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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Der Witzableiter (10): Warum denn auf die Spitze gehen?

Fortsetzung von: (9): Paradox? Im Prinzip ja

Im 10. Teil der Kolumne „Der Witzableiter“ von Eike Christian Hirsch, die 1984 im ZEITmagazin erschien, behandelt dieser den Übertreibungswitz und zeigt auf, wie witzig Über-, natürlich auch Untertreibungen sein können. Hier wird einiges ‚auf die Spitze’ getrieben.

Der baumlange Milliardär aus Texas kommt während der Hauptsaison nach Saint Tropez. Er erscheint mit diamantglitzernden Manschettenknöpfen in der Halle des teuersten Hotels. Eine Karawane dienstbarer Geister folgt mit Koffern, Skier, Schlittschuhen, Pelzen und einer kompletten Winterausrüstung. Dem fassungslosen Empfangschef bleibt der Mund offen stehen. Dann wendet er sich an den Gast: „Verzeihen Sie bitte, aber es gibt hier keinen Schnee …“ „Keinen Schnee!?“ dröhnt der Texaner. „Der kommt mit dem Rest des Gepäcks.“

Übertreibungs-Witze sind eine Spezialität der Amerikaner, nicht erst seit Mark Twain diese Art von Humor unsterblich gemacht hat. Es soll auch heute noch jährlich Wettbewerbe in den Staaten für die beste lügenhafte Übertreibung geben. „Unser Badezimmer ist so klein – wenn die Sonne reinscheint, müssen wir rausgehen.“ „Das ist noch gar nichts. Unsere Küche ist so niedrig, daß wir darin nur Omelettes und Schollen backen können.“

Zugegeben, das Baumuster ist schlicht und läßt sich endlos variieren, aber wer wird denn gleich die Nase rümpfen? Das tut ein deutscher Professor, der jüngst schrieb: „Der Übertreibungswitz wendet sich vor allem an primitive Geister.“ Also denn – mehr davon. Hier sind sie. Ein Bauführer zu seinen Leuten: „Nehmt euch ein Beispiel an der Konkurrenz. Da wird nicht krankgefeiert. Wenn einer zum Beispiel Schüttelfrost hat, meldet er sich zum Sandsieben.“

Jede Übertreibung baut eine neue Wirklichkeit neben der alten auf. Sie muß irgendwie noch glaubhaft sein, wenigstens auf den ersten Blick. Die eigentliche Wirklichkeit muß man in ihr noch wiedererkennen – wie in der Karikatur das wiedergegebene Objekt. Der Referent für kirchliche Entwicklungshilfe eilt zu seinem Vorgesetzten und sagt: „ Bruder Nikodemus aus Niger klagt schon wieder über den dortigen Wassermangel.“ „Das tut er doch in jedem Brief“, sagt der Vorgesetzte. „Stimmt, aber diesmal ist die Briefmarke mit einer Reißzwecke befestigt.“

Daß es sich hier ebenfalls um eine Paradoxie handelt, muß ich kaum erwähnen. Das wissen Sie ja schon. Nur werden Sie mich vielleicht fragen, wo denn hier die zwei Positionen seien, die angeblich zu jeder Paradoxie gehören. Richtig, es ist nur eine zu sehen. Die zweite Position ist, so scheint es, die Wirklichkeit, wie wir sie kennen und vor der als Hintergrund die Übertreibung doch überhaupt erst als solche zu erkennen ist. Etwa so: Ein Tourist fragt den Bürgermeister des Kurorts: „Ist das Klima hier wirklich so gesund?“ „Und ob“, gibt der zurück, „um den Friedhof endlich einweihen zu können, waren wir gezwungen, unseren ältesten Einwohner zu vergiften.“

Wer hat schon etwas dagegen, wenn sich jemand so klar ausdrücken kann wie jener Zahnarzt, der zu seinem Patienten sagte: „Sie brauchen den Mund nicht so weit aufzureißen. Ich bleibe während der Behandlung draußen.“

Witzableiter (10)

