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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

WIR haben die Kraft

Es klingt wie eine ‚Erweiterung’ von Obamas „Yes, we can“! Ja, wir können (es), (denn) wir haben die Kraft. Auch so kann sich eine Partei und ihre Spitze über das Unterbewusstsein des Wählers der Wahlslogans erfolgreicher Kandidaten bedienen. Oder?

Andererseits ließe sich dieses „WIR haben die Kraft“ pseudoreligiös (dem C im Parteinamen gerechtwerdend) mit „ …und die Macht und die Herrlichkeit. – in Ewigkeit. Amen.“ ergänzen.

Der göttliche Funke ist es trotzdem nicht gerade, der hier überzuspringen scheint. Und da es so ein Wischi-Waschi-Sprüchlein ist, wurde inzwischen für Spott und satirische Überzeichnungen genug gesorgt.

CDU: WIR haben die Kraft ...

CDU: WIR haben die Kraft ...

Genug zur Bundestagswahl 2009 meinerseits. Wer nicht zur Wahl geht, erspart dem Steuerzahler Geld, die ansonsten für seine Stimme als Wahlkampfkostenerstattung an die gewählte Partei geht. Ich werde trotzdem zu Wahl gehen … Es ist immerhin eine der wenigen Rechte, die ich als Bundesbürger habe.

Möge die Macht Kraft mit Dir Euch sein!

Mrs. Peel – we ’re needed

Während der Internationalen Funkausstellung (IFA) in West-Berlin wurde am 25. August 1967 in der Bundesrepublik Deutschland das Farbfernsehen gestartet. Dies geschah durch den berühmten Druck auf den roten Knopf durch den damaligen Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Willy Brandt. Vier Tage später, am 29.08.1967, wurde die erste Folge in Farbe von „Mit Schirm, Charme und Melone“ mit John Steed (Patrick Macnee) und Emma Peel (Diana Rigg) mit der Folge „Ein Vogel, der zuviel wusste“ (The bird who knew too much) ausgestrahlt.

Diese Folge gehört zur 5. Staffel der Serie, die erstmals in Farbe gedreht wurde. Jetzt ist diese Staffel mit insgesamt 24 Folgen in einer DVD-Box mit neun Silberscheiben käuflich erhältlich: Mit Schirm, Charme und Melone – Edition 2

Als alter Fan der Serie kam ich nicht umhin, mir auch diese DVD-Box zu kaufen. So habe ich mir inzwischen auch schon die ersten fünf Folgen angeschaut, muss aber gestehen, dass mir die Folgen der 4. Staffel zunächst etwas besser gefallen haben. Vielleicht liegt es auch an dem Charme des Schwarz-Weißen. Allerdings konnte mich die genannte Folge „Ein Vogel, der zuviel wusste“ in Farbe doch wieder begeistern. Und die wirklich guten Folgen kommen ja wohl noch.

Emma Peel

Zu „Mit Schirm, Charme und Melone“ muss man eigentlich nicht viel sagen: Es ist ein Kult-Klassiker aus Großbritannien mit herrlichem 60er-Jahre-Flair, bizarren Agentenstories und glänzend aufgelegten Darstellern, bis hin in die Nebenrollen meist stark besetzt (mit vielen skurrilen, eigentlich typisch britischen Gestalten).


Mit Schirm, Charme und Melone: Lob der Technik

Bemerkenswert ist dabei die Rolle der Emma Peel, die nicht allein Stichwortgeber für John Steed ist, sondern gleichrangig neben diesem agiert. Der Name Emma Peel steht für einen besonders starken und emanzipierten Typ Frau, der sich in den späteren 1960er-Jahren in Europa entwickelte. Der Ursprung des Namens liegt angeblich in „M-Appeal“, einer Kurzform von „Man Appeal“ (i.S.v. Männer ansprechend). Emma Peel ist eine Agentin, die jedem Mann gewachsen ist und sogar Kampfsport beherrscht. Die deutsche Presse bezeichnete Diana Rigg in ihrer Rolle als Emma Peel auch als Karate-Emma.

Diese 2. Edition in Farbe übertrifft vom Bild her meine Erwartungen. Nachdem ich mich schon an einem durchaus sehenswerten Schwarz-Weiß-Bild der 4. Staffel erfreut hatte, so kommen jetzt die Bilder in einer Qualität mit lebendigen Farben, einem kontrastreichen, scharfen Bild und ungewöhnlich viel Tiefe daher.

