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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Kate is back

„The Queen is dead – Long live the Queen!“ Nun, gestorben ist sie nicht. Aber 12 Jahre nach ihrem letzten Album ist es wie eine Wiedergeburt: Kate is back! Kate Bush hat ein neues Album veröffentlicht, zudem eine Doppel-CD: Aerial

Nun ich kenne Kate Bush vom Anfang her. Das war 1978 mit den beiden Platten ‚The Kick Inside‘ und ‚Lionheart‘. Besonders ein Lied fiel damals auf: ‚Wuthering Heights‘ (deutsch: Sturmhöhe) nach dem Roman von Emily Brontë. Eine Stimme wie klares Kristall, wie eisiges Quellwasser!

Bald darauf hatte ich Kate Bush dann doch aus den Augen verloren, weil andere Musik mich mehr interessierte. Da ich jetzt dabei bin, unter der Rubrik „Starke Frauen … in der Musik“ nach neuen Beiträgen zu forschen, stieß ich zwangsläufig wieder auf Kate Bush. Und wie der Zufall es so will: Just dieser Tage veröffentlicht sie das besagte Doppelalbum.

Was „starke Frauen“ anbelangt, so gehört Kate Bush dazu. Das beweist nicht nur der große Ansturm auf das neue Machwerk, denn immerhin konnte sich die Maxi-Single-Auskopplung „King of the Mountain“ („The King is dead – Long live the King!“ – gemeint ist Elvis!) in den Top-Ten UK platzieren. Die Stimme ist nach wie vor glockenrein, wenn auch gereifter (mit 47 Jahren kein Wunder): Glocke mit Patina! Aber hört (und seht) selbst!

weitere Kurzinfos siehe auch bei Wikipedia

Hier also das Video …

Kate Bush - schon etwas länger her
Noten zu Kate Bushs Wuthering Heights 1978

Video: Kate Bush – King of the Mountain

Schottland 1985: Von den Orkney-Insel nach John O’Groats

Die nächste Station in unserem Schottland-Urlaub vor 20 Jahren war wieder das Festland und dort der kleine Ort John O’Groats, ganz im nord-östlichen Zipfel von Schottland.

Montag, den 12. August 1985 (10. Reisetag):

Gegen 7 Uhr 30 haben wir die Nase voll; es regnet immer noch. So stehen wir auf, waschen bzw. duschen uns schon einmal, um dann in Ruhe (und im Zelt) zu frühstücken. Anschließend packen wir alles einschließlich Zelt zusammen. Das Zelt ist natürlich noch feucht, aber es hilft nichts, es muß eben mit. 10 Uhr 30 sind wir abmarschbereit (gezahlt haben wir ja bereits gestern: 3 £ 30 für zwei Nächte, das geht ja). Gegen 10 Uhr 45 sind wir beim Postamt und kaufen Briefmarken (22 p. für Brief bzw. Postkarte). Um 11 Uhr sind wir auf der „St. Ola“, die uns zurück aufs Festland bringt. Wir haben uns wegen des Wetters für den kürzeren Weg entschieden; eigentlich wollten wir über Kirkwall auf Orkney mit einem kleineren Schiff gleich nach John O’Groats; so fahren wir zunächst mit der Fähre wieder nach Scrabster. Um 12 Uhr legt die Fähre ab.

Wir planen zunächst, wie wir die letzten vier Tage, die unsere Travelcard „Highlands & Islands“ gilt, verbringen. Eigentlich wollten wir Richtung Ullapool, aber von Thurso aus ist das wegen fehlender Anschlüsse der Busse zueinander nicht gerade günstig gestaltet. Nach langem Überlegen entscheiden wir uns dafür, morgen Richtung Aberdeen nach Keith zu fahren (über Inverness), dann bis Glasgow, um wenigstens keine weiteren Fahrkosten zu haben. Die restlichen Tage wollen wir in Wales verbringen.

Um 14 Uhr sind wir in Scrabster. Der Bus bringt uns um 14 Uhr 45 nach Thurso Bahnhof. Das Stück zum Busbahnhof laufen wir zu Fuß. Es regnet weiterhin.

