Lehrgang mit Leerlauf

Wenn man so an einem Lehrgang teilnimmt, fallen einem merkwürdige Sachen ein. So assoziiert man z.B. den Begriff Lehrgang über die gedankliche Brücke Gangschaltung schnell mit Leerlauf. Woran das nur liegen mag?

Leergang

Wenn ich nicht mehr weiter weiß …

… bild‘ ich einen Arbeitskreis! Oder besuche einen Lehrgang in der Hoffnung, dort die Infos zu bekommen, die mir für meine Arbeit fehlen. Ich könnte auf der Arbeit natürlich auch ein schlaues Buch lesen. Nur komme ich nicht dazu, weil ich, wie auch sonst in meiner Arbeit, ständig unterbrochen werde; z.B. weil gerade ein Arbeitskreis einberufen wurde. …

Arbeitskreis

Diese Woche nun bin ich auf Lehrgang – eine ganze Woche lang. Es geht um Datenbanken, ihre Einrichtung, Verwaltung und was sonst noch dazu gehört. Ist schon ziemlich aufwendig – das Ganze. Eigentlich will ich nur wissen, wie man die Daten von einer alten Datenbankversion in die neuester Version migriert, wie man das nennt (ich nenne das auch ‚Schaufeln‘, also wie man die Daten von einer Version in die andere ’schaufelt‘). Naturlich kommt das nur am Rande des Lehrgangs vor, und auch erst am Schluss. Und wenn ich Pech habe, dann kommt das gar nicht dran, weil der Kurs früher zu Ende ist, als das Thema drankommt. So könnte ich vielleicht die Pausen zwischen den Lehrgangsstunden nutzen, um den Dozenten schon einmal die eine oder andere Frage zu stellen. Aber der ist damit beschäftigt, einen der Rechner meiner Lehrgangskollegen (oder auch meinen) wieder in Gang zu setzten, nachdem dieser abgestützt ist (ich nenne das auch ‚Abkacken‘).

Wie auch immer: Am Ende des Lehrgangs bin ich genauso schlau wie zuvor, vielleicht etwas schlauer. Aber da ich das neue Wissen eigentlich nicht brauche, so vergesse ich es schnell auch wieder. Nächstes Mal: Statt Lehrgang bilde ich dann doch lieber einen Arbeitskreis!

Herbie Mann: Memphis Underground

Was Ian Anderson für die Rockmusik ist, das war Herbie Mann für den Jazz: beide brachten ihrer Musik die Flötentöne bei. Das sich beide im Alter ziemlich ähnlich sehen/sahen – ich hatte schon einmal darüber berichtet. Bin ich nun durch Herbie Mann zu Jethro Tull, der Band von Ian Anderson gekommen – oder umgekehrt? Letzteres wohl, denn als ich Herrn Anderson mit seinen Mannen Ende 1968 im Fernsehen sah, da war es um mich (musikalisch) geschehen. Just in dieser Zeit spielte Herbie Mann (am 21. August 1968 – so zusagen: in einem Rutsch) sein legendäres „Memphis Underground“-Album ein – wohl eines der meist verkauftesten Jazz-Alben aller Zeiten. Und Jahre später findet sich das Titelstück (auf einer „Best of …“-LP) bei mir im Plattenschrank wieder. Neben Herbie Mann auf der Flöte sind es zwei Musiker, die sich auf diesem Stück durch eigene Soli hervortun, zunächst Larry Coryell auf der Gitarre, dann Roy Ayers auf den Vibes, wie man das Vibraphon lässig in Amerika benennt. Gerade Larry Coryell, der ein Grenzgänger zwischen Jazz und Rockmusik ist, begegnete mir später noch öfter, u.a. spielte er mit Jack Bruce und John Mclaughlin, den wir vom Mahavishnu Orchestra her kennen. Mit letzterem und dem Flamencogitarristen Paco de Lucia bildete Coryell 1979 ein Trio – sein Nachfolger wurde dann Al Di Meola, der wiederum mit Ian Anderson zusammenspielte (im „Soulmates“-Projekt von Leslie Mandoki). So schließt sich der Kreis?! Aber genug der Ausschweifungen …

Herbie Mann

Da ich gerade dabei bin, meine alte LP-Sammlung Stück für Stück zu digitalisieren, so war am letzten Wochenende das besagte „Best of…“-Album von Herbie Mann dran. Hier der Jazz-Klassiker zum Lauschen für Euch:


