Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

„O’zapft is“!

Eigentlich müssten es die Bayern wissen: Zur Wies’n-Zeit gibt es für den FC Bayern München zu Hause öfter einmal paar Watsch’n:


FC Bayern München: Die Wies’n Pleiten 1966 – 2000

Gestern nun erlebten die Bayern gegen den SV Werder Bremen ihr Werderloo, wie ich irgendwo durchaus treffend las. Oder O’zapft is: Werder schenkt den Bayern ordentlich ein.

Dabei konnte man nach dem ersten Spieltag in der Champions League unter der Woche nach Werders magerem 0:0 gegen Anorthosis Famagusta zu Hause mit dieser Leistungssteigerung kaum rechnen.

Ein Sieg gegen die Bayern ist immer etwas Besonderes. Ob nun zur Oktoberfestzeit oder auch sonst. Da kann man für Werder nur hoffen, dass es auch gegen Mannschaften wie am Dienstag im DFB-Pokal gegen den FC Erzgebirge Aue und dann am kommenden Wochenende gegen die TSG Hoffenheim erfolgreich weitergeht.

Bilderserie bei zdf.de – FC Bayern: Die rot-weiße Ratlosigkeit

Wilfredo A.: Gegen Windmühlen kämpfen

Nachdem Kretakatze den Mut gefasst hat, uns einige Lieder vorzusingen, habe ich alte Musikkassetten hervorgeholt, entstaubt und teilweise digitalisiert (soweit das überhaupt noch ging), die u.a. Aufnahmen von mir aus grauer Vorzeit enthalten – nicht nur selber gesungen und gespielt, sondern auch noch mit Herzblut selbst verfasst.

Im Jahre 1980 hatte ich zum ersten Mal Miguel de Cervantes Saavedras „Don Quixote“ gelesen. Das Buch habe ich in drei Taschenbuchbänden, die insgesamt immerhin über 1300 Seiten ausmachen und liebevoll von Grandville illustriert wurden. Dieses Epos wurde (neben anderen Romanen von Bedeutung) zum Ausgangspunkt für mich zu einer kleinen Sammlung von Liedern.

Das hört sich hochtrabend an, ist es aber nicht. Es sind damals, eben im Jahre 1980, lediglich einige Lieder entstanden, die nur für meinen Privatgebrauch gedacht waren. Schon bald habe ich mich dann auch daran gemacht, sie mit einem 2-Spur-Tonbandgerät aufzunehmen. Der einfacheren Handhabung wegen habe ich die Aufnahmen dann auf Musikkassette überspielt. Die Tonbänder sind zwar noch vorhanden, das Tonbandgerät allerdings ist längst verschrottet worden.

Die erste Aufnahme von damals habe ich nun als Video bei youtube eingestellt. Um dem möglichen Betrachter und Zuhörer die Sorge, hierzu eine Bewertung oder gar einen Kommentar abgeben zu müssen, zu ersparen, habe ich Bewertungs- und Kommentarmöglichkeiten von vorn herein abgeklemmt. Man mag die Qualität entschuldigen (u.a. ist die Aufnahme etwas übersteuert). Aber genug der Vorrede:

Gegen Windmühlen kämpfen

Es ist schwer allein
Gegen Windmühlen zu kämpfen.
Es ist schwer allein
Seinen Weg zu finden.
Es ist schwer, unverstanden
in die Welt zu ziehen, einem Traume nach.
Es ist schwer, in fremden Landen
Träume zu bewahren, nur den Himmel als Dach.

Don Q., der einsame Ritter
Zog im schwersten Gewitter
allein mit Pferd und Knappen
Um den Kopf den feuchten Lappen
Der gegen die Hitze ihn kühle
Zog er los gegen die Mühle
Zog er alleine los, um gegen Windmühlen zu kämpfen.