In einem Wartehäuschen warten wir auf den Bus, der uns um 15 Uhr 55 nach John O’Groats bringen soll, dem nördlichsten Punkt auf der britischen Insel. Um kurz nach 17 Uhr treffen wir dort ein. Es gibt hier lediglich einige wenige Häuschen, aber viele Touristenbusse, dessen Fahrgäste sich im „Last house“ mit Souvernirs eindecken. Dank Tourist Information Centre bekommen wir im Seaview Hotel ein Doppelzimmer für 9 £ pro Nase. Dusche und Badezimmer sind auf dem Flur. Wir packen zunächst unser Gepäck ab, gehen dann hinaus, kaufen in einem kleinen Laden, der gleichzeitig Postamt und Tankstelle ist, einige Kleinigkeiten (Bacon-Schinken, Oat Cakes, also Haferkekse u.a.). Wir bringen die Sachen aufs Zimmer, machen uns Tee (eine Kochgelegenheit ist vorhanden) und essen das restliche Brot aus Stromness mit Käse und Leberwurst. Anschließend gibt es noch einen Haferkeks mit Orangenmarmelade, schmeckt wirklich ganz gut.

Dann gehen wir nochmals hinaus. Es regnet immer noch, aber in der Ferne am Horizont scheint es sich aufzuklären. Es ist feucht-kalt und windig. Wir fotografieren das „Last house“ und finden hier auch einige schottische Hochlandrinder (caddles oder so ähnlich nennt man sie hier).

schottisches Hochlandrind "Last House" in John O'Groats
schottisches Hochlandrind „Last House“ in John O’Groats

Gegen 21 Uhr sind wir zurück auf unserem Zimmer und brauen uns nochmals Tee, den wir mit einem Schuß „Old Orkney“-Whisky trinken. Um 21 Uhr 30 legen wir uns ins Bett (zuvor hat Christa zwei Paar Socken von mir gewaschen, die wir auf einem Radiator trocknen lassen). … Gegen 23 Uhr fallen wir müde zum Schlaf in die Federn (besser: Decken) und erholen uns bis zum nächsten Morgen wieder. …

siehe hierzu auch Schottland-Urlaub 2005

Bald wird es auch bei uns krachen?!

Sicherlich gibt es keine Ghettos in Deutschland wie in Frankreich, jede Cités, in die die Einwanderer aus Schwarz- und Nordafrika regelrecht abgeschoben werden, fernab vom Eifelturm, wo die Tristesse herrscht und der Staat schon längst sein Recht verloren hat.

Aber so, wie sich die Gewalt aus den Vororten von Paris inzwischen in ganz Frankreich ausbreitet, so muss man damit rechnen, dass sie auch über Ländergrenzen schwappt. Immerhin scheinen Anschläge in Berlin und Bremen von Nachahmern verübt zu sein. Wie schnell solche Gewalt eskaliert, sehen wir in Frankreich.

Immerhin nehmen sich unsere Politiker des Themas an, leider nicht immer sachgerecht. Während die einen gleich von ‚harter Hand gegenüber denjenigen, die Recht und Gesetz mit Füßen treten‘ sprechen, fordern andere verbesserte Angebote für Jugendliche, besonders für Ausländerkinder.

    Krawalle in Paris

Wir können nur hoffen, dass die Krawalle bald ein friedliches Ende finden. Friedlich kann es aber nur werden, auch in Deutschland, wenn den Migranten und ihren Kindern Perspektiven eröffnet werden, die eine vernünfige Zukunft bieten. Angesichts hoher Arbeitslosigkeit, die z.B. in Teilen Berlins bei fast 50 Prozent liegt, kann davon aber keine Rede sein.

siehe auch zdf.de

Björk: Joga

Sie ist klein und aus Island. Ihre Musik aber ist groß und von Welt. Björk Guðmundsdóttir wird am 21. November 1965 in Reykjavik geboren. Vielleicht kennt nicht jeder sie namentlich, aber fast jeder hat sie bereits mindestens einmal singen gehört und gesehen, nämlich am 13. August 2004 eröffnete Björk die Olympischen Spiele 2004 in Athen mit dem Lied Oceania.

