Alle Artikel von WilliZ

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Gentle Giant: The Advent of Panurge

Gentle Giant sah ich als Vorgruppe von Jethro Tull Anfang 1972 zum ersten, leider auch zum letzten Mal live auf der Bühne. Ich hatte schon zuvor von ihnen gehört und war nach dem Auftritt das, was man wohl begeistert nennt. Okay, Jethro Tull war und ist meine Gruppe. Aber was die Jungs (und hauptsächlich Brüder) auf die Bühne brachten, war norddeutsch untertrieben ’nicht schlecht‘.

    Gentle Giant als Vorgruppe von Jethro Tull 1972

Gentle Giant war eine britische Artrockband mit unverwechselbarem Klangbild. Einflüße von Klassik, Blues, Jazz und Avantgarde prägten dabei den komplexen Sound. Viele Titel haben ihren Ursprung in europäischer Musiktradition und speziell in keltischer Musik. Ausgefallene Arrangements mit einem breiten Spektrum an Instrumenten und fantastische, mehrstimmige Gesangspassagen waren das Markenzeichen von Gentle Giant.

    Gentle Giant

Noch faszinierender als das Arsenal der Instrumente und Stilmittel war die strukturelle Dichte des Geschehens: Diese fünf Rocker hatten offenbar größten Spaß an Kontrapunkt und Polyphonie, gegenläufigen und mehrschichtigen Partituren, ungeraden Metren und ständigen Taktwechseln.

hier weitere Links zu Gentle Giant [1] [2]

Gentle Giant: The Advent of Panurge

Leider sind viele der Scheiben von Gentle Giant nicht mehr erhältlich. Dafür hier ein Stück von der CD Octopus von 1972: The Advent of Panurge


Gentle Giant: Advent of Panurge

Weihnachten bei AlbinZ

Nicht erst, seitdem wir Kinder haben, hat Weihnachten seine kleinen Bräuche bei uns zu Hause. Schon früher feierten wir mit wenigen Ausnahmen den Heiligabend bei uns im kleinen Kreis. Am 1. Weihnachtsfeiertag geht es dann traditionsgemäß nach Bremen zu meinen Verwandten, wofür wir den 2. Feiertag in Tostedt bei meinen Schwiegereltern verbringen.

Zur Adventszeit gehört natürlich das Keksebacken – und ein Adventskranz mit seinen vier Kerzen. Das Haus ist weihnachtlich geschmückt.

Und zu Weihnachten gehört bei uns ein Tannenbaum dazu, der zunächst eher klein ausfiel, in den letzten Jahren aber ’normale‘ Größe erreichte. Dieser ist mit Kugeln und anderen kleinen Dingen geschmückt (aus unserem Schottland-Urlaub haben wir für diese Weihnachten typischen Schmuck mitgebracht: ein Schaf als Engelchen, Weihnachtsmänner mit Schottenrock). Und es brennen echte Lichter an diesem Baum.

    Unser Weihnachtsbaum 2004

Nach dem Abendessen am Heiligabend findet bei uns die Bescherung statt. Als die Kinder noch klein waren, kam natürlich der Weihnachtsmann ins Haus.

Seit einigen Jahren machen wir es ganz spannend: Wir verpacken die Geschenke gleich mehrmals und benutzen dafür hauptsächlich altes Geschenkpapier u.ä. Auf dem ersten Papier kommt der Name dessen, der das Geschenk wirklich erhalten soll. Auf den weiteren ‚Verpackungen‘ können dann die Namen der anderen stehen. Jetzt wird reihum gewürfelt. Wer eine sechs (oder eins) würfelt, der darf sich ein Geschenk mit seinem Namen nehmen und es auspacken. Ist es ein weiteres Mal eingewickelt, so legt er das Geschenk zurück. So geht das, bis alle Geschenke den eigentlich Beschenkten erreichen und von diesem ausgepackt wurden.