Belächelt und für irre gehalten
Kämpfte er gegen unsichtbar‘ Gestalten.
Die Sonne brannte heiß
Auf den blanken Sand, wer weiß
Wo sein Ziel in der Ferne lag
Es lag in der Ferne, wer mag
schon gegen Windmühlen kämpfen, die sich im Winde drehen.

Aufgenommen am 03.04.1980 in Bremen


Willi singt: Gegen Windmühlen kämpfen

Altes „Neues“ von Jethro Tull (2)

Baader hörte Jethro Tull

RAF-Chef und Staatsfeind Nr. 1: Andreas Baaders Musikgeschmack war der von Millionen. In Stammheim hörte er Santana, Jethro Tull und Iron Butterfly; u.a. fand sich Jethro Tulls „Living in the Past“ in seiner Zelle.

Tull rappt

Schon einmal etwas vom Rapper RJD2 gehört? RJD2 meets Jethro Tull – und das als Video bei youtube. Das Ganze nennt sich dann Poorboy Lover Megamix. Damit das Original nicht ganz aus den Augen und Ohren verloren geht, bietet das Video auch noch dieses gleich als Nachschlag.

Foto von Erwin Reiseder

Es ist schon wieder einige Wochen her, da erreichte mich eine Mail mit einem Foto von Ian Anderson, das ein guter, alter Tull-Fan „beim ‚Ausmisten’ seiner Schubläden gefunden“ hat. Erwin, vielen Dank dafür:

Ian Anderson

Weitere Fotos aus Erwins Kamera sind übrigens auf meiner Jethro Tull-Bildchen-Seite zu betrachten.

Czesc, Polska!

Hallo, Polen! Vom 3. bis zum 13. September waren rd. 20 Schüler und Schülerinnen des Gymnasium Tostedt (u.a. mein Sohn Jan) zum Schüleraustausch in Polen und für eine Woche bei Gastfamilien von Schülern des Liceum ogólnoksztalcace im. Tadeusza Kosciuszki im Partnerschaftsort Lubaczów als Gäste untergebracht.

Hier einige erste Bilder von dieser Reise:

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) – Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Schüleraustausch 2008 Tostedt (D) - Lubaczow (PL)

Diese Bilder stammen von der Website des Lizeums in Lubaczów. Hier finden sich noch weitere Fotos und kurze Beschreibungen des Tagesgeschehens (allerdings auf Polnisch):

1. Tag (04.09.2008)

2. Tag (05.09.2008)

3. Tag (06.09.2008)

4. Tag (07.09.2008)

5. Tag (08.09.2008)

6. Tag (09.09.2008)

7. Tag (10.09.2008)

8. Tag (11.09.2008)

9. Tag (12.09.2008) u.a. Besuch in Auschwitz-Birkenau

Do widzenia! Auf Wiedersehen im Juni/Juli 2009 in Tostedt – und ein ganz besonderer Gruß und vielen Dank für die Gastfreundschaft von Jan an Piotr.

Siehe auch meinen Beitrag: Ab nach Polen

Martin Walser: Jagd

Nicht schon wieder Walser?! Doch, doch … Es gibt noch einige Bücher von Martin Walser, die ich bisher nicht gelesen habe, und das hole ich jetzt nach. So habe ich mir in diesen Tagen den kleinen Roman Jagd aus dem Jahre 1988 vorgeknöpft. In „Jagd“ beschreibt Walser einige Tage im Leben des Immobilienmaklers Gottlieb Zürn, der bereits im 1980 erschienenen Roman „Schwanensee“ im Mittelpunkt stand und in „Der Augenblick der Liebe“ 2004 nochmals der Held eines Romans (Walsers Zürn-Romane) wurde. Damit nicht genug: Gottlieb Zürn ist der Vetter von Xaver Zürn, dem Protagonisten aus „Seelenarbeit“ (1979), und er war der Vermieter einer Ferienwohnung an Helmut Halm und Frau in „Ein fliehendes Pferd“ (1978).

