Von isländischen Pfannkuchenpfannen und deutschen Bürgerfesten (1)

Im Frühsommer 1990 weilte ich mit meiner Frau und Freunden zu einer Rundreise auf Island. Kurz vor Abschluss unserer Reise waren wir auch im hohen Norden der Insel in Akureyri. Zeit, um Souvenirs für zu Hause zu kaufen. So fanden wir dann auch einen größeren Laden, eigentlich eine Art Lagerhalle etwas außerhalb des Ortskerns, der alles hatte, was man so aus Island hätte gern mitnehmen wollen. Natürlich viel Strickware aus guter Wolle von isländischen Schafen. Ich gönnte mir eine wollene Mütze, die heute noch irgendwie nach Schaf riecht, aber selbst bei Eiseskälte Hirn und Ohren warm hält. Natürlich gab es auch diese typischen isländischen Pullover, die bei uns fälschlicherweise oft kurz Norweger genannt werden.

Und irgendwie gab es da in diesem Verkaufslager auch eine Küchenabteilung. Uns fiel gleich eine kleine Bratpfanne auf, deren Funktion uns aber schnell klar wurde: Das war eine ganz spezielle Pfanne um Ausbacken von Pfannkuchen. Wer Halldór Laxness gelesen hat, weiß, dass Pfannkuchen in Island ein gern und oft gereichter Imbiss sind – besonders bei unverhofften Gästen. Und so kauften wir auch so eine kleine Pfannkuchenpfanne, um auch heute noch íslensk pönnukökur (isländische Pfannkuchen) zu braten.

Nun Rezepte für Pfannkuchen (pönnukökur uppskrift – wie der Isländer sagt) gibt es ziemlich viele. Und sie ähneln sich auch meist. Ob nun nach isländischer oder deutscher Art. Wir essen Pfannkuchen auch heute noch gern. Grundlage ist Mehl, etwas Fett (Butter oder Sonnenblumenöl), viele Eier und Milch, die den Teig ziemlich flüssig machen. Dazu eine Brise Salz und nicht zuviel Zucker, denn auf die Pfannkuchen kommt ja meist noch etwas drauf: von Schlagsahne bis Marmelade – mit und ohne Joghurt; mein jüngerer Sohn bevorzugt Nougatcreme mit Erdnussbutter (die Crunchy-Variante). Natürlich geht Pfannkuchen auch in einer veganen Fassung mit Sojamilch und dann eben ohne Eier.

Natürlich habe ich etwas geforscht, ob es hier bei uns auch so eine Pfannkuchenpfanne gibt. Es gibt. Da gibt es die Pfannkuchenpfanne Gusseisen Pfanne 23 cm Holzgriff Carl Victor, die zumindest optisch mit der aus Island viel Ähnlichkeit hat, auch wenn diese z.B. ‚nur’ einen Griff aus Kunststoff hat, der aber selbst nach langem Ausbacken nicht heiß wird (aber Vorsicht: die Pfanne selbst …). Die Pfanne aus Island ist übrigens genial. Man lässt sie zunächst heißt werden (aber nicht zu heiß), gibt wenig Fett (Butterschmalz oder Öl) hinzu und kann dann ohne Ende Pfannkuchen für Pfannkuchen backen. Erst die eine Seite und dann noch kurz die andere. Und das alles ohne, dass der Pfannkuchen in der Pfanne kleben bleibt. Dafür sorgen wohl klitzekleine Rillen im Pfannenboden, die spiralenförmig verlaufen.

Da kann ich nur sagen: Guten Appetit! Oder: Verði þér að góðu!

Soviel zu isländischen Pfannkuchen. Morgen mehr zu deutschen Bürgerfesten (und, um genau zu sein, isländischen Backspezialitäten!).

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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