Herbie Mann: Memphis Underground

The Johnstons: Ye Jacobites by Name

Während der 18. Jahrhundert erlebte Schottland, wie andere europäische Länder auch, eine tiefgehende wirtschaftliche, gesellschaftliche, religiöse und politische Revolution: Er verwandelte sich von einem Agrar- in einen Industriestaat, und von einem unabhängigen Staat faktisch in eine Provinz Englands: Das alte System wurde vor allem von den kriegerischen Stämmen des Hochlands und den Großgrundbesitzern verteidigt – Vorkämpfer der neuen Ordnung waren z.B. die protestantischen Bürger der Städte im Flachland, die vom Wirtschaftswachstum, das der Kapitalismus brachte, profitierten.

Das überholte Feudalsystem wurde repräsentiert durch die „Jacobites“, die Anhänger des katholischen Königs James (= Jacob), der 1688 vertrieben worden war, und seiner Nachkommen, die weiterhin Anspruch auf den Thron erhoben.

Jacobites

Gegen sie richtet sich dieses Lied, das den nüchternen Pragmatismus einer neuen Zeit ausdrückt: Das aufstrebende Bürgertum hat keine Lust, sich in die feudalen Fehden der untergehenden Klasse zu verstricken, und zerreißt ihre Ideologie.

Ye Jacobites by name, lend an ear, lend an ear,
Ye Jacobites by name, lend an ear;
Ye Jacobites by name, your faults I will proclaim
Your doctrines I must blame,
You shall hear, you shall hear,
Your doctrines I must blame, you shall hear.

Hier eine Interpretation der irischen Gruppe The Johnstons, aus deren Dunstkreis Paul Brady ‚erstand‘, einem Musiker, der auch zu meinen musikalischen Lieblingen gehört. Ich muss gestehen: Den ich etwas aus den Augen verloren habe. Aber so findet man sich wieder (später sicherlich etwas mehr zu Paul Brady).


The Johnstons: Ye Jacobites by Name

Jethro Tull: Tampa Stadium 31.07.1976 Konzertvideos

Am 31. Juli 1976 spielte Jethro Tull im Tampa Stadium zu Tampa/Florida in den USA. Von diesem Konzert gibt es einen Mitschnitt unter dem Namen TullaVision, der vor einem Jahr von Tull-Fans als DVD auf den ‚Markt‘ gekommen ist. Ich berichtete darüber. Leider fehlt die 2. Hälfte des Konzertes. Ich hoffe, dass diese eines Tages in gleicher Frische allen Tull-Fans zugängig gemacht wird.

Tullavision 1976: Jethro Tull live 1976 in Tampa/Florida

Aber immerhin der erste Teil, der gleich mit mehreren Highlights daherkommt: Für mich an erster Stelle „Minstrel in the Gallery“, dann natürlich „Thick as a Brick“, auch „Wond’rinmg Aloud“. Insgesamt habe ich die DVD in zehn Teile seziert und wer mag, kann sich diese bei youtube.com anschauen.

Was ist bloß mit Ian los? Teil 54: Aqualung-Polka

Hallo Wilfried,

Du hast es auf den Punkt gebracht: Ich lästere, pauschaliere, verurteile, sonne mich in Selbstgerechtigkeit. Und das Alles nüchtern. Ich bin mir dieser Schwächen bewusst und werde nicht das Geringste unternehmen, um sie abzustellen. Es ist einfach zu schön…

Ich glaube nicht, dass charakterliche Defizite ihre Ursache allein in bluttriefenden Horrorfilmen haben. Das hieße im Umkehrschluss, dass jemand, der nur Heidi und Sesamstraße konsumiert, sich zum moralischen Übermenschen entwickeln würde. Daran glaube ich nicht. Der Mensch ist ein Produkt aus Erbgut und Umwelt; welche dieser Faktoren für die Charakterbildung die bedeutendere Rolle spielt, hat die Wissenschaft noch nicht klären können. Ich sowieso nicht. Als Kind habe ich auch gerne Action- und Brutalofilme gesehen (meine Mutter klagt heute noch darüber), aber bis jetzt habe ich den Nachahmungstrieb erfolgreich unterdrücken können.