Das Mehrfacheinpacken der Geschenke kommt traditionsgemäß aus Schweden: Zum Julfest (Wintersonnenwende) schenkt man sich kleine Sachen (Julklapp), die von unbekannten Gebern einfach in die gute Stube geworfen werden. Diese Geschenke verpackt man auch mehrmals (so kann sich ein zunächst großer Karton am Ende als ganz kleines Geschenk entpuppen).

Wir haben es auch schon einmal so gemacht, dass alle Geschenke im ganzen Haus versteckt wurden. Das ähnelt dem Ostereiersuchen, macht daher den gleichen Spaß.

Traditionelles Essen gibt es eigentlich nicht mehr bei uns. Bei meiner Mutter gab es früher Puter mit Sauerkraut. Jetzt bervorzugen wir eher eine leichte Küche und werden zu Heiligabend auf einem heißen Stein kleine Steaks usw. grillen. An den Feiertagen gehen wir dann voraussichtlich zum Essen.

Und wie feiert ihr Weihnachten?

Werders Jahresbilanz 2005

Wir wollen nicht meckern: Dieses Jahr brauchte zwar einige Enttäuschungen für den hartgesottenen Werder-Fan: Das eher unrühmliche Ende in der Champions League im Achtelfinale gegen Olympique Lyon (0:3 und 2:7), dann im April auch das Ende im DFB-Pokal-Halbfinale auf Schalke im Elfmeterschießen.

Wer hätte aber gedacht, dass Werder Bremen am Ende doch noch den 3. Platz in der Bundesliga belegt und damit die Qualifikation zur Champions League schafft, die dann über den FC Basel zum FC Barcelona führte. Okay, eine Meisterleistung war es nicht, was die Mannschaft in der Gruppenphase bot. Aber es reichte, um im nächsten Jahr wieder im Achtelfinale zu stehen – gegen Juventus Turin, ein schweres, aber nicht unlösbares Los.

Die Hinrunde in der Bundesligasaison 2005/2006 zeigte eine angriffslustige Elf, in der Miroslav Klose zu einer glanzvollen Leistung auflief. Schade, dass es zuletzt gegen den HSV nur zu einem 1:1-Unentschieden reichte, denn in der ersten Halbzeit zeigte Werder sein ganzes Können. Oder eben doch nicht: Denn es wurden einfach zu viele Möglichkeiten ausgelassen (u.a. der Elfer von Micoud, der seinen Fehler immerhin durch ein blitzsauberes Freistoßtor korrigierte).

17. Spieltag. 1:1 gegen den HSV
Nach dem 1:1 gegen den HSV: Leicht belämmert
Jubelnde Fans des SV Werder Bremen
Auch 2006 soll wieder gejubelt werden

Etwas Pech hatte man bei den drei Niederlagen in Gladbach, München und auf Schalke. Da war mehr drin. Aber es kann eben nicht immer alles rundlaufen. Im DFB-Pokal dagegen klappte es und nach dem 4:1-Sieg gestern bei Hannover 96 – es war schon ein denkwürdiges Spiel (4 Tore in den letzten 7, 8 Minuten) – ist man weiterhin im Rennen. Am 24. oder 25. Januar 2006 geht ’s dann auf den Kiez nach St. Pauli, also ein weiteres Nord-Derby für Werder.

Man darf gespannt sein, wie es im nächsten Jahr weitergeht: Der Meisterschaftszug, so fürchte ich, ist zugunsten der Bayern abgefahren. Die mögen zwar immer wieder schwächeln. Aber das Glück, das die haben, fehlt der Mannschaft von Werder Bremen leider zu oft. Platz zwei oder drei sollte aber erreichbar sein – und vielleicht geschieht ja doch ein kleines Fußballwunder!