Dagegen hätte auch Immanuel Kant nichts gehabt, der allerdings empfindlich war gegen Übertreibungen wie die, jemand habe „in einer Nacht graue Haare bekommen“. In seiner „Kritik der Urteilskraft“ (1790) erzählt er hingegen gern als gelungene Übertreibung die Geschichte von einem Kaufmann, „der aus Indien mit all seinem Vermögen in Waren nach Europa zurückkehrend, in einem schweren Sturm alles über Bord zu werfen genötigt wurde und sich dermaßen grämte, daß ihm darüber in derselben Nacht die Perücke grau ward.“ (Das Wort Perücke ließ Kant vorsichtshalber gesperrt drucken).

Gleich im Anschluß daran teilt Kant eine treffende Beobachtung mit über die Art, wie man gewöhnlich einen Witz versteht. Er meinte, daß wir uns zwar plötzlich in unserem ersten Verständnis der Geschichte getäuscht sähen, aber „unsere verfolgte Idee wie einen Ball noch eine Zeitlang hin- und herschlagen, indem wir bloß meinen, ihn zu greifen und festzuhalten“.

Das finde ich deshalb so treffend beobachtet, weil wir wirklich zwischen Verblüffung und Erleuchtung noch eine Weile hin- und herschwingen, indem wir unsere alte Täuschung und unsere neue Einsicht miteinander vergleichen. Patient zum Arzt: „Herr Doktor, mein Schielen hat sich verschlimmert. Wenn ich weinen muß, laufen mit jetzt die Tränen schon den Rücken kreuzweise herunter.“

Das Hin und Her vergleicht Kant mit dem Schwingen einer Saite. Heute würde man wohl von einer Rückkopplung sprechen können. Mit diesem technischen Vergleich ließe sich auch der Streit schlichten, den wir das letzte Mal diskutiert haben, ob die Verblüffung zuerst kommt oder das Verständnis. Beide wechseln sich wohl noch eine Weile ab und beeinflussen sich dabei gegenseitig.

Ich glaube, wir haben einen entscheidenden Punkt erkannt, wenn wir diese Hin- und Herbewegung beim Witz beobachtet haben. So funktioniert er. Dieses Springen, Schwanken, Flimmern ist sehr typisch. Noch einmal eine Probe:

Der Chef zum Buchhalter: „Am besten, Sie tragen den Jahresgewinn in Schwarz ein.“ „Es ist aber nur rote Tinte da, Chef.“ „So kaufen sie eben schwarze!“ „Dann sind wir wieder in den roten Zahlen.“

Eike Christian Hirsch – Der Witzableiter (Kolumne in 25 Teilen)
aus: ZEITmagazin – Nr. 37/1984

[Fortsetzung folgt]

Einen Wunsch frei … Die Sternschnuppen kommen

Es heißt, wer eine Sternschnuppe am nächtlichen Himmel erblickt, hat einen Wunsch frei. Wer sich also beim Anblick einer fallenden Sternschuppe schnell etwas wünscht, dessen Wunsch geht in Erfüllung. Die Chance bietet sich in diesen Tagen, denn jetzt sind die so genannten Perseïden-Sternschnuppen zu sehen. Die meisten werden für diese Nacht vom 12. auf den 13. erwartet. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen Ende der Abenddämmerung und Mitternacht, wo der tiefstehende Mond die Beobachtung noch wenig stört. Man schaue dabei in Richtung Nordosten – wenn denn das Wetter mitspielt und nicht zu viele Wolken den Abendhimmel verschleiern.

Sternschnuppen

Die Perseïden sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom. Für den Betrachter scheinen diese in der hohen Atmosphäre aufleuchtenden Partikel aus dem namensgebenden Sternbild Perseus zu kommen.

Da das Erscheinen der Perseïden mit dem Namenstag des Märtyrers Laurentius (10. August) zusammenfällt, werden sie im Volksmund auch Laurentiustränen beziehungsweise Tränen des Laurentius genannt.