Deine letzte mail war wieder die reinste Linksammlung, vielen Dank dafür ! Ich kenne niemanden, der sich in der Welt der Musik so gut auskennt wie Du. Deine gelinkten Neuigkeiten (die Damen, denen Du ein Kapitel im Blog gewidmet hast), wären glatt an mir vorbeigegangen. Ehrlich gesagt, hätte ich es nicht besonders bedauert. Die Musik der Künstlerinnen trifft nicht meinen Geschmack. Irgendwie muss ich eingestehen, dass ich an Neuigkeiten aus der Musikwelt nicht mehr so interessiert bin wie in früheren Jahren. Lediglich das neue Album von Grönemeyer (diesmal ohne „h“) hat mich aufmerksam gemacht. Ich kenne zwar bisher nur die erste Singleauskopplung „Stück vom Himmel“, aber die finde ich hervorragend. Manche mögen sie als schmalzig oder wagnerhaft bezeichnen, aber mir gefällt es. (So ein bisschen barock bin ich ja auch…)

Im Spiegel las ich ein Interview mit Herrn Grönemeyer. Natürlich wurde er wie immer auf seine Texte angesprochen. Seine Aussage dazu ist glasklar: Er schreibt seine Texte nicht, damit sie vom Hörer interpretiert werden. Er verfolgt keine Aussagen mit seinen Lyrics. Das erleichtert mich sehr, denn ich kann auch keine entdecken. Ich würde mich besser fühlen, wenn Mr. Anderson zu seinen Texten eine ähnliche Aussage gemacht hätte. Hat er aber nicht und deshalb ist er jetzt Ehrendoktor.

Gerade höre ich „Zieh Deine Weg“ aus dem 12-Album. Das gefällt mir überhaupt nicht. Herr Grönemeyer scheint seine Lieder auch nach dem Baukastenprinzip zu komponieren. Auf jedem Album finden sich Lieder, die anderen Lieder auf vorangegangenen Album sehr, sehr ähnlich sind.

“Somebody to love“ zählt für mich zu den ganz großen Queen-Nummern. Allerdings nur das Original. Nach dem Tod von Mr. Mercury hat George Michael eine Weile als Sänger bei Queen ausgeholfen. Seine Version des Titels ist sehr bekannt geworden. Allerdings war er für mich kein vollwertiger Ersatz. Mr. Michael ist sicher ein großartiger Künstler, aber wenn ich Queen-Musik hören will, kann ein Dritter es mir niemals recht machen. Robbie Williams ist in meinen Augen ein großer Entertainer, aber als Sänger von Queen kann er nur verlieren. In dieser Hinsicht bin ich Purist. Und, natürlich: Trotz aller Stimmbandprobleme würde ich keinen anderen Interpreten für JT-Songs akzeptieren als Mr. Anderson.

Mein Verhältnis zum Meister ist wirklich zweischneidig: Wenn ich mir die alten Platten anhöre, sind seine „Sünden“ der letzten Jahre verziehen. Seine Folk-Alben sind wie für meinen Geschmack maßgeschneidert. Schade, dass die Entwicklung falsch herum lief.

Meine Geflügelsammlung hast Du mehr als ergänzt. Wie immer: Ich zeige Dir stolz einen Baum und Du präsentierst mir den Wald dahinter. Respekt ! “while the fool with the hour-glass is cooking his goose” wird im Songbook so übersetzt: „…während der Narr mit der Sanduhr sich selbst den Garaus macht…“ „to cook someone’s goose“ bedeutet lt. dict.cc: jemanden erledigen, fertigmachen. Wusste ich nicht.

Schönes Wochenende und Cheerio !
Lockwood

09.03.2007

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Hallo Lockwood,

wer in der Öffentlichkeit steht, muss damit rechnen, dass er zur Zielscheibe wird. Wenn es sich dabei um eine Persönlichkeit wie Ian Anderson handelt, der sich sicherlich viele Verdienste erworben hat, der aber auch manche Eigenart besitzt, die, obwohl gut ‚versteckt’, meistens doch an die Oberfläche dringt, da schlägt ‚man’ besonders gern zu. Aber wir treiben es ja eher im Sinne von „wer sich liebt, der neckt sich“, auch wenn es nur in eine Richtung geht (was würde der Meister antworten, wenn er von unserem Gedankenaustausch erführe? Mit Sicherheit nichts, dafür sind wir zu sehr ‚Fußvolk’).