Immerhin: Werder bewies auch in diesem Jahr, dass sie vorn mitspielen kann. Und wenn man es endlich packt, die volle Leistung aufs Spielfeld zu bringen, dann kann man auch den Großen ein Bein stellen – z.B. gegen Juventus Turin! Warten wir es ab …

Weihnachtsfrauen

Männer mit langen, weißen Bärten in einer roten Montur mit dem Sack auf dem Rücken und der Rute in der Hand … Weihnachten hat sicherlich etwas Besinnliches. Aber von Erotik keine Spur. Der Duft von Kerzen und Nadelgrün besänftigt die Sinne eher und ’stacheln‘ diese weniger an. Aber im Zeitalter der Gleichberechtigung drängen zunehmend Frauen in den bisher der Männerwelt vorbehaltenen Beruf des Weihnachtsmannes: Die Weihnachtsfrau erobert die Welt – weniger die Kinderzimmer, eher die vorweihnachtlichen Herrenabende …

Weihnachtsfrau Weihnachtsfrau Weihnachtsfrau
Weihnachtsfrau Weihnachtsfrau
Weihnachtsfrau  Weihnachtsfrau Weihnachtsfrau
Weihnachtsfrau Weihnachtsfrau

Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Ein Unfall – so beurteilt die Kopenhagener Polizei den Tod des kleinen Isaiah. Der Eskimojunge ist vom Dach eines Mietshauses in den Tod gestürzt. Für seine mütterliche Freundin Smilla aber liegt der Fall anders. Die Tochter einer Robbenjägerin und eines Arztes stammt aus Grönland. Ihr Volk kennt 100 Wörter für Schnee. Smilla arbeitet als Gletschermorphologin und kann Eiskritalle bestimmen. Nun liest sie Isaiahs Fußspuren auf dem verschneiten Dach und erkennt, dass der Junge ermordet worden ist. Unterstützt von ihrem rätselhaften Nachbarn Peter forscht sie nach und kommt einer Firma auf die Spur, die vor Jahren im ewigen Eis Experimente durchführte.

aus TV Movie Nr. 25/2005

    Smilla im Schnee

Der Film (Smilla’s Sense of Snow – D/DK/S 1997 – Regie: Bille August – mit Julia Ormond) entstand nach dem Roman des dänischen Schriftstellers Peter Høeg. Dieser ist 1992 im Original unter dem Titel „Frøken Smillas fornemmelse for sne“ erschienen und machte den Autor über Nacht weltweit gerühmt.

Heute um 20 Uhr 15 wird der Film bei kabel Eins wiederholt.

Ein Volk, das im ewigen Winter lebt, sieht und bezeichnet viele Details des Schnees. Tatsächlich benennen die Inuit (wie sich die Eskimos nennen) die weiße Pracht nach ihren Eigenschaften:

Es gibt u.a. Wörter für leichten Schnee („katiksunik“), rieselnden („gana“) und schmelzenden Schnee („auksalak“). Zudem unterscheiden die Inuit Schnee nach ihrer Beschaffenheit – genauer, als unsere Bezeichnungen „Schneematsch“ („massak“) und „Pulverschnee“ („nutagak“). Eine Besonderheit der Inuit-Sprache ist es, einen Sachverhalt mit einem Wort zusammenzufassen, wie: Schnee, der hoch liegt (z.B. auf Bäumen) und herunterfallen kann – kurz: „mavsa“.

„Kannik“ bedeutet „Schneeflocke“, „kiksrukak“ „glatter Schnee“, kaiyuglak „Schnee mit gerippter Oberfläche“, „akillukkak“ „weicher Schnee“. Einfach „Schnee“ heisst aber „apun“, der „erste Schneefall“ „apingaut“.