Zusätzlich gibt es als Einleitung und zu jeder Folge Informationen von den Herren Oliver Kalkofe und Wolfgang Bahro (GZSZ Bösewicht), die man auf Wunsch anklicken kann. Sinnvoll ist es aber, diese Infos erst nach einer jeden Folge anzuschauen. Die Herren haben sich dabei aber wohl ausgiebig aus anderen Quellen bedient (Bücher von Franziska Fischer oder Dave Rogers). Manche Info ist wohl auch nicht ganz richtig. Neben diesem Bonus-Material gibt es u.a. noch ein kurzes Fuchsberger-Interview mit Patrick Macnee und Diana Rigg (ca. 9 Min), den Kurzfilm: The Strange Case Of The Missing Corpse (ca. 3 Min) und drei Integralfassungen aus Edition 1 in ungeschnittener Fassung, nämlich die Folgen DIE TOTENGRÄBER, DAS SCHOTTISCHE SCHLOSS und DAS 13. LOCH.

Ich freue mich jetzt schon auf manchen Abend (oder späten Nachmittag), an dem ich mir eine Folge von Emma Peel & Co. zu Gemüte führen werde. Wie heißt es am Anfang einer jeden Folge: Mrs. Peel, we ’re needed – Mrs. Peel, wir werden gebraucht! Nach über 40 Jahren schaue ich dem Treiben von John Steed und Emma Peel wieder gern zu.

Wegbereiter der Finanzkrise

Zunächst ist der Liberalismus nichts Negatives. Im Zentrum der politischen Philosophie des Liberalismus steht das Individuum, dessen Freiheit zu sichern und zu verteidigen die oberste Aufgabe des Staates sei. Daher lehnt die FDP als deutsche liberale Partei u.a. den großen Lauschangriff, flächendeckender Videoüberwachung und den biometrischen Reisepass ab. Auf wirtschaftlichem Gebiet fordert die FDP eine Entbürokratisierung der Wirtschaft mit dem Ziel, das Wachstum zu fördern und dadurch Arbeitsplätze zu schaffen.

Das klingt alles zunächst sehr gut. Ich denke da an den Anfang der FDP und Theodor Heuss, der BRD erster Bundespräsident. Namen wie Hildegard Hamm-Brücher, Gerhart Baum und Burkhard Hirsch stehen für einen freiheitlichen Liberalismus.

Dann kamen die Bange-, Hauss- und Möllemänner und lehrten den Deutschen das Gruseln. Und heutigen Tags hat die FDP in Guido Westerwelle den großen Vorturner, die Ein-Mann-Show, neben der jede andere Personalie bei den freien Demokraten verblasst (mir fällt nur noch der Name Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, aber auch nur des Namens wegen).

Wahlkampf mit Guido Westerwelle

Laissez-faire heißt übersetzt „lasst machen“ im Sinne von „einfach laufen lassen“. Es ist vor allem der Grundsatz liberaler Wirtschaftspolitik. Man vertraut dabei auf die Selbstheilungskräfte des Marktes, wenn z.B. etwas aus dem Ruder läuft. So wenig Staat wie möglich, der Markt reguliert sich schon selbst. Für mich beinhaltet dieses „Laissez-faire“ die Philosophie, die den Finanzmarkt und damit fast die gesamte Wirtschaft in die Krise führte. Hier ist etwas den Bach hinuntergegangen, was sich nicht mehr selbst zu heilen verstand: Der Liberalismus als Wegbereiter der Krise.

Und vorn weg, das Banner tragend: Guido Westerwelle. Ob ihm bewusst ist, dass seine Art des wirtschaftlichen Denkens solche Krisen begünstigt? Ohne den Eingriff des Staates hätte der Finanzsektor jegliche Kontrolle über sich verloren.

Und einer solchen Partei und ihrem Fraktions- und Parteivorsitzenden soll ich bei dieser Bundestagswahl meine Stimme geben? Nein, danke, Herr Westerwelle. Sie mögen propagieren, dass sich Arbeit wieder lohnen muss. Nur welche und für wen? Bestimmt nicht die von Millionen Arbeitnehmern, denen sie in sozialer Hinsicht nur die kalte Schulter zeigen (selbst Seehofer, CSU, bezeichnet die FDP als „Partei der Kälte“, wenn auch aus wahlpolitischem Kalkül).

