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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Meditationen über Mozart

Am letzten Freitag begleitete ich meinen jüngeren Sohn zu einem Arzt in Bremen, bei dem er an einer Hörtherapie nach der Methode von Dr. Alfred Tomatis, auch Mozart-Therapie genannt, teilnimmt. Grundlage dieser Therapie ist die Verwendung speziell ausgesuchter Musik: sinfonische und konzertante Werke von W.A. Mozart und gregorianische Gesänge, die mit speziellen elektronisch gesteuerten Verstärker- und Filtersystemen bearbeitet wurden (z.B. werden einmal hohe, dann tiefe Frequenzen hervorgehoben). Hierzu später einmal mehr.

Während mein Sohn seine spezielle Hörtherapie absolvierte, dürfte ich mir ein behagliches Plätzchen aussuchen und legte mich so für zwei Stunden auf eine Matratze, um den Klängen von Mozart zu lauschen.

Mozart

Allgemein werden mit Mozarts Musik in den unterschiedlichsten therapeutischen Bereichen Behandlungserfolge verzeichnet – bei Mensch und Tier. Ich hatte nun zwei Stunden Zeit, um über Mozart und seine Musik zu meditieren:

Neben seiner Musik ist mir Mozart in der Literatur bei Hermann Hesse und dessen Steppenwolf, dort in dem magischen Theater, bekannt. Und es gibt die durchaus sehenswerte Verfilmung von Mozart von Milos Forman (Amadeus, der Größte).

Wie bei Hesse so habe ich mir Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn Mozart heute leben würde, welche Musik er komponieren und selbst spielen würde. Dazu schrieb ich einmal in Also sprach Schincklass – Mozart:

Und was hältst du von folgender Überlegung: Mozart heute?! Was wäre, wenn Mozart heute leben würde? Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich glaube schon, dass Mozart heute einer der größten Rock ’n’ Roller wäre, den die Welt kennt. Natürlich ist diese Spekulation müßig. Aber schon zu Lebzeiten, also vor über 200 Jahren, da war Mozart das, was heute vielleicht die Punks sind. Ja, ich behaupte, Mozart war der erste Punk. Er hat sich auch nicht um Konventionen geschert.

Mozart war ein Musikgenie, wie es ein solches kaum alle Tage gibt. Ein Mozart heute, der nicht allein in der klassischen Musik beheimatet wäre, würde natürlich eine ganz andere Musik kreieren. Vorstellbar wäre ein Experimentieren wie in der Neuen Musik (z.B. Arnold Schönberg, Igor Strawinski oder Béla Bartók). Vielleicht eine Art Super-Zappa, der u.a. ein Bewunderer von Edgar Varèse war, einem weiteren Vertreter der Neuen Musik. Denkbar wäre so auch ein Werk a la „Thick as a Brick“ von Jethro Tull, wenn auch viel komplexer und weitreichender.

Natürlich sind das nur Hirngespinste, Betrachtungen, die mich überkamen, als ich so entspannt auf der Matratze der Musik von Mozart lauschte.

Weitere Beiträge von mir zu Mozart: Happy birthday, Amadeus!Spirits of Mozart – Ian Andersons Mo’z Art Medley

Zu blöd: Til Schweigers 1 ½ Ritter

Wenn Til Schweiger die prominenten Schauspieler Deutschlands ruft (ob mit Migrationshintergrund oder ohne – wer den Film gesehen hat, weiß wie ich das meine), dann folgen sie willig. Nach dem Erfolg von „Keinohrhasen“ (mit über 6 Millionen Zuschauern Deutschlands erfolgreichster Film 2008) drehte Til Schweiger wieder eine Komödie: „1 ½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“, um mit diesem Film mittelalterlichen Frohsinn zu verbreiten. Es kam lediglich mittelalterlicher Blödsinn heraus.

Mit schwerer Ritterrüstung und Prinz-Eisenherz-Frisur stolpert Schweiger in seiner vierten Regiearbeit ständig über vergeigte Pointen und ein Drehbuch, das einfallsloser kaum sein kann. Da helfen auch die ganzen Promis nichts: der Film geht gewaltig in die Hose.