Ob ich mich wirklich so gut in der Welt der Musik auskenne, bezweifle ich. Dafür ist die Bandbreite einfach zu groß. Aber ich suche nach musikalischen Schätzen, und das Internet hilft mir dabei. Nur sind solche Schätze wirklich sehr rar gesät. Hinzu kommt natürlich auch, das Musik als solches Geschmackssache ist. Darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten (im Falle von Herrn Anderson vielleicht schon). Herrn Grönemeyer habe ich im Fernsehen gesehen. Das Lied ist wirklich nicht schlecht, aber vom Hocker reißt es mich dann auch wieder nicht. In einem hast Du recht: Er singt tatsächlich deutsch, wenigstens ansatzweise.

Man kann natürlich auch von Texten halten, was man will. Ich denke mir, dass sie immer einen bestimmten Bezug zu der Person haben, die sie schreibt. Und diese Person wird einiges von dem, was sie bewegt und interessiert, in diesen Texten verarbeiten. Manchmal ist das für andere offensichtlich, manchmal eher ‚versteckt’. Wenn nun Herr Anderson in seinen Texten z.B. permanent rassistisches Gedankengut herüberbringen wollte, dann könnte seine Musik nichts retten: er wäre für mich gestorben. In soweit spielen die Texte schon eine Rolle für mich. Das soll nun nicht heißen, dass ich als wichtigstes Kriterium die politische Gesinnung eines Künstlers heranziehe. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine Musik gibt, die ich mag, und die dann textlich so völlig daneben liegt. Zu Jethro Tull: Mir ist die Musik natürlich wichtiger als die Lyrics von Herrn Anderson. Ich finde es aber befriedigend zu wissen, dass er keinen allzu großen Scheiß gedichtet hat.

Zu Queen und Deinen Anmerkungen kann ich leider nicht viel schreiben: Hat George Michael wirklich nach dem Tod von Herrn Mercury eine Zeitlang das gesangliche Zepter bei Queen übernommen? Kann ich mir gar nicht so richtig vorstellen. Und zu Robbie Williams äußere ich mich nun wirklich nicht, weil ich ihn einfach nicht mag (musikalisch, menschlich usw.).

Zum Purismus: Bei dem, was wir von Jethro Tull, besonders aus der Phase, die wir beide mögen (Konzept- und Folk- bzw. Folkrockalben), kennen, ist es auch für mich undenkbar, die Stimme Ian Andersons durch eine andere, wenn auch ähnliche, ausgetauscht zu hören. Aber wie soll es weitergehen mit Jethro Tull, bei den Stimmproblemen von Herrn Anderson? Soll es überhaupt weitergehen? Neben dem Acoustic Album (wieder nur eine Art „Best of“, wenn es auch die Stücke enthält, die auch für mich die besten sind), das Ende dieses Monats erscheinen soll, ist für Ende des Jahres angeblich wirklich ein neues Studio-Album geplant. Wie schon einmal erwähnt: Ich könnte mir mehr instrumentale Stücke vorstellen. Aber lasse ich mich überraschen (Dich überrascht ja wohl nichts mehr).

The Best of Acoustic Jethro Tull

Best of Acoustic Jethro Tull

Der Bekanntheitsgrad (und der der Beliebtheit) einer Band lässt sich auch daran ablesen, wie oft sie ‚gecovert’ wird. Wir hatten das Thema schon öfter angesprochen und ich hatte dich früher einmal mit einer Web-Adresse versorgt, die ich nun selbst näher erkundet habe. Das meist gecoverte Stück ist natürlich „Locomotive Breath“, von dem ich bereits einige Versionen kenne. Es ist vielleicht auch das Stück, bei dem mich eine gecoverte Version am wenigsten stört (ansonsten gilt schon das oben Geschriebene: ein Jethro Tull-Stück ohne Ian Andersons Stimme ist kein Jethro Tull-Stück). Viele Stücke, die sich über die erwähnte Web-Adresse finden lassen, sind allerdings ziemlich grausam. Zum einen mangelt es an der richtigen Aufnahmetechnik, zum anderen: wenn es instrumental noch geht, dann hapert es eindeutig am Gesang. Für mich wird dabei eines sehr klar: Die musikalische Klasse von Jethro Tull ist einfach zu hoch für die vielen Nachahmer. Nun sehe ich das natürlich auch als Amateurmusiker, der ich einmal war. Wir haben auch viel gecovert. Dabei macht es keinen Sinn, die Stücke möglichst original-getreu nachzuspielen. Dass kann nur in die Hose gehen. Wenn man seinen eigenen Stil entwickelt hat, so überträgt man das auch auf die gecoverten Lieder. Unter diesem Sichtspunkt finde ich Cover-Versionen auch von Jethro Tull ganz interessant.