Sie haben gut reden, Herr Westerwelle. Aber viel mehr als Gemeinplätze sind es leider nicht. Sollten Sie wirklich ‚an die Macht’ kommen, dann würde mich jetzt schon interessieren, welches politische Amt Sie übernehmen werden, in dem sie endlich auch Verantwortung zeigen müssten. Ich hoffe, es kommt nicht soweit.

siehe auch Extra3: Guido Westerwelle Hymne

und siehe auch meine Beiträge zur BTW 2005: Westerwelle – der historische IrrtumWesterwelles TurnübungenWesterwelle auf WahltourGuido und die drei Könige

Keine Anzeige. Keine Durchsage. Kein Zug!

Es ist mir ja schon etwas peinlich, hier noch einmal auf meine spöttische ÖPNV-Kritik (Vielleicht mit dem Rad zur Arbeit?) zu sprechen zu kommen. Den Artikel hatte ich auch online der verantwortlichen metronom Eisenbahngesellschaft GmbH zugesandt – und nur wenige Tage darauf eine zwei Seiten lange schriftliche Antwort (per Brief) erhalten. Das Schreiben beginnt gleich mit einem Dank für meine Eingabe usw. („Wie Sie wissen, steht Kundenorientierung bei uns an oberster Stelle. Deshalb freuen wir uns darüber, dass Sie Kontakt zu uns aufgenommen haben. So erfahren wir sehr viel darüber, was gut oder aber auch – wie in Ihrem Fall – verbesserungswürdig ist.“). Und so bedankt sich die Mitarbeiterin des metronom-Kundenzentrums für jeden weiteren Hinweis von mir und entschuldigt sich herzlich für Verspätungsgründe, „die nicht in der Verantwortung von metronom liegen“ und hofft auf mein Verständnis.

Metronom-Zug, Fahrgäste & Fahrgastrechte

Sollte es wirklich an meiner Kritik liegen oder bilde ich es mir ein: Plötzlich waren die metronom-Züge geradezu unerwarteter Dinge pünktlich (oder wenigstens im erträglichen Maße verspätet).

Das konnte auf Dauer natürlich nicht gut gehen. Heute Morgen kam mein (der immer wieder angesprochene) Zug (Abfahrt ab Bremen Hbf. um 5:13) verspätet in Tostedt an und war dann in Hamburg Hbf. mit acht Minuten über der Zeit. Etwas ärgerlich fand ich, dass zur Abfahrzeit in Tostedt weder eine Anzeige noch eine Durchsage auf die Verspätung aufmerksam machte.

Deshalb schreibe ich aber hier nicht. Ich möchte vielmehr zu dem genannten Schreiben des metronom-Kundenzentrums doch einige Worte verlieren:

Ich hatte in meinem Artikel (der Eingabe) auf die Langsamfahrten aller Bahnen auf dem letzten Stück auf der neu erbauten Pfeilerbahn (kurz vor Hamburg Hbf.) aufmerksam gemacht („Hat da jemand beim Bau gepfuscht (in der kleinen Ausgangskurve bekommen die Züge eine äußerst merkwürdige Schieflage …)“). Die Antwort: „Wir versichern Ihnen, dass die Pfeilerbahnbrücke keine Ursache für die Langsamfahrt vor dem Hauptbahnhof ist. Der Grund hierfür sind rote Signale an denen der Triebfahrzeugführer halten muss, diese werden mit gelben Lichtern angekündigt und somit verläuft die Fahrt sehr langsam.“ Das klingt plausibel, kann aber nicht in allen Fällen richtig sein. Denn nicht jeder Zug, der die letzten sechs Wochen morgens gegen 6 Uhr 30 in den Hauptbahnhof einfährt, dürfte durch ein entsprechendes Signal ‚ausgebremst’ worden sein. Außerdem: Auch die Züge, die den Hauptbahnhof Richtung HH-Harburg verlassen, fuhren in dieser Zeit (und fahren immer noch) sehr langsam. Neben der erwähnten Schieflage ist besonders das Geruckele zu nennen, das die Räder auf dem Schienen in dem letzten bzw. – vom Hbf. betrachtet – ersten Teilstück der Pfeilerbahnbrücke erzeugen. Mir kommt das insgesamt wirklich merkwürdig vor.

