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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Radeln entlang der Oste

Heute ist letzter Schultag, dann beginnen die zweiwöchigen Herbstferien in Niedersachsen. Und da sich der Herbst bereits jetzt schon von seiner besten, nämlich der sonnigen Seite zeigt, ist vielleicht eine Radtour nicht das Schlechteste. „Da passt es perfekt, dass jetzt zum ersten Mal ein neuer, 145 Kilometer langer ‚Oste-Radweg‘ befahren werden kann, der durch vier Landkreise im Elbe-Weser-Dreieck verläuft. Das sind die Landkreise Stade, Harburg, Rotenburg (Wümme) und Cuxhaven.“ (Quelle: abendblatt.de)

    Übersicht Oste-Radweg

Die 153 km lange Oste ist der nördlichste linke Nebenfluss der Elbe in Niedersachsen, der in Tostedt entspringt und bei Neuhaus in die Niederelbe mündet. Der Oste-Radweg beginnt so auch in Tostedt und führt in nördliche Richtung bis Bremervörde. Von dort aus geht es weiter auf der Deutschen Fährstraße, und somit auch durch den Landkreis Stade. Der Radweg führt auch zu den historischen Prahmfähren in Gräpel und Brobergen.

Weitere Informationen wie auch Wegepläne und eine Liste mit Unterkunftsmöglichkeiten an der Oste gibt es bei oste-radweg.de. Und wer sich schon einmal ein Bild von der Landschaft und den Häusern längst der Oste machen will, der siehe bei flickr.com/oste-radweg

Also wie steht’s? Hinauf aufs Rad und der Sonne entgegen – und der Oste entlang.

Nachtrag: Weltkulturerbe an der Oste? – Arbeitsgemeinschaft bilanziert 2011 und blickt auf 2012 voraus (Quelle: rotenburger-rundschau.de)

Plüschhase und Hustentee

Es ist bereits neun Jahre her (Oktober 2002), da schrieb ich unter Kolumnen über Google: Google hupf. Damals hatte sich Google bereits zur größten Suchmaschine weltweit etabliert. Heute ist eine Suche im Netz ohne Google gar nicht mehr denkbar.

Damals schrieb ich auch folgendes:

Neu ist eine Art von Sport, die darauf aus ist, zwei Begriffe zur Suche mit Google zu koppeln (keine Namen, Ortsbezeichnungen u.ä.), die dann zu der Trefferquote von EINS führen. Auch auf unseren Seiten gibt es mindestens zwei solcher Kombinationen von Suchwörtern, die lediglich EINE Webseite als Ergebnis ermitteln:

    sprengstoffanschlag und gynäkologenstuhl
    plüschhase und hustentee

Doch sehr gewagte Zusammenstellungen. Zu finden sind diese Begriffe in diesen Kolumnen von mir: Kindermund tut Wahrheit kund. Wer Lust und Zeit hat, darf gern weitere dieser Begriffe kombinieren, um auf das gleiche einmalige Suchergebnis von einer Webseite zu stoßen.

    Sprengstoffanschlag Gynäkologenstuhl

Heute, neun Jahre später, kommen z.B. plüschhase und hustentee bereits auf vier Treffer, z.B. durch eine Verlinkung auf meine Kolumne, aber auch durch Seiten, die es so heute gar nicht mehr gibt. Übrigens: Die Suchbegriffe müssen in „Anführungsstrichen“ gesucht werden, also „plüschhase“ „hustentee“. – „sprengstoffanschlag“ und „gynäkologenstuhl“ bringt es übrigens auf drei Treffer (wieder der Link auf meine Kolumne – und ein Link auf eine Doktorarbeit als PDF von 519 Seiten über das Hörspielwerk Elfriede Jelineks).

Vielleicht hat ja einer von Euch Lust und Laune, sich an diesem Spiel zu beteiligen. Ich bin gespannt, auf welche Kombinationen Ihr kommt. Also ran an den Speck, z.B. „hundeschwanz“ „kaiserstuhl“ kommt auf 7 Treffer. Wer ist besser? (Auf eure Kommentare freue ich mich schon). Noch eines: NULL Treffer zählen natürlich nicht (z.B. „hundeschnauze“ „pinkelbecken“ [Wenn dieser Artikel von Google erfasst ist, so gibt’s spätestens dann die Trefferquote EINS auch für diese Begriffekombination]).

