Schräger als Fiktion

Schriftstellerin Kay Eiffel (Emma Thompson) ringt mit sich, wie sie ihren letzten und möglicherweise besten Roman abschließen soll – sie muss sich nur noch ausdenken, wie sie ihre Hauptperson, Harold Crick, am besten umbringen kann, dann wäre ihr Buch fertig. Sie hat jedoch keine Ahnung, dass Harold Crick (Will Ferrell) in der wahren Welt auf unerklärliche Weise tatsächlich am Leben – und sich plötzlich ihrer Worte bewusst ist, die nur er hören kann! Fiktion und Realität prallen aufeinander, als der zunehmend bestürzte Harold begreift, was Kay mit ihm vor hat und sich mit Händen und Füßen dagegen zu wehren beginnt. Denn er muss dringend einen Weg finden, wie er das Ende ihres Romans (und sein eigenes) abwenden kann…

Der Film Schräger als Fiktion (Stranger than Fiction – USA 2006 – Regie: Marc Foster) mit Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Dustin Hoffman, Emma Thompson und Queen Latifah lag bei mir schon einige Zeit herum. Ich hatte die durchaus guten Kritiken gelesen, aber irgendwie war es noch nicht an der Zeit, den Film anzuschauen. Da es am Freitagabend nichts Berauschendes im Fernsehen gab, stöberte mein Jüngster unsere Videobestände durch und kam mit dem besagten Film auf DVD und der Frage zu mir, wie der Film denn wäre. Ich wusste nur, dass er ganz gut sein soll, aber an den Inhalt konnte ich mich nicht mehr erinnern. So wagten wir es und legten die DVD in das Abspielgerät.

Viele ‚Lieblingsfilme’ habe ich nicht gerade, aber Schräger als Fiktion hat gute Chancen, mit zu den mir liebsten Filmen gezählt zu werden. Die Idee finde ich stark – und die Umsetzung mit gut aufgelegten Schauspielern ist bestens gelungen.

Man stelle sich einmal vor: Plötzlich hört man eine fremde Stimme, nein, keine innere Stimme, die einen zu beeinflussen versucht, sondern eine, die literarisch aufbereitet das kommentiert, was man gerade so macht. Statt in der Realität zu leben, ist man nur ein Teil einer Fiktion, eines Romans, den sich ein Autor ausdenkt.

Oder auch umgekehrt: Man schreibt einen Roman. Plötzlich bekommt man einen Anruf von der Hauptfigur, die scheinbar der Wirklichkeit angehört.

Sicherlich ließe sich dieser Plot auch in einem Roman realisieren. Aber der Film erweist sich als das hierfür beeigneteste Medium. Der Spiegel nannte es einen wunderbaren Kinobilderroman.


Schräger als Fiktion (USA 12006 – Regie: Marc Foster)

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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