Drei ehrenwerte Herren

Wenn der Vater sich mit seinen Söhnen in Schale wirft, dann sieht das in etwa wie folgt aus:

Drei Töstmän

Die drei Töster Herren tragen nicht nur edlen Zwirn, sondern sind krawattenmäßig ganz schottisch ausgerichtet (der Herr mit Hut und Sonnenbrille im Tartan des McAlpine-Clans, der mittlere königlich Stewart (black) und der grauhaarige Herr, wie sollte es anders sein: ein Binder im Muster des Anderson-Clans).

Lockwood hat Recht: Gestern feierten wie die Konfirmation meines Jüngsten (der Mittlere). Vielen Dank für die Glückwünsche!

Christas Bärchen 12: Bärbel

Einen weiteren Teddybären in der Sammlung meiner Frau haben wir Bärbel getauft. Bärbel mit ihrer Perlenkette ist etwas füllig geraten und über den Versandhaushandel erworben. Leider gibt es zum Bär Bärbel keinerlei Herkunftsangaben. Es ist gewissermaßen ein Waisenkind und hat daher einen bevorzugten Platz erhalten (auf der Rückenlehne der Wohnzimmercouch), damit es sich nicht vereinsamt fühlt.

Christas Bärchen: Bärbel

Teddybär Bärbel – mit Perlenkette

Bärchen Bärbel

Herr Lehmann und die Bundeswehr

Sven Regener ist bekannt als Musiker (1985 gründete er die Berliner Band Element of Crime mit, für die er fast alle Liedtexte schreibt, singt sowie Gitarre und Trompete spielt) und vor allem als Verfasser des Romans „Herr Lehmann“, der 2001 erschien und in dem er das Leben des Barkeepers Frank Lehmann in Berlin-Kreuzberg des Herbstes 1989 beschreibt.

Wer „Herr Lehmann“ mag, wird auch Regeners zweiten Roman „Neue Vahr Süd“, ein Prequel zu Herr Lehmann, der das Leben des Frank Lehmann im Jahr 1980 in Bremen und bei der Bundeswehr beschreibt, mögen.

Sven Regener: Neue Vahr Süd

Regener arbeitet zur Zeit an dem abschließenden dritten Band „Der kleine Bruder“, in dem die Zeit zwischen 1980 und 1989 behandelt werden soll. Dieser wird voraussichtlich am 1. September 2008 im Handel erscheinen.

Die Vahr ist ein Stadtteil im Osten Bremens. Als nach dem zweiten Weltkrieg ca. 30.000 Wohnungen in Bremen fehlten, wurde 1954 begonnen, die Gartenstadt Vahr aufzubauen. Ab 1957 wurde die Neue Vahr errichtet. Die gesamte Vahr besteht aus Großwohnsiedlungen. Hier wächst Frank Lehmann, das Alter Ego von Sven Regener, auf.


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Neue Vahr Süd (Adam-Stegerwald-Straße/Heinrich-Imbusch-Weg)

Ich lebte fast 25 Jahre in Bremen und kenne natürlich viele der Lokalitäten, die in Regeners zweiten Roman auftauchen. Die Vahr zwar weniger, dafür das Ostertorviertel mit dem Cinema Ostertor. Dort gibt es viele Szenekneipen, u.a. mit Live-Musik. Auch habe ich öfter einen Giros Pita in dem kleinen Imbiss am Sielwall gegessen. Möglich also, dass ich Sven Regener schon mal über den Weg gelaufen bin.


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Ostertorviertel

Zurück zum Roman: Eines Tages wird Frank Lehmann zur Bundeswehr eingezogen, weil er glatt vergessen hatte, den Wehrdienst zu verweigern. Zwar stellt er noch während der Dienstzeit einen Antrag auf Verweigerung, wird aber abgelehnt.