Ich hatte Dir ein Stück angekündigt. Es stammt von einer Gruppe von Anfang der 70-er Jahre: CCS. Und es geht um „Living in the Past“. Also schon früh wurde Jethro Tull von einer damals allgemein bekannten Band gecovert. Hierzu aber in einen gesonderten Beitrag mehr. Hier etwas anderes und einfach köstlich anzuhören: Aqualung Polka von Scott Chapin. Da kommt doch echt Freude auf, oder? Viel Spaß damit.


Scott Chapin: Aqualung-Polka

Zuletzt noch etwas zu „The Broadsword and the Beast“: Ich habe mir die Scheibe noch einmal in aller Ruhe zu Gemüte geführt. Die beiden Titelsongs (Beastie und Broadsword) finde ich etwas zu wagnerhaft, um auf Deine Ausdrucksweise zurückzukommen. Die Stücke „Fallen on Hard Times“, „Flying Colours“ und „Slow Marching Band” dagegen gefallen wir sehr gut, weil sie langgezogene Melodiebögen enthalten, die sehr schön sind. Die Chorpassagen hat Herr Anderson alle wieder selbst gesungen, wie schwer zu überhören ist. „Watching you, watching me“ passt hier überhaupt nicht hinein (und bildet höchstens den Übergang vom „A“-Album zu „Under Wraps“). Auch der dazu gehörige Live-Auftritt von 1982 ist eher erschreckend: Stroboskop-Licht und in diesem über die Bühne schleichende Männlein (a la Sherlock Holmes?) in durch das Licht abgehakten Bewegungen. Ich bin für viele Gags zu haben, aber das hier tut nicht nur den Augen weh.

Soviel zu meinen heutigen Lästereien.

Genieße das schöne Wetter, wenn Du es kannst.
Bis bald
Wilfried

12.03.2007

English Translation for Ian Anderson

CCS (Collective Consciousness Society): Living in the Past

Es ist sicherlich ein Kriterium für den Bekanntheits- und vorallem Beliebtheitsgrad einer Band, wie oft sie „gecovert“ wird. Wenn ich selbst Musiker bin und eine Vorliebe für eine bestimmte Gruppe habe, so kommt immer einmal der Zeitpunkt, an dem ich mir überlege, eines der Stücke dieser Band nachzuspielen.

Im Jahre 1970 gab es eine Band namens CCS, die u.a. von Alexis Korner, dem Mentor des weißen Blues, gegründet wurde. Die Band zeichnete sich als Brass-Bigband aus – mit Bläsersätzen, die vorwiegend von John Cameron arrangiert wurden. Die Veröffentlichungen waren sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland überraschend erfolgreich. Gleich auf der ersten Scheibe aus dem Jahre 1970 findet sich auch eine Cover-Version von Jethro Tulls „Living in the Past“.

CCS: CCS

Damit dürfte diese Version das erste von bekannter Hand eingespielte gecoverte Jethro Tull-Stück sein, das ich kenne. Es ist eine reine Instrumentalversion und ganz im Stile von CCS angelegt:


CCS: Living in the Past (Jethro Tull)

Eine alte Tante wird quicklebendig

Zwar ist es nicht das erste Mal, dass die BBC, von den Briten mehr oder weniger zärtlich als altes Tantchen bezeichnet, einer Internetplattform Ausschnitte der eigenen Formate überlässt – BBC Worldwide arbeitet schon seit längerer Zeit mit Yahoo zusammen -, aber einige Aspekte des YouTube-Abkommens sind neu und bemerkenswert: Zunächst ist da die Tatsache, dass YouTube eigens drei BBC-Kanäle einrichtet. Youtube.com/bbc und youtube.com/bbcworldwide sind bereits online, ein Newskanal soll im Lauf des Jahres hinzukommen. Die BBC hat also von nun an neben der eigenen Webpräsenz permanente Standorte auf einer anderen Internet-Plattform.