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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

20. Hochzeitstag

Als ich heute Morgen zur Arbeit losging, hing an der Haustür ein Porzellanbecher und im Vorgarten waren Porzellanteller aufgereiht. Für diese Dekoration sorgten wohl in der Nacht einige aus unserem Freundeskreis. Ja, heute feiere ich mit meiner Frau den 20. Hochzeitstag – Porzellanhochzeit!

Mit meiner Frau bin ich seit 1990 verheiratet. Damals wohnten wir noch in Hamburg-Niendorf. Unsere Hochzeitsreise, die eigentlich nicht als Hochzeitsreise geplant war, führte uns nach Ísland.

... inzwischen 20 Jahre verheiratet!

Vor nun 20 Jahren heirateten wir zunächst standesamtlich in Bremen. Das war am 10. Mai 1990. Bremen hatten wir aus mehreren Gründen ausgewählt. Zum einen, weil dort das zentrale Standesamt in einer alten Villa in der Hollerallee unmittelbar in der Nähe des Bürgerparks untergebracht ist. In Hamburg hätten wir im Fachamt Personenstandswesen (Standesamt) des Bezirksamtes Hamburg-Eimsbüttel heiraten müssen, das in den Grindelhochhäusern ziemlich prosaisch beherbergt ist. Zum anderen wohnen und wohnten die meisten meiner Familie in Bremen.

Kirchlich heirateten wir dann einen Tag später (heute also vor 20 Jahren) in der Johannes-Kirche in Tostedt. Tostedt war der alte Wohnort meiner Frau. Hier wohnen ihre näheren Verwandten. Und seit 1995 wohnen wir beide nun auch hier mit unseren Söhnen.

Aber schon im August 1985 gab es eine Hochzeit … in Gretna Green/Schottland während eines Urlaubs in Großbritannien. Das war natürlich keine offizielle Hochzeit, sondern fand beim Schmied des Ortes statt, der allerdings früher einmal auch die Befugnis hatte, Ehepaare zu trauen.

'Hochzeit' in Gretna Green/Schottland

Rathaus Tostedt: Abriss auf unsere Kosten

Die Verwaltung der Samtgemeinde #Tostedt plant den Abriss eines Anbaus an das historische Rathaus und deren Neubau in Tostedt. Dieser Anbau (Springerbau) wurde erst 1984 erstellt und soll nun durch einen 3,8 Millionen € teuren Neubau ersetzt werden. Und das angesichts leerer Kassen. Noch im September 2009 sprach sich der Samtgemeinderat gegen einen Abriss und einen Rathausneubau aus. Jetzt fand sich eine Mehrheit für den Rathausneubau.

Springerbau – Rathaus Tostedt

Gegen diesen Beschluss hat sich nun eine parteienübergreifende Initiative gegründet, die durch einen Bürgerentscheid die Geldverschwendung verhindern will. Bereits vor drei Jahren fand in der Gemeinde Tostedt ein erster Bürgerentscheid [1] [2] [3] statt.

Für morgen, Dienstag, den 11.05.2010, 19 Uhr 30, sind die Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung im Meierhof, Tostedt, geladen. Evtl. kommt ein Fernsehteam vom NDR.

Um einen Bürgerentscheid herbeizurufen, sind 2000 Bürger-Unterschriften notwendig. Die Unterschriftenlisten (ca. 350 Exemplare sind gedruckt, 200 Exemplare sind davon bereits im Umlauf) wurden bei folgenden Stellen hinterlegt:

Buch und Lesen
Modehaus Wilkens
Steuerbüro Schulz- und Bojarski
Eisdiele Carmellini
Reisebüro Becker
Buchhandlung Matthies,
Friesecke beide Läden
Bosch Kröger
Sonnenstudio Himmelsweg
Freie Evangelische Christengemeinde, Brookring
Autohaus Soujon
Hotel Meierhof
Bäcker Weiß Todtglüsingen

Wer selbst Unterschriften sammelt, kann die ausgefüllten Unterschriftenblätter bei folgenden Sammelstellen abgeben:

Buch und Lesen Barbara Wilkens.
Buchhandlung Matthies Himmelsweg
Friesecke in der Bahnhofstr. und Unter den Linden

Weitere Sammelstellen in den Dörfern und in Tostedt werden sicher noch folgen.