Martin Walser: Muttersohn

Es ist ein seltsamer Roman, dieser Muttersohn von Martin Walser, und die Kritiken sind entsprechend harsch, wenn auch dem Alter des Autors Rechnung getragen, d.h. Nachsicht geübt wird. Martin Walser probt schon mal das Altersirresein, heißt es da, oder: „In ‚Muttersohn’ genügt der Autor sich selbst, ein landläufiges Gelingen hatte er gar nicht im Sinn.“ (süddeutsche.de)

„Wovon handelt dieser Roman? Es ist leichter zu sagen, wovon er nicht handelt. Er handelt von 1937 bis 2008, kommt nicht aus ohne Augustin, Seuse, Jakob Böhme und Swedenborg, handelt aber vor allem von Anton Percy Schlugen.

Seine Mutter Josefine, Fini genannt, ist Schneiderin; sie lebt, auch als sie mit einem Mann zusammenlebt, allein. Jahrelang schreibt sie Briefe an Ewald Kainz, der auf den Stufen des Neuen Schlosses in Stuttgart eine politische Rede hielt. Die Briefe schickt sie nicht ab; sie liest sie ihrem Sohn vor und vermittelt ihm so, dass zu seiner Zeugung kein Mann nötig gewesen sei.

Mir diesem Glauben lebt Percy. Er wird Krankenpfleger im psychiatrischen Landeskrankenhaus Scherblingen, wird gefördert von Professor Augustin Feinlein und eines Tages mit einem Fall betraut, an dem die Ärzteschaft fast verzweifelt. Es geht um einen Suizidpatienten, einen Motorradlehrer, der sich allen Therapieversuchen stumm widersetzt. Dieser Patient heißt: Ewald Kainz.

Percy ist inzwischen berühmt, weil er keiner Weltvernunft zuliebe verzichtet auf die von der Mutter in ihn eingegangene Botschaft vom Kind ohne leiblichen Vater. Berühmt auch durch seine prinzipiell unvorbereiteten Reden. Das ist sein Thema: Ich sage nicht, was ich weiß. Ich sage, was ich bin.“

„In ‚Muttersohn’ fügen sich Bekenntnisse und Handlungen zu einem Roman des Lebens: empfindungsreich, ironisch und schwerelos zugleich.“

(beides aus dem Klappentext zur 1. Auflage Juli 2011 – Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg)

Im Mittelpunkt stehen die drei Herren Percy Slugen, sein Mentor, der Professor Augustin Feinlein, und Ewald Kainz, verstummter Patient des Psychiatrisches Landeskrankenhauses in Scherblingen, ein fiktiver Ort – als Vorbild könnte das Psychiatrisches Zentrum Nordbaden gedient haben.

Im ersten Kapitel „Dem Leben zuliebe“ lernen wir Anton Parcival (genannt Percy) Slugen, geboren 1977, kennen, zu dessen Zeugung kein Mann nötig gewesen sein soll. Percy heilt Kranke, die alle anderen aufgegeben haben und er hält spontane Ansprachen, die den Zuhörern ungewöhnlich zu Herzen gehen. Er ist ganz ‚positiv’, so positiv, dass er sich selbst ankreidet, nicht ein wenig negativ zu sein. Es gelingt ihm lediglich, die Verneinung zu verneinen (S. 170).

Im Kapitel zwei „Dieses Leben“ erleben wir Ewald Kainz, den Heimzögling, Kommunisten, dem dadurch vom Berufsverbot Betroffenen, Sonderschulpauker und Motorradfahrlehrer. Sein Lebensschicksal hat ihn zum Stotterer werden lassen. Geheilt wird er durch Elsa Frommknecht, die er auch lieben lernt. Aber da kommt ihn eine Frau Dr. Silvi Schall in die Quere. Hingerissen zwischen diesen beiden Frauen endet er im Verstummen – und schließlich im PLK (Psychiatrisches Landeskrankenhauses) Scherblingen des Professor Augustin Feinlein.