Die Perseïden bestehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn immer um den 12. August die Staubspur, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Die Staubteilchen rasen dabei mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten. Die Sternschnuppe ist daher nicht das verglühende Staubkorn selbst, sondern besteht aus „heißer Luft“.

Siehe auch zdf.de: Die Sternschnuppen kommen

Sonnenuntergänge auf Neuwerk (2)

Hier noch einige Fotos von den bemerkenswerten Sonnenuntergängen auf der Insel Neuwerk [1] [2] [3] [4] [5] [6]. An einem Abend schob sich flacher Nebel über die Wiesen, wie wir diesen aus Alpentälern am frühen Morgen her kennen. Die Fotos geben nur andeutungsweise die beeindruckende Stimmung wieder.

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Abendlicher Nebel auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Abendlicher Nebel auf der Insel Neuwerk

Abendlicher Nebel auf der Insel Neuwerk

siehe auch: Sonnenuntergänge auf Neuwerk (1)

Der Nicht-Service der Deutschen Bahn

Für die Fahrt zum Taubertal Festival bei Rothenburg ob der Tauber am vergangenen Wochenende benutze mein großer Sohn und sein Freund die Deutsche Bahn AG (DBAG). Das Ticket war online rechtzeitig gebucht – Dauer Spezial für Hin- und Rückfahrt. Auf der Hinfahrt stellten beide fest, dass auf der Fahrkarte als Rückfahrttag der 18.08. und nicht der 10.08. eingetragen war. Klar, das hätte die beiden jungen Herren früher feststellen können.

So gingen sie gleich bei der Ankunft in Rothenburg zum Fahrkartenschalter, um die Rückfahrt zu klären. Umbuchen oder Erstattung der Fahrkosten? Ging nicht! Ist ausgeschlossen! Neues Dauer Spezial Ticket? Ging auch nicht – das muss man spätestens drei Tage vor dem Reisetag buchen. Aber es war doch Freitag, also drei Tage vor dem Reisetag am Montag. Ohne im Computer nachzuschauen behauptete der Bahnmensch weiterhin: Njet! Am Ende kauften sich die beiden ein Schönes Wochenende Ticket und fuhren bereits am Sonntag morgens gegen 10 Uhr los – auf den Auftritt der Toten Hosen verzichtend. Kurz vor 18 Uhr sollten sie nach sieben oder acht Mal Umsteigen zu Hause eintreffen.

Wie schön könnte Bahnfahren sein!

Natürlich verpassten sie einen Anschluss und mussten eine Stunde länger warten. Dann gab es in Hamburg-Harburg, also kurz vor ihrem Ziel, ein Gewitter – ein Baum blockierte das Bahngleis ‚auf unbestimmte Zeit’. Am Ende holte die Mutter des Freundes die beiden in Harburg ab. Endlich kurz vor 20 Uhr waren beide zu Hause.

Am Fahrkartenschalter (oder im Reisezentrum der DBAG) zeigte man sich wenig freundlich gegenüber den beiden jungen Männern, immerhin potentielle Kunden in der näheren Zukunft. Dass die Bahn insgesamt dermaßen unflexibel reagiert, konnte von beiden nur mit gewissem Staunen zur Kenntnis genommen werden. Flexibel nur in der undurchschaubaren Preisgestaltung: Beiden wurden erst Tickets für rund 250 € angeboten, dann ging es plötzlich doch billiger.

Wie auch immer: Beide haben fürs erste die Schnauze gestrichen voll, was das Bahnfahren betrifft. Sicherlich hat nicht die Bahn den Fehler (falsches Rückfahrdatum) zu vertreten, aber etwas mehr Entgegenkommen sollte doch erwartet werden. Und Hilfe! Der Service der Bahn verdient den Namen nicht. Kein Wunder, wenn selbst meine Firma für Dienstreisen auf Bahnfahrten verzichtet und stattdessen den Flieger ‚verordnet’.