Sollte sich herausstellen, dass in kurzer Zeit die erforderliche Stimmenmenge von 2000 erreicht wird, dann würde es sich anbieten, dass die Vertreter im der SG-Rat einen Antrag auf Aufhebung des Beschlusses auf Rathausneubau stellen. Das würde viele Kosten sparen und die Blamage lindern.

Zu fragen ist auch, warum die Verwaltung den Auftrag zum Neubau des Rathauses weiter verfolgt hat, wenn es doch im September einen ablehnen Beschluss gab.

Werders Aufholjagd

Die Fußball-Bundesligasaison 2009/2010 ist beendet und findet mit den Bayern zum 22. Mal den deutschen Meister. Aber was war das für eine Saison mit Höhen und Tiefen für so manchem Verein.

Werder, am 15. Spieltag mit drei Punkten hinter den furios gestarteten Leverkusenern auf Platz zwei, war fünf Spieltage später mit gleicher Punktzahl (28) plötzlich nur noch auf Platz 6 und schon 16 Punkte hinter dem ersten zurück (13 Punkte hinter Platz 3).

Aber auch die Bayern taten sich unter dem neuen Trainer Louis van Gaal zunächst schwer, sodass im November 2009 die Zeit von ihm bereits abgelaufen zu sein schien. Jetzt zum Saisonende ist er aber plötzlich der „absoluter Glücksfall“, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt einmal mehr betonte.

Bayer Leverkusen, bis zum 24. Spieltag noch ohne Niederlage, brach an den letzten zehn Spieltagen ein und holte nur noch 9 Punkte – zu wenig, um weiterhin in der Spitze mitspielen zu können.

Deren Einbruch und auch den des HSV nutzte Werder Bremen und kämpfte sich zurück nach vorn – immerhin noch auf Platz drei – und hat jetzt sogar die Chance in der Qualifikation zur Champions League, an die ‚Fleischtöpfe’ des europäischen Fußballs zurückzukehren. Und übrigens: Werders letztes Bundesliga-Tor dieser Saison erzielte Claudio Pizarro, der mit dem 16. Saisontor und dem insgesamt 133. Treffer „endlich“ den Rekord von Giovane Elber als torgefährlichsten Ausländer in der Geschichte der Bundesliga einstellte. Glückwunsch!

Claudio Pizarro - SV Werder Bremen

Mit leeren Händen steht dagegen der HSV da. International läuft in der nächsten Saison nun gar nichts. Als Irrtum der Saison erwies sich die Verpflichtung des neuen Trainers Bruno Labbadia. Die Fans haben mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann bereits den eigentlichen Sündenbock ausgemacht.

Ich denke, dass gerade der HSV ein negatives Beispiel dafür abgibt, wie es im Profifußball nicht zugehen sollte. Man mag von den Bayern halten, was man will, aber wichtig ist, dass nicht nur auf dem Rasen, sondern auch im gesamten Vereinsmanagement professionell gearbeitet werden muss. Das ist bei den Bayern der Fall. Querellen in der Spitze wirken sich am Ende auch beim Spiel auf dem Platz aus. Weiteres positives Beispiel ist natürlich auch der SV Werder Bremen. Selbst im Krisenfall (z.B. nach fünf nacheinander verlorenen Spielen) beginnt man nicht, aufeinander einzuschlagen, sondern bewahrt die Ruhe, um zu analysieren, was da falsch gelaufen sein könnte.

Für die Bayern und die Bremer ist die Saison noch nicht zu Ende. Am Samstag treffen beide im DFB-Pokalendspiel aufeinander – und zuletzt hat Bayern München dann auch noch gute Karten, eine Woche später gegen Inter Mailand die Krone des europäischen Fußballs an sich zu reißen: Champions League-Finale in Madrid. Dafür wünsche selbst ich den Bayern alles Gute. Am 15. Mai in Berlin drücke ich aber natürlich Werder Bremen die Daumen. Die Bayern sind Favorit. Aber Pokalspiele haben bekanntlich ihre eigene Gesetzgebung. Und die Bremer werden sicherlich alles daran setzen, den Bayern ‚die Lederhosen’ auszuziehen.

zdf.de: Über Aufsteiger und Irrtümer – Die Höhen und Tiefen der Saison

Abschied von Opa Hermann

Am Mittwoch, den 5. Mai, trafen wir uns um 12 Uhr 30 im engeren Familienkreis, um von meinem Vater, der am 14. April gestorben war, Abschied zu nehmen. Er wurde auf dem Friedhof in Bremen-Walle auf dem Urnenfeld W 183 beigesetzt.