Lexikon des Schnees (englisch)
Schnee der Eskimo (Inuit)
Zur Schrift der Inuit

DaimlerChryler: Was brauchen wir noch Arbeitsplätze …

Der neue Chef von DaimlerChrysler, Dieter Zetsche, plant den Abbau von 16.000 Arbeitsplätzen, um durch die Senkung der Personalkosten den Gewinn des Unternehmens kräftig zu erhöhen. Ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk für den Kapitalseigner. Fragt man sich nur, wozu das Unternehmen eigentlich noch Arbeitskräfte braucht. Ach so, die schrauben die Autos zusammen …

    Zielscheibe: Dieter Zetsche

Sehnt sich da einer nach der ‚bleiernden Zeit‘ zurück …?!

siehe: zdf.de

Wintereinbruch = Chaos bei der Bahn

Mit jedem Fahrplanwechsel wie jetzt zum 11. Dezember 2005 geht bei der Deutschen Bahn AG (DBAG) immer wieder Wirrwarr bei der Zugabfertigung einher, der zu entsprechenden Verspätungen führt. Kommt dann noch der Wintereinbruch hinzu, dann ist das Chaos vorprogrammiert.

Ich persönlich bin bis jetzt zwar halbwegs verschont geblieben (was schon erstaunlich ist), aber für andere wurden die Wirren bereits zum Horror. Und jetzt zeigt sich, dass auch der u.a. zwischen Hamburg und Bremen verkehrende Metronom nicht gegen Lokschäden u.ä. gefeit ist.

    Der Metronom - Hamburg Hbf

So verspätete sich der Metronom am 14.12. von Hamburg (Abfahrt 18 Uhr 16) nach Bremen um rund 30 Minuten, weil eine Tür anscheinend defekt war. Und heute, am 19.12., bliebt der Metronom mit Abfahrt um 5 Uhr 15 aus Hamburg nach Bremen in Buchholz/Nordheide wegen Lokschaden liegen.

Hierzu sollte man wissen, dass die metronom Eisenbahngesellschaft mbH seit dem 14.12.2003, also seit zwei Jahren, von der DBAG die Strecken Hamburg-Bremen und Hamburg-Uelzen übernommen hat. Seit dem 11.12.2005 werden jetzt auch die Strecken Uelzen-Hannover und Hannover-Göttingen bedient, was einer Kapazitätssteigerung um nahezu 100 % entspricht. Hierzu wurden auch acht neue Züge in Einsatz gebracht. Ich kann mich dabei leider des Eindrucks nicht erwehren, dass sich das Unternehmen verstärkt um die neuen Strecken ‚bemüht‘, geht es darum, neue Kunden an Bord zu ziehen. Bei einer solch großen Expansion des Unternehmens müssen aber an anderer Stelle Abstriche in Kauf genommen werden – sollte sich das etwa auf die Strecke Hamburg-Bremen beziehen?

Noch mehr Weihnachtsmänner

Nach der ersten Lieferung an Weihnachtsmännern fehlte bisher für das Jahr 1996 noch einer. Ich habe etwas in meinen alten Videobändern gekramt und dann endlich die Aufnahmen vom berühmt-berüchtigten Weihnachtsmann 1996 gefunden: Zum Heiligen Abend des Jahres 1996 hatten wir keinen Weihnachtsmann für unsere Kinder gefunden. Da meinte mein Großer: „Dann kannst du ja der Weihnachtsmann sein!“.

    Weihnachtsmann 1996

Viel Spaß mit dem Video. Übrigens: Im Vorspann gebe ich zunächst dem Nachwuchs eine Chance. Mithin: Frohe Weihnachten! Und viele Grüße an all die Weihnachtsmänner dieser Welt!

Video: AlbinZ als Weihnachtsmänner 1996

Schottland 1985: Von Aviemore über Carlisle nach Gretna Green

Vor 20 Jahre in unserem Schottland-Urlaub ging die Fahrt weiter von Aviemore über Glasgow nach Carlisle in England, um meine heutige Frau und mich noch einmal zurück nach Schottland zu führen, nach Gretna Green.