Das dritte Kapitel „Mein Jenseits“ (kam bereits letztes Jahr als selbständiges Buch heraus) kennt den Professor Augustin Feinlein, Leiter des PLK Scherblingen, als Autoren. Dieser hat seinen Kampf mit dem noch jungen Chefarzt Dr. Bruderhofer auszutragen, der gern sein Nachfolger werden möchte. Hier kämpft Tradition gegen Moderne, Johanniskraut gegen Psychopharmaka, Religiosität gegen europäische Aufklärung, ein Kampf, den der ‚alte Knabe’ verliert, als er die Monstranz mit der Heilig-Blut-Reliquie aus der Stiftskirche stiehlt, um sie vor dem Unverständnis der Gegenwart in Sicherheit zu bringen. Er wird selbst zum Fall.

Im 4. Kapitel „Fortleben“ lernen wir noch einen gewissen Modest Müller-Sossima kennen, der mit Slugen und dem ‚befreiten’ Professor auf der ebenfalls fiktiven Insel Rheinau eine Akademie für Unvollendete gründet. Dies erinnert mich komischerweise an das Alterswerk „Das Glasenperlenspiel“ von Hermann Hesse, obwohl es hier nicht um die Perfektion der Wissenschaften und Künste und insbesondere der Synthese beider Bereiche geht, sondern gerade das Unvollendete, das Spontane, das Zusammenkommen von Denken und Sagen im Vordergrund steht. Und Autoren, die möchten, können hier ihre Werke shreddern lassen, natürlich zuvor nicht ungelesen.

Der Roman geht dem Ende zu – und wir erfahren nicht nur, das Ewald Kainz doch den Freitod gewählt hat, nein auch Percys mögliche Adoptivväter, Modest Müller-Sossima und der Professor, kommen ums Leben. Und im letzten Kapitel „Letzte Nachricht“ erfahren wir dann auch noch vom Tode Percys.

In „Muttersohn“ zieht sich Martin Walser sehr weit zurück. Wie so oft im Alter spielt das Heute keine eigentliche Rolle mehr. Dafür beschäftigt sich Walser verstärkt um Glaubensfragen. Es klingt fast wie eine Entschuldigung, wenn er den Glauben für eine Fähigkeit, eine Begabung hält: „Bei Musik weiß jeder: Manche sind musikalisch, andere nicht. So mit der Glaubenskraft.“ (S. 173) Sollte Walser dieses Talent fehlen, so kompensiert er es gewissermaßen intellektuell und kommt da Kierkegaard sehr nahe, der u.a. davon ausging, dass die Wahrheit nicht in Sätzen gelehrt werden könne, sondern eine Bewegung des Menschen in der Zeit sei.

Bemerkenswert ist die Figur des Percy Slugen, der sich zuletzt als „Fürst der Freundlichkeit“ (S. 504) definiert. Sollte er wirklich ein neuzeitiger Jesus sein? Neben Geburt und Wirken erinnert auch sein Tod stark an den Tod von Jesus Christus. Aber kann und darf man einen Jesus von Nazareth in unsere Zeit hineinstellen? Muss er da nicht zu einer naiven Kitschfigur verkommen? Walser hat die Gefahr durchaus erkannt. Aber die Grantwanderung seines Percy-Jesus gelingt nur halb – und genau da schwächelt dann Walsers Roman.

Wie sagt der Motorradfreak ‚Katze’, der Percy Slugen später tötete, zu diesem: „Ein toller Text, Percy. Leider nicht von dieser Welt. Und nicht für diese Welt.“ (S. 435). So könnte man auch zu Martin Walser sagen: Ein toller Text. Leider nicht von dieser Welt.

Bekannte Gesichter

Vor dem letzten Qualifikationsspieltag heute Abend stehen sieben der 16 Teilnehmer an der EM 2012 fest. Die Gruppensieger und der beste Gruppenzweite haben die direkte Teilnahme sicher, die übrigen Zweiten ermitteln in Playoff-Spielen die letzten vier Starter.

Definitiv qualifiziert haben sich alte Bekannte, so neben Deutschland, der amtierende Welt- und Europameister Spanien, Vizeweltmeister Niederlande, England und Italien – und natürlich die beiden Gastgeber Polen und die Ukraine.