Gerade wegen der Bundeswehr-Thematik finde ich das Buch sehr interessant, zumal mein Werdegang viele Parallelen mit denen von Lehmann-Regener aufweist. Sicherlich ‚übertreibt’ Regener, trifft am Ende aber den Nagel auf den Kopf. Ich weiß nicht, ob es ähnliche ‚Tatsachenberichte’ von der Bundeswehr gibt. Allein für Kandidaten auf den Dienst mit der Waffe wäre das Buch als eine Art Pflichtlektüre sehr zu empfehlen (mein großer Sohn wird es als nächstes lesen).

Im Mittelpunkt steht das „pazifistisches Dilemma“, wie es einer der Protagonisten des Romans nennt. Bei der mündlichen Verhandlung, die letztendlich über die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer entscheidet, wird immer wieder ein hypothetisches Ereignis dem Probanden vor Augen geführt: Was würde er tun, wenn er/seine Freundin/seine Eltern durch Dritte unmittelbar mit dem Tode bedroht werden? Würde er eingreifen und z.B. zu der Waffe greifen, die vor ihm liegt? Oder würde er ‚ruhig’ mit ansehen, wie er/seine Freundin/seine Eltern vor seinen Augen ermordet werden?

Wie er auch antwortet, die Antwort müsste zur Ablehnung seines Antrags führen. Von daher ist eine solche Fragestellung abstrus und geradezu makaber. Ich habe diese Frage nur ausweichend beantwortet und darauf hingewiesen, dass ich jetzt nicht beurteilen könnte, wie ich in einer realen Situation dieser Art tatsächlich reagieren würde. Zudem wäre ich unbewaffnet.


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Kaserne Dörverden

„Keiner will Wehrpflichtiger sein, Schmidt“, sagte Frank, „das ist ja gerade der Punkt. Wer das sein will, ist nicht Wehrpflichtiger, der ist freiwillig dabei, Wehrpflicht und Wollen, das geht nicht zusammen, wenn die Leute wollten, dann gäbe es ja keine Wehrpflicht!“

Kapitel 25. Nato-Alarm, S. 341, Taschenbuchausgabe 2006 – 2. Auflage

„… Meine Gründe sind ein bißchen anders. Ich will bloß nicht gezwungen werden, etwas zu tun, was ich nicht tun will. Und ich will von niemandem irgendwelche Befehle entgegennehmen. Was natürlich auch nichts ist, mit dem man bei der Verhandlung durchkommt.“

Kapitel 26. Heiner und Horst, S. 351, Taschenbuchausgabe 2006 – 2. Auflage

Siehe auch: Sven Regener und die Bundeswehr

Boykott der Olympischen Spiele in Peking 2008?

Drehen wir die Uhr zurück und ändern unseren Standort: Es ist 1936 und wir leben in einer Demokratie, die der unseren von heute gleichkommt. Die Olympischen Spiele wurden an ein Land vergeben, in dem eine Diktatur herrscht, die im Inneren jegliche Opposition unterdrückt: Deutschland – Berlin 1936.

Wäre es angebracht, an Olympischen Spielen in einem Land teilzunehmen, das später große Teile Europas annektiert? Von Völkermord und Krieg ganz zu schweigen! Sicherlich nicht!

Fesselnde Spiele ...

Die Olympischen Spiele 2008 hätten nie und nimmer an Peking vergeben werden dürfen. Darin sind sich viele inzwischen einig. Jetzt finden sie dort aber statt und sollen es auch.

Vielleicht hinkt der Vergleich mit Berlin 1936, trotzdem gibt es viele Parallelen. Auch wenn sich die Machthaber in China Kommunisten nennen, eigentlich bilden sie eine links-faschistische Diktator. Der Propagandaapparat ist gewaltig und wird für eine einseitige Berichterstattung genutzt. Geschickt werden Proteste selbst bei Live-Übertragungen herausgefiltert (die Übertragungen erfolgen zeitversetzt und erlaube so das Einblenden ‚neutraler’ Bilder, wenn eigentlich Bilder von Protesten zu sehen sind).