Donnerstag, den 15. August 1985 (13. Reisetag):

Für 8 Uhr haben wir den Wecker gestellt. Er reißt uns aus dem Schlaf, so fest haben wir geschlafen; schnell ziehen wir uns an und packen die ersten Sachen. 8 Uhr 30 gibt es Frühstück, was sehr reichhaltig ist. Während Christa dann duscht, pinsle ich noch diese Zeilen. Dann dusche ich. Kurz nach 10 Uhr sind wir beide fertig, alles ist gepackt. Dann zahlen wir und gehen zur Haltestelle, wo uns der Bus von Aviemore nach Glasgow bringt.

Der Bus ist pünktlich, und als er abfährt, beginnt es zu regnen und hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Wir sind um 12 Uhr 45 in Perth (fahrplanmäßig 12 Uhr 30), wo wir in den Bus nach Glasgow umsteigen. Es gibt leichte Probleme, weil wir im ersten Bus nur gesagt haben, daß wir nach Perth wollen. Auf der Fahrt von Aviemore nach Glasgow ist eine Fahrtunterbrechnung nicht erlaubt mit dem Travelpass. Aber wir mußten ja umsteigen. Nach kurzem Hin und Her ist aber alles geklärt und wir können mit unserem „Highlands & Islands“-Pass noch einmal kostenlos fahren – bis Glasgow. Hier läuft unser Travelpass aus. Ich glaube, wir haben die 250 DM pro Nase für diese 10 Tage voll ausgenutzt. In Glasgow sind wir kurz vor 14 Uhr 30 (lt. Fahrplan 14 Uhr 15). Es gießt nicht übel. Wir müssen wieder umsteigen, um nach Carlisle zu kommen (eigentlich wollen wir ja nach Gretna Green; aber das können wir nur mit einem lokalen Bus von Carlisle aus). Wieder haben wir leichte Probleme. Unsere Rucksäcke sind schon im Bus verstaut. Als ich Tickets beim Fahrer haben will, muß ich fünf Minuten vor der Abfahrt noch zum Fahrkartenschalter rennen. Aber alles ist klar und für 7 £ 50 zusammen (wir fahren jetzt wieder mit der BritExpress Card, mit der man nur 2/3 des normalen Fahrpreises zu zahlen hat), können wir von Glasgow um 15 Uhr nach Carlisle fahren (wir sparen zusammen 4 £).

Es geht u.a. an Gretna vorbei, wir geraten kurz in einen Stau, sind dann aber um 17 Uhr 45 in Carlisle. Der Bus nach Gretna fährt uns gerade davon. So entschließen wir uns, hier zu bleiben, suchen sogleich die Tourist Information auf, die uns ein Zimmer an dem Hartington Place 10 vermittelt. Wir machen uns gleich auf den Weg. Von draußen sieht das Haus ziemlich unscheinbar aus, aber von innen entpuppt es sich als ein kleines Schmuckkästchen. Wir haben Zimmer Nr. 2, das wirklich ’nicely‘ eingerichtet ist. Vielleicht etwas kitschig, aber doch ganz nach unserem Geschmack. Auch das Badezimmer ist freundlich (u.a. mit Grünpflanzen) eingerichtet. Hier ist „the home“ wirklich „castle“.

Am Abend besuchten wir dann die Stadt und machten einen kurzen Bummel. Am nächsten Tag fuhren wir dann mit einem lokalen Bus nach Gretna Green.

Freitag, den 16. August 1985 (14. Reisetag):

Kurz nach 8 Uhr stehen wir auf und ziehen uns an. Punkt 8 Uhr 30 sind wir unten beim Frühstück. Es ist wieder sehr reichhaltig und dazu mit Geschmack hergerichtet – der Frühstückstisch. So mundet es uns sehr gut. Kurz nach 9 Uhr sind wir wieder auf unserem Zimmer. Während ich meine Verdauungszigarette rauche und weiter Tagebuch führe, duscht sich Christa bereits. ich dusche mich anschließend. Nachdem wir den Rest zusammengepackt und gezahlt haben (16 £ für die Nacht), gehen wir los. Zuerst hebt Christa von ihrem Postsparbuch 700 DM ab (der Kurs ist unter 4 DM pro £ gesunken, also unser Vorteil), dann
gehen wir zum Busbahnhof, wo ich schon Fahrkarten für die Fahrt morgen von Carlisle nach Llandudno in Nordwales kaufe. Wir zahlen 14 £ 50, also 7 £ 25 pro Nase. Um 11 Uhr 15 fahren wir dann mit dem 82er ‚Ribble‘-Bus für 95 p. pro Person nach Gretna, wo wir gegen 11 Uhr 45 ankommen.