Anschließend setzten wir uns bei strahlendem Sonnenschein (‚Petrus’ hatte auch an diesem Tag ein ‚Einsehen’ mit unserer Familie) in einem Cafe in der Überseestadt von Bremen, um bei einer Tasse Milchkaffee die weiteren Schritte zu besprechen. Leider fällt beim Tod eines Menschen auch immer viel bürokratischer Kleinkram an, der geklärt werden muss (‚Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare!’).

Waller Friedhof, Bremen - Urnenfeld Cafe im Europahafen, Überseestadt Bremen
Waller Friedhof, Bremen – Urnenfeld Cafe im Europahafen, Überseestadt Bremen

Krebs-Tagebuch eines Angehörigen (7)

Rosa Schleife - Symbol der Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen

Im Abstand von jeweils drei Wochen wird die Krebserkrankung meiner Frau voraussichtlich ab Ende Mai sechs Mal in einer Chemotherapie behandelt. Dabei wird sie mit Zytostatika behandelt, also mit Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen. Zytostatika stören die Stoffwechselvorgänge, die im Zusammenhang mit Zellwachstum oder Zellteilung stehen. Daher schädigen sie vor allem schnell wachsende Zellen wie Epithelzellen (unter anderem Haarwurzelzellen, Schleimhautepithel von Mund und Magen-Darm-Trakt). Da Tumorzellen eine erhöhte Zellteilungsrate und eine eingeschränkte Reparaturkapazität haben, sind sie etwas empfindlicher gegenüber Zytostatika als gesunde Zellen. Dieser Unterschied ermöglicht erst die Therapie mit diesen häufig hochtoxischen Substanzen.

Da die Giftwirkung auch gesunde Zellen beeinträchtigt, kommt es zu vielerlei negativen Begleiterscheinungen. Insbesondere die Schleimhaut des Magen-Darmtraktes und das blutbildende Knochenmark sind empfindlich. Fast alle Zytostatika verursachen in unterschiedlichem Ausmaß vorübergehenden Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen und eine Verminderung der weißen und/oder roten Blutkörperchen im Blut (Knochenmarksdepression).

Insgesamt wird durch die Chemotherapie das Immunsystem beeinträchtigt. So versucht meine Frau ihren Körper im Vorfeld zu stärken. Dabei bedient sie sich bei altbewährten Hausmitteln oder Naturheilmethoden. Pu Erh-Tee (biologisch angebaut) soll stärkend wirken, u.a. auch Brottrunk und Kolostrum. Daneben nimmt sie Schüßler-Salze und Enzyme (Wobenzym N, das in Deutschland nicht mehr erhältlich ist bzw. in anderer Variante als Wobenzym P – und so in den Niederlanden bestellt wurde).

Auch in ihrer Ernährung hat sich meine Frau noch einmal umgestellt und isst besonders viel Obst, Gemüse und Nüsse. Ob sie damit die Nebenwirkungen der Chemotherapie wirklich mindern kann, wird sich zeigen.

Metronom aufs Abstellgleis?

Auch wenn ich nicht immer mit dem Service der metronom Eisenbahngesellschaft GmbH zufrieden bin, die folgende Meldung, die in der Kreiszeitung Nordheide, Elbe & Geest Wochenblatt überrascht und entsetzt mich dann doch:

Die Deutsche Bahn hat nach Arriva-Kauf die Chance, einen lästigen Konkurrenten loszuwerden

(jd). Stehen die Signale für den Metronom bald auf Rot? Die milliardenschwere Übernahme des britischen Verkehrskonzerns Arriva durch die Deutsche Bahn (DB) hat offenbar gravierende Auswirkungen auf die Uelzener Metronom Eisenbahngesellschaft.