Allein diese Bezüge zu anderen Büchern von Walser machen diesen Roman interessant. Irgendwie will man wissen wie es ‚weitergeht’ oder, kommt man vom Roman „Der Augenblick der Liebe“ her wie ich, wie es ‚früher war’.

Der Buchtitel Jagd steht in diesem Werk sinnbildlich für die Darstellung der menschlichen Existenz als lebenslangem Kampf. Und so wechselt der Protagonist Gottlieb Zürn im Verlauf des öfteren die Rolle zwischen Jäger und Gejagtem. Übrigens: Das Wort Jagd und seine Variationen (Jäger, jagen) kommt achtmal vor (wenn ich richtig gezählt habe), obwohl der Roman selbst ja keinerlei Bezug zur ‚echten’ Jagd hat.

Nun worum geht es in diesem Buch? Es ist wieder ein Ehe- und Familienroman. Gottlieb Zürn hat seinen Immobilienmaklerjob weitestgehend seiner Frau übergeben. Er ist nur noch für Akquisitionen zuständig – für Werbung und das Heranschaffen von Immobilien. Nebenbei schreibt er Gedichte, die er unter dem Titel „Achillesverse“ zusammenfasst. Man erkennt sehr bald: Zürn fühlt sich schwach, der Konkurrenz unterlegen und der Umwelt ausgeliefert. Er erkennt bei der Konkurrenz „die vielbödige Hinterhältigkeit des höher gebildeten Normalmenschen …“ (S. 128 – suhrkamp taschenbuch 1785 – 3. Auflage 2002). „Gute Manieren sind ein Ausdruck schlechten Gewissens.“ (S. 135). Nicht nur im Geschäftlichen bahnt sich Ärger an, auch zu Hause – als seine ältere Tochter wegläuft. Die Jagd beginnt. Die Jagd hinter seiner Tochter, die Jagd nach Frauen, wobei Zürn selbst eher der Gejagte ist. Am Ende kommt alles wieder ins Lot – wie so oft bei Walser; man glaubt es kaum.

Porträt von Ian Anderson

Am 25. August erreichte mich über mein youtube-Konto eine Nachricht mit der Hilfe um Unterstützung:

Hi, me and a few friends are TRYING to get Ian Anderson voted for the above celeb portrait competition…however, we have a few serious competitors trying to knock Ian off the throne.

A text comment is worth one vote and a video response is worth 50 votes. I wondered…could you possibly add some of your Tull videos as a response please? I have made so many, I am shattered lol.

Thanks

Es ging also um einen Wettbewerb, bei dem der- oder diejenige, die am meisten Stimmen erhält, in einem Porträt dargestellt werden soll, das dann als Video bei youtube eingestellt wird. Die bisherige Mehrheit hatte sich für Che Guevara entschieden, Ian Anderson lag auf Platz zwei.

Da Videoantworten (also vorhandene Videos, die wie ein Kommentar gepostet werden) glatt 50 Mal pro Video gezählt werden, war die Bitte natürlich verständlich. Immerhin habe ich rund 100 Videos mit Ian Anderson und seinen Jungs bei youtube im Angebot. Also nichts wie ran an den Speck. Videoantworten und Kommentare mussten beim zuletzt eingestellten Video gepostet werden: Michael Hutchence of INXS ~ Portrait

Am 26. August meldete mir dann der Porträtist himself:

Ian Anderson takes the win for the next celeb portrait with 12772 votes!!!

So durfte ich also meinen Beitrag dazu leisten, dass zwei Tage später tatsächlich das Porträt von Ian Anderson bei youtube veröffentlicht wurde:


Ian Anderson of Jethro Tull ~ Portrait

Am Rande bemerkt: Ich finde es schon erstaunlich, wie sich im Internet Leute präsentieren, mit welchen Ideen (ich muss fast sagen: Geschäftsideen) diese aufwarten, da muss ich mir vielleicht auch einmal etwas Kurioses einfallen lassen (mir fällt bloß nichts ein, das Geld bringen könnte – also muss ich weiter zur Arbeit fahren, um für mich und meine Lieben die Brötchen zu verdienen – sei es drum).

