Erziehung zum Arschloch

    Unser Junge soll mal ein richtiges Arschloch werden, damit er es im Leben zu etwas bringt.
    Til Mette

Früh übt sich, was ein großes Arschloch werden will. Die richtige Erziehung zur rechten Zeit – und schon lässt das Kind den großen Macker heraushängen. Allem Anschein nach nimmt die Anzahl der Aftertypen stetig zu. Ich fürchte nur, dass es viele Anusitäre nicht immer zu besonders viel bringen. Til Mette hat seinen Spruch ja auch ironisch gemeint.

Gut, einige Arschlöcher haben es zu etwas gebracht. Bei denen hat die Erziehung zum Arschloch gefruchtet. Da gibt es diesen veganen Verschwörungsprediger, der, wie sollte es anders sein, zuallererst an sein Portemonnaie denkt und viel Geld schaufeln konnte. Allerdings ist sein Energydrink inzwischen vor die Hunde gegangen.

Am Rande: Warum ist Attila, der Hunnensohn, eigentlich vegan? Ein Schwein hat sein Gehirn gefressen. Scherz beiseite: Durch eine Anonymous-Gruppe wurden mehrere Kanäle und Websites von diesem hirnrissigen Proktos gekapert (Quelle: berliner-zeitung.de). Aber ein Arschloch kann nicht die Schnauze halten.

Fallbeispiel 2: Der Markt regelt alles. Das ist die zentrale Aussage eines weiteren Arschlochs. Immerhin leugnet dieser nicht den fortschreitenden Klimawandel, meint aber, dass auch hier der Markt durch Technologien Abhilfe schaffen könnte. Allerdings Technologien, die es noch gar nicht gibt. Auch der Wohnungsmarkt reguliert sich selbst: Wohnungen werden zwar geschaffen, aber die Mieten steigen unaufhaltsam und werden für viele bald unbezahlbar. Bis die Immobilienblase platzt.

Mich graut es schon davor, seine Partei (die FDP) und damit ihn mit in der Regierungsverantwortung zu sehen. Aber bisher hat er sich davor gedrückt. Überhaupt: Wie kann ein normaler Arbeitnehmer ein Wähler dieser Partei sein, denn er entspricht nicht gerade dem Idealbild dieser Partei mit ihrer neoliberalen Wirtschaftspolitik.

Aber es kommt in diesen Zeiten des Coronavirus noch viel schlimmer: Fanatische Impfgegner und Corona-Leugner radikalisieren sich offenkundig weiter und setzen zunehmend auf militante Rhetorik. Ein suspendierter Bundespolizist sprach im „Corona-Ausschuss“ bei den Corona-Maßnahmen von einem „Staatsstreich“. Es liege ein gewalttätiger Umsturz durch die Regierung vor. Die Polizei werde für diesen Staatsstreich missbraucht.

Der sogenannte Ausschuss ist ein selbst ernanntes Gremium, das in mehrstündigen Sitzungen teilweise krude Thesen über die Pandemie verbreitet. Die Videos der „Sitzungen“ werden im Netz verbreitet. Der „Ausschuss“ bewirbt unter anderem Videos des Verschwörungsideologen Rainer Fuellmich, der im Frühjahr beispielsweise behauptete, 25 Prozent der Geimpften würden umgehend sterben. Weitere 36 Prozent hätten wohl so schwere Nebenwirkungen, dass man nicht wisse, ob sie es schaffen würden. Von einer „organisierten Massentötung“ war die Rede. Demnach müsste es bei einer Impfquote von mehr als 60 Prozent bereits Millionen Impftote in Deutschland geben. Hier handelt es sich schon nicht mehr um Arschlöcher, sondern um hirnverbrannte Idioten (Quelle: tagesschau.de)

In Idar-Oberstein, wo ich mit meiner Frau vor zwei Jahren Urlaub machte, wurde nun ein 20-jähriger Tankstellen-Kassierer nach einem Streit über die Maskenpflicht erschossen. Der Kassierer hatte den Mann auf die Einhaltung der Maskenpflicht hingewiesen. Als Motiv gab der deutsche Täter an, dass ihn die Situation der Corona-Pandemie stark belaste. Er habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt und „keinen anderen Ausweg gesehen“ als ein Zeichen zu setzen. Das Opfer schien ihm dabei „verantwortlich für die Gesamtsituation, da es die Regeln durchgesetzt habe“. Wie vernagelt muss ein solcher Typ sein.

Idar-Oberstein 2021: Tatort des Mordes an einem Tankstellenkassierer
Idar-Oberstein 2021: Tatort des Mordes an einem Tankstellenkassierer

Während unseres Urlaubs in Idar-Oberstein haben meine Frau und ich an der Tankstelle öfter eingekauft, kennen also den Tatort. Kein Wunder also, wenn da in mir jetzt ein mulmiges Gefühl aufsteigt.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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