Metronom-Zug

An dem Regionalbahnbetreiber aus der Heide ist die Arriva-Gruppe über die Osthannoversche Eisenbahnen (OHE) mehrheitlich1 beteiligt (die Beteiligung der Arriva-Bachstein GmbH an der OHE beträgt 87,5 %). Mit dem Arriva-Ankauf erhält die DB die Chance, den lästigen Konkurrenten Metronom aufs Abstellgleis zu schieben. In Bahnkreisen wird schon über eine Zerschlagung des Uelzener Unternehmens gemunkelt. Die DB schielt seit längerem neidisch auf den Metronom. Während das Staatsunternehmen bei der Bewerbung um den Betrieb regionaler Bahnlinien immer wieder den Kürzeren zog, fuhr der Metronom seit der Firmengründung 2002 auf der Erfolgsschiene. Erst im März bekamen die Uelzener Privatbahner den Zuschlag bei der Neuvergabe des „Hanse-Netzes“ (siehe hierzu auch: Pressemitteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG)), das die Bahnlinien von Hamburg nach Bremen bzw. nach Uelzen umfasst. Wir vor drei Jahren im Wettbewerb um die Verbindung Hamburg – Cuxhaven blieb die DB auf der Strecke.

Wurde das Unternehmen im Machtkampf der Eisenbahn-Manager um den lukrativen Markt des Schienennahverkehrs gezielt geschwächt? In der vergangenen Woche mussten auf Betreiben der OHE die Metronom-„Gründerväter“ Carsten Hein und Henning Weize ihre Chef-Büros Hals über Kopf räumen.

In der schockierten Belegschaft herrschen seitdem Unsicherheit und Zukunftsangst. „Die Namen Hein und Weize waren aufs Engste mit unserer Erfolgsgeschichte verbunden“, sagt ein Mitarbeiter. Er fürchtet, dass mit den beiden beliebten Chefs auch deren Firmenphilosophie verschwindet. Bislang habe der Name Metronom für ein gutes Betriebsklima, anspruchsvolle Ausbildung und Schulung sowie anständige Bezahlung gestanden.

aus: Kreiszeitung Nordheide, Elbe & Geest Wochenblatt Nr. 17a vom 01.05.2010 – 39. Jg. – Seite 7

1 Gesellschafter sind die in Celle ansässige NiedersachsenBahn GmbH (NB) zu 69,9 %, die in Hamburg ansässige BeNEX GmbH zu 25,1 % und die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) zu 5 %. Die NB setzt sich zusammen aus den beiden Gesellschaftern „Osthannoversche Eisenbahnen AG“ (OHE), Celle, zu 60 % und „Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH“ (EVB), Zeven, zu 40 %.

Für mich deutet alles darauf hin, dass die Deutsche Bahn AG (DB) über die Arriva-Tochter OHE Einfluss auf die Geschäftspolitik des Metronom nehmen wird. Ab morgen werden zwar die heute gelb-blauen Züge des Metronom nicht rot überstrichen werden, aber bereits jetzt dürfte in der Chefetage ein anderer Wind wehen. Das muss nicht unbedingt zum Nachteil der Fahrgäste sein. Vorteile lassen sich aber auch nicht erkennen. Alles beim Alten? Als Fahrgast des Metronom werde ich weiterhin ein waches Auge auf die weitere Entwicklung haben.

Was mich wirklich erstaunt, ist die Feststellung, wie unüberschaubar die Unternehmen im Transportwesen auf der Schiene über viele Ecken miteinander verwoben sind. Durch die neue Konstellation (Arriva-Kauf durch die DB) ist die DB mit über 30 % plötzlich größter Anteilseigner beim Metronom.

Die nackte Wahrheit

Die junge TV-Produzentin Abby Richter (Katherine Heigl) bestimmt in der lokalen Fernsehstation A.M. Sacramento den Takt und hat alles fest im Griff. Nur die Quoten ihrer Morningshow bereiten ihr Probleme. Ihr Boss Stuart (Nick Searcy) gerät bei den Senderchefs zunehmend unter Druck. Stuarts rettende Idee: Er verpflichtet den Supermacho Mike Chadway (Gerard Butler), der mit seiner Show „Die nackte Wahrheit“ im offenen Kanal erfolgreich chauvinistische Lebensratschläge verteilt. Mike nimmt kein Blatt vor den Mund, aber das Publikum liebt seine direkte Art – womit er nun auch A.M. Sacramento zu durchschlagendem Erfolg verhilft und die Quoten der Morgenshow wieder nach oben bringt. Abby ist zunächst nur angewidert von dem derben Kerl, aber das ändert nichts an dem Fakt, dass sie zur Zusammenarbeit mit ihm gezwungen ist.

