old rocker Ray Lomas in ‚Pied Piper‘.
Annotation von Jan Voorbij – www.cupofwonder.com
Kannst du mir auch eine brennen?

aus: pardon 02/2005
Wer kennt nicht diese Frage? Kaum zeigt man seiner buckeligen Verwandtschaft oder seinem engsten Freundeskreis die für viel Geld käuflich erworbene silbrige Plastikscheibe – egal ob Musik-CD, Video-, Spiele- oder Software-DVD -, da wird man auch schon gefragt. Vielleicht sollte man denen doch nicht alles zeigen, was man Neues hat. Aber dann macht es auch weniger Spaß – mit der Neuerwerbung!
Schottland 2005: Rückblick auf Sligachan/Isle of Skye
Es war im August 1985: Mit dem Zug von Inverness kamen wir in Kyle of Lochalsh an, setzten mit der Fähre auf die Isle of Skye nach Kyleakin über, um mit den Bus Richtung Portree zu fahren. Es war schon später Nachmittag und wir hielten nach einer Übernachtungsmöglichkeit, Hotel oder Campingplatz, Ausschau. Der Bus hielt in Sligachan gleich beim Sligachan Inn gegenüber einem Campingplatz. Die Siebensachen gepackt und hinaus. Es wurde eine Horrornacht, denn nicht nur Mücken plagten uns, sondern auch Regen und Wind. Am nächsten Morgen ‚retteten‘ wir uns in den Sligachan Inn, um uns dort erst einmal zu stärken.

Da die weiteren Wetteraussichten nicht die besten waren, ergriffen wir die Flucht zurück nach Kyleakin am Ende der Insel gegenüber dem Festland. Dort suchten wir uns ein festes Quartier und genossen abends ein kleines Festmahl nach schottischer Art. Die Sonne ließ sich dann auch wieder blicken.
125 Jahre Johanneskirche in Tostedt
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In diesem Jahr gibt es neben der 900-Jahre-Feier des Ortes Tostedt noch ein weiteres Jubiläum: Die Johannes-Kirche (Johannes-der-Täufer Kirchengemeinde) feiert am 13.März 2005 das 125-jährige Bestehen der Kirche im Himmelsweg. Der Festgottesdienst ist um 10 Uhr. Das anschließende Beisammensein steht unter dem Motto: DANKEN-ERINNERN-WIEDERSEHEN. |
Auch von mir und meiner Familie herzlichen Glückwunsch. Immerhin heiratete ich dort 1990 meine Frau!
Einige Bilder aus Tostedt von der Kirchturmspitze der Johannes-Kirche aus aufgenommen (am 29.09.2004)
sind [hier]
Hermann Hesse: Siddhartha
Hermann Hesse hatte sich als einer der ersten wenigen deutschsprachigen Schriftsteller mit fernöstlichen Denkweisen beschäftigt, so auch mit dem Buddhismus. In seiner kleinen indischen Dichtung Siddhârtha beschreibt er das Leben eines Brahmanensohnes, der sein Elternhaus verlässt, um nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Er wird Asket, er wird Lebemann und Händler, um am Ende als armer Fährmann eine höhere Weisheit zu erlangen. Parallel erfahren wir u.a. von Gautama aus dem Geschlecht der Sâkya, dem Buddha, der eigentlich auch Siddhârtha hiess.

Der Buddhismus, insbesondere der Zen-Buddhismus, hat mich schon immer interessiert, wenn er auch für uns westliche Menschen sehr schwer zu fassen ist. Wir sind einfach zu sehr von der Logik und dem Dualismus geprägt. Die alten Griechen, besonders Aristoteles, haben uns da zu sehr auf diese Schiene gebracht. Wir denken einfach zu sehr (eigentlich: ausschließlich) in Gegensatzpaaren. Die Gegensätzlichkeit bzw. Verschiedenartigkeit der Dinge ist Ausgang unseres Denkens. Dabei geht der Gesamtzusammenhang für uns völlig verloren. Gut und böse, Tag und Nacht, hell und dunkel – wer versteht das nicht. Und wenn wir mit unserem „gesunden Menschenverstand“ an die Dinge gehen, so bildet sich sehr schnell ein Urteil: Das ist gerade und das ist schief! Aber es geht noch weiter: Wir benennen alles und einmal benannt, wird es auch gleich noch klassifiziert. Ob nun der Mensch ein Säugetier ist, die Philosophie eine Geisteswissenschaft oder ein bestimmter Tumor bösartig, ein Ding „kann“ nicht allein im Raume stehen, wir finden einen Namen und eine Klasse (und dazu genügend Eigenschaften). Der Zen-Buddhismus sucht die Gesamtsicht. Und ein Baum kann dann ein Baum sein, aber er kann auch kein Baum sein. Aus dieser Bejahung eines Dinges und dann der Verneinung entspringt dann die Bejahung im höherem Sinne (man könnte es absolute Bejahung nennen).
Unsere Sinne nehmen von Sekunde zu Sekunde eine Unzahl an Eindrücken auf. Aber nur ein geringer Teil davon dringt in unser Bewusstsein. Das andere geht im Unterbewusstsein unter. Das, was uns als „lebenswichtig gefiltert“ bewusst wird, ist unsere „Sicht“ der Dinge. Was uns fehlt, ist das Bewusstsein vom Bewusstsein, die Sicht in die Natur unseres Selbst. Was mag das heißen? Ich esse ein Stück Brot, das mich am Leben erhält. Aber es ist nicht allein dieses Stück Brot, das mich am Leben erhält, sondern es sind alle die Brote, die ich in meinem Leben gegessen habe und noch essen werde (und vieles mehr), was ich am Leben erhält. Und auch das allein ist es nicht, was mich am Leben erhält. Es ist alles und nichts, was ich esse und was mich am Leben erhält. Das Brot, das ich gerade esse, „sehe“ ich. Dabei sehe ich aber nicht, die anderen Brote, die ich bisher gegessen habe (und noch essen werde). Die anderen Brote sind in mein Unterbewusste entschwunden. Ohne diese Brote, die ich jetzt nicht sehe, wäre ich aber nicht mehr am Leben. Hier und jetzt erscheinen sie mir – aus meiner Sicht – aber unwichtig. Es erscheint mir nur das jetzt zu essende Brot wichtig. Dieser Schein ist unsere Sicht! Eigentlich aber gehören all die anderen Brote auch „zu meinem Leben“, nur werde ich mich dessen in der Regel nicht bewusst. Aber es gehört noch mehr dazu: Es sind ja nicht nur das eine Brot, das ich augenblicklich esse, und all die anderen Brote, die ich gegessen habe (und essen werde), zu meinem Leben, es sind alle Brote mein Leben (um es erklärbar zu machen, was nicht dem Zen entspricht: alle Brote daher, da ich sie hätte ja essen können). Wenn mir das bewusst wird, komme ich einer Bewusstwerdung meines Bewusstseins einen großen Schritt näher.
Wenn man, wie ich, nach vielen Jahren ein Buch, wie das von Hesse, erneut liest, wenn man mit den Jahren selbst etwas weiser (vielleicht auch nur etwas schlauer) geworden ist, dann versteht man ein solches Buch ganz anders, viel besser.
Hier noch einige Links zu Hesse:
Weiteres zum Buddhismus in WilliZ Kolomnen
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