Viele andere müssen noch zittern. In der Deutschland-Gruppe dürfte es trotz eines Punktes Vorsprung von Belgien die Türkei als Gruppenzweiter in die Relegation schaffen, denn ich denke, dass Deutschland auch sein letztes Spiel – eben gegen Belgien – gewinnen sollte. Den Türken genügt dann ein Punkt gegen Aserbaidschan.

In der Gruppe B sollte Russland Gruppenerster werden – ein Sieg gegen Andorra ist mehr als Pflicht. Ein Remis genügt den Russen allerdings auch. Irland kämpft hier im direkten Vergleich um den zweiten Platz gegen Armenien – und den Iren genügt ebenfalls ein Punkt.

In der Gruppe C ist Estland zz. noch Zweiter, hat seine Spiele aber schon alle absolviert. Nur noch Serbien kann gefährlich werden; die Serben müssen ihr Spiel in Slowenien gewinnen, ein Punkt genügt nicht.

In der Gruppe D geht es im Spiel Frankreich – Bosnien-Herzegowina um den Gruppensieg. Den Franzosen reicht ein Unentschieden, dann sind die Bosnier auf jeden Fall Zweiter.

In Gruppe E ist eigentlich alles gelaufen. Allerdings können sich die Schweden bei einen Sieg gegen die Niederlande als bester Gruppenzweiter auch noch direkt für die EM qualifizieren.

In Gruppe F stehen zwar die beiden Gruppenbesten fest, allerdings könnte Kroatien noch an den Griechen vorbeiziehen, denen ein Unentschieden zum Gruppensieg in Georgien genügt.

In der Gruppe G ist auch schon alles gelaufen: England hat sich qualifiziert, Montenegro spielt in der Relegation.

Portugal und Dänemark (je 16) ermitteln im direkten Duell in Kopenhagen den Sieger der Gruppe H. Den Portugiesen genügt wegen des besseren Direktvergleichs ein Unentschieden. Beide können die Endrunde zudem noch als bester Gruppenzweiter direkt erreichen.

In der Gruppe I ist Spanien schon längere Zeit qualifiziert. Hier kämpfen Schottland und Tschechien um den zweiten Platz.. Schottland (11 Punkte) muss im letzten Spiel beim Titelverteidiger mindestens so viele Punkte holen wie Tschechien (10) in Litauen, um das Play off zu erreichen. Obwohl ich es den Schotten gönne, so denke ich, dass es die Tschechen schaffen werden.

Es geht heute also noch um fünf Direktqualifikationen (vier Gruppenerste, ein bester Gruppenzweiter). Die weiteren acht Gruppenzweite spielen dann am 11. und 15. November die restlichen vier Teilnehmer für die Euro 2012 in Polen und der Ukraine aus.
Im zehnten und letzten Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft heute Abend in Düsseldorf (ab 18 Uhr live im ZDF, Anstoß: 19 Uhr) gegen Belgien hat Bundestrainer Joachim Löw die Spieler Ilkay Gündogan und Toni Kroos in das DFB-Aufgebot berufen. Wieder mit dabei soll auch Mesut Özil sein. Dagegen wird Miroslav Klose wohl erneut fehlen. Für Ilkay Gündogan ist es das Debüt in der A-Nationalmannschaft. Wenn Özil spielen sollte, dann wird Mario Götze geschont werden. Schade eigentlich, ich denke viele Fußball-Fans würden gern einmal beide auflaufen sehen. Da könnte sich etwas ganz Tolles entwickeln. Aber Bundestrainer Löw kneift wohl …

siehe auch meinen Beitrag: Attraktiv, schnell, erfolgreich

Hard Rock Cafe Reykjavik

In einem früheren Beitrag (Was ist bloß mit Ian los? Teil 66: Von Island nach Griechenland) schrieb ich u.a.: In den 80-er und 90-er Jahren war es beliebt, möglichst viele Hard Rock Cafes, der es eine Menge weit gestreut über dem Globus gibt, zu besuchen, besonders die dort erhältlichen T-Shirts waren sehr beliebt und sind heute hin und wieder noch in der Menge zu besichtigten (zz. gibt es in Deutschland wohl drei solcher Cafes – in Berlin, Köln und München – …). So sind wir – rein zufällig – auch in Reykjavik in dem dortigen Hard Rock Cafe gestrandet (wenn ich das richtig sehe, gibt es heute dort keine entsprechende Lokalität mehr). Da es gerade Nachmittag war und in einem Cafe bekanntlich Kaffee getrunken wird, so bestellten auch wir dieses Getränk. Nachdem wir fast ausgetrunken hatten, kam die Bedienung vorbei und fragte uns, ob wir noch mehr Kaffee wünschten. Angesichts der Preise verneinten wir. Später wurde uns klar, dass man für Kaffee nur einmal zahlt und dann bis zum Abwinken (Herzinfarkt) das Zeugs in sich hineinschütten kann – das gilt für ganz Island.