Wenn noch etwas erträglich ist an diesem Film, dann die etwas längeren Passagen mit dem türkischstämmigen Möchtegern-Ritter Erdal (Rick Kavanian) oder die Sequenz mit dem wahren schwarzen Ritter und seiner basis-demokratischen Gesellschaft. Aber das kann z.B. den anfänglichen Auftritt der New Kids on the Block (plötzlich wähnte ich mich im falschen Film) oder den von Herrn Roberto Blanco („Ein bisschen Spaß muss sein!“ – wirklich?) kaum kompensieren.

„Das Schwert muss aber am Eingang abgegeben werden!“, heißt es an einer Stelle des Films. Der Zuschauer sollte sein Gehirn an der Kasse abgeben, um nach überstandener Filmvorführung ohne größere Schäden den Heimweg antreten zu können. Am Besten erst gar nicht ins Kino gehen, man erspart sich Zeit, Geld und Ärger mit sich selbst (Warum musste ich mir diesen Schwachsinn angucken?).

Europas digitale Bibliothek

Google beginnt damit, angloamerikanische Bücher online zu stellen. Damit die Sichtweise nicht zu einseitig wird, hat nun auch Europa begonnen, seine großen Bibliotheken zu digitalisieren und unter dem Dach einer Europäischen Digitalbibliothek zusammenzuführen und damit für jedermann online verfügbar zu machen. Nach einem Fehlstart ist der Rohbau jetzt fertig: europeana

europeana - Europas digitale Bibliothek

Vieles funktioniert wohl noch nicht, aber das Ziel ist erkennbar. Als Liebhaber alter Bücher und insbesondere von alten Landkarten bekomme ich hier eine Spielwiese, die ihresgleichen in dieser Form anderswo vergeblich sucht.

Die Europeana beherbergt bereits jetzt zwei Millionen Bücher, Bilder, Fotos, Videos und Tondokumente aus den Nationalbibliotheken und Kulturinstituten der 27 EU-Mitgliedstaaten. Doch das sei erst der Anfang, sagt Viviane Reding, in der EU-Kommission für Informationsgesellschaft und Medien zuständig. „Mein Ziel ist es, dass Europeana im Jahr 2010 mindestens 10 Millionen Objekte enthält“.

siehe auch zdf.de: Europeana nach Fehlstart wieder online

Nachdenken über Nicht-Gott?!

Unter dem Motto: There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life („Wahrscheinlich gibt es keinen Gott. Nun hör auf, dich zu sorgen, und genieße dein Leben“) ist in Großbritannien eine atheistische Kampagne gestartet, die u.a. auch von dem Biologen und Religionskritiker Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) unterstützt wird: atheistcampaign.org. Der genannten Slogan prangt auf Bussen in London und von 1000 Werbeplakate in der Londoner U-Bahn und Anzeigen auf Großleinwänden.

Sicherlich haben auch Atheisten ein Recht auf Meinungsfreiheit. Aber ich finde das eher irritierend. Muss Werbung für eine Verneinung betrieben werden? Läuft der Atheismus damit nicht Gefahr, selbst so etwas wie eine Religion zu werden (wenn er das nicht längst schon ist)? Zudem finde ich den Spruch inkonsequent mit diesem „wahrscheinlich“. Das ist kein Atheismus, sondern Agnostizismus. Außerdem ist der Nachsatz danebengegriffen. Wer an einen Gott glaubt, sorgt sich eigentlich nicht, sondern vertraut auf Gott. Und Gottesglaube und das Leben genießen schließen sich nicht unbedingt aus.

Die Initiatoren wollen mit ihrer Kampagne einen Gegenpol zu Botschaften religiöser Gruppen schaffen, die Nicht-Gläubige „verdammen“. Das ist natürlich rechtens. Aber der Slogan verfehlt schlicht und einfach diese Zielsetzung. Immerhin ist die Kampagne ein Weg, Menschen über Gott nachdenken zu lassen. Ob das so beabsichtigt ist?

Gespannt darf man jetzt über die Reaktionen der Kirchen, Synagogen und Moscheen sein. Zuviel des Aufhebens würde die Kampagne nachträglich nur rechtfertigen. Vielleicht ist das ja die eigentliche Absicht!

siehe auch zdf.de: Gibt es Gott? „Genieße lieber dein Leben“

Den Winter im Griff?!

Die Nacht zum Drei-Königstag war die kälteste seit gut 20 Jahren. Wir im Bereich Bremen-Hamburg sind dabei noch glimpflich davon gekommen, weil uns der vorausgesagte Schnee versagt geblieben ist, sich damit aber auch die nächtlichen Tiefstwerte in einem erträglichen Maße hielten – minus 10 bis 12 Grad. Aber auch das reicht … In der Mitte Deutschlands wurden hingegen bis zu – 27,7 ° C gemessen.

