Meine 10 größten Gitarristen der Rockgeschichte: Frank Zappa

Zappa hatten wir hier schon öfter. Und in Meine Lieblingslieder – Teil 2 hatte ich darauf hingewiesen, dass er einer der größten Gitarristen der Rockgeschichte war, womit ich wieder beim Thema bin: Meine 10 größten Gitarristen der Rockgeschichte. Inzwischen dürften es bereits mehr als zehn sein, oder?

Nun bei wikipedia findet sich folgender Eintrag zu Zappa als Gitarristen:

Neben seinen Qualitäten als Komponist, Arrangeur und Bandleader konnte Zappa auf der E-Gitarre auch als Instrumentalist überzeugen. Er selbst sah sich an „als Komponisten, dessen Hauptinstrument eben die Gitarre ist“. Andere zählten ihn zu den talentiertesten und begabtesten Gitarristen seiner Zeit, zu den „echten Gitarrenhelden der Sixties“ oder „zu den eigenwilligsten und kompetentesten Gitarristen der Szene“. Bewundert wurde seine eigenwillige Spielweise.

Typisch für seine Spielweise ist die große Experimentierfreude, mit der Zappa zu Werke ging. Ein Merkmal ist die für die Rockmusik ungewöhnliche Länge seiner Soli. Zappa unterschied sich von vielen anderen Gitarristen auch dadurch, dass er bei seinem Spiel sämtliche Lagen des Griffbrettes einbezog. Seine Spieltechnik, die sich durch mitunter atemberaubende Schnelligkeit auszeichnet, hielt er selbst nicht für herausragend: „Ich bin kein virtuoser Gitarrenspieler. Ein Virtuose kann alles spielen, ich kann das nicht.“ Allerdings sehe er sich durchaus in der Lage das zu spielen, was er kenne und habe dazu eine hinreichend schnelle manuelle Fertigkeit entwickelt. „Wenn ich einen Ton mit der rechten Hand anschlage, spiele ich mit der linken Hand fünf. Ich schlage nicht alle Noten an, die ich spiele.“

Zappa sah sich also selbst nicht als virtuosen Gitarrenspieler? So kann nur einer reden, der an sich und andere höchste musikalische Ansprüche stellt. Und die stellte er wohl …

Erst vor Kurzem habe ich eine Kopie der DVD „Frank Zappa – The Dub Room Special!“ erstanden, die u.a. Live-Aufnahmen aus den Jahren 1974 und 1982 enthält. Von dieser Scheibe habe ich mir das Stück „Cosmik Debris“ herausgefischt, das am 27. August 1974 in den KCET Studios in Los Angeles aufgenommen wurde. Neben Frank Zappa (Guitar, vocals and percussion) finden sich die folgende hervorragende Musiker:

George Duke – Keyboards and vocals
Ruth Underwood – Percussion
Chester Thompson – Drums
Tom Fowler – Bass
Napoleon Murphy Brock – Flute, saxophone and vocals

Cosmik Debris (Anfang des Textes)

The mystery man came over
An’ he said “I’m outta site”
He said for a nominal service charge
I could reach ner-vonna tonite
If I was ready, willing, and able
Topay him his regular fee
He would drop all the rest
Of his pressing affairs
And devote his attention to me
But I said

Look here, brother
Who you jivin’ with that
Cosmik debris?
Look here, brother
Don’t you waste your time
On me

[etc.]

Kosmischer Tinnef (dt. Übersetzung)

Der Mystery Man kam zu mir her
Und er sagte „Ich bin einsame Klasse“
Er sagte, gegen ne nominelle Gebühr
Könnte ich heut’ abend das Nirwana erreichen
Falls ich bereit, willens und fähig wäre
Ihm sein übliches Honorar zu zahlen
Würde er all seine anderen
Dringenden Geschäfte sausen lassen
Und mir seine ganze Aufmerksamkeit widmen
Aber ich sagte

Schau her, Bruder
Wen willst du verarschen mit diesem
Kosmischen Tinnef?
Schau her, Bruder
Bei mir brauchst du dir gar keine
Mühe geben

[etc.]

Aus: Frank Zappa: Plastic People Songbuch – Zweitausendeins 1977 – Deutsch von Carl Weissner

Hier nun endlich das Video dazu. Zappas Gitarrensolo setzt ab 4:48 und ist für seine Verhältnisse äußerst kurz. Aber es zeigt (und lässt hören), warum Zappa, neben seinen weiteren musikalischen Fähigkeiten, eines der besten Gitarristen der Rockgeschichte war (okay, das Video gibt es bei youtube schon, aber ich habe mir erlaubt, es in einer besseren Qualität erneut dort einzustellen):


Frank Zappa: Cosmik Debris (08/27/1974)

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Ein Gedanke zu „Meine 10 größten Gitarristen der Rockgeschichte: Frank Zappa

  1. Zappa mag ein hervorragender Komponist gewesen sein aber Gitarre speilen konnte er wirklich nicht.
    Ich kenne kein einziges Spiel auf der Gitarre wo er einen schönen sauberen Ton hinbekommen hat. Es war ein intuitives technisch horribles herumgefrikle – meist passen zur Harmonie – aber mehr nicht.
    Mit Steve Vai hatte dann einen echten Könner, der dazu ein exzellenter Notist auch noch war und ein wahrer Virtuose.
    …Zappas Gitarre war eine Katastrophe und er hat das nicht nur so gespielt wie einigen meinen, weil er das so wollte – er konnte es nicht anders.

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