Inzwischen gibt es auch in Hamburg bei den St. Pauli Landungsbrücken Brücke 5 ein Hard Rock Cafe. Das nur nebenbei. Der oben beschriebene Besuch des Hard Rock Cafes in Islands Hauptstadt Reykjavik (der alte Link funktioniert leider nicht mehr) datiert vom Juni 1990. Dort begann meine Rundreise mit meiner Frau und drei weiteren Mitreisenden auf Island, die nach drei Wochen auch wieder in Reykjavik endete. Ich muss nebenbei gestehen, dass das mein erster und letzter Besuch eines Hard Rock Cafes war. In Berlin wollte ich einmal mit meinen Lieben ein solches Cafe besuchen, aber wir fanden dann nicht die Zeit dazu (und fanden auch das Cafe nicht, dass wohl gerade umgezogen war).

Und wie bereits in dem alten Beitrag erwähnt, so gibt es das Hard Rock Cafe in Reykjavik längst nicht mehr. Ich habe einmal nachgeforscht und festgestellt, dass das Cafe am 25.07.1987 (also drei Jahre vor unserer Anreise) eröffnet wurde. Geschlossen wurde es am 29.05.2005.

Hard Rock Cafe Reykjavik/Island

Hard Rock Cafe Reykjavik/Island

Hard Rock Cafe Reykjavik/Island 25.07.1987 – 29.05.2005

Hard Rock Cafe Reykjavik/Island

Hard Rock Cafe Reykjavik/Island

Leider haben wir damals keine Fotoaufnahmen gemacht. Aber das Internet liefert einige Fotos und auch zusätzliche Informationen: zippocollect.de (Dank an Ralf Simon, dem Betreiber der Website und Zippo-Feuerzeugsammler) und virtualtourist.com (Dank an Jarra, go_doggo und Viking_Girl für die Fotos).

Glanzstücke der Hard Rock Cafes sind Erinnerungsstücke, Rock&Roll Memorabilia (wie Musikinstrumente, Kleidung, Dokumente und Kunstwerke), die als Deko-Stücke den Besuchern ins Auge fallen sollen. Das Cafe in Reykjavik zeichnete sich durch einen übermanngroßen Thor mit einer Gitarre aus (wem die Gitarre einmal gehörte, ist leider nicht überliefert).

siehe auch meinen Beitrag: Island: Riesenansturm auf die letzten Burger

Die erste McDonald’s-Filiale eröffnete in Island 1993. Die von der Schließung betroffenen Lokale (wohl drei Stück – alle in Reykjavik) sollen unter anderem Namen mit einheimischen Produkten neu eröffnen worden sein.

Bremer Standesamt feiert 200. Geburtstag

„Im Dezember 1810 waren die Bremer überraschend französische ‚citoyens’ geworden. Gut acht Monate später trat in den drei neuen Départements d’Ems, d’Elbe und du Bouches de Weser der ‚Code Civil’ in Kraft – eines der wichtigsten Gesetzbücher der Neuzeit. […]

Auch in den norddeutschen Departements wurde dadurch die Registrierung von Geburten, Hochzeiten und Todesfällen, für die bis dahin die Kirche zuständig gewesen war, zu einer Pflicht des Staates. Am 5. September 1811 gab Bürgermeister Wilhelm Ernst Wichelhausen als ‚Maire’ der ‚bonne ville de Brême’ die Einrichtung von ‚Registern des Civil-Standes’ bekannt. […]

