Sommerfußball (1)

Es sind gleich zwei Fußball-Weltmeisterschaften, die für Furore sorgen. An erster Stelle steht da natürlich die Weltmeisterschaft der Frauen, die bei uns in Deutschland stattfindet und ähnlich wie die WM 2006 bei den Männern für ein Sommermärchen sorgen soll.

Aber zunächst zur U17-Fußball-Weltmeisterschaft der männlichen Jugend in Mexiko. Dort haben die deutschen Junioren nach einem 3.2-Sieg gegen England das Halbfinale erreicht. Dort spielen sie morgen, am 7. Juli 2011, um 18:00 Uhr in Torreón gegen Gastgeber Mexiko. Und damit haben sie ein Spiel im legendären Aztekenstadion, dem drittgrößte Stadion für Fußballspiele (nach dem „Stadion des 1. Mai“ in Pjöngjang/Nordkorea und dem Yuba Bharati Krirangan in Kolkata/Indien), bereits sicher, denn nicht nur das Endspiel, sondern auch das Spiel um den dritten Platz findet dort statt. Ich drück den Jungs die Daumen!

Die Bemühungen des Deutsche Fußball-Bundes um Integration von Spielerinnen und Spieler mit Migrationshintergrund und von Spätaussiedlern zeitigen Erfolge (siehe u.a. meine Beiträge Mesut Özil – neue Integrationsfigur?! und Mit Multikulti zur Europameisterschaft), Immer mehr talentierte Spieler wollen für Deutschland spielen. Das gilt besonders für Spieler mit türkischen Wurzeln. Das kulturelle Umfeld ist wichtiger als die Herkunft. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. So hat sich Mehmet Ekici, der in der kommenden Saison für Werder Bremen spielt, für eine Karriere in der türkischen Nationalelf entschieden, obwohl er alle Jugendmannschaften des DFB durchlaufen hatte. Vielleicht rechnet er sich dort größere Chancen aus, zum Einsatz zu kommen, als in der deutschen Elf.

Ähnlich verhält es sich auch bei den Frauen. Allein die Namen Fatmire Bajramaj und stehen Celia Okoyino da Mbabi stehen für gelungene Integration.

Bei der FIFA Frauen-WM 2011 ist das deutsche Team inzwischen mit drei Siegen im Halbfinale angekommen und trifft dort auf Japan. Auch die weiteren Favoriten (USA und Brasilien) haben sich bereits für die letzten acht Mannschaften qualifiziert.

Ich muss gestehen, bisher noch nicht allzu viel von dieser WM im Fernsehen gesehen zu haben. Klar, morgens schaue ich nach den Ergebnissen und gucke mir im Internet die Kurzberichte mit den Toren an. Das war es dann aber auch schon. Okay, am Samstag werde ich mir wahrscheinlich das Viertelfinalspiel der deutschen Mannschaft angucken – und dann sehe ich weiter …

Interessiert mich Frauen-Fußball also nicht? Nicht so sehr, wenn ich ehrlich bin. Irgendwie ist es ein anderer Sport als bei den Männern, wenn die Spielregeln auch gleich sind. Bin ich also ein Chauvinist? Ich hoffe nicht. Es fehlt mir einfach einiges, besonders die manchmal bis an der Grenze des Erlaubten geführten Zweikämpfe. Frauen sind einfach zu fair. Daher gibt es bei den Frauen auch kaum Standardsituationen – bis auf Eckbälle. Keine Fouls, keine Freistöße. Auch taktisch gerät manches schnell durcheinander (aber das passiert bei den Männern leider auch oft genug). Überrascht bin ich eigentlich darüber, das gerade in den letzten Spielen viele Kopfballtore gefallen sind, denn so ganz ist das nicht der Frauen Sache.

Vergleiche hinken bekanntlich. Und man tut den Frauen keinen Gefallen, wenn man sie mit den so genannten Herren der Schöpfung vergleicht (auch die kochen oft genug nur mit Wasser). Das gilt auch für den Fußballsport. Aber es gibt andere Ballsportarten (ich denke da besonders an Feldhockey), in den Frauen geradezu eine bessere Figur als die Männer machen. Beim Fußball weniger. Ich kenne zwar keine statistischen Vergleiche, aber ich vermute, dass Männer ein größeres Laufpensum leisten. Und das allein wirkt sich schon optisch positiv aus.

Was mich aber am meisten erschreckt, das sind die manchmal eklatanten Abwehrschnitzer bei den Frauen. Natürlich kommt das – leider – auch bei den Männern vor. Aber nicht in dieser Häufigkeit. Ich mag da gar nicht hingucken. Mann ahnt förmlich, wie Frau über den Ball tritt und damit der Gegnerin den Torschuss ermöglicht. Und das Herumirren mancher Torfrau im Strafraum lässt mich erschauern.

Okay, es gibt auch viele schöne Spielszenen. Wie die kleine Marta (Brasilien) da den großgewachsenen Norwegerinnen enteilt und dann mit einer Körpertäuschung die Torfrau aussteigen lässt, das hat schon Klasse. Und auch die jungen deutschen Spielerinnen haben manch technisch ausgefeiltes Kabinettstückchen auf dem Kasten. Ach, eigentlich ist Frauenfußball gar nicht so übel. Und die Entwicklung zeigt es, da ist noch einiges mehr drin.

Auf jeden Fall drücke ich den deutschen Frauen die Daumen. Aber das beste Team soll natürlich gewinnen. Und lasst die Fußball-Oma Birgit Prinz wie gegen Frankreich auf der Bank. Schließlich hat Bundesherrentrainer Löw den Ballack-Ballast auch über Bord geworfen.

Interessant im Zusammenhang mit der Frauen-Fußball-WM finde ich folgenden Artikel auf faz.net (Frankfurter Allgemeine Zeitung): Chauvi schön!

Eine Touch von Sexismus offeriert Deniz Yücel in seiner Kolumne Trikottausch (das hätten manche Herren gern) auf taz.de (Tageszeitung), aber immer witzig … Und was sagen unsere elf Freunde dazu?

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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