Sonnenuntergänge auf Neuwerk (1)

Besonders bemerkenswert waren während unseres Aufenthalts auf der Insel Neuwerk [1] [2] [3] [4] [5] [6] in der Elbmündung die abendlichen Sonnenuntergänge. Unsere Ferienwohnung hatte zwei Fenster in Richtung Westen, die einen herrlichen Blick über den Deich auf das Wattenmeer ermöglichte. Die untergehende Sonne spiegelte sich dabei selbst bei Ebbe in den wasserführenden Prielen und bot einen einmaligen Anblick.

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Sonnenuntergang auf der Insel Neuwerk (Juli 2009)

Jethro Tull live at Madison Square Garden 1978 DVD/CD

Wer denkt, er hätte schon alles von unserer Lieblingsgruppe Jethro Tull im Plattenschrank, dem darf ich folgenden Nachschlag (dank an Laufis Jethro Tull Diskussionsforum für die Info) empfehlen:

Jethro Tull live at Madison Square Garden, New York 1978

Das Label EMI veröffentlicht ab 21.09.2009 zwei Scheiben (eine DVD und eine CD), zunächst wohl erst einmal im Vereinigten Königreich – die DVD ist mit Dolby 5.1 Surroundklang ausgestattet. Viele kennen die Aufnahmen von YouTube oder haben diese als Bootleg in ihrer Tull-Schatzkammer. Aber die Qualität ist nicht so besonders. Das sollte mit dem veröffentlichten Material mit Sicherheit anders werden. Ich bin gespannt.


Jethro Tull – Thick as a Brick complete – Madison Square Garden 1978

Hier die Tracks im Einzelnen:

CD
1. Bagpipe Intro (Live At Madison Square Garden)
2. Sweet Dream (Live At Madison Square Garden)
3. One Brown Mouse (Live At Madison Square Garden)
4. Heavy Horses (Live At Madison Square Garden)
5. Opening (Live At Madison Square Garden)
6. Thick As A Brick (Live At Madison Square Garden) (2009 Digital Remaster)
7. No Lullaby (Including Flute Solo Of God Rest Ye Merry Gentlemen) (Live At Madison Square Garden)
8. Songs From The Wood (Live At Madison Square Garden)
9. Band Intro (Live At Madison Square Garden)
10. Quatrain (Live At Madison Square Garden)
11. Aqualung (Live At Madison Square Garden)
12. Locomotive Breath (Including Dambusters March) (Live At Madison Square Garden)
13. Too Old To Rock ‚N‘ Roll (Live At Madison Square Garden)
14. My God/Cross Eyed Mary (Live At Madison Square Garden)
15. Locomotive Breath (Encore) (Including Dambusters March) (Live At Madison Square Garden)
16. Aqualung (Encore) (Live At Madison Square Garden)

DVD
1. Sweet Dream (Live At Madison Square Garden)
2. One Brown Mouse (Live At Madison Square Garden)
3. Heavy Horses (Live At Madison Square Garden)
4. Opening (Live At Madison Square Garden)
5. Thick As A Brick (Live At Madison Square Garden) (2009 Digital Remaster)
6. No Lullaby (Including Flute Solo Of God Rest Ye Merry Gentlemen) (Live At Madison Square Garden)
7. Songs From The Wood (Live At Madison Square Garden)
8. Band Intro (Live At Madison Square Garden)
9. Quatrain (Live At Madison Square Garden)
10. Aqualung (Live At Madison Square Garden)
11. Locomotive Breath (Including Dambusters March) (Live At Madison Square Garden)
12. Too Old To Rock ‚N‘ Roll (Live At Madison Square Garden)
13. My God/Cross Eyed Mary (Live At Madison Square Garden)

Horst Schimanski, Duisburg

Eigentlich sind es nur Reminiszenzen an alte Tage. Über 25 Jahre ist es her. Am Sonntag guckte ich öfter den Tatort im Fernsehen, den es bis heute bereits seit 1970 gibt. Viele Kriminalbeamte gaben sich da die Klinke in die Hand: Kommissar Trimmel, der Zollfahnder Kressin, Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf), Kommissar Stoever (Manfred Krug) oder Kommissar Heinz Haferkamp (Hansjörg Felmy)..