    Björk eröffnet die Olympischen Spiele 2004 in Athen

Mir persönlich liegt Björk nicht ganz so. Ihre Kreativität steht zwar für mich außer Frage, auch ihr gesangliches Können. Aber die Musik ist für mich doch etwas zu abgehoben, vielleicht zu ‚esoterisch‘. Als alter Island-Fan und auch -Urlauber (1990 war ich auf Island mit meiner Frau und einigen Bekannten – unser ältester Sohn hat als zweiten einen isländischen Vornamen: Einar) komme ich aber um das Lied Jóga nicht herum, da es als Videoclip Bilder von Island verwendet. Und es gefällt mir sogar ganz gut.

weitere ausführliche Infos bei Wikipedia

Hier aus dem Album Homogenic von 1997 das Lied Jóga:

Video: Björk – Jóga

Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung

Der November ist ein Monat der Hochnebel; Landschaften und Städte liegen grau in grau, meist windstill, unter einer dichten Dunstglocke. Ein Monat des leisen Horrors und des Todes, nicht allein wegen solcher Feiertage wie Allerheiligen, Totensonntag und Volkstrauertag. Für viele ist es eine Zeit der Depressionen.

Vor einigen Jahren gab es bei Zweitausendeins, einem Bestellbuchladen (und für vieles mehr), eine siebenbändige Dünndruckausgabe der ersten zwanzig Jahrgänge (mit 1954 beginnend, meinem Geburtsjahr) von Akzente – Zeitschrift für Literatur (damals noch Zeitschrift für Dichtung) – über 11.000 Seiten umfassend für einen Spottpreis. Die Zeitschrift Akzente ist wohl die bedeutendste Literaturzusammenfassung in deutscher Sprache. Alles was Rang und Namen in der deutschen Literatur hat und hatte (oder auch nicht), hat hier irgendwann einmal einen Beitrag veröffentlicht.

Erst in letzter Zeit bin dazu gekommen, die Bände von Anfang an zu lesen. Bisher hatte ich nur von Zeit zu Zeit darin geblättert. Für dieses Jahr habe ich mir den Jahrgang 1955 vorgenommen. Es ist schon interessant zu lesen, was und wer vor genau 50 Jahren literarisch im Rampenlicht stand. Hier finden sich z.B. schon Beiträge von Günter Grass und Martin Walser aber auch noch von Thomas Mann und Hermann Hesse, die damals noch lebten. Thomas Mann schrieb über Friedrich Schiller, denn auch 1955 war Schiller-Jahr.

Ziemlich am Schluss des Jahresbandes fand ich dann einen Essay über Alfred Lichtenstein und darin das unten aufgeführte Gedicht. Es beschreibt Bewegungen, die in knappen Stößen sich unvermittelt aneinanderstellen. Die peinliche Genauigkeit des Bildes, ironische Pedanterie in einem Vergleich verstärkt den Eindruck monotoner Schilderei, wie Herbert Heckmann, der Autor des Essays, schreibt.

    Alfred Lichtenstein

Die Dämmerung

Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.
Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.
Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,
Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.

Auf langen Krücken schief herabgebückt
Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.
Ein blonder Dichter wird vieleicht verrückt.
Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.

An einem Fenster klebt ein fetter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.

Herbert Heckmann in Akzente 1955, Heft 5 schreibt u.a. erläuternd weiter:

Die Wirklichkeit zeigt sich in den Scherben eines Augenblickes. Das Eindeutige verwirrt sich im Netz seiner Beziehungen. … Lichtenstein hat nicht die Absicht, eine real denkbare Landschaft zu geben: naturalistische Schilderei liegt ihm genau so fern wie eine symbolische Vertiefung.

November – Monat tagelanger Dämmerung, der Monotonie. Irgendwie finde ich das Gedicht sehr passend zu diesem Monat.

weitere Gedichte von Alfred Lichtenstein

Schottland 1985: Orkney-Inseln – Stromness auf Mainland

Das nächste Wochenende während unseres Schottland-Urlaubs vor 20 Jahren verbrachte ich mit meiner heutigen Frau auf den Orkney-Inseln:

Sonntag, den 11. August 1985 (9. Reisetag):

Wir stehen gegen 8 Uhr 30 auf (es ist etwas knuffig im Zelt) und machen uns dann ein ausgiebiges Frühstück. Der Himmel hat sich leider etwas bewölkt und der Wind nimmt wieder an Heftigkeit zu; so haben wir Schwierigkeiten mit unserem Gaskocher.