Weiter heißt es in der Antwort: „Die Verspätungen resultieren aus der hohen Netzauslastung und sind nicht abhängig von Bauarbeiten vor dem Bahnhof.“ Ich weiß nun nicht, welche örtliche Bestimmung mit „vor dem Bahnhof“ gemeint ist (HH Hbf?). Die Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Ottersberg und Sagehorn haben auf jeden Fall zu Verspätungen geführt. Und ausgefallene Züge, was ist mit denen? Des Öfteren gab es Ausfälle, weil Triebwagen der metronom-Züge defekt waren und, da der beschränkte ‚Fuhrpark’ von metronom das nicht hergibt, nicht ersetzt werden konnten. Ließe sich da nicht auf andere Weise Abhilfe schaffen (z.B. Triebwagen der DB ausleihen)?

Recht vordergründig wird in dem Antwortschreiben immer wieder darauf hingewiesen, das viele Verspätungsgründe nicht in der Verantwortung von metronom liegen. Auch für die ungenauen Durchsagen an den Bahnhöfen oder Änderungen in der Gleisbelegung trägt metronom keine Schuld – was sicher richtig ist. Ich denke aber, dass die metronom Eisenbahngesellschaft GmbH Einfluss auf den Netzbetreiber (die DB) nehmen kann. Wenn ein Dienstleister dauerhaft seine Leistungen nicht erbringt, muss dieser mit Abschlägen bei der Bezahlung rechnen. Das gilt übrigens auch in meinem Verhältnis zu metronom (bzw. der HVV) – Stichwort: Fahrgastrechte (zur Information für alle Inhaber von Zeitfahrkarten des Nahverkehrs: Hier werden pauschal je Verspätung ab 60 Minuten entschädigt: 1,50 € (2. Kl.) / 2,25 € (1. Kl.)).

Nun, ich gehe einmal davon aus, dass metronom wirklich daran interessiert ist, seine Fahrgäste sicher und pünktlich ans Ziel zu bringen. Leider ist das im Bereich des Hamburger Hauptbahnhofes oft genug nicht möglich. Die Planung für den Ausbau des Hauptbahnhofs, durch den die Ein- und Ausfahrt erleichtert und das Netz insgesamt entlastet werden sollte, wurden eingestellt. Eine Besserung ist also auf weite Sicht nicht zu erwarten. „Für diese Problematik wird eine politische Lösung unerlässlich bleiben, der auch wir ständig Nachdruck verleihen. Hier sind wir Bittsteller, keine ausführende Institution“, heißt es in dem Schreiben des metronom-Kundenzentrums. Dem kann man sich als Kunde und ständiger Fahrgast nur anschließen.

Literatur-Nobelpreis für Bob Dylan?

Ganz so neu ist sie nicht, die Forderung nach dem Literatur-Nobelpreis für Bob Dylan. Seit 1996 wird er immer wieder als Anwärter auf diesen Preis gehandelt. Eine von den Schriftstellern John Bauldie und Allen Ginsberg geleitete Kampagne führte 1996 zu einer offiziellen Nominierung von Bob Dylan. Unterstützt wurde sie von dem Literaturprofessor Gordon Ball, der die Texte von Dylan in ihrem „außergewöhnlich einfallsreichem Symbolismus“ mit Arthur Rimbaud und William Butler Yeats vergleicht. Für andere erweckt Dylans dunkle und assoziationsreiche Lyrik „immer wieder den Eindruck, als wisse er mehr, als könnte er tiefer dringen und Antworten geben.“

Bob Dylan for Nobel Prize in Literature

Nun, Bob Dylan ist sicherlich einer der einflussreichsten Musiker des letzten Jahrhunderts. Und seine Musik geht einher mit einer ungewöhnlichen Lyrik seiner Lieder. Er wäre auch längst nicht der erste, der für seine Liedertexte eine akademische Auszeichnung erkäme. In Anerkennung für seinen Beitrag zur Pop- und Rockmusik erhielt Ian Anderson (Jethro Tull) 2006 von der Heriot Watt University in Edinburgh die Ehrendoktorwürde für Literatur verliehen.

siehe auch zdf.de: Experten fordern: Nobelpreis für Bob Dylan!