Und dann, 1981, wacht da in der ersten Szene eines neuen Tatorts ein gewisser Kommissar Schimanski mit dreckiger Unterhose und völlig verkatert zwischen leeren Bierflaschen auf, isst zwei rohe Eier und geht dann ungewaschen zum Dienst … Horst Schimanski, Kripo Duisburg.

Zehn Jahre bis 1991 beehrte Schimmi, wie er von Freunden genannt wird, das deutsche Fernsehpublikum. Dann hatte der Schauspieler Götz George die Schnauze voll von der Rolle, an deren Figur und Erscheinungsbild der Schauspieler maßgeblich beteiligt war. Aber Ende 1997 tauchte Schimanski auf den Bildschirmen wieder auf, jetzt in einer eigenen Fernsehreihe, von der es inzwischen 15 Teile gab. Der letzten Schimmi wurde vor gut einem Jahr ausgestrahlt, kurz vor seinem (und Götz Georges) 70. Geburtstag.

Dieser Tage nun gab es eine Wiederholung (den 13. Teil vom 26.06.2005, Titel: Sünde). Daher die Erinnerungen an alte Tage.

Man kann von Schimanski denken, was man will. Die einen halten ihn für einen unverbesserlichen Macho, die anderen für einen kulturlosen Proleten. Für mich und einige meiner alten Kumpel verbindet sich mit Schimanski ein Lebensgefühl, wie wir es damals empfunden haben. Ein Kumpel ging sogar soweit, Schimmis charakteristisches Markenzeichen, eine beige-graue M65-Feldjacke zu tragen – besser bekannt als „Schimanski-Jacke“.

Was hatten wir nun mit Schimanski gemeinsam? Mit Ruhrpott, für den Schimanski gewissermaßen steht, hatten wir schon der geografischen Ferne wegen nichts am Hut. Da schon eher etwas mit der norddeutschen Tiefebene. Aber am Ende, so sahen wir es, gleicht sich beides doch sehr.

An die Gründung einer Familie (immerhin waren wir damals Mitte zwanzig) dachte damals keiner. Wir hatten zwar einen Job, aber ein geregeltes bürgerliches Leben war uns doch eher fremd. Sicherlich schlugen wir uns so manche Nacht um die Ohren, aber doch eher an den Wochenende. Vielleicht war es ein Nicht-erwachsen-werden-Wollen, was uns umtrieb.

Nach außen hin waren wir wie Schimanski wenig kultiviert, aber nicht kulturlos. Manche Abende haben wir in Konzerten und Theatern verbrach – aber es waren eher die aufrührerischen Stücke, die uns interessierten. Wir gaben uns im Tonfall schnodderig, aber nicht aggressiv. Wenn, dann kämpften wir verbal.

Inzwischen sind wir zwar längst bürgerlich geworden, haben geheiratet und auch Kinder in die Welt gesetzt. Aber etwas Rebellisches, so denke ich, ist uns immer noch geblieben. Dafür ist die Welt nicht gut genug, um alles zu akzeptieren. Und so ist etwas von einem Schimanski auch heute noch in uns.

Da es nichts Besseres im Fernsehen gab, habe ich mir die besagte Folge aus der Schimanski-Reihe angeschaut. Schimmi ist für mich auch heute noch echt Kult. Es war ein Genuss, Schimanski wieder einmal ‚in action’ zu sehen.

siehe auch den Beitrag: Was ist bloß mit Ian los? Teil 65: Schimanski hört Tull

Blumenpracht Teil 25

Auch Nutzpflanzen haben schöne Blüten (ist Mohn eine Nutzpflanze?). Neben Kräutern haben wir einige Tomatenpflanzen, an denen schon erste Früchte kurz vor dem Rotwerden stehen. Und Kürbis blüht und verspricht große Früchte für den Herbst. Die Kirschen und die Beerenfrüchte (rote und schwarze Johannisbeeren, Stachel- und auch einige Himbeeren) sind längst in unsere Mägen gelandet.