Zunächst essen wir Müesli mit Milch, anschließend gibt es zu Tee Rührei (nachdem diese fast 1/2 Stunde gebraten haben und die Gaskatusche fast ganz ‚ausgelutscht‘ ist); dann Brot mit Farmer Cheese und Garlic Paté, als Abschluß deutsches Kürbisbrot mit britischer Orangenmarmelade (zu einem zweiten Pott Tee). Das schmeckt nicht übel (im Gegenteil).

Danach duschen wir, was wirklich eine Wohltat (nach über zwei Tagen ohne) ist. Ich spüle noch schnell das Geschirr. Christa wäscht dann einige Hemden und Unterhosen aus. Alles hängen wir an eine Wäscheleine. den Rest besorgt der Wind.

Fähre zu den Orkney-Inseln Fähre zu den Orkney-Inseln
Fähre zu den Orkney-Inseln
Campingplatz in Stromness (Mainland der Orkney-Inseln) Stromness (Mainland der Orkney-Inseln)
Campingplatz in Stromness (Mainland der Orkney-Inseln) Stromness (Mainland der Orkney-Inseln)

Gegen 13 Uhr 30 gehen wir dann an der Küste entlang spazieren. Wir kommen an Wiesen mit Schafen und Kühen (leider keine zottige schottische Hochlandkuh) vorbei, auf dem Golfplatz neben unserem Zeltplatz (heute morgen landete ein Golfball auf unserem Platz) tut sich trotz Stürmchen auch einiges.

So gehen wir zwei Stunden durch die Gegend. Es ist etwas drückend, sonst ist es aber ganz gut. 15 Uhr 30, zurück in unserem Zelt, kochen wir und Tee (die erste Gaskatusche gibt dabei ihren Geist auf; wir kochen im Zelt weiter), essen Apple Pie zum Tee.

Dann geht es nochmals in die Stadt; wir gucken u.a. nach dem Bus morgen nach Kirkwall, dem Hauptort von Mainland. Heute übrigens geht den ganzen Tag (außer früh morgens) kein Bus – es ist wie ‚abgeschnitten‘ (so haben wir wenigstens etwas Zeit zum Entspannen usw.); wir kaufen noch einige Knabbersachen und kehren zurück in unser Zelt (die Wäsche ist bereits trocken). Es ist einfach zu windig geworden (und damit kalt); im Zelt läßt es sich aushalten.

Wir kochen uns eine Suppe, essen dazu etwas Brot. Dann gibt es Tee mit einem ordentlichen Schuß Whisky, um uns von innen durchzuwärmen (und als Schlummertrunk). Und endlich schaffen wir es auch, die leidigen Postkarten an die liebe Verwandtschaft und Bekanntschaft zu schreiben.

Während Christa schon packt, pinsele ich das Tagebuch bis hierhin weiter. Damit (und mit noch mehr Wind) geht der Tag langsam zu Ende. Der Whisky tut uns ganz gut und macht uns schläfrig (soweit es die frische Luft nicht geschafft hat). Christa hört etwas Walkman, während sie packt. Dann gehen wir uns waschen und legen uns gegen 22 Uhr in unsere Schlafsäcke. Es ist ziemlich hell draußen, so klönen wir noch ein bißchen. Gegen 23 Uhr legen wir uns dann aufs Ohr. Aber zum Schlafen kommen wir so schnell nicht, denn plötzlich beginnt es zu regnen und hört die ganze Nacht nicht mehr auf. Der Regen trommelt aufs Zeltdach. Aber das hält wenigstens dicht. Auch als Wind einsetzt, bleibt es trocken. Unsere Bindfadenabspannung erweist sich doch als nicht gänzlich umsonst. Christa steht zwischendurch, als der Regen stärker wird, fast senkrecht im Schlafsack. Aber etwas Schlaf finden wir dann doch noch …