Nach Meinung von Mario Barth sind alle Männer nicht nur Schweine, sondern primitiv, wenn auch glücklich. In dem Film Die nackte Wahrheit begegnen wir der US-amerikanischen Variante dieses Herrn Barth. Auch für Supermacho Mike Chadway sind alle Männer im Grunde gleich. Sie wollen nur das Eine. Und hätten sie die Wahl zwischen einem romantischen Abendessen bei Kerzenschein mit einer schönen Frau – und dem Beisein bei einer Schlammschlacht zwischen zwei leicht bekleideten Fräuleins im Kinderbassin mit nach Erdbeere schmeckendem Glibber – sie würden Letzteres wählen.

Die nackte Wahrheit ist eine recht merkwürdige Mischung aus bissigen Dialogen, plattem Witz und satirischen Elemente. Da geht doch einiges verbal unter die Gürtellinie, wie sollte es bei einem Macho dieser Kategorie auch anders sein. Immerhin gehen beide Hauptdarsteller ihre Rollen mit dem nötigen Esprit an, sodass der Geschlechterkampf nicht in Platituden untergeht.

Natürlich stellt sich die Frage, wie Männer (und Frauen) wirklich sind. Wenn der Film hierzu die Antwort wüsste, dann wären viele Eheberater, Psychologen, Komödienschreiber und auch Witzbolde wie Mario Barth sehr schnell arbeitslos.

Übrigens: Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Und so finden am Ende des Films die so unterschiedlichen Protagonisten zusammen und werden ein Paar (Hoffentlich habe ich nicht zu viel verraten – aber irgendwie war das absehbar!).


Die nackte Wahrheit – Neuer Deutscher Trailer (OT: The Ugly Truth)

Saisonendspurt

Die Saison 2009/2010 im europäischen und damit auch im deutschen Fußball neigt sich dem Ende entgegen. In meinem Beitrag vom 24. März 2010 („Wir fahren nach Berlin“) stellte ich die Frage: Sollte vielleicht [für den SV Werder Bremen] sogar noch der dritte Platz (Werder steht sieben Spieltage vor Saisonende acht Punkte hinter den nun doch schwächelnden Leverkusenern) möglich sein? Die Frage stellte ich ganz bewusst, obwohl sich nach dem 25. Spieltag Werder Bremen lediglich auf Platz 6 befand – drei Punkte hinter Dortmund, vier hinter dem HSV (beide belegen die Plätze, die für die Teilnahme an der UEFA Europa League berechtigen). Ich behauptete damals noch: Champions League ade (11 Punkte sind es bis zu Platz 3, der immerhin noch für eine Qualifikationsrunde zur Champions League ausreichen würde)!

Nun heute, einem Spieltag vor dem Ende sind die Bremer auf Platz drei und sogar zwei Punkte vor dem noch einzigen Konkurrenten um diesen Qualifikationsplatz zur Champions League, den Leverkusenern (Dortmund hat wirklich nur noch theoretische Chancen). Sicherlich hat die Mannschaft dabei das Glück reichlich strapaziert (der 1:0-Sieg gegen Hertha BSC wurde in der Nachspielzeit durch einen Handelfmeter erzielt; auch auf Schalke am letzten Samstag hätte es anders ausgehen können, wenn der Schiedsrichter in der 41. Spielminute ein Foul von Per Mertesacker im Strafraum gegen Benedikt Höwedes geahndet hätte), aber Glück gehört bekanntlich auch zum Erfolg.

Nach Werders 2:0-Sieg auf Schalke am 01.05.2010

Während Leverkusen im letzten Bundesligaspiel nun bei der Borussia in Mönchengladbach antritt, hat Werder Bremen den HSV zu Gast. Neben der bekannten hanseatischen Rivalität macht noch eine Tatsache diese Partie brisant: Der HSV muss gewinnen, um seine letzte Chance (wenn gleichzeitig Stuttgart in Hoffenheim verliert) zu wahren, in der nächsten Saison vielleicht doch noch auf europäischen Parkett vertreten zu sein. Für Werder sollte ein Unentschieden genügen. Aber natürlich will auch Werder siegen.

Auf jeden Fall kann man den Bayern zur 22. deutschen Meisterschaft bereits jetzt gratulieren. Und obwohl ich kein Bayern-Fan bin, so wünsche ich Ihnen viel Glück am 22. Mai in Madrid im Finale der Champions League gegen Inter Mailand. Sollten nämlich die Bayern dort gewinnen, dann würde die deutsche Bundesliga ab Spielsaison 2011/2012 einen weiteren Vertreter für die Champions League stellen, da dann in der Fünf-Jahreswertung Deutschland vor Italien rücken würde.

