Leere Akkus, schwache Nerven

Die 13. Leichtathletik-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu ist beendet und brachte im 4-100 m-Staffel-Rennen der Herren den einzigsten Weltrekord dieser WM durch Usain Bolt und seine jamaikanischen Kumpel. Die Leistung der deutschen Mannschaft war durchwachsen, wie so oft.

Fotofinish 4x100 m Endlauf der Herren – Weltrekord Jamaika in 37,04 s

Diesmal waren es die Frauen, die Nerven zeigten und ihren Favoritenrollen nicht oder nicht ganz gerecht wurden (Kugel-, Speer- bzw. Hammerwurf). Da gab es kurzfristige Umstellungen in der Technik, die wohl noch nicht so ganz verinnerlicht waren (z.B. Betty Heidler warf erst vor kurzem Weltrekord im Hammerwurf mit dieser veränderten Technik, gewann in Daegu aber ‚nur’ Silber, weil, wie der Trainer es anschaulich beschrieb, „die Beine dem Hammer hinterher liefen“). Christina Obergföll wollte Weltmeisterin im Speerwurf werden, gewann ihrer schwachen Nerven wegen aber nur ‚Blech’ (vierter Platz). Viel besser machte es da Matthias de Zordo, männlicher Speerwerfer. Er überraschte angenehm und gewann Gold. Noch überraschender ist die Goldmedaille für den jungen David Storl im Kugelstoßen. Gegen seinen Teamkollegen Ralf Bartels, der ‚nur’ Zehnter wurde, wirkt er übrigens wie ein Hänfling. Technik und Kaltschnäuzigkeit ist eben alles. Seiner Favoritenrolle gerecht wurde Robert Harting – trotz eines lädierten Knies.

Zu den positiven Überraschungen gehört sicherlich auch Martina Strutz, die Silber im Stabhochsprung gewann. Sie machte es auf jeden Fall besser als ihr sich selbst zum Favoriten ernannte Kollege Malte Mohr.

Neben schwachen Nerven sind es dann die leeren Akkus, die die fehlende Topform erklären sollen. Bemerkenswert hier die beiden Herren Weitspringer, Christian Reif und Sebastian Bayer, die unisono im Misserfolg vereint das Klagelied vom ‚leeren Akku’ sangen. Aber nächstes Jahr bei Olympia in London, da wird dann alles anders. Sollte es auch, ansonsten sollten die Herren trotz ihrer großen Talente die Sportförderung zurückzahlen. Für leere Akkus wird nämlich nicht gezahlt.

Am Ende sind es sieben Medaillen geworden. Die männlichen Werfer dürfen mehr als zufrieden sein. Die Damen sollten ihre Nerven stählen. Die Läufer laufen zwar – aber der Weltspitze hinterher. Nächstes Jahr ist dann Olympia angesagt. Und ein Jahr später die nächste WM der Leichtathleten in Moskau.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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