Winter spielend im Griff?!

Nun, wie soll es weitergehen? Heute fiel etwas Schnee in Norddeutschland und bepuderte die Landschaft – viel war es nicht. Die kommende Nacht zum Donnerstag soll noch einmal sehr kalt werden, selbst bei uns sind minus 10 bis 15 Grad vorhergesagt. Dann schwächt sich der Frost so langsam ab.

Und zu alledem noch der Gasstreit zwischen Russland und Ukraine; zz. kommt über die Gaspipelines durch die Ukraine kein russisches Gas mehr nach Europa. Eskaliert der Streit, dann könnten auch wir bei uns bald sibirische Verhältnisse haben. Eisblumen an den Fenstern sieht zwar schön aus – aber: nein, danke, das muss nicht mehr sein.

siehe auch zdf.de: Eisnacht bricht viele Rekorde

Guitar Heroes at the BBC 2008

In einem Beitrag habe ich vor einiger Zeit meine zehn (und mehr) größten Gitarristen der Rockmusik (und darüber hinaus) in einer Zusammenstellung vorgestellt. Und daneben habe ich versucht, einige gitarrezupfende Frauen ausfindig zu machen. Der britische Sender BBC 4 strahlte nun Ende des letzten Jahres (eine Wiederholung ist für den 9. Januar vorgesehen) die Sendung Guitar Heroes at the BBC aus.

Laut Programminfo handelt es sich dabei um eine Auswahl aus Sendungen der BBC aus den 70er Jahren (The Old Grey Whistle Test to Sight and Sound Shows) und zeigt Gitarrengrößen wie Carlos Santana, Mark Knopfler und Peter Green, auch Meister der aktustischen Gitarre wie John Martyn, Bert Jansch, John Renbourn (diese beiden spielten längere Zeit bei der Gruppe Pentangle, die ich bereits in dem Beitrag Pentangle: Basket of Light (1969) vorgestellt habe) und Paco Peña. Jimi Hendrix sei nicht vergessen.

Die Auswahl ist sicherlich etwas kunterbunt und es fehlen natürlich einige Größen (Eric Clapton sei ein Beispiel). Trotzdem möchte ich – gewissermaßen als Ergänzung zu meinen bisherigen Beiträgen – die erwähnte TV-Sendung vorstellen, da diese bei youtube eingestellt wurde. Hier also als Playlist:


Guitar Heroes at the BBC 2008

„senk ju vor träwelling“

Seltsamerweise … denken viele Menschen immer noch, sie können sich einfach in einen Zug setzen und losfahren. Von Bochum nach Stuttgart. Von Kiel nach Berlin. Oder gar von Heidelberg nach Passau.

Sie denken das glücklicherweise nicht, denn Sie haben sich dieses Buch gekauft. Oder ein wohlmeinender Mitmensch hat es Ihnen geschenkt, einer, der weiß: Ein Abenteuerurlaub im Busch ist nichts gegen eine Fahrt mit der Deutschen Bahn. Vor allem aber: Ohne gründliche Vorbereitung haben Sie nicht den Hauch einer Chance. Dabei ist Reisen mit der Bahn … ungemein spannend: Bahnfahren, das ist in unserem überraschungsarmen und durchgetakteten Alltag das letzte große Abenteuer. Eine Reise ins Ungewisse, bei der man nie weiß, was als Nächstes passiert.

So beginnt das Buch von Mark Spörrle und Lutz Schumacher: „Senk ju vor träwelling“ – Wie Sie mit der Bahn fahren und trotzdem ankommen

Deutsche Bahn: Platz ist für alle da ...

Es ist nicht nur für Pendler, BahnCard-Inhaber und gelegentliche Bahnfahrer ein herrlich sarkastisches Buch über das Reisen mit der Deutschen Bahn, nein, auch Auto- und Fahrradfahrer sowie Fußgänger werden ihren Spaß an dieser auf die Spitze getriebenen Satire haben. Und natürlich bekommen auch die Bahnreisenden selbst gehörig ihr Fett weg.