Und auch Glückwunsch an den FC St. Pauli zum Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga. Pünktlich zum 100. Geburtstag steigt St. Pauli zum fünften Mal in die 1. Liga auf. Auch das modernisierte Millerntorstadion empfängt die neuen Gäste mit Gänsehaut-Atmosphäre.

Krebs-Tagebuch eines Angehörigen (6)

Rosa Schleife – Symbol der Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen

Seit dem Mittwochnachmittag ist meine Frau wieder zu Hause. Sie hat die Operationen im Krankenhaus Buchholz gut überstanden. Alle weiteren Untersuchungen sind gut verlaufen; es wurden keine Metastasen des Krebses gefunden. Die Wunde ist gut verheilt. Nächste Woche werden dann die Fäden gezogen.

Mitte Mai ist meine Frau dann zu einem Beratungsgespräch geladen. Bereits jetzt ist aber klar: Sie bekommt das ‚volle Programm’, d.h. alle drei Wochen bis zu sechs Mal Chemotherapie. Anschließend dann wohl auch noch Strahlentherapie. Sie will auf jeden Fall sicher gehen, dass sich der Brustkrebs nicht wieder entwickeln kann oder gar andere Organe befällt.

Heute nun waren wir alle vier zum Gottesdienst in der Johannes-Kirche in Tostedt. Meine Frau verspürte den Wunsch, einmal wieder einen Gottesdienst zu besuchen. Und obwohl wir alles andere als fleißige Kirchgänger sind, waren ich und unsere beiden Söhne gern bereit, sie zu begleiten. Heute ist Sonntag Kantate (lat. cantate, „singet“), der vierte Sonntag nach Ostern im Kirchenjahr. Und gemäß dem Brief des Paulus an die Kolosser Kap. 3,12–13 predigte Pastor Meier gewissermaßen über den „Kleiderschrank Gottes“: 12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

Und gemäß dem Motto Cantate Domino canticum novum („Singt dem Herrn ein neues Lied.” Psalm 98,1) wurde mit Unterstützung des Kirchenchors kräftig gesungen.

Selbst am abschließenden Abendmahl nahmen wir alle vier teil. Ich fand es wohltuend, in entspannter Atmosphäre die Ruhe zu finden, die wir jetzt brauchen. Für meine Frau ist es wichtig, Energie zu sammeln – dieser Gottesdienst leistete einen Beitrag dazu.

Jethro Tull: Beltane

Tanz in den Mai, wer kennt nicht das ausgelassene Treiben. Dabei ist die Nacht von heute auf den 1. Mai ursprünglich die Walpurgisnacht, eigentlich das Mondfest, das in der Nacht des ersten Vollmondes zwischen der Frühjahrstagundnachtgleiche und der Sommersonnenwende gefeiert wird. Traditionell gilt jedoch die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der angeblich die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg (eigentlich Brocken), aber auch an anderen erhöhten Orten ein großes Fest abhalten und auf die Ankunft des „gehörnten Gottes“ warten.

Beltane in Schottland

Diese Nacht entspricht aber auch dem keltischen Fest „Beltane“. Es war wie viele ähnliche Feste ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest, es gehört zu den sogenannten Feuerfesten. Es steht für das Neuerwachen und die Aufbruchstimmung der Erde nach dem Winter, ein Fruchtbarkeitsfest nicht nur im Sinne der Fortpflanzung, sondern auch für Kreativität, neue Ideen, Projekte oder neue Beziehungen. Im keltischen Jahreskreis kann es mit der aufblühenden Jugend verglichen werden.

Ian Anderson von der Gruppe Jethro Tull, geboren in Schottland, hat sich in vielen Liedern mit den Ursprüngen seiner Heimat beschäftigt. Und so gibt es auch ein Lied von Jethro Tull mit dem Titel „Beltane“ (erschienen 1988 auf dem „20th Anniversary box set“, später auf der remastered CD „Songs from the Wood“ als Bonus-Track).

Have you ever stood in the April wood and called the new year in?
While the phantoms of three thousand years fly as the dead leaves spin?

Hast du jemals im April-Wald gestanden und das neue Jahr herbeigerufen?
Während die Phantome aus 3000 Jahren fliegen wie tote Blätter-Wirbel?

aus: Beltane


Jethro Tull: Beltane