Und so soll und wird die Olympiade zu einem Werkzeug chinesischer Agitation. Werte und Ideale, auf die sich Olympia beruft, werden einfach ignoriert. Es geht nicht um die Einhaltung von Menschenrechten. Es geht lediglich darum, China in einem Licht erstrahlen zu lassen, wie es sich die Herrschenden vorstellen, das aber nicht der Wirklichkeit entspricht. Wie in Berlin 1936.

Wie passt z.B. der olympische Frieden zu der Meldung, dass ein Schiff aus China mit 77 Tonnen Waffen und Munition (drei Millionen Schuss Kalaschnikow-Munition, Granaten und Panzerabwehr-Raketen) an Bord nach Simbabwe unterwegs ist. Auch wenn das Simbabwe eines Robert Mugabe enger Verbündeter Chinas ist, so sollte es sich aus den inneren ‚Angelegenheiten’ eines anderen Landes heraushalten. Schließlich verbietet sich Peking ja auch jede Einmischung ausländischer Staaten im Tibet-Konflikt, Tibet, ein Land, das von China annektiert wurde.

Es spricht vieles für einen Boykott der Spiele in Peking. Da mögen deutsche Wirtschaftsführer (wie Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender von BASF) behaupten, dass „China ist auf dem richtigen Weg“ sei: Das Land verändere sich zu mehr Wohlstand, zu mehr Einkommen und auch zu mehr Rechten. Ich meine: Mehr Wohlstand bedeutet nicht gleichzeitig ein Mehr an Menschenrechten. Auch unter Hitler gab es Wohlstand.

Zurecht warnt Herr Hambrecht vor negativen Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft in China, wohl besonders für BASF: BASF in einer der größten Investoren in China. Nachtigall ick hör dir trapsen, wie der Berliner sagt. Was kümmern Wirtschaftsbosse wie Hambrecht Menschenrechte, Hauptsache ist, der Profil stimmt. Aber auch das kann sich ändern, Herr Hambrecht: Wenn die Chinesen dank Industriespionage und dergl. erst einmal über das benötigte Know-how verfügen, wird man die ‚Hilfe’ westlicher Staaten nicht mehr gebrauchen.

Olympia in Ketten: Peking 2008

Ein Argument, das für den Dialog mit Peking spricht, ist der Hinweis darauf, dass die jetzige Führung als gemäßigt zu gelten habe. Die Olympischen Spiele wurden sicherlich auch deshalb nach Peking vergeben, um diese Reformkräfte zu unterstützen. Denn hinter der Führung warten anscheinend nur die richtigen Hardliner, die dem ganzen Spuk der Westorientierung (einschließlich Olympia) am liebsten schnell ein Ende bereiten möchten.

Nur welche Reformen sind das, die jetzt auch mit Olympia unterstützt werden? Es sind wirtschaftliche Erfolge, die China ohne Zweifel aufzuweisen hat. Aber dient das wirklich den Menschen in China (und Tibet)? Verbergen sich dahinter nicht Machtgelüste, die ohne Rücksichten China zur Weltmacht, am Ende zur einzigsten Weltmacht erheben wollen? Solange die so genannten Reformer Erfolge vorweisen können, werden die Hardliner im Hintergrund bleiben.

Was also tun? Boykott der Spiele – ja oder nein? Ich plädiere für einen Boykott. Aber im Grunde spielt das keine Rolle. Die Führung in China wird so oder so ihren rigorosen Kurs beibehalten, ob nun mit Spielen oder nicht. Bei einem Boykott müssten sich allerdings die Machthaber in Peking einiges einfallen lassen, um ihren Bürgern zu vermitteln, dass Sportler aus demokratischen Staaten nicht angetreten sind. Sollte da den Menschen in China vielleicht klar werden, dass sie nicht nur in Sachen Olympia hinters Licht geführt werden?