Original & Fälschung: Pastime With Good Company

Ich neige manchmal dazu, die Überschriften der Beiträge in diesem Blog auf ‚reißerische Weise’ zu formulieren – und begebe mich damit fast auf Bildzeitungsniveau. Die Gegenüberstellung von Original und Fälschung ist natürlich unsinnig – wie überhaupt in der so genannten E-Musik eigentlich nur von Interpretationen eines Musikstückes gesprochen werden kann, auch wenn die eine dem Original (den Noten und der Instrumentalisierung entsprechend) näher kommt als eine andere.

Mancher Herrscher dieser Welt, ob Monarch oder Präsident, hat nicht nur einen Drang nach Macht, sondern auch eine musische Seite. Fridericus Rex spielte leidlich die Querflöte (sic!) und komponierte auch das eine oder andere Stück. Vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton wissen wir, das er des Öfteren zum Saxophon grifft, um seine Gäste zu unterhalten.

Gehen wir noch einige Jahrhunderte zurück (ins 16.), dann treffen wir dort auf König Heinrich VIII Tudor, ja den mit den (ich glaube es waren) sechs Frauen, von denen die eine oder andere einen Kopf kürzer gemacht wurde, weil sie dem potenten Potentaten keinen Sohn gebar. Und der sich, weil die katholische Kirche etwas gegen seine Vielweiberei hatte, von Rom lossagte, um die Anglikanische Kirche zu gründen.

Nun auch Heinrich VIII hatte eine poetische Ader. Uns bekannt ist u.a. das Madrigal „Pastime With Good Company“, an dem sich schon meine/unsere Lieblingsband Jethro Tull unter dem Titel „King Henry’s Madrigal“ früh versuchte. Auf den letzten Tourneen der Gruppe spielten Ian Anderson und Co. diesen Titel wieder vermehrt. Zunächst aber das ‚Original’ (im Sinne oben ausgeführter Bemerkung), dann die Anderson’sche ‚Fälschung’ („Pastime With Good Company“, Herr Anderson – ‚with’ nicht ‚in’).


Pastime with Good Company (Henry Tudor VIII.)


Jethro Tull – Pastime With Good Company

Freiwillige vor: autofreier Sonntag in Hamburg

Am morgigen Sonntag zelebriert Hamburg in diesem Jahr zum 2. Mal seinen autofreien Sonntag nach dem Motto: „Freie Fahrt fürs Klima“. Am Dammtor auf der Edmund-Siemers-Allee präsentieren sich der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und die Verkehrsunternehmen mit vielen unterhaltsamen Mitmachaktionen und Informationen über ihr Leistungsangebot und umweltfreundliche Techniken.

Das Gute daran: Alle Verkehrsmittel des HVV können von 4 bis 4 Uhr montags kostenlos genutzt werden. Dies gilt fürs gesamte HVV-Gebiet – von Lüneburg bis Bad Segeberg, von Stade bis Ratzeburg, von Elmshorn bis Tostedt oder zum zentralen Veranstaltungsort am Bahnhof Dammtor in Hamburg.

Hamburg: autofreier Sonntag

Beim insgesamt sechsten freiwilligen autofreien Sonntag in Hamburg werden an diesem Wochenende dafür viele Straßen rund um den Dammtorbahnhof gesperrt.

Wahl-O-Mat: Ich bin ein ‚Linker’

Ja, da war doch noch etwas: In wenigen Tagen ist die Bundestagswahl. Kaum zu glauben, dass diese große Koalition mit der Merkel vier Jahre durchgehalten hat. Dazu muss man ja fast gratulieren. Und selbst die der Welt größte Finanzkrise hat man gekonnt umschifft (die Rechnung kommt noch).

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, diese Wahl zu ‚boykottieren’. Also einfach nicht wählen zu gehen. Die Qual der Wahl zwischen CDU und SPD ist fast wie die Wahl zwischen stinkendem Fisch und verdorbenem Fleisch. Klar, da gibt es die Möglichkeit, es mit den kleinen Parteien zu versuchen, den Grünen, der FDP oder den Linken. – das sind ja längst keine kleinen Parteien mehr – bei dieser Bundestagswahl dürften zuerst in der Geschichte unserer Republik fünf Parteien über zehn Prozent kommen.. Und die Piraten gibt es auch noch (als Ein-Themen-Partei verschrieen – als Kompetenzpartei angetreten).