Gretna Green Grenze zu Schottland - Willi als Bagpiper
Gretna Green Grenze zu Schottland
Blacksmith das erste Haus in Schottland
Blacksmith das erste Haus in Schottland

Durch die Touristeninformation bekommen wir bei Mrs. Love (sic!) in der Annon Road 62 ein Doppelzimmer für zusammen 15 £. Wir laden unsere Sachen ab und gehen dann hinaus. Zuerst gehen wir nach Gretna Green. ich habe mich etwas ‚besser‘ angezogen (statt der ätzenden Latzhose trage ich die ziemlich knittrig gewordene Urlaubs-‚Ausgeh‘-Hose). Beim Blacksmith ‚heiraten‘ wir dann so gegen 13 Uhr 30 per Amboßschlag. Als ‚witnesses‘, also Trauzeugen, dienen uns zwei Italiener aus Parma, die vor uns ‚geheiratet‘ haben. Natürlich lassen wir die Zerenomie im Bild festhalten. Die Fotos werden uns nachgesandt. Und es gibt so etwas wie eine Heiratsurkunde, die man sonst fü 12 p. im Souvernirladen kaufen kann (zusammen zahlen wir 2 £ für die Fotos und 1 £ für den Blacksmith). Christa bekommt dann auch einen echten schottischen Bagpiper vor die Linse.

Es bleibt bis gegen 16 Uhr fast trocken, bis auf kleinere Regenschauer. Erst danach zieht eine dichte Wolkendecke auf und es regnet fast ununterbrochen.

Wir kaufen noch Souvernirs … und gehen dann Tee trinken (wozu wir ein Stück Kuchen kaufen). Gegen 15 Uhr 30 gehen wir zurück, nehmen noch ‚das erste Haus‘ in Schottland auf, sowie ein weiteres Highland-Rind und sind um 16 Uhr zurück auf unserem Zimmer.

Da es den weiteren Tag über in Strömen regnete, verblieben wir auf dem Zimmer, aßen etwas und planten die weitere Reise, die uns zunächst für eine knappe Woche in den Norden von Wales führte und dann zurück nach London, von wo wir am 24. August wieder nach Deutschland zurückflogen.

Samstag, den 17. August 1985 (15. Reisetag):

8 Uhr 15 stehen wir auf, ziehen uns schnell an und gehen dann zum Frühstück. gegen 9 Uhr kommt ein Pärchen aus dem Rheinland an unseren Tisch, mit denen wir etwas klönen. Sie wollen hier in Gretna ‚richtig‘ heiraten.

Kurz nach 9 Uhr 30 duscht Christa; ich zahle schnell, pinsle noch Tagebuch und dusche dann selbst. Wir packen dann unsere Sachen zusammen und verlassen kurz vor 10 Uhr 30 bei strahlendem Sonnenschein unsere Zimmer. Um Punkt 10 Uhr 44 fahren wir mit dem Bus von Gretna nach Carlisle zurück, wo wir kurz nach 11 Uhr bereits ankommen.

Nach 2 1/2 Stunden Aufenthalt in Carlisle fuhren wir dann mit dem Bus über Liverpool und Chester, an der Küste zur Irischen See entlang nach Llandudno im Norden von Wales, wo wir uns für einige Tage eine kleine Ferienwohnung anmieteten. Hiermit endet dann auch unser Aufenthalt in Schottland im Jahre 1985.