So oder so: Die Olympischen Spiele 2008 sind bereits jetzt eine Farce. Der Fackellauf verkommt zum Spießrutenlauf! Hoffen wir nur, dass die Spiele selbst nicht – in welcher Form auch immer – entgleisen!

Siehe zdf.de: Peking 2008 – Proteste und Spiele

Konfirmation 2008 in Tostedt

In diesen Wochen finden in der Johanneskirche zu Tostedt die Konfirmationsfeiern 2008 statt. Dieses Jahr wird nun auch mein jüngerer Sohn Lukas konfirmiert.

Bereits 2004 fand (für einige der diesjährigen Konfirmanden) eine Vorkonfirmation in Rahmen eines neuen Modells des Konfirmandenunterrichts, des sogenannten ‘Hoyaer Modells’, statt: Begleitend zur 4. Schulklasse (daher auch kurz als KU4 bezeichnet) werden die Kindern hauptsächlich von Elternteilen unterrichtet . So hatte auch meine Frau unseren Sohn mit einigen seiner Schulkameraden als Gruppe unterrichtet. Das zweite Jahr des Unterrichts begleitet dann – wie gehabt – das 8. Schuljahr. Nach dem ersten Jahr dürfen die Vorkonfirmanden u.a. am Abendmahl teilnehmen.

KU4 - Vorkonfirmation 2004 mit meiner Frau und Sohn Lukas

siehe hierzu: KU4

Mit der Konfirmation werden die Konfirmanden als aktive Mitglieder in den Kreis der Kirchengemeinde aufgenommen. Die Ähnlichkeit mit der Initiation, also die durch bestimmte Gebräuche geregelte Aufnahme in eine Standes- oder Altersgemeinschaft, besonders die Einführung von Jugendlichen in den Kreis der Männer oder Frauen bei Naturvölkern, ist natürlich unverkennbar.

Meine Lieblingslieder – Teil 2

Gestern stellte ich meine 10 Lieblingslieder vor. Heute nun weitere 10 Lieder, die ich ebenfalls sehr gut finde und sie daher dem geneigten Publikum vorstellen möchte – wenn auch in etwas kürzerer Form, aber wieder nur dem Alphabet nach.

Paul Brady ist vielleicht durch seine frühere Zusammenarbeit mit der irischen Band Planxty bekannt und seit Ende der 70-er Jahre meist solo unterwegs.

They say the skies of Lebanon are burning
Those mighty cedars bleeding in the heat
They’re showing pictures on the television
Women and children dying in the street
And we’re still at it in our own place
Still trying to reach the future through the past
Still trying to carve tomorrow from a tombstone…


Paul Brady: The Island

Zu Kate Bush keine weiteren Worte mehr. Ich habe hier ein Lied herausgesucht, das sie mit Peter Gabriel zeigt:


Kate Bush & Peter Gabriel: Don’t Give Up

Wie Kate Bush so ist auch Sandy Denny eine Sängerin mit einer ungewöhnlichen Stimme – leider gewesen. Sie verstarb früh. Bekannt ist sie u.a. auch durch die Zusammenarbeit mit Fairport Convention (der B-Mannschaft von Jethro Tull – wie ich es einmal nannte).


Sandy Denny – Who Knows Where The Time Goes (solo acoustic)

Alex, Kretakatze und auch Lockwood mögen mir verzeihen, wenn ich Dire Straits mit Mark Knopfler nicht unter den ersten zehn in meiner persönlichen ‚Hitparade’ aufgeführt habe. Aber es gibt so viele schöne Lieder, die es geschafft haben, die Sultane des Swings zu verdrängen.


Dire Straits mit Mark Knopfler: Sultans of Swing (live)

Von den Instrumentalisten der niederländischen Gruppe Flairck hatte ich vor einiger Zeit bereits Lockwood berichtet. Sie feierten jetzt eine Reunion, wie es wohl neu-deutsch heißt. Hier ein Ausschnitt aus dem neuen Programm – wundervolle Musik wie ich finde.