Weiteres an Früchten und Gemüse finden wir bei Freunden und Bekannten (Gurken, grüne Bohnen und Zucchini hat noch Opa Klaus angepflanzt – wir sind hier die „glücklichen Erben“).

AlbinZ Garten  Anfang August 2009

AlbinZ Garten  Anfang August 2009

AlbinZ Garten  Anfang August 2009

AlbinZ Garten Anfang August 2009

AlbinZ Garten  Anfang August 2009

AlbinZ Garten Anfang August 2009

Inselaufenthalt Neuwerk: 6. Tag

Urlaub auf Neuwerk Die Tage auf Neuwerk gingen wie alle Urlaubstage viel zu schnell vorbei. Für die Rückfahrt nach Cuxhaven hatten wir zunächst die Fähre am Abend gebucht (Abfahrt sollte um 19 Uhr 30 sein). Ein Aufenthalt auf Neuwerk ohne eine Wattwagenfahrt ist aber wie eine Suppe ohne Salz.

So war unsere Wirtin der Ferienwohnung im Haus Seeblick so nett und buchte für uns um. Da die Fähre nur bei Flut, die Wattwagen aber nur bei Ebbe fahren, ging die Fahrt bereits kurz vor 11 Uhr los und nach Sahlenburg, von wo aber eine Busverbindung nach Cuxhaven und dort zum Bahnhof besteht. Gebucht wurde die Wattwagenfahrt bei Thomas Fischer (leider noch ohne Internetauftritt. Tel. 04721/28770 – e-Mail), der ansonsten auch für die Müllabfuhr auf der Insel zuständig ist (allerdings mit einem Lastwagen).

Wattwagenfahrt Neuwerk - Sahlenburg

Wattwagenfahrt Neuwerk - Sahlenburg

Wattwagenfahrt Neuwerk – Sahlenburg

Wattwagenfahrt Neuwerk - Sahlenburg

Wattwagenfahrt Neuwerk - Sahlenburg

Da die Wattwagen während des Niedrigwassers auch noch die Rückfahrt bewältigen, ging die Fahrt so früh los. Und im Watt war nicht nur in den Prielen noch reichlich Wasser vorhanden. Aber die Pferde, die die Wagen ziehen, sind daran gewöhnt, sogar bis zum Kopf im Wasser zu laufen, und werden schon früh ‚angelernt’. Allerdings mögen sie es nicht so gern, wenn ihnen das salzige Wasser in die Augen spritzt.

Der Weg von Neuwerk nach Cuxhaven-Duhlen bzw. Sahlenburg ist mit so genannten Pricken versehen. Das sind Orientierungshilfen meist aus jungen, etwa fünf bis sieben Meter hohen Birken oder Stangen mit Zweigbüscheln. Die Neuwerker würden ihren Weg wahrscheinlich auch ohne diese Pricken finden. Sie helfen aber besonders den Wanderern, die zu Fuß den Weg zur Insel wagen (für die rund 13 km benötigt man etwa 2 ½ bis 3 Stunden). Wer sich an die Regeln fürs Wattwandern hält, sollte eigentlich nicht in Seenot geraten. Für die Unverbesserlichen gilt es auf dem Wattwanderweg nach Neuwerk auf halben Weg immerhin drei Rettungsbaken, die aus einem stählernen Mast mit einem geschlossenen Korb aus Metallgitter an der Spitze bestehen, der über eine Bodenluke mit Leiter erreichbar ist. Dieser Gitterkorb bietet Platz für etwa sechs Personen und dient bei Gewitter als Faradayscher Käfig, der vor den Auswirkungen von Blitzschlag schützt.

Rettungsbake im Wattenmeer

Rettungsbake im Wattenmeer

Rettungsbake im Wattenmeer

Nach anderthalb Stunden Wattwagenfahrt kamen wir gegen 12 Uhr 15 in Sahlenburg an. Mit Bus und Bahn ging es dann wieder nach Hause.