Obama versus McCain

Mit Barack Obama für die Demokraten und John McCain für die Republikaner stehen nun die Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen 2008 fest. Auf den jeweiligen Parteitagen wurden sie nominiert. Aus diesem Anlass hielten beide eine Parteitagsrede, in der sie Eckpunkte ihrer zukünftigen Politik erläuterten. Diese Reden sind im Original und mit deutscher Übersetzung im Internet aufrufbar. Beide Reden habe ich mir in längeren Ausschnitten angehört.

Barack Obama

John McCain

Barack Obama

John McCain

Zunächst rechnen beide mehr oder weniger direkt mit der Politik von George W. Bush ab. Auch McCain kritisiert die Politik seines Parteifreundes Bush und bekennt sich wie Obama offen zu einem Politikwandel im Land. Der Ausgangspunkt ist bei beiden aber völlig gegensätzlich. Während McCain zunächst alles in den Dienst für das Land stellt (Country first), fragt Obama , was die Politik für den Bürger tun kann. Die Vision Martin Luther Kings wird dabei sichtbar.

Man kann McCain sicherlich als durchaus liberal gelten lassen, für manchen Republikaner zu liberal. Seine Rede wirkt ähnlich überzeugend wie die von Obama. Und doch: Ich kann einfach nicht glauben, dass dieser Mann einen politischen Wandel in den USA bewirken wird. Wie George W. Bush wird er sich auf einen Parteiapparat und Beraterstab stützen müssen, der entgegen seinen Absichten die Politik prägen wird. In seinem Alter von 72 Jahren wird ihn der jugendliche Elan eines Barack Obama fehlen, um sich gegen seine parteiinternen Gegner durchzusetzen.

Ich muss gestehen, dass mich Obamas Rede (die Ausschnitte davon, die ich gesehen habe) durchaus überzeugt haben. In klaren Worten legt er seinen Standpunkt vor und wirkt dabei glaubwürdig. Natürlich decken sich in einigen wichtigen Punkten seine An- und Absichten nicht mit meinen. Sicherlich steckte in seiner Rede (wie in der von McCain) bereits viel Wahlkampf. Obama setzte einige Eckwerte und versprach konkrete Veränderungen, die er in der Summe kaum wird einhalten können. Auch er wird sich mit und gegen einen Beraterstab behaupten müssen. Wenn es aber einen Wandel in den USA geben soll, dann nur durch ihn.

Noch ein Eindruck von mir zu den beiden Parteitagen als solches: Bei den Demokraten wirkten die Delegierten jünger, attraktiver und enthusiastischer. Den Parteitag der Republikaner empfand ich teilweise wie ein Seniorentreffen. Und noch ein Hinweis: Die Gestik von John McCain wirkt sehr zombiehaft. Das rührt von schweren Verletzungen aus seiner Vietnamteilnahme als Marineflieger her.

Video Obamas Parteitags-Rede mit deutscher Übersetzungund im Original
Video McCains Parteitags-Rede mit deutscher Übersetzungund im Original

Herr Lehmann im Theater

Das passt ja gut. Mit dem Roman Der kleine Bruder hat Sven Regener gerade seine Herr Lehmann-Trilogie vollendet. Es ist eigentlich der mittlere Teil, die Zeit Anfang der 80-er Jahre, als Frank Lehmann, der Protagonist, nach Berlin zu seinem Bruder kommt. Zuvor (in Neue Vahr Süd) leistete Lehmann seinen Bundeswehrdienst ab – danach (in „Herr Lehmann“, der als erstes erschienen war) erlebt er die Zeit vor dem Zusammenbruch der DDR, der Wende, ebenfalls in Berlin.