Knapp 100 Jahre später, nämlich 1909, würde das jetzige Standesamt Bremen-Mitte zusammen mit dem Staatsarchiv und der Friedhofsverwaltung einen Neubau an der Tiefer beziehen; er wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Nach diversen Notlösungen – unter anderem im jetzigen Theater am Goetheplatz – konnte dann im Oktober 1949 der Umzug in die ehemalige Hoffmann-Villa an der Hollerallee 79 erfolgen.“

Quelle: weser-kurier.de

Hochzeit 1990 - Standesamt Bremen Mitte - nach der kirchlichen Trauung

Johannes-Kirche in Tostedt

Hochzeit 1990 – Standesamt Bremen Mitte und nach der kirchlichen Trauung in Tostedt

Johannes-Kirche in Tostedt

Obwohl meine heutige Frau und ich vor nun über 21 Jahren in Hamburg-Niendorf lebten, heirateten wir beide im Wonnemonat Mai 1990 in Bremen, eben in diesem Standesamt Bremen-Mitte in der Hollerallee, unweit des Bremer Bürgerparks. Wir hatten uns das eigentlich für uns zuständige Standesamt im Bezirk Hamburg-Eimsbüttel angeschaut (heute schimpft es sich Fachamt Personenstandswesen), das sich in den Grindelhochhäusern befindet und natürlich mit dem in einer alten Villa idyllisch gelegenen Standesamt in Bremen nicht mithalten kann, und uns dann für Bremen entschieden, da dort meine Verwandten wohnen. Kirchlich heirateten wir dann einen Tag später in der Johannes-Kirche von Tostedt, der ‚Heimat’ meiner Frau, der Ort, der jetzt auch mein Zuhause ist.

Lukas wird volljährig

Ja, wie die Zeit vergeht. Heute nun wird mein Jüngster 18 Jahre alt und damit volljährig:

Lukas in ‚jungen’ Jahren

Alles Gute zu Deinem Geburtstag. Und besonders für Deine Zukunft wünschen wir Dir, dass alles so klappt, wie Du es Dir wünschst!

Deine Eltern und Bruder Jan

Heute steigt dann auch die große Familienfeier. Und als Krönung des Tages werden wir per Video Ausschnitte aus seinem Leben präsentieren. Immerhin habe ich in den letzten Tagen und Wochen aus den 18 Lebensjahren meines Sohnes einiges an Material zusammengeschnitten – wie z.B. die Aufnahmen von der Kletterei während unseres Urlaubs in Bad Saarow vor gut acht Wochen:


Arbora Kletterwald in Bad Saarow 2011

siehe auch: Jan wird volljährig

Literaturnobelpreis für den schwedischen Dichter Tomas Tranströmer

Der Nobelpreis in Literatur des Jahres 2011 wird dem schwedischen Poeten Tomas Tranströmer verliehen, „weil er uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist“.

Hiermit begründet die Schwedische Akademie die Vergabe des diesjährigen Literaturnobelpreises an den 80-jährigen Tomas Transtömer. Nach vielen Jahren wird damit wieder ein Dichter geehrt: Tomas Tranströmer – Gedichte. Völlig überraschend kommt diese Ehrung nicht, denn Tranströmer zählte schon im Vorfeld zu den Favoriten auf diesen Preis.

Tomas Tranströmer
Urheber des Bildes: Andrei Romanenko, CC-BY-SA

„Tomas Tranströmer setzt auf Intensität durch höchste sprachbildliche Verdichtung, die mit sehr wenigen Worten auskommt. […] Mit der Selbstdisziplinierung durch größtmögliche Verknappung der Rede gelangte Tranströmer schon seit den 1950ern immer wieder zu den strengen Formvorschriften des japanischen Haiku-Gedichts.“

Besonders zutreffend beschreibt Harald Hartung das Werk des neuen Nobelpreisträgers: „Eine poetische Welt, die ganz nah der Realität bleibt und doch nicht von dieser Welt ist, ein imaginärer Raum, aus dem ein kühles, aber intensives Licht auf die Gegenstände und Menschen fällt.“

Obwohl ich kein allzu großer Freund der Lyrik bin, so wirken die Gedichte von Tomas Tranströmer auf seltsame Weise auf mich. Es sind leise Gedichte eines leisen Dichters. Und es ist wohl die Vielfalt an Assoziationen, die besonders ein Gedicht wie das folgende hervorruft:

Der Adlerfels

Hinterm Glas des Terrariums
die Reptile
seltsam reglos.