siehe hierzu auch Schottland-Urlaub 2005

Die Seuche DB

Nein, ich schreibe nicht von der Vogelgrippe. Ich meine die DB, die Deutsche Bahn AG, auch DBAG. Wenn da einmal nichts läuft, dann läuft es nicht. Und es dauert, bis es sich wieder ’normalisiert‘. Was meine ich? Wer Pendler im Nahverkehr ist oder öfter mit der Bahn fährt, wird es gleich wissen: Die ständigen Verspätungen der DBAG (und daraus resultierend der Züge des Metronoms)! Seit Montag ist es wieder extrem damit und hält an. Und wie eine Seuche überträgt es sich auch gleich auf die S-Bahnen in Hamburg, auf die plötzlich auch kein Verlass mehr ist (wenn es das auf längere Sicht jemals war).

    ... und marode Gleise

Aber das ist ja alles nichts Neues. Und eigentlich sind auch ständige Fahrpreiserhöhungen nichts Neues. Ende August wurden diese bereits mit Verweis auf massiv gestiegene Energiekosten angekündigt. Dies war bei Fahrgastvertretern und in der Politik auf Kritik gestoßen. Konkret werden im Nahverkehr Einzelfahrten und Wochenkarten um 2,9 Prozent teurer, Monatskarten um 2,2 Prozent. Dies gilt für Fahrten außerhalb der Verkehrsverbünde, also etwa eine Fahrt mit dem Regionalexpress von Rostock nach Berlin. Die Preise mehrerer Ländertickets dürfen zudem um bis zu zwei Euro angehoben werden. Das Niedersachsenticket kostet bereits statt 22 jetzt 24 Euro.

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Das (inszwischen teurere) Niedersachsenticket gilt nun auch am Wochenende. Statt der 30 Euro am Automaten (oder 32 Euro am Schalter) für das Schöne-Wochenende-Ticket spart man also etwas Geld, wenn man wie meine Lieben und ich z.B. von Tostedt nach Bremen fährt. Ich frage mich dabei nur, warum das erst jetzt kommt?! Gerade am Wochenende möchte die Deutsche Bahn mit günstigen Angeboten Fahrgäste locken. Aber wenn ich für die genannte Fahrt Tostedt – Bremen am Wochenende mehr zahlen muss als wochentags, dann ist das für mich nichts anderes als eine Abzockerei. Aber das hat sich ja nun geändert.

Das war knapp …

Fast habe ich mir das so gedacht: Da tritt Werder Bremen ganz souverän in der Champions League gegen Udinese Calcio auf, führt mit 3:0. Und schon schleicht sich der Schlendrian wieder ein, dass es fast in die Hose geht. Johann Micoud sei Dank hatte das Drama dann doch noch ein gutes Ende. Damit bleibt die Chance weiterzukommen erhalten. Das war wirklich knapp, aber jetzt ist nach dem 4:3-Sieg wieder alles drin.

    Matchwinner Johan Micoud

Am Samstag geht es nun in der Bundesliga gegen die Bayern nach München. Da kann man sich dann aber keine Kunstpausen erlauben, da muss hart ans Werk gegangen werden. Ausschlafen könnt ihr dann am Sonntag, Jungs!

Schottland 1985: Von Helmsdale zu den Orkney-Inseln

Weiter aus meinem Reisetagebuch vom August 1985 von der Fahrt mit meiner heutigen Frau durch Schottland:

Samstag, den 10. August 1985 (8. Reisetag):

Um 7 Uhr 30 stehen wir auf, waschen uns etwas (es gibt ja nur kaltes Wasser und keine Duschen), packen schnell unsere Sachen und gehen dann noch etwas hinaus. Es lacht uns die Sonne entgegen. Wir „schießen“ noch einige Fotos und nehmen dann unser Gepäck, um zum Bahnhof zu latschen. Pünktlich um 9 Uhr 29 kommt der Zug, mit dem wir über Georgemas Junction, wo die Wagen nach Wick abgekoppelt werden, nach Thurso fahren. Kurz vor 11 Uhr kommen wir dort an. Es wartet schon ein Doppeldeckerbus auf uns, der uns zur Fähre (Orkney-Inseln) nach Scrabster Pier bringt.