Und genau dieser letzte Lehmann, ’tschuldigung: Herr Lehmann, wird nun vom Altonaer Theater in Hamburg auf die Bühne gebracht. Regie führt Mona Kraushaar (Bühne: Katrin Kersten; Kostüme: Nini von Selzam), Mitwirkende sind u.a. Daniel Adan, Björn Ahrens, Holger Dexne, Klaus Falkhausen, Victoria Fleer, Stefan Haschke (als Herr Lehmann), Dirk Hoener, Gisela Kraft und Ole Schloßhauer

Premiere 14. September 2008, 19 Uhr, Große Bühne
Vorstellungen bis 17. Oktober 2008
Karten zu 15,- bis 29,- €

Szene aus: Herr Lehmann, Altonaer Theater 2008

„Das ist doch der letzte Scheiß, Lebensinhalt. Man lebt und freut sich dran, das reicht völlig.“

Mit Herr Lehmann, dem Kultroman von Sven Regener – der bereits erfolgreich von Leander Haußmann verfilmt wurde – startet das Altonaer Theater in die neue Spielzeit.
Frank Lehmann, den angesichts seines dreißigsten Geburtstags nun alle unerbittlich Herr Lehmann nennen, hat sich bequem eingerichtet in seinem Kreuzberger Biotop. Seine Tage verbringt er lesend im Bett, abends geht er seinem Kneipen-Job nach und trinkt sich anschließend mit seinen Kumpels philosophierend durch die Nächte.

Doch unaufhaltsam schleichen sich Störungen in seinen heiß geliebten Alltagstrott ein: Nicht nur, dass ihm im Morgengrauen ein Hund den Heimweg versperrt und dann ein Sonntags-Anruf seiner Mutter den Elternbesuch in der Hauptstadt angekündigt, zu allem Überfluss stürzt ihn auch noch die schöne Köchin seiner Lieblingskneipe in totale emotionale Verwirrung. Und während sich im Ostteil der Stadt die Auflösung der DDR ankündigt, hat Herr Lehmann alle Hände voll zu tun, die an ihn herangetretenen Herausforderungen mit lakonischem Galgenhumor zu bewältigen.

Sven Regener, Sänger und Texter der Band „Element of Crime“, beschreibt selbstironisch und mit zärtlich-rotziger Nonchalance das Lebensgefühl der späten 80er Jahre und liefert ein komisches Portrait eines Lebenskünstlers im Vorwende-Berlin.

Typisch britisch: Rote Telefonzellen & Pubs

Was typisch deutsch ist, darüber muss man sich heute geradezu streiten, denn vieles scheint zumindest mir inzwischen abhanden gekommen, was man Menschen deutscher Herkunft nachzusagen pflegt: Pünktlichkeit, Fleiß, Ordnungsliebe und ich weiß nicht noch was für ‚positive’ Eigenschaften. Lediglich was Gemütlichkeit anbelangt, war, ist und bleibt der Deutsche in seinem Element.

Was ist nun typisch britisch? Ich will hier nicht auf bestimmte menschliche Eigenschaften eingehen. Auch darüber ließe sich das typisch Britische finden. Nein, ich denke da an bestimmte Dinge, die rein optisch vorführen, dass es hier um die britische Insel geht. Das fängt sicherlich mit Tee an. Lediglich die Ostfriesen ließen sich noch über das Trinken von Tee definieren. Dann natürlich die schwarzen Taxis, die roten Doppeldeckerbusse und die ebenso roten Telefonzellen. Gerade den Letzten geht es nun in Zeiten mobiler Telefonie an den Kragen. Der Unterhalt dieser eben typisch britischen Einrichtung ist einfach zu hoch, die Telefonkabinen sind nicht mehr rentabel. Um sie trotzdem nicht endgültig aus dem Blickfeld verschwinden zu lassen, kann man solche roten Telefonzellen jetzt adoptieren – mit oder ohne Telefonanschluss (siehe auch Video bei zdf.de: Briten „adoptieren“ Telefonzellen)

Britische Telefonzelle: Das Aus?