Eine Frau hängt Wäsche auf
im Schweigen.
Der Tod ist windstill.

In der Tiefe des Bodens
gleitet meine Seele
schweigend wie ein Komet.

aus: Tomas Tranströmer – Das große Rätsel. Gedichte

Zdf.de Video: Tukur liest Tranströmer

Dit un dat im Internet (7)

Beim Durchwandern des weitweiten Netzes stößt man ja immer wieder auf Seiten, die entweder skurril zu nennen sind, die vielleicht nicht die lebensnotwendigsten Dinge vermitteln, die aber einen zum Schmunzeln bringen können: Was sich so die Leute einfallen lassen …

Wer morgens aufsteht und sich fragt, ist heute eigentlich schon Freitag, der bekommt die (hoffentlich) richtige Antwort: istheutefreitag.de. Gleiches gilt für den Montag bzw. Weihnachten? Ist heute Weihnachten? Etwas interessanter sind dann schon die Fragen: Hast Du gewusst … und Heute ist …?! Und noch eines: Welche Kalenderwoche haben wir eigentlich?

Ob es Deutschlands seriösestes Nachrichtenmagazin ist, möchte ich bezweifeln, aber (sa)ti(e)risch witzig ist es allemal: Der Kojote. Ehrliche, wenn auch ziemlich schräge Nachrichten bietet Der Postillon. Und statt Wikipedia empfehle ich heute dessen Parodie: Uncyclopedia (… nun, ja?!)

Eigentlich sollte im Netz Langeweile nicht aufkommen, wenn doch, dann gibt es Denkspiele, die Spiele fürs Hirn sind: Games for the Brain – Geschicklichkeit benötigt man beim Pacman – online zu spielen. Oder bei diesem Breakout-Spiel: BreakDOM (auch online natürlich). Hier eine andere Art von Spiel: wherethefuckisthis.com (Wo zum Teufel ist das?). Wer sich in der Welt auskennt, erkennt vielleicht die Lokalitäten des einen oder anderen Fotos hier, oder?

Strichmännlein zeichnen, um einen Comic zu animieren, das geht bei drawastickman.com – und sieht sogar richtig witzig aus.

Wem die Fotokamera gestohlen werden sollte, hat hier die Möglichkeit, seine Kamera im Netz zu suchen. Wie bitte? Ich doch klar: stolencamerafinder benutzt die Seriennummer, die in (hoffentlich) vorhandenen Fotos gespeichert wird, um im Netz nach Fotos mit der gleichen Seriennummer (Metadaten zu einem Foto werden im Exif-Format im Header der Bilddatei gespeichert) zu suchen. Wird man fündig, dann hat man auch den Täter. Okay, die Chance ist minimal … – Und noch etwas anderes: So sieht gewissermaßen das Notebook der Zukunft aus: yankodesign

Und noch einige Seiten auf die Schnelle:

The Information Experience – leider nur auf Englisch, aber sehr schön ‚bebildert’
Online-Entfernungsrechner – Luftlinie und Straßen-km
Fünf Sekunden aller Nummer-Eins-Hits von 1956 bis 1992 via spreeblick.com
Die spezielle YouTube-Disko The unstoppable YouTubeDisko
Gifs, Gifs and More Funny Gifs from Senor Gif (Animierte Bildchen)
IKEA-Bauanweisungen der besonderen Art
Wie viele Menschen leben zz. auf unserem Planeten: Worldometers – real time world statistics

Wie heißt bei Monty Python’s Flying Circus: „And now for something completely different.“, also: Und jetzt zu etwas völlig anderem:

„Endlich allein? – Entspannen Sie sich. Hier müssen Sie nichts tun. Sie melden sich nicht an, Sie laden nichts hoch, Sie kommentieren nicht, Sie knüpfen keine Kontakte. Niemand beobachtet, was Sie tun. Sie sind allein. Nein, noch besser: Sie sind alleinr“ – der Web-2.0-Ruheraum

.. und wer bekommt nun den Literaturnobelpreis?