Meine Frau, die wohlmeinend Erbarmungsvolle, hat mir das kleine Büchlein zu Weihnachten geschenkt. Es wird mir weiterhin als wichtiger Überlebenshelfer beim Bahnfahren dienen. Danke!

Zieht euch warm an

Eigentlich will man es kaum glauben. In der Nacht zum Samstag wurde es hier in Norddeutschland mit nahezu minus 10 Grad noch einmal richtig kalt. Aber bereits in der Nacht ging es gegen Morgen dem Nullpunkt entgegen. Und gestern Abend kam Regen, der weiterhin andauert, statt des erhofften Schnees zum Ferienende.

Aber das soll sich nun wieder ändern. Gegen Abend ist für heute ein Wechsel des Regens in mäßigen Schneefall vorausgesagt. Und in der Nacht zum Dienstag sollte man wohl mit Socken zu Bett gehen: Frost bis in den zweistelligen Bereich kündigt sich an. Wo Schnee liegt und der Himmel aufklart, wird es am kältesten bis zu minus 20 Grad Celsius.

Wintereinbruch Januar 2009

SUPER – Video- und Audiobearbeitung

Manchmal ist der Name auch Programm. Das Gleiche gilt für den Slogan: SUPER © does for FREE what other encoders CAN’T do for money.

SUPER © (Simplified Universal Player Encoder & Renderer) ist ein GUI, also ein Programm mit grafischer Oberfläche (bisschen Computer-Latein kann nie schaden), das einen Player und einen Encoder, also ein Programm, mit dem man die verschiedensten Typen/Formate von Multimedia-Dateien in entsprechend andere Formate ‚umwandeln’ kann, beinhaltet und aus der Linux-Ecke stammt. Für Linux-Video-Fach-Chinesen: Es beinhaltet FFmpeg, MEncoder, MPlayer, x264, FFmpeg2theora und das theora/vorbis RealProducer plugIn.

Das Programm ist kostenlos und frei erhältlich. Entwickelt wurde es von Programmierern der Gruppe eRightSoft. SUPER enthält alle notwendigen Codecs und kann so Dateien von einem Format, egal, ob Audio oder Video, in andere umwandeln, u.a. können natürlich auch die Audio-Spuren von Videos z.B. in MP3-Dateien extrahiert werden. Videos im FLV-Format (FlashVideo wie z.B. bei youtube) lassen sich in weitaus gängigere Formate umgewandelt und dann weiterverarbeitet. Und AC3-Tonspuren (Dolby Digital mit 5.1 Tonkanälen) kann man Kanal für Kanal extrahieren oder als Stereo-Ton in einer MP3-Datei zusammenfassen.

SUPER von eRightSoft

Im obigen Beispiel wird eine AVI-Videodatei in eine neue AVI-Datei mit dem DivX-Codec für das Video (1056 kbps, d.h. Kilobit pro Sekunde) und dem MP3-Codec für den Ton (128 kbps) umgewandelt. Bildgröße und Seitenverhältnis bleiben unverändert.

Ganz oben wird zunächst vorgegeben, in was für eine Datei das zu bearbeitende Video umgewandelt werden soll. Dabei gibt man Video- und Audio-Codecs vor. Im grün umrandeten Fenster werden dann alle Einstellungen für das Video, im blau umrandeten Teil alle Audio-Einstellungen vorgenommen. Im rot umrandeten Fenster wird die Zusammenfassung angezeigt.

Für einen Videofreak ist SUPER ein super Werkzeug, wenn es darum geht, Videos unterschiedlichster Formate aufzuarbeiten, um diese dann z.B. später in einem einzigen Video eines bestimmten Formats zusammenzufügen. Was vielleicht auf den ersten Blick etwas verwirrend aussieht, ist eigentlich ganz einfach zu handhaben. Allerdings sollte man schon ein Mindestmaß an Kenntnissen der Video- und Audioverarbeitung besitzen. Für Laien, die sich mit Videobearbeitung beschäftigen wollen, ist es auf jeden Fall eine lehrreiche Spielwiese (bekanntlich lernt man am besten, wenn man etwas ‚in die Hand’ nimmt – nach dem Motto: Probieren geht über Studieren – oder: Learning by Doing).

1968: Straßenbahnunruhen in Bremen

Das Jahr 1968 steht für eine Bewegung, die mit Studentenunruhen begann und durch den Tod des Studenten Benno Ohnsorg am 2. Juni 1967, der während der Demonstrationen gegen den Staatsbesuch des iranischen Schahs von einem Polizisten erschossen wurde, zunehmend militanter wurde.