Britische Telefonzelle: Das Aus?

Britische Telefonzelle: Das Aus?
british red telephone booth

Dass die britische Insel keinen nennenswerten Wein hervorbringt ist sicherlich auch klimatisch bedingt. Neben Tee ist das Bier in seinen verschiedenen Sorten daher als Nationalgetränk einzustufen. Neben Ale und Lager ist ein cremig frisch gezapftes Stout (die irische Variante Guinness dürfte auch Nicht-Anglophilen gekannt sein) die gängigste Sorte. Und wo schmeckt es besser (da eben frisch gezapft) als in einem Pub. Die Public Houses sind weit mehr als die deutschen Kneipen. Meist bekommt man dort typisch britische Küche, die man als Besucher der Insel unbedingt hier ‚genießen’ sollte, auch wenn es vielen als ungenießbar erscheint. Mit einem guten Bier bekommt man alles hinunter. Und in vielen Pubs gehört auch eine umfangreiche Weinkarte zum Angebot (natürlich auch der Wein dazu). Enden sollte ein solches Mahl mit einem schottischen Whisky (oder englischen Gin), der hier ebenfalls in großer Anzahl angeboten wird. Pubs sind aber vor allem eine soziale Einrichtung, denn wo, wenn nicht hier treffen sich die Briten (Engländer, Schotten und Waliser), um sich über Neuigkeiten auszutauschen. Und wer keine Eintrittskarten fürs laufende Fußballspiel bekommen hat, der schaut in einem Pub dem Spiel am TV gespannt zu.

Nun droht gerade den Pubs durch Billigbier aus dem Supermarkt, Rauchverbot und die allgemeine Wirtschaftskrise das Sterben. Immermehr von ihnen müssen schließen, weil die Kundschaft ausbleibt. Eine nationale Katastrophe bannt sich an. „Last order, please!“ gilt dann nicht mehr für die letzte Bestellung, es könnte für das Public House als solches gelten. Die Queen bewahre die Briten davor!

siehe auch das Video auf zdf.de: Großbritannien: Pubs sterben aus

Von Mücken und Wespen

Meine Frau liebt es, sich im Freien aufzuhalten. Gegen einen Aufenthalt dort ist auch aus meiner Sicht nichts einzuwenden, wenn die Sonne scheint. Leider gibt es im Sommer genügend Quälgeister, die den Aufenthalt draußen doch sehr vermiesen können. Spitzenreiter (neben nervenden Nachbarn) sind natürlich Wespen und Mücken.

Mücken gibt es eigentlich den ganzen Sommer über. Dieses Jahr hielten sie sich zunächst wohl etwas zurück. Dafür nerven sie jetzt. Und das meist in der Nacht, wenn man nicht aufgepasst hat und mindestens immer eine den Weg ins Schlafzimmer gefunden hat.

Bei diesen nächtlichen Besuchern handelt es sich um Steckmücken weibliche Geschlechts. Und nur die sind bei den meisten Stechmückenarten blutsaugend. Ein solcher Stich, wer kennt es nicht, verursacht zumeist eine allergische Reaktion mit Juckreiz. Beides wird von den Proteinen ausgelöst, welche die Stechmücke in die Saugstelle einspritzt, um das Blut vor dem Gerinnen zu bewahren.

Gegen Mücken gibt es vielerlei Mittelchen, um sie zu verscheuchen. Mehr oder weniger gut bewährt hat sich bei uns Nelkenöl, mit dem man z.B. die Ohrläppchen beträufelt und den Puls an den Armen. Allerdings stinkt man dann wie ein Lebkuchenmännlein. Wenn es aber hilft …?!

Wir (meine Frau und ich) haben einige Erfahrung mit Mücken gemacht. Zuletzt durften 2005 auch unsere beiden Söhne diese Erfahrung auf der Isle of Skye in Schottland mit uns teilen. Allerdings waren die Mücken dort weniger von der blutsaugenden, sondern ähnlich wie 1990 auf Island von der lästigen Art. Sie krabbeln in jede unbedeckte Körperöffnung.