Morgen ist es wieder soweit: Der Preisträger des Nobelpreises für Literatur wird bekannt gegeben. „13 Jahre ohne Poesie! Das gab es noch nie“, lautet der Aufschrei aus der schwedischen Presse kurz vor der Bekanntgabe. Bei Ladbrokes wird kräftig gewettet: Und so ist Bob Dylan (70) plötzlich in den Favoritenkreis aufgerückt (wurde aber auch schon in den letzten Jahren genannt). Vor Dylan lagen auf der Wettliste der libanesisch-syrische Lyriker Adonis (81), dessen schwedischer Poeten-Kollege Tomas Tranströmer (80) und der japanische Romancier Haruki Murakami (62).

Günter Grass, Preisträger des Jahres 1999, hat natürlich seinen eigenen Favoriten, den israelischen Autor Amos Oz, 72. „Oz habe den Preis allein für sein Buch ‚Eine Geschichte von Liebe und Finsternis’ (2002) verdient, sagte Grass. ‚Wenn man mich fragen würde nach einem Rückblick auf das 20. Jahrhundert, dann würde ich dieses Buch an erster Stelle nennen.’“ (Quelle: abendblatt.de)

Und wie sieht es für deutschsprachige Autoren aus? Da sieht es natürlich nicht so gut aus: Vor zwei Jahren ging der begehrteste Literaturpreis der Welt an die in Rumänien geborene und in Berlin lebende Herta Müller (58). Und wenn es um die Zocker geht, dann haben die wenig Chancen: Für einen Literaturnobelpreis an Christa Wolf (82) würde es das Vierzigfache des Einsatzes geben und für Peter Handke das Sechsundsechzigfache.

Wer könnte also den Preis bekommen? Da der Literaturnobelpreis auch immer ein politischer Preis ist, könnte ich mir vorstellen, dass aus gegebenem Anlass („arabischer Frühling“ und weitere Protestbewegung in Syrien) der libanesisch-syrische Lyriker Adonis gute Chancen hat. Morgen wissen wir mehr …

Ob ich einen persönlichen Kandidaten für den Preis habe? Natürlich. Nur sind dessen Chancen sehr gering: Martin Walser zählt für mich zu den ganz großen Schriftstellern, auch wenn sich Walser in seinem letzten Buch Muttersohn „selbst genügt und ein landläufiges Gelingen gar nicht im Sinn“ hatte, wie es die Süddeutsche nennt (zum Buch später mehr). Aber ich denke, Martin Walser wird auch ohne Nobelpreis auskommen.

Von frühen und späten Toren

Hallo wach?! So langsam wird es gruselig für die Fans des SV Werder Bremen, wenn es zum Spielbeginn geht. Irgendwie scheinen die Jungs des Fußball-Bundesligisten noch zu schlafen, wenn ein Spiel angepfiffen wird. Schon wieder kassierte die Mannschaft in den ersten Spielminuten ein Tor. Diesmal war es Philipp Bargfrede, der einen Hannoveraner im Strafraum foulte, was nicht nur zu einem Elfmeter, sondern auch zur frühen Führung von Hannover 96 führte. Zwar hatte Werder insgesamt die Mehrzahl der Torchancen, aber die 96er waren effektiver und gewannen am Ende auch verdient mit 3:2 das „kleine Nordderby“. Überhaupt hatte Bargfrede einen schwarzen Tag, denn er war auch an den beiden weiteren Gegentoren beteiligt.

Immerhin sind die Jungs dann wenigstens zum Spielende hin hellwach. Denn so manches Werder-Tor fiel bisher spät (diesmal leider zu spät), oft sogar in der Nachspielzeit, was so manchen Punkt rettete und Werder immer noch auf dem zweiten Tabellenplatz stehen lässt.

Nach den Qualifikationsspielen zur Fußball-Europameisterschaft 2012 – zunächst in der Türkei am Freitag, dann am Dienstag, den 11.10., gegen Belgien – steht für Werder am Freitag, den 14.10., das Heimspiel gegen den amtierenden deutschen Meister, Borussia Dortmund, an. Die Dortmunder sind auf Aufholkurs und würden gern die Punkte mit nach Hause nehmen. Wenn Werder Bremen weiter vorn mitspielen will, dann muss die Mannschaft ihr ganzes Potential abrufen – und sollte auch schon zu Spielbeginn hellwach sein.