Blumenpracht Teil 24

Auch wenn das Wetter eher wechselhaft ist, so herrschen die sonnigen Abschnitte doch vor über Regenschauern und kurzen Gewittern mit Sturmböen. Das gibt an freien Tagen genug Gelegenheit, sich an den Blumen und Pflanzen im Garten zu erfreuen, die jetzt in Blüte stehen. Und mit einem guten Buch und einem kühlen Getränk vergehen solche Tage schneller als einem lieb ist.

Pflanzen in AlbinZ Garten - Ende Juli 2009

Pflanzen in AlbinZ Garten - Ende Juli 2009

Pflanzen in AlbinZ Garten - Ende Juli 2009

Pflanzen in AlbinZ Garten - Ende Juli 2009

Pflanzen in AlbinZ Garten – Ende Juli 2009

Pflanzen in AlbinZ Garten - Ende Juli 2009

Pflanzen in AlbinZ Garten - Ende Juli 2009

Inselaufenthalt Neuwerk: 5. Tag

Urlaub auf Neuwerk Am 5. Tag hatten wir auf der Insel Neuwerk von morgens bis abends herrlichstes Sonnenwetter. Und da wir die Insel im Wesentlichen ausgekundschaftet hatten, war für diesen Tag Strand, Meer und Sonne angesagt. Nach dem Frühstück ging es los zur Südseite von Neuwerk, zur Badestelle gleich neben dem kleinen Jachthafen.

Natürlich war bereits Ebbe und der Höchststand des Wassers mit der nächsten Flut sollte um 18 Uhr 14 sein. So war zunächst Buddeln im Watt angesagt. Meine Jungs bauten eine Burg mit allem Drum und Dran, sonnten sich wie meine Frau und ich. Und gegen 14 Uhr ließen wir es uns im „alten Fischerhaus“ gut gehen mit Kaffee, Kuchen, Eis und sonstigen süßen Leckereien (je nach Nase, unter die das Naschwerk geschoben wurde).

Burgbauen im Watt von Neuwerk

Ein Sonnenbad auf Neuwerk

trocken gelegter Jachthafen von Neuwerk

Burgbauen im Wattenmeer – Sonnenbaden auf Neuwerk

So ab 15 Uhr 30 kam dann das Wasser. Es dauerte nicht lange, und da meine Jungs ihre Burg auf einer Sandbank vor einem Priel gebaut hatten, dieser vor dem anderen Wattenboden überschwemmt wurde, überraschte das Wasser Jungs und Burg und unterspülte diese (die Burg) schneller als man gucken konnte.

Gegen 18 Uhr, als das Wasser seinen Höchststand fast erreicht hatte, machten wir uns auf zu unserer Ferienwohnung, um uns für den Abend zu präparieren. Im „Anker“ gingen wir zum Essen – ich gönnte mir auf der Sonnenterrasse ein reichhaltiges Bauernfrühstück, das für mich schon zur Tradition gehört. Auf früheren Radtouren in meiner Jugend durch Norddeutschland aß ich abends öfter ein solches Bauernfrühstück, weil es meist das preiswerteste Gericht und zudem nach vollbrachtem Radeln gut sättigend war.

Ein Verdauungsspaziergang beendete dann den Tag, an dem ich mir immerhin trotz Sonnencreme den Pelz gehörig verbrannte.

Noch ein Insel-Internum: Wenn so viele Gäste jeden Tag die Insel bevölkern, dann fragt man sich natürlich, wo der Müll bleibt. Es gibt natürlich keine Müllabfuhr wie bei uns. Aber einer der Insulaner, der sonst einen Wattwagen chauffiert, holt an bestimmten Wochentagen bestimmten Müll ab. Am Mittwoch war das Altglas dran. Neben der Kläranlage (auch das braucht die Insel natürlich) wird der Müll gesammelt. Und per Müllschiff, das sich an diesem Tag schon früh am Morgen gegen 5 Uhr durch dumpfes Gehupe ankündigte und am Staatsanleger auf der Westseite der Insel anlegte, wird der Müll abgeholt.