Auf Island gibt es einen See im Norden namens Myvatn. Der Name ist Programm: Mückensee. Bei den Mücken dort handelt es sich überwiegend um harmlose Zuckmücken, die nicht stechen, aber auch um etwas lästigere Kriebelmücken. Es gibt im Sommer zwei Perioden von je etwa zwei Wochen, in denen sie regelrechte schwarze Säulen am Ufer des Sees bilden. Wir hatten wohl etwas Glück.


AlbinZ auf Island 1990

Am Ende des Videos von unserem Island-Urlaub 1990 treten nicht etwa vermummte Terroristen auf, sondern unsere kleine Reisegruppe mit Netzen über den Köpfen, um uns vor dem Ansturm der Mücken am Myvatn zu schützen.

Mücke

Wespe

Mücke

Wespe

Pflaumenkuchen und Wespen, das gehört zusammen wie Adam und Eva – oder so. Dieses Jahr begann die Wespenplage aber schon sehr früh. Kaum konnte man auf der Terrasse frühstücken, da waren garantiert auch Wespen da, die ihren Anteil am Frühstück einforderten. Im Grunde sind Wespen harmlos. Wenn sie nerven, dann dadurch, weil sie unorthodox wirre durch die Gegend fliegen. Meist summen sie dann vor dem Gesicht herum. Wenn sie dann noch im größeren Heerscharen auftreten, dann können sie einem die Nahrungsaufnahme wirklich vermiesen.

Bei uns kommt noch hinzu, dass wir gewissermaßen eine eigene Wespenzucht haben. In unserem Dachstuhl hatten sich gleich zwei Wespenvölker breit gemacht. Allerdings ließen diese uns doch ziemlich unbehelligt, so lange wir das Gleiche mit ihnen taten. Jetzt ist aber Schluss mit lustig. Die schmalen Ritzen im Gebälk werden dicht gemacht, damit wir im nächsten Jahr ohne eigene Wespen leben können.

Die „ewige“ Baustelle

Wenn man mit dem Zug aus dem Süden, also aus Richtung Bremen und Hannover, nach Hamburg kommt, dann überquert man kurz vor dem Hauptbahnhof ein Gewässer, den Oberhafen. Über die Oberhafenbrücke passieren täglich etwa 240 Fern- und Regionalzüge diese Bahnstrecke. Das 500 Tonnen schwere Mittelteil dieser 150 Meter langen Hafen-Brücke, die zuletzt schwere Korrosionsschäden aufwies, wurde zur Weihnachtszeit 2007 ausgetauscht. Außerdem wurde ein weiteres Teilstück des Schienennetzes vor dem Hauptbahnhof, ein aus Backstein gemauertes Viadukt im Freihafen, die so genannte Pfeilerbahn, abgerissen und wird neu aufgebaut. Diese beiden Baumaßnahmen werden erst 2010 beendet sein.

Oberhafenbrücke - Hamburg hbf.

Zz. stehen nur noch zwei Schienenstränge, jeweils einer in beide Fahrtrichtungen, für den Bahnverkehr zur Verfügung. Es ist unschwer zu erraten, dass durch diese Baumaßnahmen immer wieder erhebliche Verzögerungen im Bahnverkehr eintreten. Und das jetzt noch mindestens zwei Jahre.

Ich wohne bereits seit über 13 Jahre in Tostedt und fahre werktäglich morgens nach Hamburg und abends zurück. In dieser Zeit gab es immer wieder Verspätungen, die besonders durch den Austausch alter Schienen veranlasst waren. Allein die Erneuerung des Teilstücks zwischen Buchholz und Hamburg-Harburg führte zu einer Vollsperrung dieser Strecke für über 8 Monate (5. April bis zum 11. Dezember 2004). Natürlich wird es allerhöchste Zeit, dass die alten, teilweise maroden Schienenstränge erneuert werden. Die Strecke zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg Hbf. hat zudem viele kleine Brücken, die wie die Oberhafenbrücke über 100 Jahre alt sind und nie wirklich gewartet wurden.