Was also tun? Was wählen? Da gibt es den so genannten Wahl-O-Mat. Hierfür haben sich 24 Parteien zu wichtigen politischen Fragen geäußert. Die Antworten lassen sich mit dem eigenen Standpunkt vergleichen. Am Ende erfährt der Wahl-O-Mat-Benutzer, mit welcher Partei er wohl am besten könnte (soll aber nur ein Informationsangebot und keine Wahlempfehlung sein).

Wahl-O-Mat

Auch ich habe es versucht und war über das Ergebnis zunächst überrascht. Aber nicht lang. Danach müsste ich ein absolut ‚Linker’ sein. Nicht nur die „der Linken“, schlimmer noch, die Antworten der MLPD decken sich mehrheitlich mit den meinen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die These „Die Demokratie, die wir in der Bundesrepublik haben, ist die beste Staatsform“ mit ‚neutral’ beantwortet habe, denn ich denke, dass manche ‚Mehrheitsentscheidung’ nicht unbedingt das Resultat von Kompetenz ist und mancher Wähler auch einen Besenstiel wählen würde, wenn dieser nur der ‚richtigen’ Partei angehört. Aber für eine Diktatur des Proletariats bin ich nun auch nicht unbedingt.

Die 38 Thesen, zu denen man sich im Wahl-O-Mat äußern kann, sind sicherlich repräsentativ, wie man so schön sagt. Da die Antworten aber wenig Spielraum zulassen, kann es schon passieren, dass man auch mit Meinungen von Partei anscheinend konform ist, die man nie im Leben wählen würde. Trotzdem kann der Wahl-O-Mat, unter Berücksichtigung von gewissen Feinheiten und Prioritäten, bei der Wahlentscheidung hilfreich sein.

Bei mir zeigte sich, dass ich mit der FDP (dazu später sicherlich noch etwas mehr) und der CDU/CSU am wenigsten am Hut habe. Die Wahrheit liegt bekanntlich (meist) in der Mitte. Und da finde ich im Meinungsbild mit den Grünen die entsprechende Übereinstimmung. Ich werde wählen gehen!

Siehe auch: Wer steht zur Wahl?

Topinambur – die etwas andere Kartoffel

In unserem Garten blüht seit Jahren eine Pflanze, deren Wurzelknollen wie Kartoffeln gegessen werden können – ihr Name: Topinambur (benannt nach dem Indianer-Stamm Tipinambas). Deutsche Namen gibt es ihrer viele: Erdbirne, Ross-Erdapfel, Borbel, Erdartischocke, Erdschocke, Erdsonnenblume, Ewigkeitskartoffel, Indianerknolle, Jerusalemartischocke, kleine Sonnenblume, Knollensonnenblume, Rosskartoffel, Süßkartoffel, Zuckerkartoffel. Ich würde sie kleine Sonnenblume nennen, dann die Pflanze gehört zur Gattung der Sonnenblumen und hat der Sonnenblume ähnliche, nur viel kleinere Blüten.

Topinambur – die etwas andere Kartoffel

Die Pflanze wächst wie Unkraut und wird bei uns über 2 m hoch. Geerntet werden die Knollen, die aber wesentlich kleiner als die der Kartoffel sind. Durch die dünne Haut trocknen sie leicht aus und werden welk. Eine längere Lagerung ist daher nicht sinnvoll. Der Geschmack ist süßlich durch den Inhaltsstoff Inulin, ein Poly-Saccharid, der für Diabetiker besonders verträglich. Die Knolle kann sowohl roh in Salaten als auch in Salzwasser gekocht verzehrt werden. Wir bereiten aus den Knollen meist Brei oder Cremesuppen zu, da die Knollen eine wässrige Konsistenz aufweisen. Rezepte gibt es auf jeden Fall genug. Der Eiweiss-Gehalt ist mit 2-3 % relativ hoch. Außerdem enthalten die Knollen viel Kalium.