Flairck: Voorspel in Sofia

Richie Havens: License to Kill
Richie Havens wurde wohl durch seinen Auftritt in Woodstock 1969 bekannt und durch seine Coverversionen von Liedern – von den Beatles (Here comes the Sun – Strawberry Field Forever) bis hin zu Bob Dylan. Charakteristisch ist neben der tiefen, sonoren Stimme sein Gitarrenspiel mit offener D-Stimmung (beim Anschlagen der leeren Saiten erklingt der D-Dur-Akkord). Akkorde spielt er somit meist mit dem Daumen, wie auch nachfolgend zu sehen ist.


Richie Havens: License To Kill

Für meine Mark Knopfler-Fans: Dieses Bob-Dylan-Lied gibt es auch mit dem Meister persönlich – und von Herr Knopfler begleitet: License to Kill.

Wie schon angedeutet, so habe ich eine besondere Beziehung zu afrikanischer Musik – und das nicht nur in Klanggestalt afro-amerikanischer Musik (wie Soul, Reggae usw.), sondern nativ vom schwarzen Kontinent selbst. Ich hatte in diesem Blog bereits über Desert Blues – Musikprojekt aus Mali berichtet. Als einen weiteren musikalischen Vertreter Afrikas möchte ich hier Baaba Maal aus dem Senegal vorstellen mit dem Lied: Goongama

Baaba Maal: Goongama

Aimee Mann habe ich auch bereits zweimal vorgestellt (Calling it Quits und mit dem Weihnachtslied One More Drifter in the Snow).

Hier die kühle Blonde mit einem weiteren Lied, wohl meinem Lieblingslied von ihr:


Aimee Mann: Ghost World

Suzanne Vega: Luka
Eine weitere Sängerin und Songwriterin, Suzanne Vega, möchte ich nicht vergessen. Das Ungleichgewicht männlich – weiblich ist groß genug, auch bei mir. Aber nicht deshalb, sondern weil ich das Lied „Luka“ immer wieder gern höre (und auch viele der anderen Lieder von Suzanne Vega) … hier die Live-Fassung:


Suzanne Vega: Luka

Zuletzt Frank Zappa. In die Top Ten hat er es bei mir zwar nicht geschafft, aber würde ich ihn unterschlagen, dann täte ich auch einer meiner (vielen) Seelen Qual an. Zappa präsentiert den ironisch bis leicht zynischen Zug in mir. Don’t Eat the Yellow Snow kennen wir bereits. Bobby Brown ist zwar lange nicht das beste Lied aus der Feder des Meisters, aber das erfolgreichste (hier ebenso ‚erfolgreich’ verkörpert durch George W. Bush).

Da Frank Zappa auch ein großartiger Gitarrist war, hier ein Stück, in dem er etwas von dieser Kunst zeigen (hören) lassen darf: Cosmic Debris (ließe sich vielleicht mit „kosmischer Tinnef“ übersetzen).


Frank Zappa: Cosmic Debris

Meine Lieblingslieder – Teil 1

Da habe ich mich auf etwas eingelassen, als ich ankündigte, eine Art Top Ten, also die Charts meiner Lieblingslieder zu nennen, und es sollte immer nur ein Lied sein – pro Gruppe bzw. Interpret. Was sollte da z.B. das mir liebste Stück von Jethro Tull sein?

Und jetzt hat Alex auch noch vorgelegt, indem er uns mit Mein persönlicher Chart eine Liste seiner hörenswerter Lieder und Stücke präsentierte.

Nach einigem Hin und Her sind 20 Bands und Einzelinterpreten verblieben, die ich hier in zwei Gruppen vorstellen möchte. Die erste Gruppe entspricht meiner Top Ten, wobei ich auf Platzierungen wohlweißlich verzichtet habe (weil es mir einfach nicht möglich ist zu sagen, welches Lied ich besser als ein anderes finde). Daher die Auflistung nach dem Alphabet. Und die zweite Gruppe repräsentiert Lieder, die bei mir vielleicht nicht ganz oben anstehen, die ich aber doch so gut finde, um sie unerwähnt zu lassen (dazu morgen mehr).