Anfang des Jahres 1968 war ich gerade 14 Jahre alt und Schüler in Bremen. Dieses Jahr begann in Bremen mit den so genannten Straßenbahnunruhen: Vom 15. bis zum 18. Januar 1968 blockierten Bremer Schülerinnen und Schüler vier Tage lang an jedem Nachmittag die Schienen der Bremer Straßenbahn AG. Sie protestierten damit gegen die Fahrpreiserhöhungen. Ihre Parole lautete: „70 Pfennig – lieber renn ich“. Tatsächlich ging es aber um viel mehr: Es war der Startschuss für die 68er-Bewegung in Bremen.

Bremer Straßenbahnunruhen 1968

Während der Unruhen kam es in der Bremer Innenstadt zu schweren gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstrierenden und Polizeikräften (Polizeipräsident Erich von Bock und Pollach erteilte die Devise „Draufhauen, draufhauen, nachsetzen!“). Letztendlich wurden die Fahrpreiserhöhungen aber zurückgenommen.

siehe hierzu den Beitrag bei Radio Bremen TV: Die Straßenbahnunruhen von 1968

Ich erlebte die Unruhen zunächst aus der ‚sicheren’ Distanz. Es gab aber einige Mitschüler aus meiner Klasse, die sich an den Demonstrationen beteiligten – und so kam auch ich dazu, daran teilzunehmen. Bereits vor dem Gymnasium am Leibnizplatz wurden wir damals von der Polizei zurückgedrängt, erreichten dann aber doch das andere Weserufer, wo auf der Domsheide die eigentlichen Proteste stattfanden. Ich erinnere mich an heiße Diskussion in der „Marktschenke“ in der Violenstraße, dort wo Ende 1967 der „Unabhängigen Schülerbund“ (USB) gegründet wurde. Eine Spätfolge war u.a. auch das, was als „Klassenbuchklau“ in die Geschichte einiger Schulen in Bremen einging.

Die politischen Auseinandersetzungen verlagerten sich von der Straße in die Schulen. Hier gründeten sich Basisgruppen, in denen die Schüler sozialistisch geschult wurden. Für mich war das Ganze zu einseitig ausgelegt, sodass ich mich schon bald nicht mehr daran beteiligte. Wir fanden aber im folgenden Jahr 1969 wieder zusammen, als die Gefahr bestand, dass die NPD bei der Bundestagswahl die 5-%-Hürde überspringt. So gab es anlässlich einer Versammlung der NPD in der Stadthalle Bremen eine große Demonstration gegen diese Veranstaltung, an der auch ich mich beteiligte.

Intelligenz und „geistiges Alter“

Am Dienstag, den 30.12., lief im Ersten (ARD) die Sendung „Deutschlands größter Gedächtnistest“. Quiz- und Fragesendungen sind seit Jahren populär im deutschen Fernsehen. Jetzt geht es nicht nur mehr um möglichst breites Allgemeinwissen, sondern die geistige Flexibilität bis hin zur Ermittlung des IQ (Intelligenzquotient) steht im Mittelpunkt einer abendfüllenden TV-Sendung.

Nun, willst auch Du Dein „geistiges Alter“ erfahren? Dann kannst Du die Sendung am PC nachspielen: Deutschlands größter Gedächtnistest. Und willst Du gar wissen, welchen IQ Du besitzt, dann gibt es u.a. hier einen IQ-Test.

Albert Einstein

Ich muss gestehen, dass mir Gedächtnisaufgaben, die sich auf das ‚Merken’ von Begriffen oder gar Zahlenkolonnen beziehen, noch nie gelegen haben. In der Schule mussten wir Rechenausgaben im Kopf lösen. Ich habe mich schon damals geweigert, an diesem Denksport teilzunehmen. Sollte ich einmal vom Lehrer aufgerufen werden, die Lösung zu nennen, dann habe ich irgendeine beliebige Zahl genannt (ich gebe zu, im ‚Hintergrund’ habe ich versucht die Zahl zu schätzen). Wenn es aber um Logik und dergleichen geht, dann bin ich immer ganz gut drauf.

Gerade zum neuen Jahr ist etwas Gehirntraining ganz gut, damit der Kopf etwas gelüftet wird. Wer es also wagt, der kann nur gewinnen, oder?