In Deutschland wird die Pflanze meist zu einem Verdauungsschnaps verarbeitet, dient aber auch zur Fruchtzuckerherstellung oder als Futterpflanze. Aufgrund der guten Anbaueigenschaften und der hohen Biomasseproduktion kann Topinambur auch als Energiepflanze genutzt werden und spielt entsprechend als nachwachsender Rohstoff eine potenzielle Rolle. Dabei lassen sich sowohl die vegetativen Teile als auch die Knollen zu Biogas und Bioethanol vergären oder zu Brennstoff trocknen und verarbeiten. Und eine durchaus ansehnliche Zierpflanze ist die kleine Sonnenblume auch noch.

Lange Links in kurze umwandeln

Wer twittert, kennt sie, die kurzen Links, die auf einen anderen (meist viel längeren) Link verweisen bzw. diesen aufrufen. Da Twitter ein Blog für Kurznachrichten von 140 Zeichen ist, bieten sich solche Links hier geradezu an. Was für Twitter gilt, ist u.a. auch für Facebook, aber auch im ‚täglichen Gebrauch’ durchaus sinnvoll.

Die Frage lautet nur, wie man an solche gekürzten Links herankommt. In meinem Beitrag „Wie man seinen zwitschernden Vogel füttert“ hatte ich von Diensten berichtet, über die man RSS-Angebote (so genannte Feeds) in Twitter einbinden kann (der dazugehörigen Link wird automatisch von diesen Diensten gekürzt erstellt und verwaltet).

Es gibt natürlich auch Internet-Dienste, die jeden anderen Link ‚kürzen’ können. Da wäre bit.ly (bit.ly shortens your long link so you can share your bit.ly link), der auch gleich eine Twitter-Suche anbietet. Oder is.gd (Compress that address).

Der Short-Link auf diesen Beitrag wäre: is.gd/3iyqM

Vielleicht mit dem Rad zur Arbeit?

Gestern hatten die Metronom-Züge ihren schwarzen Tag. Dank der metronom Verkehrsmeldungen bei Twitter ist es hinreichend dokumentiert. Beginnen wir zunächst am Sonntag:

Wegen einer Störung auf der Strecke Hamburg-Bremen werden sich die Züge in beide Richtungen leider verspäten.8:38 AM Sep 13th from TwitterFox

Diese Störung soll noch bis Montagvormittag anhalten.8:38 AM Sep 13th from TwitterFox

Wie wahr:

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81149 (plan an Hamburg 9:42) ab Rotenburg mit 14 min Verspätung

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81151 (plan an Hamburg 10:42) ab Rotenburg mit 13 min Verspätung

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81153 (plan an Hamburg 11:41) ab Rotenburg mit 14 min Verspätung

Wegen Bauarbeiten verkehrt der 81155 (plan an Hamburg 12:42) ab Rotenburg mit 22 min Verspätung

Endlich: Die Signalstörung in Oberneuland (Strecke Bremen-Hamburg) ist seit 12:31 Uhr behoben

Dass bereits morgens der ME ab Bremen Hbf. 5:13 ausfiel, der MEr ab Bremen Hbf. 5:18 in Hamburg 10 Minuten Verspätung und – wenn ich meinem Nachbarn Glauben schenken darf – mindestens ein weiterer Zug (Abfahrt ab Tostedt so um die 7 Uhr) ausfiel, wurde leider nicht festgehalten. Twittern ist ganz schön, aber nur so sporadisch bringt es wenig für den Interessierten (immerhin bin ich ein Follower der Metronom-Twitter-Meldungen).

Etwas verwunderlich ist dabei, dass zunächst eine ‚Störung’ gemeldet wurde. Dann waren die Bauarbeiten Schuld. Zuletzt wurde das Kind beim Namen genannt: Signalstörung! Sollte die wirklich fast 26 Stunden (von Sonntag 8:38 bis Montag 12:31) gedauert haben?

Bauarbeiten bei der Bahn

Nun vom 14.09. bis 23.09. sind mir Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Ottersberg und Sagehorn bekannt. Immerhin habe ich den Newsletter von Metronom abonniert. Lt. Baustelleninformation wurde vom Netzbetreiber (gemeint ist der Eigentümer des Schienennetzes, irgendein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn) für den gestrigen 14.09. lediglich für den ME 81169 ab Bremen Hbf. 18:28 eine voraussichtliche Verspätung ab Baustelle von 7 Min. gemeldet. Mehr nicht.