Wie Lockwood erwähnte: „Eine Liste, die ich heute erstellen würde, sähe schon anders aus als eine Liste, die ich vor einem Jahr aufgestellt hätte. Aber es gibt Lieder, die man in allen Phasen des Lebens im inneren Ohr hat. Diese Songs gilt es aufzulisten.“ Genau das habe ich unter Berücksichtigung meiner unterschiedlichen Lebensabschnitte versucht zu tun.

Joan Armatrading: Down to Zero
Joan Armatrading habe ich bereits in mehreren Beiträgen vorgestellt. Für mich ist sie eine außergewöhnliche Songwriterin, die mich auch in einigen Live-Konzerten zu überzeugen wusste.


Joan Armatrading: Down To Zero (02/15/1979)

Ry Cooder: Get Rhythm
Erst dieser Tage habe ich mich in einem Beitrag seiner Gitarrenkünste angenommen. Ich finde seine Musik frisch und immer wieder aufmunternd. Es gibt auch bei ihm viele Lieder, die mir gefallen. Bleibe ich aber bei der Cover-Version des Johnny-Cash-Liedes „Get Rhythm“.


Ry Cooder: Get Rhythm

Cream: White Room
Hier haben sich drei Meister ihres Fachs getroffen: Ginger Baker, der mit seinen Trommelkünsten auch bei afrikanischen Musikern überzeugen konnte, und die haben den Rhythmus bekanntlich im Blut. Dann Jack Bruce, der den Bass aus seiner reinen Begleiterfunktion zu einem Soloinstrument erhob. Last not least Eric Clapton, der ‚Gott’ der Rockgitarristen. Hier eine Aufnahme der Reunion-Konzerte vom Mai 2005; die DVD dazu ist einfach super. Lange habe ich überlegt, ob ich nicht auch die Gruppe Colosseum mit dem Lied „Theme for an Imaginary Western“ hier aufnehmen sollte (wie „White Room“ stammt diese Lied aus der Feder von Jack Bruce). Dieses Lied von Cream soll genügen.


Cream: White Room ((Royal Albert Hall May, ’05)

Gentle Giant: The Advent of Panurge
Zusammen mit Gruppen wie Yes, Emerson, Lake & Palmer und natürlich auch Jethro Tull galt Gentle Giant als eine der Hauptvertreter des Progressive Rocks etwa Anfang bis Mitte der 70-er Jahre. Sicherlich ist es eine teilweise schwerverdauliche, da sehr ‚kompakte’ Musik mit vielen Finessen. Nichtsdestotrotz faszinierte mich besonders die Musik von Gentle Giant von Anfang an.


Gentle Giant: The Advent of Panurge

Im Alphabet folgt Jethro Tull … mit „Thick as a Brick“. Ja, hier tat ich mich besonders schwer. Ist sicherlich auch verständlich. Eines der ersten Stücke, das ich von meiner ‚Lieblingsband’ sah und hörte, war „Living in the Past“ 1969 im Fernsehen. Es war gewissermaßen die Initialzündung für meine Vorliebe für Jethro Tull. Daher wollte ich erst dieses Stück auch in meine Charts aufnehmen. Nach langer Überlegung habe ich mich dann doch für „Thick as a Brick“ entschieden, es ist ein geradezu geniales Stück Musik, und weil es ein etwas sehr langes Stück ist, so steht hier der Anfang des Stücks mit der akustischen Gitarre und dem Gesang von Ian Anderson (und ein bisschen mehr):

Really don’t mind if you sit this one out.
My words but a whisper your deafness a SHOUT.
I may make you feel but I can’t make you think.
Your sperm’s in the gutter your love’s in the sink.
So you ride yourselves over the fields and
you make all your animal deals and
your wise men don’t know how it feels to be thick as a brick.