Um 12 Uhr fahrt die Fähre los. Es ist blauer Himmel, also sonnig, aber durch den frischen Wind recht kalt. Die Fährfahrt dauert zwei Stunden und bringt uns an der Insel Hoy mit dem „Old Man of Hoy“ (wie die lange Anna auf Helgoland) zur Hauptinsel (Mainland) der Orkney-Inseln. Der Ort heißt Stromness. Schon vom Schiff aus sehen wir den Campingplatz, der etwas außerhalb des Ortes fast wie auf einer Landzunge ins Meer hineinragt. Uns kommen trotz des Sonnenscheins arge Bedenken, auf den Campingplatz zu gehen. Wir denken nur an die Windfestigkeit unseres Zeltes. Um 14 Uhr sind wir an Land, d.h. auf der Insel. Wir gucken, ob es noch einen weiteren Campingplatz gibt, was nicht der Fall ist. So wagen wir es also und gehen zum Campingplatz. Dort ist es in der Tat sehr windig. Wir bauen das Zelt auf und stellen fest, daß es in befürchteter Weise dem Wind ’nachgibt‘. So wollen wir im Ort Bindfaden (thread) und Sicherheitsnadeln (satety pins) kaufen, um damit die Stabilität des Zeltes zu erhöhen.

Old Man of Hoy Hafen von Stromness - Mainland (Orkney)
Old Man of Hoy – Orkney-Inseln Hafen von Stromness – Mainland (Orkney)

Gleichzeitig kaufen wir im Ort auch Lebensmittel (u.a. eine Garlic Paté, also Knoblauch-Leberpastete) und zwei Dosen Guinness (0,44 l a 67 p.) – zuletzt zahlte ich im Bahnhofspub von Inverness für einen Pint (= 0,56 l) Guinness 87 p. – es lohnt sich kaum, Bier im Laden, vor allem in der Dose, zu kaufen; im Pub ist das Bier kaum wesentlich teurer … Außerdem kaufen wir eine halbe Flasche Whisky für 4 £ 65.

Zurück bei unserem Zelt brauen wir uns zunächst ein Süppchen und kosten auch von der Paté. Die schmeckt wirklich köstlich. Anschließend hantieren wir mit Bindfaden (aber ohne Sicherheitsnadeln, die nicht zu gebrauchen sind) am Zelt und binden die zwei Fiberglasstangen, die dem Wind ausgesetzt sind, damit ab. Das Ganze bringt wenigstens etwas, wenn es sonst auch noch immer recht wackelig bleibt.

Wir gehen dann noch ein zweites Mal in den Ort und auch oberhalb davon etwas spazieren. Es ist immer noch sehr schön, aber eben windig. Gegen 20 Uhr sind wie wieder auf dem Campingplatz und setzen uns in unser Zelt. Wir essen noch eine Art Heißwecke, die mehr eine Art Amerikaner (Kuchen) ist, anschließend knabbern wir zu ‚Wahnsinn‘ (Guinness mit Whisky, nachdem wir schon einen Pott Tee mit Whisky ‚angereichert‘ haben) Potato Chips; ich pinsle etwas Tagebuch – wir klönen und sind guter Laune, wenn auch etwas müde, zumal der Wind sich etwas gelegt hat.

Gegen 22 Uhr waschen wir uns etwas (es gibt hier Duschen und warmes Wasser – für die Duschen muß man 10 p. für Warmwasser einwerfen); gegen 22 Uhr 30 legen wir uns aufs Ohr. Es dauert, bis wir Schlaf finden, hier und da regt sich noch etwas auf dem Campingplatz. Zudem schnarcht ein Typ im gleichbleibendem Rhythmus ununterbrochen. Das nervt doch ziemlich … Heute hat Christa meinen Schlafsack, weil sie die Nächte zuvor in ihrem fror. Ich dagegen schwitze eher in diesem Bundeswehr-Monstrum. Aber was soll ’s: „Man muß damit leben!“ (einer meiner Lieblingssprüche dieser Tage).

siehe hierzu: meine Reisevorbereitungen Schottland 2005