Klar, es kam die zusätzliche Signalstörung hinzu. Das erklärt aber immer noch nicht, dass ab 16 Uhr 30 auch nur sehr wenig lief (diesmal ab Hamburg Hbf.). Mein MEr um 16:36 ab Hamburg Hbf. nach Tostedt wurde mit 30 Minuten Verspätung angezeigt (ich fuhr so mit dem ME um 16 Uhr 52, der dann in Tostedt ‚nur’ 6 Minuten verspätet war). Und bei Twitter meldete Metronom:

Wegen einer Störung muss der 36555 (plan ab Hamburg 17:07) von Hamburg nach Winsen leider ausfallen

Das konnte ja nur eine andere Störung sein. Logisch. (Neben herrenloses Gepäckstück und Schienenersatzverkehr schlage ich den Begriff „Störung im Betriebsablauf“ zum Unwort dieses Jahres vor).

Heute nun hatte der besagte Metronom-Zug (ab Bremen Hbf. um 5:13, ab Tostedt 5:56) lediglich 4 Minuten Verspätung, fuhr am Hauptbahnhof in Hamburg statt in Gleis 13 ins Gleis 12 und hielt außerhalb der Bahnhofshalle (kleiner Sprint zur S-Bahn am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen! – allerdings war meine S-Bahn längst weg und ich musste weitere 6 Minuten warten). Bis HH-Harburg war der Zug übrigens noch pünktlich. Auch wenn es im Metronom-Newsletter nicht erwähnt wird. Zwischen Hamburg-Harburg und Hauptbahnhof gibt es natürlich noch eine kleine Baustelle. Bei genauer Betrachtung kann es daran aber nicht gelegen haben.

Mich würde es schon interessieren, warum bereits morgens auf der Strecke zwischen Harburg und HH Hbf. die Züge im Bummeltempo („Blümchen pflücken während der Fahrt verboten!“) fahren. Nicht nur der Zug heute. In den letzten fünf Wochen nach meinem Urlaub hat es bisher kein Zug (der besagte ME ab Bremen Hbf. 5:13) geschafft, pünktlich zu sein. Na, meine metronom Eisenbahngesellschaft GmbH?

Und wenn wir schon bei (ich weiß) dusseligen Fragen sind: Warum fahren alle Bahnen das letzte Stück auf der neu erbauten Pfeilerbahn (kurz vor Hamburg Hbf.) ebenfalls im Bummeltempo? Hat da jemand beim Bau gepfuscht (in der kleinen Ausgangskurve bekommen die Züge eine äußerst merkwürdige Schieflage; bisher ist aber noch kein Fahrgast aus seinem Sitz gerutscht, immerhin).

Warum ich das hier schreibe: Mir ist bewusst, dass das Schienennetz auch zwischen Bremen und Hamburg nach den vielen Jahren endlich ‚restauriert’ werden muss (oder sagt man ‚renoviert’?) Nur nervt es mich nun doch, dass ich mein halbes Arbeitsleben damit zubringe, Verspätungen wegen ‚ewiger’ Baustellen hinnehmen zu müssen. Die Bauarbeiten ab Bremen werden sich sicherlich noch Jahre (bis zu meiner Rente?) hinziehen, oder?

In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen verkehrspolitischen Aspekt hinweisen. Ich berichtete bereits über das Verkehrschaos (Wenn die Brummis durch Tostedt rasen), das voraussichtlich bis zum Jahre 2012 meinen Wohnort heimsucht. Die Autobahnstrecke Bremen-Hamburg ist mehr oder weniger eine einzige Baustelle. Als autofahrender Pendler kann man in Richtung Hamburg (oder auch Bremen) von Tostedt aus natürlich auch stundenlang morgens und stundenlang abends über die Dörfer fahren. Sehr umweltfreundlich. Oder man nimmt gleich das Fahrrad. Durchaus noch umweltfreundlich wäre die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (z.B. die Bahn, also ab Tostedt den Metronom-Zug). Wären nicht auch da die vielen Baustellen … Okay, Koordination ist in Deutschland ein Fremdwort. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn sich Netzbetreiber (bei der Bahn) und Straßenbauämter zuvor abgesprochen hätten. So steht der eine eben morgens wie abends im Stau, während der andere im Regen auf den nächsten verspäteten Zug wartet.