Jethro Tull: Thick as a Brick – Part 1 (02/10/1977)

Es ist auch noch nicht so lange her, da berichtete ich hier über die drei Gitarrenheroen Paco de Lucia, John McLaughlin und Al di Meola. Ich denke alles für mich Wesentliche dort aufgeführt zu haben, was die gemeinsamen Auftritte der drei betrifft.

Ich habe nun einmal zwei Seelen in meiner Brust (wahrscheinlich sind es noch mehr), da kommt neben der Begeisterung für einfache Dinge, manchmal auch der Drang ‚nach Höherem’ hervor. Hier nochmals das Gitarrentrio mit „Mediterranean Sundance“.


Paco de Lucia – John McLaughlin – Al di Meola: Mediterranean Sundance

Schon früh kam ich mit der Musik von Schwarzen in Berührung (aber das ist schon wieder ein Thema für sich). Neben Soul (hier sei nur der Name Curtis Mayfield genannt) war es besonders der Reggae, der mir immer wieder sehr gut gefällt. Bekanntester Vertreter dieser Musik der Insel Jamaika ist bzw. war natürlich Bob Marley. Hier ein Lied, das wohl jeder schon einmal gehört hat:


Reggae – Bob Marley: No Woman No Cry

Auch zu Herman van Veen möchte ich keine weiteren Worte verlieren. Seine Musik hat mich eine längere Zeit begleitet. So zählt das Lied „Ich habe ein zärtliches Gefühl“ (die zarte Seele in meiner Brust meldet sich hier) zu meinen absoluten Lieblingsliedern. Hier die holländische Fassung des Liedes:


Herman van Veen – Ik heb dat tedere gevoel

Das folgende Lied findet sich hier, nicht weil ich besonders Hannes Wader mag, sondern weil es auf wunderbare Weise meine Wahlheimat, den Norden Deutschlands spiegelt. Ich mag die plattdeutsche Sprache, die leider vom Hochdeutschen fast gänzlich abgelöst wurde. Und speziell an diesem Lied mag ich die leise Melancholie: Min Jehann.


Hannes Wader: Min Jehann (aus: Plattdeutsche Lieder – 1974)

Zuletzt in meinen Top Ten findet sich Tom Waits. Für diejenigen, die mich kennen, ist das klar: Der gute Tom darf nicht fehlen. Und es sind gleich zwei Lieder, die sich ähneln und es mir schwer machen, mich zu entscheiden: „In the Neighborhood“ und „Take Care Of All My Children“. Ich habe mich für das ältere der beiden Lieder entschieden:


Tom Waits – In The Neighborhood – 1983

Christas Bärchen 11: Pirat

Meine Frau ist der Meinung, dass alle Inselbewohner irgendwie noch Piraten sind. Das trifft sowohl für die Hebriden an Schottlands Westküste, für die Nord- und Ostfriesische Inseln, wie auch für Deutschlands einzigster Hochseeinsel Helgoland zu, um nur einige Inseln bzw. Inselgruppen zu nennen. Inselbewohner neigen dazu, Touristen und dergl. ‚auszuplündern‘ 🙂

Gar nicht verwunderlich ist es daher, dass wir gerade auf Helgoland auch einen Piratenteddybären fanden, den meine Frau natürlich gern in ihrer Sammlung aufnahm, ein Pirat mit Augenklappe, Kopftuch, Holzbein und einem piratenmäßigen Hemdchen.

Christas Bärchen: Pirat

Piratenbär mit Augenklappe, Kopftuch, Holzbein und Piratenhemd

Drezi-Plüsch – Art.Nr. 0/2020 von der Firma Dressler & Zimmerhackl KG, Karlsruhe (Großhandel mit Im- und Export)

gekauft auf Helgoland

Bärchen Pirat – von Drezi-Plüsch