Aber es kommt auch sonst immer wieder zu längeren Verzögerungen bis hin zum Zeitpunkt, an dem dann überhaupt nichts mehr geht. Beeinträchtigungen von außen lassen sich nicht vermeiden. Allerdings zeigt dann die Bahn, dass sie zu einer Notfallregelung nicht ausreichend im Stande ist.

Nun auf meiner Strecke Bremen – Tostedt – Hamburg verkehren jetzt schon seit vielen Jahren (genau: seit dem 14. Dezember 2003) die Bahnen des Eisenbahnverkehrsunternehmens Metronom. Die neuen Züge erwiesen sich als weitaus komfortabler als die veralteten DB-Bahnen. Auch mit der Pünktlichkeit nahm es der Metronom viel genauer als noch der alte Betreiber dieser Strecke. 2005 wurde das Metronom-Netz um die Strecke Uelzen – Hannover – Göttingen erweitert. Ende letzten Jahres kam die Strecke Hamburg – Stade – Cuxhaven hinzu. Außerdem wurde der Verkehr der Regionalbahnlinien Hamburg – Lüneburg und Hamburg – Tostedt von der Deutschen Bahn AG übernommen. Nicht immer wirkt sich eine solch große Expansion eines Unternehmens vorteilhaft für den Kunden aus: So kommen die Fahrzeuge der Anfangszeit langsam in die Jahre, den öfter treten Störungen auf, die zu weiteren Beeinträchtigung führen (z.B. lassen sich Türen nicht schließen, Lokomotiven fallen wg. technischer Schäden aus, die Klimaanlage funktioniert nicht, sodass ganze Waggons gesperrt werden müssen). Auch mutmaße ich, das von dem neu eingestellten Zugpersonal noch nicht alle im Stande sind, mit der neueren Technik bereits vollends klar zu kommen.

Wie auch immer: Es gibt eine Reihe von Ereignissen, die dazu führen, dass sich Züge verspäten können. Wenn man den folgenden Text liest (einen wunderschönen Textbaustein), den mir das Metronom-Kundenzentrum zukommen ließ, dann versteht man fast, dass man pünktlich eintreffende Züge an den Fingern einer Hand abzählen kann:

Grundsätzlich ist die pünktliche Durchführung einer Zugfahrt nur möglich, wenn die zur Verfügung stehende Infrastruktur bzw. die Belegung der Gleise dieses ermöglichen. Daher ist, abgesehen von der Zugfolgeregelung auf der Strecke (besonders wichtig bei Ihrer Strecke: der Vorrang der IC und ICE-Züge), natürlich auch die Bahnsteigbelegung durch andere Eisenbahnverkehrsunternehmen in den Bahnhöfen maßgeblich. Ebenso lassen sich Zugfahrten nur pünktlich ausführen, wenn keine Beeinträchtigungen durch z. B. Bauarbeiten an den Gleisen, Störungen an der Technik (Weichen, Signale, Oberleitung, Bahnübergänge) oder den Loks bzw. dem Wagenmaterial vorliegen. Doch nicht nur eisenbahntechnische, sondern auch andere, von außen auf den Betrieb einwirkende Faktoren, beeinflussen die Einhaltung des Fahrplans. So können z. B. Personen im Gleis, Böschungsbrände und Unfälle an Bahnübergängen Auslöser von Behinderungen sein.

Absender: lobundtadel @ online-kundenzentrum.de

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Hinweis auf den Vorrang der IC- und ICE-Züge. Dadurch wird ein Pendler wie ich gewissermaßen zu einem Fahrgast „zweiter Klasse“. Wenn es aber um Fahrpreiserhöhungen geht, dann wird der Pendler meist als erster zur Kasse gebeten.