Wortschatz

Wie viele Wörter der deutschen Sprache ein durchschnittlicher Deutscher kennt und verwendet, lässt sich noch erahnen. Angeblich umfasst der Wortschatz der deutschen Standardsprache ca. 75.000 Wörter. Wie groß der Wortschatz der deutschen Sprache insgesamt ist, dürfte dagegen kaum auszumachen sein, da dann sicherlich auch „Fachwortschätze“, also Wörter der Fachsprachen, hinzuzurechen wären.

Immer wieder haben sich Sprachwissenschaftler daran gemacht, den deutschen Wortschatz zu erfassen. Das bekannteste Beispiel ist das der Brüder Grimm und ihr deutsches Wörterbuch. Die Fertigstellung benötigte über 120 Jahre und enthält ‚lediglich’ ca. 320.000 Stichwörter, die auf 34.824 Seiten mit 67.744 Textspalten in 33 Bänden (Gesamtgewicht 84 kg) erläutert werden.

    Wortschatz

Für Philologen und Liebhaber der deutschen Sprache ist dieses Wörterbuch eine geradezu unendliche Fundgrube. Für den Hausgebrauch eignet es sich aber weniger. Da sind uns Duden, Wahrig u.a. hilfreicher.

Natürlich sind Wörterbücher dem Wandel unterlegen. Täglich kommen neue Begriffe, also Wörter, hinzu, die dann erst in einer Neuauflage eines ‚Buchs’ berücksichtigt werden können. Was bietet sich da Besseres an – als das Internet.

Zum einen erspart uns das Internet das Wälzen in einem 33 Bände starken Nachschlagwerk wie dem Deutschen Wörterbuch der Grimms – dieses ist online verfügbar. Zum anderen gibt es dort Sammlungen – z.B. die von Neologismen, also Wortneuschöpfungen, wie wortwarte.de -, die sich dem deutschen Wortschatz insgesamt verpflichtet fühlen: Wortschatz – Universität Leipzig.

So wühlt man sich durch den deutschen Wortschatz

Es war der ältere der beiden Grimm-Brüder, Jacob, der Fremdwörter tunlichst in dem genannten Wörterbuch vermeiden wollte. Auch heute bemühen sich verschiedene Institutionen um die Pflege der deutschen Sprache – und möglichst um die Vermeidung von Begriffen aus anderen Sprachen, besonders den Anglizismen. Dazu gehört die Gesellschaft für deutsche Sprache, die u.a. das Wort des Jahres kürt. Erwähnt sollte auch das Institut für Deutsche Sprache, über deren Website diverse Nachschlagewerke online verfügbar sind.

Apropos Vermeidung von Fremdwörter: Die Franzosen bemühen sich besonders darum. Aber auch ein kleines Land mit einer sehr alten Sprachkultur achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten: Island. Neue Begriffe erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz des Isländischen. „So entstand das Wort für ‚Computer’, tölva, aus den Worten tala, ‚Zahl’, und völva, ‚Wahrsagerin, Seherin’. Der Begriff für ‚Aids’, alnæmi, wurde aus al-, ‚all-‚, und næmi, ‚Empfindlichkeit’, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa (‚Schreibstube’) für Büro. … Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neumodische Begriffe rein isländische Ausdrücke findet.“ (Quelle: de.wikipedia.org)

Ich habe mich in diesem Blog schon öfter mit der deutschen Sprache und deren Wortschatz in Ihren verschiedenen Ausprägungen beschäftigt: Kafkas Wortschatz und KiezdeutschVon Archaismen und NeologismenWenn der Amtsschimmel wiehertMan spricht DeutschBedrohte Sprachen in Deutschland – u.a.

Dieser Beitrag hat einen besonderen Hintergrund, den ich in einen der nächste Tage auflösen werden. Vielleicht kann sich der eine oder die andere denken, was mir da ‚vorschwebt’, oder?!

Übrigens: Allein das Wort Wortschatz gefällt mir sehr. Es ist gewissermaßen eine Verbeugung der Sprache vor der Sprache – indem die Sammlung aller Wörter als Schatz betrachtet wird.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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